Serophene Tabl 50 Mg 10 Stk

Serophene Tabl 50 Mg 10 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Clomifeni dihydrogenocitras.

Hilfsstoffe: Excipiens pro compresso.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Tablette enthält 50 mg Clomifeni dihydrogenocitras.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Funktionelle Sterilität oder Infertilität bei normogonado­troper, normoprolaktinämischer Amenorrhö, anovulatorischem Zyklus oder Corpus Luteum Insuffizienz.

Vor Beginn der Behandlung sollte jede andere Sterilitätsursache (z.B. primäre Sterilität oder Sterilität beim Mann) ausgeschlossen werden.

Serophene ist indiziert bei Frauen mit schwankenden, jedoch nachweisbaren Gonadotropin- und Östrogenspiegeln (WHO-Gruppe II), bei denen nach Verabreichung eines Gestagens eine Entzugsblutung eintritt.

Frauen mit niedrigen Gonadotropin- und Östrogenspiegeln (WHO-Gruppe I) sprechen generell auf eine Therapie mit Serophene nicht an.

Die Serophene-Therapie ersetzt nicht die Behandlung anderer Ursachen ausgebliebener Ovulation, wie z.B. Funktionsstörungen der Schilddrüse oder Nebennierenrinde.

Dosierung/Anwendung

Tägliche Dosierung: 50 mg (täglich 1 Tablette Serophene abends) während 5 Tagen, beginnend am 5. Zyklustag, oder im Falle von Amenorrhö an einem beliebigen Tag.

Wird im ersten Behandlungszyklus keine Ovulation erzielt, sollte die Dosis auf 100 mg (Maximaldosis) Serophene während weiteren 5 Tagen erhöht werden.

Die Dosierung von 100 mg täglich oder ein Behandlungszyklus von 5 Tagen sollten nicht überschritten werden.

Wird unter einer bestimmten Dosierung eine Ovulation erzielt, ohne nachfolgende Schwangerschaft, so soll die gleiche Dosierung in den nachfolgenden Behandlungszyklen beibehalten werden.

Da die Wahrscheinlichkeit einer Konzeption mit jedem Therapiezyklus abnimmt und eine Langfristtherapie das Risiko von unerwünschten Wirkungen erhöht (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Unerwünschte Wirkungen»), sollten nicht mehr als 3 Behandlungszyklen durchgeführt werden. Eine Therapiedauer von mehr als 3 Monaten ist nicht empfohlen.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Die Anwendung von Serophene bei Kindern und Jugendlichen ist nicht vorgesehen. Es gibt keine Studiendaten zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen.

Kontraindikationen

Schwangerschaft;

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff;

Ovarialzysten (einschliesslich Endometriose mit Befall der Ovarien) ohne Beziehung zu polyzystischen Ovarien;

Uterusblutungen unerklärter Herkunft;

schwere oder vor kurzem aufgetretene Lebererkrankungen;

angeborene Störungen des Gallestoffwechsels;

Störungen des Blutgerinnungssystems;

Hypergonadotrope oder hyperprolaktinämische Ovarial­insuffizienz;

in einem früheren Therapiezyklus aufgetretene Sehstörungen;

unbehandelte Hypothyreose;

unbehandelte Nebenniereninsuffizienz.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Eine gynäkologische Untersuchung vor Therapiebeginn, gefolgt von entsprechender regelmässiger medizinischer Betreuung, ist unabdingbar. Vor jedem Therapiezyklus muss unbedingt sicher sein, dass die Patientin nicht schwanger ist (Aufzeichnen der Basaltemperatur und Bestimmung von β-hCG) und dass keine Ovarialzysten vorliegen (ausgenommen polyzystische Ovarien).

Vor Beginn der Therapie soll die Leberfunktion kontrolliert werden.

Ovarialzysten: Eine Ovarialzyste kann unter Clomifenwirkung an Volumen zunehmen (siehe «Kontraindikationen»). Die Patientinnen müssen instruiert werden, ihren Arzt unbedingt über Abdominal- oder Unterleibsschmerzen, Unwohlsein, Spannungsgefühl und/oder Gewichtszunahme während der Serophene-Therapie zu informieren. Falls eine Patientin über solche Symptome berichtet, sollte sie auf Ovarialzysten oder andere mögliche Ursachen untersucht werden. Sind die Ovarien abnorm vergrössert, soll die Therapie unterbrochen werden, bis die Ovarien wieder ihre ursprüngliche Grösse erreicht haben. Generell erfolgt die Rückbildung spontan innerhalb einiger Tage oder Wochen nach Absetzen von Serophene. Meistens genügt eine konservative Therapie, jedoch sollten die Dosis und/oder Therapiedauer in den nächsten Therapiezyklen reduziert werden.

Eine epidemiologische Studie deutet an, dass eine langfristige Clomifentherapie das Risiko eines ovariellen Karzinoms erhöhen kann.

Ovarielles Hyperstimulationssyndrom: Dieses Syndrom ist durch eine starke Erhöhung der Gefässpermeabilität charakterisiert, welche zu einer raschen Flüssigkeitsakkumulation in der Peritonealhöhle, im Thorax und im Perikard führen kann. Folgende Symptome können bei einem ovariellen Hyperstimulationssyndrom auftreten: Abdominal- und Gastrointestinalbeschwerden, Gewichtszunahme, ovarielle Vergrösserung, Dyspnoe, Oligurie, Hypovolämie, Hämokonzentration, Störungen des Elektrolytgleichgewichtes, Aszites, Hämoperitoneum, Pleuraerguss, Hydrothorax, akutes Atemnotsyndrom, Thromboembolie. Starke Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Gewichtszunahme sind früh alarmierende Symptome.

Das Risiko eines ovariellen Hyperstimulationssyndroms ist erhöht bei Patientinnen, die gegenüber Gonadotropinen empfindlich sind, z.B. Patientinnen, die ein polyzystisches Ovarsyndrom aufweisen. Um ein solches Risiko so gering wie möglich zu halten, sollte die Behandlung mit Serophene mit der niedrigsten Dosis beginnen und durch Kontrolluntersuchungen überwacht werden (klinische Untersuchung, Ultraschallbild, Hormonkontrollen). Es ist dabei zu berücksichtigen, dass die Symptome einer ovariellen Hyperstimulation (Stufe I) erst einige Tage nach Ende des Behandlungszyklus auftreten können. Die Patientinnen sollten daher ihren Arzt informieren, sobald Abdominal- oder Unterleibsschmerzen, Übelkeit, Spannungsgefühl oder signifikante Gewichtszunahme während der Therapie auftreten.

Wird bei der klinischen Untersuchung eine Ovarvergrösserung oder die Anwesenheit von mehreren Follikeln im Ultra­schallbild festgestellt, so soll die Therapie erst dann fortgesetzt werden, wenn die Ovarien ihre ursprüngliche Grösse erreicht haben; die Dosis oder Therapiedauer wird dann reduziert.

Die Ovarvergrösserung und die eventuelle Bildung von Ovarzysten gehen nach Unterbrechen der Therapie innerhalb einiger Tage oder Wochen spontan zurück.

Sehstörungen: Während oder kurz nach einer Therapie mit Clomifen können häufig Sehstörungen auftreten. Bis heute wurden beobachtet: Abnahme der Sehschärfe, «verschwommenes Sehen», Skotome, Phosphene, Lichtscheu, Diplopie, Verlust des peripheren Blickfeldes, spa­tiale Distorsion und, in seltenen Fällen, eine Neuropathie des Nervus Opticus. Diese Symptome treten häufiger mit steigender Gesamtdosis an Serophene und verschwinden gewöhnlich in einigen Tagen bis einigen Wochen nach Absetzen der Therapie. Ihre Bedeutung ist noch unklar.

Die Patientinnen sollen gewarnt werden, dass solche Störungen vor oder während der Serophene-Therapie auftreten können und gewisse Tätigkeiten wie Autofahren oder Bedienen von Maschinen beeinträchtigen können.

Ausserdem müssen die Patientinnen darüber informiert werden, dass bei Auftreten von visuellen Störungen die Behandlung sofort zu unterbrechen ist und eine ophtalmologische Abklärung notwendig ist.

Mehrlingsschwangerschaften: Die Patientin und ihr Partner müssen darüber informiert werden, dass die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft (10% Zwillinge, 1% Drillinge) und der damit verbundenen Komplikationen erhöht ist.

Interaktionen

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind bisher nicht bekannt.

Schwangerschaft/Stillzeit

Tierexperimentelle Untersuchungen haben fötale Missbildungen gezeigt (siehe «Präklinische Daten»). Die Risiken, die mit der Serophene-Behandlung verbunden sind, übersteigen bei weitem die möglichen positiven therapeutischen Effekte. Dieses Medikament ist kontraindiziert für schwangere Frauen.

Die Einnahme von Clomifen in der Schwangerschaft muss vermieden werden.

Nach jedem Behandlungszyklus muss untersucht werden, ob eine Ovulation stattgefunden hat.

Bei Verdacht auf eine mögliche Schwangerschaft dürfen keine weiteren Behandlungszyklen erfolgen.

Es ist nicht bekannt, ob Clomifen in die Muttermilch übertritt und welche Wirkungen es auf den Säugling hat. Clomifen ist während der Stillzeit nicht indiziert.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Aufgrund der unter der Behandlung von Serophene auftretenden möglichen Sehstörungen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Unerwünschte Wirkungen») kann die Fähigkeit zum Lenken eines Fahrzeuges oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt sein.

Unerwünschte Wirkungen

Die Nebenwirkungen sind meist dosisabhängig. Ihre Frequenz nimmt mit der Behandlungsdauer zu.

Folgende unerwünschte Wirkungen sind nach der Verabreichung von Serophene möglich:

Häufigkeitsangaben: sehr häufig: ≥10%, häufig: ≥1% bis <10%, gelegentlich: ≥0,1% bis <1%, selten: ≥0,01% bis <0,1%.

Reproduktionssystem und Brust

Sehr häufig: Vergrösserung der Ovarien (14%).

Häufig: Abdominalschmerzen.

Gelegentlich: Empfindlichkeit der Brust.

Selten: Menstruationsstörungen.

Allgemeine Störungen

Sehr häufig: Hitzewallungen (11%).

Häufig: Kopfschmerzen, Unruhe.

Gelegentlich: mässiger aber reversibler Haarausfall, Schwindel.

Selten: Schlaflosigkeit, Müdigkeit.

Gastrointestinale Störungen

Häufig: Übelkeit und Erbrechen.

Augenleiden

Häufig: Sehstörungen.

Selten: Katarakt und/oder Neuropathie des Nervus Opticus (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Haut

Gelegentlich: Hautreaktionen.

Psychiatrische Störungen

Selten: psychotische Störungen, Depressionen.

Nieren und Harnwege

Selten: Miktionsstörungen.

Die meisten dieser Symptome verschwinden nach Absetzen der Behandlung; die Sehstörungen können einige Tage bis einige Wochen andauern.

In seltenen Fällen wurde das Auftreten von Ovarkrebs während der Verabreichung von Medikamenten zur Infertilitätsbehandlung beobachtet. Gewisse Literaturangaben deuten darauf hin, dass Serophene dieses Risiko erhöhen kann.

Überdosierung

Es gibt keine Hinweise auf eine akute Vergiftung mit Serophene. Im Falle einer Überdosierung sind folgende Symptome zu erwarten: Übelkeit, Erbrechen, Hitzewallungen, Sehstörungen, Vergrösserung der Ovarien mit Abdominal- oder Unterleibsschmerzen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: G03GB02

Clomifencitrat ist eine Mischung der cis- und trans-Isomeren eines nicht-steroidalen Wirkstoffes, der bei der Frau hauptsächlich als Antiöstrogen auf der Hypothalamusebene wirksam ist.

Es entsteht somit eine gesteigerte hypophysäre FSH- und LH-Sekretion, welche die Follikelentwicklung stimuliert und die Ovulation auslöst.

Pharmakokinetik

Absorption

Studien mit C14 markiertem Clomifen haben gezeigt, dass Clomifen nach oraler Einnahme gut absorbiert und hauptsächlich in den Fäzes ausgeschieden wird.

Distribution

Die maximale Plasmakonzentration von 8,4 ng/ml wird nach 6,6 Stunden erreicht.

Die Halbwertszeit beträgt 5 Tage.

Mangels entsprechender Studien konnte eine direkte Beziehung zwischen Blutspiegel und therapeutischer Wirksamkeit bisher nicht nachgewiesen werden.

Elimination

Das nach 6 Wochen noch in den Fäzes verbleibende C14 verstärkt die Annahme, dass Clomifen und/oder seine Metaboliten in einer zweiten langsameren Phase über einen enterohepatischen Kreislauf ausgeschieden werden.

Angesichts der Halbwertszeit können sich eine gewisse Menge an Clomifen und/oder seiner Metaboliten während der ersten Schwangerschaftswochen im Körper von Patientinnen befinden, die mit Clomifen behandelt wurden.

Nach Verabreichung von C14 markiertem Clomifen am Affen wurde eine hohe Konzentration an C14 in Leber, Gallenblase, Nebennieren, Auge, Dickdarm und Pankreas beobachtet.

Präklinische Daten

Tierexperimentelle Untersuchungen zeigen eine fetotoxische Wirkung und ein teratogenes Potential.

Sonstige Hinweise

Besondere Lagerungshinweise

Serophene darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Haltbarkeit

Bei Raumtemperatur (15–25 °C) lagern.

Zulassungsnummer

45524 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Merck (Schweiz) AG, Zug.

Stand der Information

Januar 2009.

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