Sinquan Kaps 50 Mg 100 Stk

Sinquan Kaps 50 Mg 100 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Doxepinum (ut Doxepini hydrochloridum).

Hilfsstoffe: Maydis amylum, Lactosum, Magnesii stearas, Natrii laurilsulfas, Gelatina, Color.: E 172.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Kapseln zu 10 mg, 25 mg und 50 mg Doxepinum (ut Doxepini hydrochloridum).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Angst‑ und Depressionszustände bei

  • Angstneurosen (mit oder ohne somatische Symptome), reaktiven Depressionen, depressiven Angstzuständen, Alkoholismus
  • psychotischen Depressionen, einschliesslich endogenen Depressionen
  • depressiven Phasen der manisch‑depressiven Reaktionen
  • Depressionen post partum
  • Depressionen im Alter

Patienten mit folgenden Symptomen sprechen üblicherweise auf die Behandlung mit Doxepin an: Innere Spannung, Überängstlichkeit, Unruhe, Schlaflosigkeit, funktionelle somatische Beschwerden, Interesselosigkeit, Schuldgefühle, psychomotorische Retardierung, Hypochondrie.

Dosierung/Anwendung

Die Tagesdosis richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung und dem individuellen Ansprechen des Patienten. Die anxiolytische Wirkung tritt früher ein als der antidepressive Effekt, der oft nicht vor 2-3 Wochen maximal ausgeprägt ist.

Erwachsene

In leichten Fällen wird eine Initialdosis von 10-20 mg/Tag empfohlen. Entsprechend dem individuellen Ansprechen sollte diese Dosis in angemessenen Intervallen erhöht bzw. erniedrigt werden. Die optimale Erhaltungsdosis liegt normalerweise bei 30-50 mg/Tag.

In schweren Fällen werden 75-100 mg/Tag als Initialdosis empfohlen; entsprechend dem individuellen Ansprechen können bis zu 300 mg/Tag nötig werden. Bei Dosierungen über 300 mg/Tag wird nur selten eine zusätzliche therapeutische Wirkung erreicht. Nach Erreichen einer zufriedenstellenden Wirkung kann man die Dosis normalerweise reduzieren und die Behandlung bis zur vollständigen Remission der Symptome mit einer niedrigeren Erhaltungsdosis weiterführen.

Bei Patienten mit geringen Symptomen oder psychiatrischen Begleitsymptomen einer organischen Erkrankung können Dosen zwischen 25 und 50 mg/Tag zur Kontrolle ausreichen.

Die Tagesdosis von Sinquan kann einmal täglich oder in mehrere Dosen aufgeteilt verabreicht werden. Eine Einzeldosis sollte 150 mg nicht überschreiten und vor dem Schlafengehen genommen werden.

Wenn Schlaflosigkeit ein vorherrschendes Symptom ist oder wenn unter Sinquan Schläfrigkeit auftritt, sollte die Tagesdosis so aufgeteilt werden, dass die Hauptdosis vor dem Schlafengehen verabreicht wird.

Es wurde über anticholinerge Effekte wie Mundtrockenheit, verschwommenes Sehen, Obstipation und Harnverhaltung berichtet (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Falls diese Symptome während der Therapie nicht abklingen oder schwerwiegend werden, kann es nötig sein, die Dosis zu reduzieren.

Kinder und Jugendliche

Sinquan ist in der Behandlung von Patienten unter 18 Jahren nicht geprüft und kann daher nicht empfohlen werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen kann eine Reduktion der Dosis notwendig sein.

Bei älteren Patienten sollte die Behandlung im niedrigen Dosisbereich gehalten werden. Falls erforderlich sollte eine Dosissteigerung abhängig vom Ansprechen und der Verträglichkeit vorsichtig und unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Kontraindikationen

Sinquan ist kontraindiziert:

  • bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Doxepin, anderen trizyklischen Antidepressiva oder einem der Hilfsstoffe
  • bei akuten Vergiftungen mit Alkohol, Hypnotika, narkotischen Analgetika und Psychopharmaka
  • bei akuten Delirien
  • bei Glaukom und Tendenz zur Harnverhaltung. Diese Affektionen sollten ‑ besonders bei älteren Patienten ‑ ausgeschlossen werden.
  • bei paralytischem Ileus
  • während der Stillzeit

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Sinquan darf nur unter besonderer Vorsicht angewendet werden bei:

  • Prostatahyperplasie ohne Restharnbildung
  • schweren Leberschäden
  • Störungen des blutbildenden Systems
  • hirnorganischem Psychosyndrom
  • erhöhter Krampfbereitschaft
  • Hypokaliämie
  • Bradykardie
  • angeborenem langen QT-Syndrom oder anderen klinisch signifikanten kardialen Störungen (insbesondere Erregungsleitungsstörungen, Arrhythmien).

Eine Depression geht einher mit einem erhöhten Risiko von Suizidgedanken, Selbstverletzungen und vollendetem Suizid. Auch unter antidepressiver Therapie kann es zu einer Verstärkung von Suizidgedanken und Suizidverhalten kommen. In Übersichten von kontrollierten Studien zeigt sich die höchste Gefährdung bei Beginn der Therapie und vorwiegend auch bei Kindern und Jugendlichen.

Patienten unter Behandlung mit Antidepressiva müssen deshalb engmaschig in Bezug auf Zeichen einer Depressionsverschlechterung, insbesondere von suizidalem Verhalten sowie von Unruhe oder psychomotorischer Agitiertheit überwacht werden; dies vor allem zu Beginn der Behandlung und bei Dosisänderungen. Auch nach der Beendigung der Behandlung müssen Patienten gut kontrolliert werden, da solche Symptome sowohl Zeichen eines Entzugs wie auch eines beginnenden Rückfalls auftreten können.

Die Angehörigen der Patienten sollen auf dieses Risiko aufmerksam gemacht werden und Instruktionen erhalten, wie sie sich bei verdächtigen Symptomen verhalten sollen.

Eine antidepressive Therapie ist nicht geeignet, eine wegen Selbstgefährdung indizierte Hospitalisation zu vermeiden. Vor allem zu Beginn der Therapie soll das Medikament in der kleinsten angemessenen Packungsgrösse verschrieben werden, um das Risiko einer Selbstgefährdung zu vermindern.

Andere psychiatrische Diagnosen als eine Depression können ebenfalls mit einem erhöhten Risiko von Suizidverhalten einhergehen und es sind deshalb die gleichen Vorsichtsmassnahmen zu beachten wie bei der Behandlung einer Depression.

Sinquan ist in der Behandlung von Patienten unter 18 Jahren nicht geprüft und kann daher nicht empfohlen werden.

Die Patienten sollen gewarnt werden, dass Doxepin die Wirkung von Alkohol potenzieren kann.

Vorsicht ist geboten bei Patienten mit schweren kardiovaskulären Erkrankungen sowie bei Leber- oder Niereninsuffizienz.

Bei einmaltäglicher Verabreichung von Sinquan sollte bei Patienten mit interkurrenten Erkrankungen oder bei gleichzeitiger Einnahme anderer Arzneimittel – insbesondere solcher mit anticholinerger Wirkung – das Dosierungsschema sorgfältig abgestimmt werden.

Falls vermehrt Symptome einer Psychose auftreten oder falls sich eine Verlagerung zu manischer Symptomatologie abzeichnet, sollte eine Reduktion der Dosis oder die zusätzliche Gabe eines Neuroleptikums in Erwägung gezogen werden.

Winkelblockglaukom

Die Erweiterung der Pupillen, die sich nach der Einnahme von Antidepressiva mit anticholinergen Eigenschaften, einschliesslich Sinquan, ereignet, kann bei einem Patienten mit anlagebedingten Engwinkeln, der keine offene Iridektomie hat, ein akutes Winkelblockglaukom auslösen.

Interaktionen

Mit anderen Antidepressiva und Anxiolytika soll Sinquan nur nach genauer Abklärung der Potenzierungsmöglichkeiten kombiniert werden.

Durch Cytochrom P450 (CYP) 2D6 metabolisierte Arzneimittel

Doxepin wird, wie auch andere trizyklische Antidepressiva, durch CYP2D6 metabolisiert. Inhibitoren oder Substrate von CPY2D6 (z.B. Chinidin, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs)), können die Plasmakonzentration von trizyklischen Antidepressiva erhöhen, wenn sie gleichzeitig verabreicht werden. Das Ausmass dieser Interaktion hängt von der Variabilität des Effektes auf CYP2D6 und der therapeutischen Breite des trizyklischen Antidepressivums ab. Die klinische Bedeutung dieser Wechselwirkung mit Doxepin wurde nicht systematisch evaluiert.

MAO-Hemmer

Bei gleichzeitiger Gabe gewisser Arzneimittel zusammen mit MAO‑Hemmern wurden schwere Nebenwirkungen und vereinzelt Todesfälle beschrieben. Aus Sicherheitsgründen ist deshalb vor Behandlungsbeginn mit Doxepin ein MAO‑Hemmer‑freies Intervall von mindestens 2 Wochen einzuhalten. Die Dauer dieses Intervalls kann je nach verwendetem MAO‑Hemmer, der Dauer seiner Anwendung und seiner Dosierung schwanken. Die Doxepin‑Behandlung ist mit der gebotenen Vorsicht aufzunehmen.

Guanethidin

Beim Menschen beeinträchtigen Tagesdosen unter 150 mg Doxepin die antihypertensive Wirkung von Guanethidin und verwandten Verbindungen nicht; bei höheren Tagesdosen von 150 mg und mehr wurde jedoch eine Abschwächung der antihypertensiven Wirkungen beobachtet.

Cimetidin

Bei verschiedenen trizyklischen Antidepressiva wurden bei gleichzeitiger Gabe von Cimetidin klinisch bedeutsame Schwankungen beobachtet. Schwerwiegende anticholinerge Symptome (z.B. ausgeprägte Mundtrockenheit, Urinretention und verschwommenes Sehen) bei Einleitung der Cimetidin‑Therapie wurden mit Erhöhung der Serumspiegel von trizyklischen Antidepressiva in Zusammenhang gebracht. Zudem traten bei Patienten unter Cimetidin‑Begleittherapie höhere Blutspiegel von trizyklischen Antidepressiva auf, als erwartet. Nach Absetzen von Cimetidin kam es zu einer Abnahme der bisherigen Steady‑state‑Konzentrationen der trizyklischen Antidepressiva im Plasma und zu einer Beeinträchtigung ihrer therapeutischen Wirkung.

Alkohol

Bei Patienten mit hohem Alkoholkonsum muss daran gedacht werden, dass die Gefahr einer beabsichtigten oder unbeabsichtigten Überdosierung von Doxepin besteht.

Tolazamid

Über einen schweren Fall von Hypoglykämie wurde bei einem nicht-insulinabhängigen Diabetiker unter Erhaltungstherapie mit Tolazamid (1 g pro Tag) 11 Tage nach zusätzlicher Gabe von 75 mg Doxepin pro Tag berichtet.

Reserpin und Clonidin

Die antihypertensive Wirkung von Reserpin und Clonidin kann bei gleichzeitiger Gabe mit Doxepin abgeschwächt werden. Bei Clonidin besteht die Gefahr der Rebound-Hypertension.

Schwangerschaft/Stillzeit

Zu einer Anwendung von Doxepin während der Schwangerschaft liegen bislang keine ausreichenden Erfahrungen vor. Daten von 118 während des ersten Schwangerschafts-Trimenons Doxepin-exponierten Neugeborenen deuten darauf hin, dass die Missbildungsrate möglicherweise erhöht ist. Bisher sind keine anderen einschlägigen epidemiologischen Daten verfügbar. In tierexperimentellen Studien zeigte Doxepin keine teratogenen Effekte.

Doxepin darf in der Schwangerschaft nur bei zwingender Notwendigkeit und nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung angewandt werden. Nach Verabreichung von Antidepressiva in höheren Dosen oder über einen längeren Zeitraum vor der Geburt kann es bei Neugeborenen zu Entzugserscheinungen kommen.

Doxepin und sein aktiver Metabolit gehen in die Muttermilch über. Es liegt ein Bericht vor über Apnoe und Schläfrigkeit bei einem Säugling, dessen Mutter Doxepin eingenommen hatte. Wegen seines Potentials an unerwünschten Wirkungen beim Säugling ist Doxepin während der Stillzeit kontraindiziert.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Sinquan kann das Reaktionsvermögen beeinflussen und so die Fähigkeit zur Führung eines Fahrzeuges oder zur Bedienung von gefährlichen Maschinen herabsetzen.

Unerwünschte Wirkungen

Die nachfolgend aufgeführten unerwünschten Wirkungen sind nach Organsystem und Häufigkeit wie folgt geordnet: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100 und <1/10), gelegentlich (≥1/1000 und <1/100), selten (≥1/10000 und <1/1000), unbekannt (keine Häufigkeitsangaben vorhanden).

Blut und Lymphsystem

Unbekannt: Eosinophilie, Agranulozytose, Leukopenie, Thrombozytopenie, Purpura.

Endokrine Störungen

Unbekannt: unangepasste Sekretion des antidiuretischen Hormons.

Stoffwechsel und Ernährungsstörungen

Gelegentlich: verminderter Appetit.

Psychiatrische Störungen

Häufig: Schlaflosigkeit, Agitiertheit, Unruhe.

Gelegentlich: Erregung, Verwirrungszustand, Depression.

Selten: verminderte Libido.

Unbekannt: Halluzinationen, Desorientierung.

Nervensystem

Sehr häufig: Schläfrigkeit (17.0%).

Häufig: Benommenheit, Ataxie, Tremor.

Gelegentlich: Kopfschmerzen, Parästhesie.

Selten: extrapyramidale Erkrankung.

Unbekannt: Krämpfe, Hypästhesie, tardive Dyskinesie, Geschmacksstörung.

Augen

Häufig: verschwommenes Sehen.

Unbekannt: Winkelblockglaukom, Mydriasis.

Ohr und Innenohr

Gelegentlich: Tinnitus.

Herz

Häufig: Tachykardie.

Gelegentlich: Synkopen, Palpitationen, Bradykardie.

Unbekannt: Reizleitungsstörung, Arrhythmie.

Gefässe

Häufig: Hypotonie.

Gelegentlich: Erröten.

Unbekannt: Hypertonie.

Gastrointestinale Störungen

Sehr häufig: Mundtrockenheit (15.0%).

Häufig: Obstipation, Übelkeit.

Gelegentlich: Diarrhoe, Dyspepsie, Erbrechen.

Unbekannt: aphtöse Stomatitis, Oberbauchschmerzen.

Leber und Galle

Unbekannt: Gelbsucht.

Haut

Häufig: Hyperhidrosis.

Gelegentlich: Rash, Juckreiz.

Unbekannt: photosensitive Reaktion, Zungenödem, Haarausfall, Urtikaria.

Nieren und Harnwege

Gelegentlich: Harnverhaltung.

Reproduktionssystem und Brust

Selten: Brustvergrösserung.

Unbekannt: Gynäkomastie, Galaktorrhoe, Hodenschwellung.

Allgemeine Störungen

Häufig: Müdigkeit.

Gelegentlich: Asthenie.

Selten: Frösteln.

Unbekannt: Hyperpyrexie (in Kombination mit Chlorpromazin), Gesichtsödem, Exazerbation von Asthma, Entzugssyndrom nach plötzlichem Beenden bzw. starker Reduzierung einer längerfristigen hochdosierten Behandlung.

Untersuchungen

Häufig: Gewicht erhöht.

Unbekannt: Blutzucker erhöht, Gewicht erniedrigt.

Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden für trizyklische Antidepressiva berichtet. Sie standen aber nicht im kausalen Zusammenhang mit Doxepin: Libido gesteigert, Blutzucker erniedrigt.

Überdosierung

Symptome

Leichte Form: Schläfrigkeit, Stupor, verschwommenes Sehen, ausgeprägte Mundtrockenheit.

Schwere Form: Atemdepression, Hypotonie, Koma, Krämpfe, Arrhythmie und Tachykardie; zusätzlich Harnverhaltung (Atonie der Blase), herabgesetzte Magen‑ und Darmmotilität (paralytischer Ileus), Hyperthermie (oder Hypothermie), Hypertonie, Pupillenerweiterung sowie gesteigerte Reflexe.

Es wurde über Todesfälle im Zusammenhang mit Doxepin-Überdosierungen berichtet.

Therapie

Leichte Form: Überwachung, einschliesslich EKG und einfache unterstützende Massnahmen. Dialyse oder forcierte Diurese bieten bei der Therapie der Überdosierung in der Regel keinen Nutzen, da Doxepin eine hohe Bindung an Gewebs- und Plasmaproteine aufweist.

Schwere Form: In der Regel sind intensivmedizinische Massnahmen zur Behandlung und Überwachung des Patienten sowie zur Sicherung der Vitalfunktionen notwendig. In jedem Fall soll eine EKG-Überwachung über mehrere Tage erfolgen. Es wird empfohlen, unmittelbar Kontakt mit einem toxikologischen Zentrum aufzunehmen, um ggf. spezifischere Behandlungsmassnahmen einzuleiten. Doxepin weist eine hohe Bindung an Gewebs- und Plasmaproteine auf. Deswegen haben Dialyse oder forcierte Diurese einen geringen Nutzen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N06AA12

Sinquan ist ein Psychopharmakon zur Behandlung zahlreicher psychoneurotischer Störungen, bei welchen Angst und/oder Depression im Vordergrund der Symptomatologie stehen.

Der Wirkungsmechanismus von Sinquan ist nicht vollkommen aufgeklärt. Bei Tierversuchen wurden anticholinerge, Antiserotonin‑ und Antihistamin‑Wirkungen auf die glatte Muskulatur beobachtet. Doxepin ist weder ein zentrales Stimulans noch ein MAO‑Hemmer. Es wird zurzeit angenommen, dass die klinischen Wirkungen ‑ wenigstens teilweise ‑ auf Veränderungen der adrenergen Aktivität an den Synapsen beruhen. Hiermit wird eine Inaktivierung von Noradrenalin durch Wiederaufnahme in die Nervenendigungen verhindert.

Wie bei anderen Psychotherapeutika können Eintritt und Ausmass der Wirkung von Patient zu Patient erheblich variieren.

Sinquan kann als Initialtherapeutikum verabreicht werden, eignet sich aber auch für Patienten mit schon länger bestehender Krankheit. Das Therapiespektrum von Sinquan reicht von leichteren bis zu schweren Affektionen.

Die anxiolytische Wirkung tritt vor der antidepressiven Wirkung ein, die sich erst nach 2-3 Wochen optimal einstellt.

Pharmakokinetik

Absorption

2-4 Stunden nach einmaliger Einnahme von 75 mg Doxepin werden Serum‑Spitzenwerte von 26.1 (8.8-47.4) ng/ml erreicht.

Distribution

Das Verteilungsvolumen beträgt 20.2 (9.1-33.3) l/kg. Die Proteinbindung liegt für Doxepin wie auch für dessen Metaboliten Desmethyldoxepin um 76%.

Metabolismus

Die Metabolisierung von Doxepin umfasst Demethylierung, N-Oxidation, Hydroxylierung und Glukuronid-Bildung.

Doxepin wird in der Leber in erheblichem Ausmass (firstpass Effekt: 55-87%) zum ebenfalls wirksamen Desmethyldoxepin metabolisiert; dessen durchschnittliche Serum‑Spitzenwerte beliefen sich nach 2-10 Stunden auf 9.7 (4.8-14.5) ng/ml.

Elimination

Die durchschnittliche Halbwertszeit des unveränderten Doxepins beträgt 17 (8-24) Stunden, die durchschnittliche Plasma‑Clearance 0.84 l/kg/Stunden.

Die Halbwertszeit von Desmethyldoxepin beträgt 51 (33-80) Stunden.

Bei Einnahme von 75 mg täglich werden die Steady‑state‑Spiegel am neunten Tag erreicht.

Präklinische Daten

Reproduktionstoxizität

Bei der Verpaarung von männlichen Ratten, welchen zuvor über 7 Monate hinweg 25 mg/kg/Tag Doxepin verabreicht wurde, mit weiblichen Ratten, welchen vor der Verpaarung für 14 Tage 25 mg/kg/Tag Doxepin gegeben wurde, war eine reduzierte Empfängnisrate zu beobachten. Es gab keine Effekte auf die Empfängnisrate bei einer Dosis von 5 mg/kg/Tag. Bei 25 mg/kg/Tag fanden sich eine Herabsetzung der Kopulationsbereitschaft der Männchen, eine verminderte Gewichtszunahme der Muttertiere während der Trächtigkeit sowie ein leichter Anstieg der Embryo-/Fetoletalität.

Embryotoxizitätsuntersuchungen an Ratten und Kaninchen haben bis zu einer Dosis von 90 mg/kg/Tag bzw. 100 mg/kg/Tag keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko ergeben. Für Ratten sind an den erwachsenen Nachkommen nach Verabreichung von 30 mg/kg/Tag während des letzten Trächtigkeitsdrittels Störungen von peripheren β-adrenergen Funktionen beobachtet worden.

Mutagenes und tumorerzeugendes Potenzial

Doxepin wurde nur unzureichend bezüglich mutagener Wirkungen geprüft. Bisherige Tests verliefen negativ.

Langzeituntersuchungen am Tier auf ein tumorerzeugendes Potenzial liegen nicht vor.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Sinquan darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) und ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

34132 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Pfizer AG, Zürich.

Stand der Information

August 2015.

LLD V009

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