Fluanxol Filmtabl 1 Mg 50 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Fluanxol Filmtabletten:

Wirkstoff: Flupentixoli dihydrochloridum.

Hilfsstoffe: Betadex, Lactosum monohydricum, Maydis amylum, Hydroxypropylcellulosum, Cellulosum microcristallinum, Carmellosum natricum conexum, Talcum, Oleum vegetabile hydrogenatum, Magnesii stearas, im Filmüberzug: Poly alcohol vinylicus (partim hydrogenatum), Macrogolum (3350 und 6000), Talcum, Color: gelbes Eisenoxid (E172), Titandioxid (E171).

Fluanxol 5 mg enthält zusätzlich den Farbstoff Sunset gelb (E110).

Fluanxol Depot:

Wirkstoff: Flupentixoli decanoas.

Hilfsstoff: Triglycerida saturata media.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Fluanxol Filmtabletten:

Filmtabletten 0.5 mg: Flupentixolum 0.5 mg ut Flupentixoli dihydrochloridum. Gelbe, runde, leicht bikonvexe Filmtabletten mit der Markierung «FD».

Filmtabletten 1 mg: Flupentixolum 1 mg ut Flupentixoli dihydrochloridum. Gelbe, ovale, leicht bikonvexe Filmtabletten mit der Markierung «FF».

Filmtabletten 5 mg: Flupentixolum 5 mg ut Flupentixoli dihydrochloridum. Ockerfarbene, ovale, leicht bikonvexe Filmtabletten mit der Markierung «FK».

Fluanxol Depot:

Injektionslösung 20 mg/ml (i.m.): Flupentixoli decanoas 20 mg, oleum vegetabile q.s. ad solutionem pro 1 ml.

Injektionslösung 100 mg/ml (i.m.): Flupentixoli decanoas 100 mg, oleum vegetabile q.s. ad solutionem pro 1 ml.

Aussehen der Injektionslösung:

20 mg/ml: Klares, farbloses bis gelbliches Öl, fast frei von Partikeln.

100 mg/ml: Klares, gelbliches bis gelbes Öl, fast frei von Partikeln.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Akute und chronische Schizophrenien bei motorisch ruhigen Patienten; Psychosen, die mit Autismus, Negativismus, Apathie und gesenkter Stimmungslage einhergehen; Psychotische Zustände, besonders bei resistenten Fällen; Paraphrenie; Organische Psychosen.

Dosierung/Anwendung

Fluanxol Filmtabletten:

Die Dosierung ist wie bei anderen Neuroleptika individuell. In der Erhaltungstherapie kann Fluanxol 1 mal täglich eingenommen werden, am besten morgens.

Schizophrenie und verwandte Psychosen:

Die Dosis sollte individuell angepasst werden. Im Allgemeinen sollte die Initialdosis tief sein und relativ rasch gesteigert werden, bis eine optimale therapeutische Wirkung erreicht wird.

Initial 3-15 mg/Tag verteilt auf 2-3 Einnahmen, wenn erforderlich auf 40 mg/Tag steigern.

Als Erhaltungsdosis genügen im Allgemeinen 5-20 mg täglich.

Psychotische Zustände, speziell therapieresistente Fälle:

15-30 mg 1-4 mal täglich. Die Dosis ist abhängig vom Schweregrad der Erkrankung sowie vom Alter und Gewicht des Patienten.

Die Dosierungsfrequenz ist zu Anfang der Therapie am höchsten (häufig 4 mal) und kann innerhalb von wenigen Tagen auf 3 mal, 2 mal, 1 mal pro Tag herabgesetzt werden.

Übergang von Fluanxol Filmtabletten auf Fluanxol Depot:

Beim Übergang von Fluanxol auf Fluanxol Depot gelten die folgenden Richtlinien:

× mg/Tag Fluanxol entsprechen ca. 4× mg Fluanxol Depot alle 2 Wochen

× mg/Tag Fluanxol entsprechen ca. 8× mg Fluanxol Depot alle 4 Wochen

Fluanxol sollte nach der 1. Depotinjektion noch während 1 Woche ausschleichend verabreicht werden.

Fluanxol Depot:

Die Dosierung ist wie bei anderen Neuroleptika individuell. Dosis und Intervall werden je nach klinischem Effekt und eventuellen Nebenwirkungen festgesetzt. Fluanxol Depot wird intraglutäal injiziert.

Fluanxol Depot 20 mg/ml: In der Erhaltungstherapie liegt der Dosisbereich normalerweise zwischen 20-40 mg (1-2 ml) i.m. jede 2.-4. Woche. Einige Patienten brauchen evtl. höhere Dosen oder kürzere Injektionsintervalle.

Zur Kontrolle schwerer Symptomatik (Exazerbationen und akute Rückfälle) können Dosen bis zu 400 mg/2 Wochen verwendet werden. In der Regel kann nach 4-6 Monaten graduell auf eine tiefere, individuell angepasste Erhaltungsdosis übergegangen werden.

Fluanxol Depot 100 mg/ml: 50-400 mg (0.5-4 ml) monatlich, evtl. mehr, verteilt auf 1-4 Injektionen.

Spezielle Dosierungsanweisungen:

Patienten, die unter langfristiger Therapie stehen, insbesondere mit hohen Dosierungen, sollten sorgfältig beobachtet werden, um entscheiden zu können, ob die Erhaltungsdosis evtl. reduziert werden kann. Bei Patienten mit Leberinsuffizienz ist Fluanxol vorsichtig zu dosieren; allenfalls Bestimmung des Serumspiegels.

Anwendung und Sicherheit von Fluanxol bei Kindern und Jugendlichen wurden bisher nicht geprüft.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen Flupentixol, oder gegen in Fluanxol/Depot enthaltene Hilfsstoffe, oder gegen andere Thioxanthene, ZNS-Depression (z.B. akute Alkohol-, Barbiturat- oder Opiatvergiftungen), komatöse Zustände.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Fluanxol sollte bei Patienten mit Parkinson-Syndrom, Epilepsie, organischen Hirnschäden oder fortgeschrittenen Lebererkrankungen, Myasthenia gravis sowie bei Herz-Kreislaufstörungen mit Vorsicht angewendet werden. Wenn auch anticholinerge Symptome kaum beobachtet wurden, sollte Fluanxol bei Patienten mit Prostatahypertrophie oder Engwinkelglaukom doch mit Vorsicht verabreicht werden.

Wie bei anderen Arzneimitteln der therapeutischen Klasse der Neuroleptika, könnte auch Flupentixol zu einer QT-Intervall Verlängerung führen. Persistierende QT-Intervall Verlängerungen könnten zu einem erhöhten Risiko an Arrhythmien führen. Deshalb sollte Flupentixol bei empfindlichen Patienten (mit Hypokaliämie, Hypomagnesiämie oder einer genetischen Prädisposition) mit Vorsicht verabreicht werden; ebenso bei Patienten mit anamnestisch bekannten Herz-Kreislauf-Erkrankungen z.B. QT-Intervall Verlängerung, signifikanter Bradykardie (<50 Schläge pro Minute), einem kürzlich erfolgten akuten Herzinfarkt, dekompensierter Herzinsuffizienz oder Herzrhythmusstörungen. Gleichzeitiger Gebrauch von anderen Neuroleptika sollte vermieden werden (siehe «Interaktionen»).

Unter Behandlung mit Neuroleptika sind Fälle von venösen Thromboembolien (VTE) berichtet worden. Patienten, die mit Neuroleptika behandelt werden, zeigen oftmals erworbene Risikofaktoren für VTE. Deshalb sollten alle möglichen Risikofaktoren für VTE vor und während der Behandlung mit Flupentixol identifiziert und präventive Massnahmen ergriffen werden.

Unter Behandlung mit Neuroleptika einschliesslich Flupentixol Decanoat (Fluanxol Depot) wurde über Leukopenie, Neutropenie und Agranulozytose berichtet. Lang wirkende Depot-Neuroleptika sollen nur mit Vorsicht gleichzeitig mit Arzneimitteln mit myelosupressiven Eigenschaften angewendet werden, da diese Substanzen nur langsam aus dem Körper eliminiert werden, falls dies erforderlich ist (wie z.B. im Falle einer Granulozytopenie).

Erhöhtes Todesfallrisiko bei älteren Personen mit Demenz:

Die Daten von zwei grossen Anwendungsbeobachtungsstudien zeigten, dass ältere Menschen mit Demenz, welche mit Neuroleptika behandelt werden, ein leicht erhöhtes Todesfallrisiko haben im Vergleich zu Nicht-Behandelten. Es existieren nicht genügend Daten, um eine abschliessende Beurteilung des genauen Ausmasses des Risikos zu geben. Die Ursache des erhöhten Risikos ist nicht bekannt.

Flupentixol ist nicht zugelassen zur Behandlung von demenz-bezogenen Verhaltensstörungen.

Fluanxol ist aufgrund seiner aktivierenden Eigenschaften bei erregten und überaktiven Patienten nicht zu empfehlen. Falls der Patient vorgängig mit sedierenden Arzneimitteln behandelt worden ist, müssen diese ausschleichend abgesetzt werden.

Unter Fluanxol kann selten ein (potentiell lebensbedrohliches) neuroleptisches Syndrom auftreten (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Extrapyramidale Störungen treten vor allem am Anfang einer Behandlung auf. In den meisten Fällen können diese Nebenwirkungen durch eine Dosisreduktion oder durch Gabe eines Antiparkinsonmittels ausreichend kontrolliert werden. Von einem routinemässigen prophylaktischen Einsatz eines Antiparkinsonmittels wird abgeraten. Bei länger dauernder Behandlung sind potentiell irreversible Spätdyskinesien möglich. Antiparkinsonmittel verbessern Spätdyskinesien nicht und können diese sogar verschlimmern. Dosisreduktion oder, falls möglich, ein Abbruch der Behandlung wird empfohlen. Bei persistierender Akathisie empfiehlt sich die Verabreichung von Benzodiazepinen oder Propranolol.

Fluanxol kann die Krampfschwelle herabsetzen; bei Epileptikern soll die antiepileptische Behandlung angepasst werden.

Fluanxol kann die Thermoregulation beeinträchtigen. Vorsicht bei extremen Temperaturen ist angebracht.

Die Wirkungen von Fluanxol auf das ZNS sowie seine antiemetischen Eigenschaften können die Symptomatik gewisser Krankheiten maskieren.

Bei Patienten unter langfristiger Therapie mit Fluanxol müssen der psychologische und der neurologische Status, das Blutbild und die Leberfunktion regelmässig überwacht werden.

Wie mit anderen Psychopharmaka beschrieben, kann Flupentixol die Glukose- und Insulintoleranz verändern, eine Anpassung der antidiabetischen Behandlung kann notwendig sein.

Fluanxol Filmtabletten enthalten Laktose Monohydrat. Patienten mit seltenen hereditären Problemen einer Galaktose-Intoleranz, einem Lapp-Laktase-Mangel oder einer Glukose-Galaktose-Malabsorption sollten dieses Präparat nicht einnehmen.

Da die Fluanxol Filmtabletten zu 5 mg den Azofarbstoff Sunset gelb (E110) enthalten, können diese Überempfindlichkeitsreaktionen auslösen.

Fertilität

Es wurde über Hyperprolaktinaemie, Galaktorrhoe, Amenorrhoe, verminderte Libido, Erektionsstörungen und Ejakulationsprobleme berichtet (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Diese Ereignisse, die nach dem Absetzen wieder verschwinden, können einen negativen Einfluss auf die weibliche oder männliche Sexualfunktion oder die Fertilität haben.

Wenn klinisch signifikante Hyperprolaktinaemie, Galaktorrhoe, Amenorrhoe oder sexuelle Dysfunktion vorliegen, sollte daher eine Dosisreduktion oder das Absetzen der Medikation in Betracht gezogen werden.

Interaktionen

Fluanxol kann die sedative Wirkung von Alkohol und die Wirkung von Barbituraten und anderen zentraldämpfenden Pharmaka wie Hypnotika, Anxiolytika, Antihistaminika, Opiate oder Anästhetika verstärken.

Gleichzeitige Verabreichung von Neuroleptika und nachstehenden Arzneimitteln kann folgende Auswirkungen haben:

ArzneimittelEffekt der Kombination
Zentraldämpfende Pharmaka und BarbiturateWirkungsverstärkung
Antihypertonika (Guanethidin etc.)Blutdruckänderung, Blockierung des antihypertensiven Effektes
LithiumErhöhtes Risiko einer Neurotoxizität
Trizyklische AntidepressivaGegenseitige Hemmung des Metabolismus. Verstärkte Neuroleptika-/Antidepressiva-Nebenwirkungen
L-DopaReduzierte L-Dopa-Wirkung
AdrenergikaReduzierter adrenerger Effekt
Metoclopramid, PiperazinErhöhtes Risiko extrapyramidaler Symptome

Eine durch Neuroleptika induzierte QT-Intervall Verlängerung könnte sich bei der Gabe von anderen signifikanten QT-Intervall verlängernden Arzneimitteln verschlimmern. Die gleichzeitige Gabe von solchen Arzneimitteln sollte vermieden werden.

Zu diesen Arzneimitteln zählen:

  • Antiarrhythmika der Klasse Ia und III (z.B. Chinidin, Amiodaron, Sotalol, Dofetilid)
  • einige Neuroleptika (z.B. Haloperidol, Quetiapin)
  • einige Makrolide (z.B. Erythromycin)
  • einige Antihistaminika (z.B. Terfenadin, Astemizol)
  • einige Chinolonantibiotika (z.B. Gatifloxacin, Moxifloxacin)

Diese Liste ist nicht vollständig; einzelne andere Arzneimittel, die bekanntlich auch das QT-Intervall verlängern (z.B. Cisaprid, Lithium), sollten ebenfalls vermieden werden.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die zu einem Elektrolyt-Ungleichgewicht führen, wie z.B. Diuretika aus der Gruppe der Thiazide (Hypokaliämie) und bei Arzneimitteln, die die Plasmakonzentration von Flupentixol erhöhen, sollte Vorsicht geboten sein. Das Risiko einer QT-Intervall Verlängerung und Arrhythmien könnte erhöht sein (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Tierexperimentelle Untersuchungen ergaben Hinweise auf Reproduktionstoxizität (siehe «Präklinische Daten»).

Nicht-teratogene Effekte:

Bei Neugeborenen, deren Mütter während des dritten Trimenons der Schwangerschaft Antipsychotika (einschliesslich Flupentixol) einnahmen, besteht nach der Geburt das Risiko für extrapyramidalmotorische Symptome und/oder Entzugssymptome. Diese Symptome können Agitation, ungewöhnlich erhöhten oder verminderten Muskeltonus, Tremor, Schläfrigkeit, Schwierigkeiten beim Atmen oder Probleme beim Füttern einschliessen.

Die Komplikationen können einen unterschiedlichen Schweregrad aufweisen. In einigen Fällen waren sie selbst limitierend, in anderen Fällen benötigten die Neugeborenen eine Überwachung auf der Intensivstation oder eine längere Hospitalisation.

Flupentixol soll während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, es ist klar notwendig. Ist während der Schwangerschaft ein Absetzen der Behandlung erforderlich, so soll dies möglichst nicht abrupt geschehen.

Stillzeit

Flupentixol tritt in geringen Mengen in die Muttermilch über. Bei einer notwendigen Therapie muss daher abgestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

In niedriger Dosierung hat Fluanxol keine sedierenden Eigenschaften. Höhere Dosierungen sowie die psychotische Grundkrankheit selbst können aber die Aufmerksamkeit und die Reaktionsbereitschaft beeinträchtigen sowie das Verhalten und die psychomotorischen Funktionen beeinflussen. Patienten unter Fluanxol sollten kein Motorfahrzeug fahren oder gefährliche Maschinen bedienen, bis sie ihre persönliche Reaktion auf das Arzneimittel kennen.

Unerwünschte Wirkungen

Die meisten unerwünschten Wirkungen sind dosisabhängig. Die Häufigkeit und der Schweregrad sind am ausgeprägtesten bei Behandlungsbeginn und nehmen später ab.

Extrapyramidale Symptome können besonders im frühen Behandlungsstadium auftreten. In den meisten Fällen können diese Nebenwirkungen durch eine Dosisreduktion und/oder Antiparkinsonmittel zufriedenstellend kontrolliert werden. Die prophylaktische Anwendung von Antiparkinsonmitteln wird nicht empfohlen. Antiparkinsonmittel lindern Spätdyskinesien nicht und können sie sogar verschlechtern. Deshalb wird eine Dosisreduktion, oder falls möglich, ein Absetzen der Therapie mit Fluanxol empfohlen. Bei anhaltender Akathisie kann ein Benzodiazepin oder Propranolol hilfreich sein.

Die Häufigkeiten wurden aus der Literatur und von Spontanmeldungen abgeleitet. Die Häufigkeiten sind folgendermassen definiert: Sehr häufig (≥1/10), häufig (<1/10, ≥1/100), gelegentlich (<1/100, ≥1/1'000), selten (<1/1'000, ≥1/10'000), sehr selten (<1/10'000), oder unbekannt (kann aufgrund der vorliegenden Daten nicht abgeschätzt werden).

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems:

Selten: Thrombozytopenie, Neutropenie, Leukopenie, Agranulozytose.

Erkrankungen des Immunsystems:

Selten: Hypersensibilität, anaphylaktische Reaktion.

Endokrine Erkrankungen:

Selten: Hyperprolaktinaemie mit Milchfluss.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen:

Häufig: erhöhter Appetit, Gewichtszunahme.

Gelegentlich: verminderter Appetit.

Selten: Hyperglykaemie, beeinträchtigte Glukosetoleranz.

Psychiatrische Erkrankungen:

Häufig: Schlaflosigkeit, Depression, Nervosität, Agitation, verminderte Libido.

Gelegentlich: Verwirrtheit.

Erkrankungen des Nervensystems:

Sehr häufig: Schläfrigkeit, Akathisie (Fluanxol 18%, Fluanxol Depot 12%), Hyperkinese, Hypokinese, Parkinsonismus (Fluanxol 11%, Fluanxol Depot 18%).

Häufig: Tremor (Fluanxol Depot 16%), Dystonie, Schwindel, Kopfschmerzen.

Gelegentlich bis selten: Spätdyskinesie, Dyskinesie, Sprachstörungen, Krämpfe.

Sehr selten: Malignes neuroleptisches Syndrom.

Augenerkrankungen:

Häufig: Akkommodationsstörungen, anormales Sehvermögen.

Gelegentlich: Okulogyration.

Herzerkrankungen:

Häufig: Tachykardie, Palpitation.

Gelegentlich: Hypotension.

Selten: Elektrokardiogramm: QT-Verlängerung.

Gefässerkrankungen:

Gelegentlich: Hypotonie, Wallungen.

Sehr selten: venöse Thromboembolien.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums:

Häufig: Dyspnoe.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts:

Sehr häufig: Mundtrockenheit.

Häufig: verstärkter Speichelfluss, Verstopfung, Erbrechen, Dyspepsie, Durchfall.

Gelegentlich: Bauchschmerzen, Übelkeit, Blähungen.

Affektionen der Leber und Gallenblase:

Gelegentlich: Abnormale Leberfunktionstests.

Sehr selten: Gelbsucht.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

Häufig: Hyperhidrose, Pruritus.

Gelegentlich: Ausschlag, photosensitive Hautreaktionen, Dermatitis.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen:

Häufig: Myalgie.

Gelegentlich: Muskelsteifheit, Arthralgie.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege:

Häufig: Störung der Blasenentleerung, Harnverhalten.

Schwangerschaft, Wochenbett und perinatale Erkrankungen:

Häufigkeit unbekannt: Extrapyramidalmotorische Symptome und/oder Entzugserscheinungen beim Neugeborenen.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse:

Gelegentlich: Ejakulationsprobleme, Erektionsstörung.

Selten: Gynaekomastie, Galaktorrhoe, Amenorrhoe.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort:

Häufig: Asthenie, Müdigkeit.

Gelegentlich: Reaktion an der Applikationsstelle (Ampullen).

Die folgenden Nebenwirkungen gelten für die therapeutische Klasse der Neuroleptika und sind mit Fluanxol selten berichtet worden:

  • QT- Intervall Verlängerung
  • Ventrikuläre Arrhythmien: Herzkammerflimmern, ventrikuläre Tachykardie, Torsade de Pointes
  • Plötzlicher unerklärbarer Tod

Abruptes Absetzen von Flupentixol kann mit Entzugssymptomen verbunden sein. Die häufigsten Symptome sind:

Übelkeit, Brechreiz, Anorexie, Durchfall, Rhinorrhoe, Schwitzen, Myalgie, Parästhesie, Schlaflosigkeit, Ruhelosigkeit, Angst und Erregung. Patienten können Schwindelgefühle haben, abwechselnd Kälte und Wärme verspüren und zittern. Die Symptome beginnen in der Regel innert 1–4 Tagen nach Absetzen und klingen nach 7–14 Tagen ab.

Überdosierung

Symptome

Somnolenz, Koma, extrapyramidale Symptome, Krämpfe, Blutdruckabfall, Schock, gestörte Regulierung der Körpertemperatur.

In klinischen Studien war die höchste orale Einmaldosis 80 mg, die höchste Tagesdosis 320 mg.

Veränderungen im EKG, QT-Intervall Verlängerung, Torsade de Pointes, Herzstillstand und ventrikuläre Arrhythmien wurden bei Überdosierungen von Arzneimitteln, die bekannterweise eine Wirkung auf das Herz haben, berichtet.

Behandlung

Die Behandlung ist symptomatisch und unterstützend. Magenentleerung und -spülung nach peroraler Einnahme. Behandlung mit Aktivkohle. Massnahmen zur Stützung der Atmung und des kardiovaskulären Systems sollten ergriffen werden. Konvulsionen können mit Diazepam, extrapyramidale Symptome mit Biperiden behandelt werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N05AF01

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Flupentixol ist ein Neuroleptikum aus der Thioxanthenreihe mit antipsychotischer Wirkung.

Flupentixol besteht aus zwei geometrischen Isomeren, dem aktiven (Z)- und dem (E)-Flupentixol im Verhältnis 1:1.

(Z)-Flupentixol weist eine hohe Affinität zu den Dopamin D1- und D2- Rezeptoren auf. Es besetzt auch die 5-HT2-Rezeptoren und Alpha1-Adrenorezeptoren; eine kleine Affinität zu Histamin H1- wurde beschrieben. (Z)-Flupentixol hat keine Affinität zu den Muscarin-Rezeptoren.

In Dosierungen bis zu 25 mg/Tag hat Fluanxol kaum sedierende Wirkung, während in höheren Dosierungen eine Sedation auftreten kann. Neben seiner Wirkung auf die Kernsymptome der Schizophrenie, wie Halluzinationen, Wahnvorstellungen und Denkstörungen, hat Fluanxol auch enthemmende, anxiolytisch-aktivierende und stimmungsaufhellende Eigenschaften. Es eignet sich daher besonders für schizophrene Krankheitsbilder mit zurückgezogener, depressiver Begleitsymptomatik.

Fluanxol Depot eignet sich zur Langzeitbehandlung und Rückfallprophylaxe, insbesondere bei Patienten mit schlechter Compliance.

Pharmakokinetik

Absorption

Fluanxol Filmtabletten:

Die Absorption von Flupentixol erfolgt verhältnismässig langsam. Maximale Serumkonzentrationen von (Z)-Flupentixol können 4-5 Stunden (Bereich 1-8 Stunden) nach oraler Verabreichung beobachtet werden. Die biologische Verfügbarkeit nach peroraler Verabreichung beträgt 40.4 (± 17.4)% (Bereich 24-71%).

Die Serumkonzentrationen verhalten sich dosislinear. Steady-state-Konzentrationen von (Z)-Flupentixol werden bei den meisten Patienten in 7-10 Tagen erreicht. Im Steady-state entspricht eine tägliche Dosis von 5 mg Fluanxol einem Serumspiegel (Cmin) von ungefähr 1.7 ng/ml (3.9 nM) (Z)-Flupentixol. Bei leichten Krankheitsbildern betragen die Richtwerte der Plasmakonzentration von (Z)-Flupentixol (oral und Depot) 0.9-3.5 ng/ml (2-8 nmol/l).

Fluanxol Depot:

Durch die Veresterung mit Dekansäure wird (Z)-Flupentixol in die lipophilere Substanz (Z)-Flupentixol-Decanoat umgewandelt. In Öl aufgelöst und intramuskulär injiziert, diffundiert die Substanz langsam ins umgebende Körperwasser, wo sie enzymatisch zur aktiven Komponente (Z)-Flupentixol abgebaut wird.

Maximale Serumkonzentrationen von (Z)-Flupentixol werden gegen Ende der ersten Woche nach der Injektion beobachtet. Die durchschnittliche Maximum/Minimum-Fluktuation der Serumkonzentration ist gering und betrug 1.7 für ein Intervall von 2 Wochen und 2.6 für 4 Wochen. Bei einer geschätzten Halbwertszeit von ca. 3 Wochen (bedingt durch die Wirkstoffabgabe aus dem Depot) stellen sich Steady-state-Werte nach ca. 3 Monaten ein. Im Steady-state entspricht eine Dosis von 40 mg Fluanxol Depot jede 2. Woche einem Serumspiegel (Cmin) von ungefähr 2.6 ng/ml (6 nmol/l).

Steady-state-Plasmawerte von (Z)-Flupentixol, gemessen vor der Depot-Injektion, erwiesen sich als dosisabhängig. Bei leichten Krankheitsbildern betragen die Richtwerte der Plasmakonzentration von (Z)-Flupentixol (oral und Depot) 0.9-3.5 ng/ml (2-8 nmol/l).

Distribution

Fluanxol, Fluanxol Depot

Das theoretische Verteilungsvolumen liegt bei 14.1 l/kg (Bereich 12.5-17.2 l/kg). Die Bindung an Plasmaproteine ist etwa 99%.

Geringe Mengen Flupentixol durchdringen die Plazentabarriere. Auch mit der Muttermilch wird Flupentixol in geringen Mengen ausgeschieden; das Verhältnis Milchkonzentration/Serumkonzentration beträgt etwa 1:3.

Metabolismus

Fluanxol, Fluanxol Depot

Flupentixol wird auf drei Arten metabolisiert: durch Sulfoxydation, Dealkylierung der N-Seitenkette und Glukuronsäurekonjugation. Die Metaboliten sind pharmakologisch inaktiv.

Elimination

Fluanxol, Fluanxol Depot

Flupentixol wird hauptsächlich über die Faeces und in geringerem Grad mit dem Harn ausgeschieden, bei einem Verhältnis von ca. 4:1.

Die biologische Halbwertszeit beträgt 34.7 (± 9.5) Stunden (Bereich 15.4-50.2 Stunden). Die systemische Clearance ist 0.29 (± 0.13) l/Min. (Bereich 0.15-0.51 l/Min.).

Kinetik spezieller Patientengruppen

Ältere Patienten

Pharmakokinetische Untersuchungen wurden mit älteren Patienten nicht gemacht. Für das verwandte Arzneimittel Zuclopenthixol der Klasse Thioxanthene, sind die pharmakokinetischen Parameter weitgehend unabhängig vom Alter des Patienten.

Der Einfluss von Leber- und Nierenfunktionsstörungen wurde nicht untersucht. Aufgrund der Ausscheidungscharakteristik ist anzunehmen, dass Nierenfunktionsstörungen ohne wesentlichen Einfluss sind. Hingegen ist bei schweren Leberfunktionsstörungen eine verlangsamte Elimination zu erwarten, evtl. sind zur Überprüfung der Dosierung Plasmabestimmungen notwendig.

Präklinische Daten

Für bestimmte Neuroleptika ist bekannt, dass sie in vitro im nano- bis mikromolaren Konzentrationsbereich HERG-Kanäle blockieren. Diese Kanäle sind für die Repolarisation im Herzen verantwortlich. Die Substanzen haben daher das Potential, bestimmte Formen von ventrikulären Herzrhythmusstörungen (QT-Intervall Verlängerung, Torsade de Pointes) auszulösen. Für Flupentixol ist diesbezüglich bisher nichts bekannt. Eine vergleichbare Wirkung, insbesondere nach hoch dosierter Gabe, kann aber nicht ausgeschlossen werden.

Chronische Toxizität:

Die chronische Toxizität von Flupentixol nach oraler Administration wurde in Ratten und Hunden mit den Dosierungen 10, 20 und 40 mg/kg/Tag respektive 0.5, 2 und 20 mg/kg/Tag untersucht. Die chronische Toxizität des aktiven Enantiomers von Fluanxol (Cis-(Z)-Flupentixol) wurde in Ratten und Hunden, bei parenteraler Verabreichung zu Dosierungen von 20, 45, 100 mg/kg/Tag, respektive 1, 5, 10 mg/kg/Tag, festgestellt.

In Studien zur chronischen Toxizität ergaben sich keine Bedenken für den therapeutischen Gebrauch von Flupentixol.

Mutagenität und Karzinogenität:

Flupentixol wurde nur unzureichend bezüglich mutagener Wirkung untersucht. Bisherige Tests an Bakterien zeigten negative Resultate. Das karzinogene Potential von Flupentixol wurde bei Ratten in einer 104-wöchigen Studie mit Dosierungen von 1, 3.5 und 12 mg/kg/Tag bewertet. In der Hochdosis-Gruppe zeigte sich eine geringfügige Zunahme von Hypophysenadenomen bei männlichen Tieren. Die Bedeutung dieses Befundes für den Menschen ist unklar.

Reproduktionstoxizität:

Die pränatale Exposition mit Flupentixol ergab unterhalb der maternal toxischen Grenze keinen Hinweis auf ein teratogenes Potential. Embryotoxische Wirkungen wie erhöhter Abgang nach Nidation/erhöhte Resorptionsrate sowie gelegentliche Aborte wurden bei Ratten und Kaninchen bei maternal toxischen Dosierungen beobachtet.

In präklinischen Fertilitätsstudien bei weiblichen Ratten beeinflusste Flupentixol ab 15 mg/kg Körpergewicht geringfügig die Schwangerschaftsrate von weiblichen Ratten.

Dies liegt weit über der Dosierung in der klinischen Verwendung.

Untersuchungen zur Peri- und Postnatalentwicklung liegen nicht vor.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Fluanxol Depot sollte nicht mit anderen Injektionsflüssigkeiten gemischt werden, ausser mit Clopixol® Acutard (Zuclopenthixol Acetat) oder Clopixol® Depot (Zuclopenthixol Decanoat).

Haltbarkeit

Alle Fluanxol-Präparate dürfen nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Fluanxol Depot Ampullen müssen nach dem Öffnen sofort verwendet werden. Allfällige Reste sind zu verwerfen.

Besondere Lagerungshinweise

Fluanxol Filmtabletten:

Trocken und bei Raumtemperatur (15-25 °C) aufbewahren.

Ausser Reichweite von Kindern lagern.

Fluanxol Depot Injektionslösung:

Trocken, bei Raumtemperatur (15-25 °C) und lichtgeschützt aufbewahren.

Ausser Reichweite von Kindern lagern.

Zulassungsnummer

Fluanxol Filmtabletten: 62047 (Swissmedic).

Fluanxol Depot Injektionslösung: 35407 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Lundbeck (Schweiz) AG, Opfikon.

Stand der Information

November 2014.

15122014FI

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