Tybost Filmtabl 150 Mg 30 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Cobicistatum.

Hilfsstoffe: Color.: Gelborange S (E110); Excip. pro compresso obducto.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten zu 150 mg Cobicistat.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Tybost ist als pharmakokinetischer Booster der HIV‑1‑Proteaseinhibitoren Atazanavir und Darunavir bei Erwachsenen indiziert.

Dosierung/Anwendung

Die Therapie soll nur durch einen Arzt bzw. eine Ärztin eingeleitet werden, der bzw. die in der Behandlung der HIV‑Infektion erfahren ist.

Erwachsene: Tybost muss gleichzeitig mit Atazanavir oder Darunavir angewendet werden. Tybost ist einmal täglich zusammen mit einer Mahlzeit oral einzunehmen. Die Filmtablette darf weder zerkaut noch zerdrückt werden.

Die empfohlene Dosis von Tybost und die des gleichzeitig angewendeten Proteaseinhibitors, Atazanavir oder Darunavir, sind in Tabelle 1 angegeben. Da Tybost in Kombination mit Atazanavir oder Darunavir angewendet wird, ist auch die Fachinformation zu Atazanavir bzw. Darunavir zu beachten.

Tabelle 1: Empfohlene Dosierungsregime

Tybost-DosisDosis des empfohlenen HIV‑1‑Proteaseinhibitors
150 mg einmal täglichAtazanavir 300 mg einmal täglich
Darunavir 800 mg einmal täglich

Tybost wird nicht zur Anwendung mit anderen HIV‑1‑Proteaseinhibitoren als den in Tabelle 1 genannten empfohlen.

Falls der Patient die Einnahme einer Dosis Tybost ausgelassen hat und dies innerhalb der ersten 12 Stunden nach dem üblichen Einnahmezeitpunkt bemerkt, muss er die Einnahme von Tybost so bald wie möglich zusammen mit einer Mahlzeit nachholen und mit dem gewohnten Dosierungsschema in Kombination mit Atazanavir oder Darunavir fortsetzen. Falls der Patient die Einnahme einer Dosis Tybost ausgelassen hat und dies erst 12 Stunden oder später bemerkt und es fast Zeit für die nächste Dosis ist, sollte der Patient die versäumte Dosis nicht mehr nachholen, sondern einfach mit dem üblichen Dosierungsschema fortsetzen.

Falls der Patient die Einnahme einer Dosis Atazanavir oder Darunavir ausgelassen hat, ist die jeweilige Fachinformation zu beachten.

Falls der Patient die Einnahme einer Dosis Tybost und Atazanavir oder Darunavir ausgelassen hat, muss Tybost gleichzeitig mit Atazanavir oder Darunavir, zusammen mit einer Mahlzeit, nachgeholt werden. Für die Dosierung von Atazanavir oder Darunavir siehe die jeweilige Fachinformation.

Spezielle Dosierungsanweisungen:

Ältere Patienten: Es liegen keine Daten vor, die eine Dosisempfehlung für Patienten über 65 Jahren erlauben (siehe «Pharmakokinetik»).

Nierenfunktionsstörung: Eine Dosisanpassung von Tybost bei Patienten mit einer Nierenfunktionsstörung, einschliesslich Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung, ist nicht erforderlich.

Es wurde gezeigt, dass Tybost die geschätzte Kreatinin-Clearance durch Hemmung der tubulären Sekretion von Kreatinin verringert, ohne die tatsächliche renale glomeruläre Filtration zu beeinflussen. Tybost wurde bei HIV‑1‑infizierten Patienten mit einer Kreatinin-Clearance unter 70 ml/min bei Behandlungsbeginn nicht untersucht. Bei Patienten mit einer geschätzten Kreatinin-Clearance unter 70 ml/min sollte keine Behandlung mit Tybost im Rahmen eines Regimes, das Emtricitabin, Lamivudin, Tenofovirdisoproxilfumarat oder Adefovir enthält, begonnen werden, weil die Dosis dieser Arzneimittel unter 50 ml/min angepasst werden muss und solche Dosisanpassungen in Kombination mit Tybost nicht untersucht wurden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen», «Unerwünschte Wirkungen» und «Pharmakokinetik»).

Leberfunktionsstörung: Eine Dosisanpassung von Tybost bei Patienten mit einer leichten oder mittelschweren Leberfunktionsstörung (Klasse A bzw. B nach Child‑Pugh) ist nicht erforderlich. Tybost wurde bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Klasse C nach Child‑Pugh) nicht untersucht (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Pharmakokinetik»).

Kinder und Jugendliche: Die Sicherheit und Wirksamkeit von Tybost bei Kindern und Jugendlichen wurden noch nicht belegt (siehe «Pharmakokinetik»). Es liegen keine Daten vor.

Kontraindikationen

Die Fachinformation zu dem gleichzeitig angewendeten Arzneimittel Atazanavir oder Darunavir ist zu beachten.

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe.

Die gleichzeitige Anwendung mit den folgenden Arzneimitteln ist kontraindiziert, da es potenziell zu schwerwiegenden und/oder lebensbedrohlichen Ereignissen oder zu einem Verlust der therapeutischen Wirkung kommen kann (siehe «Interaktionen»):

  • Alpha‑1‑Adrenozeptor‑Antagonist: Alfuzosin
  • Antiarrhythmika: Amiodaron, Chinidin
  • Antikonvulsiva: Carbamazepin, Phenobarbital oder Phenytoin
  • Antibiotika gegen Mykobakterien: Rifampicin
  • Ergot-Derivate: Dihydroergotamin, Ergometrin, Ergotamin
  • Arzneimittel, die die gastrointestinale Motilität beeinflussen: Cisaprid
  • Pflanzliche Arzneimittel: Johanniskraut (Hypericum perforatum)
  • HMG‑CoA‑Reduktasehemmer: Lovastatin, Simvastatin
  • Neuroleptika: Pimozid
  • PDE‑5‑Hemmer: Sildenafil zur Behandlung der pulmonal-arteriellen Hypertonie
  • Sedativa/Hypnotika: oral verabreichtes Midazolam, Triazolam

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Gleichzeitige Anwendung mit anderen Arzneimitteln:

Cobicistat ist ein starker, mechanismus-basierter CYP3A‑Inhibitor. Die Einleitung einer Behandlung mit Tybost bei Patienten, die Arzneimittel erhalten, welche durch CYP3A metabolisiert werden, oder die Einleitung einer Behandlung mit Arzneimitteln, die durch CYP3A metabolisiert werden, bei Patienten, die bereits mit Tybost behandelt werden, kann zu einer erhöhten Plasmakonzentration der gleichzeitig angewendeten Arzneimittel führen (siehe «Interaktionen»). Erhöhte Plasmakonzentrationen der gleichzeitig angewendeten Arzneimittel können mit einer Verstärkung oder Verlängerung der therapeutischen oder unerwünschten Wirkungen einhergehen, was potenziell zu schweren, lebensbedrohlichen oder fatalen Ereignissen führen kann (siehe «Kontraindikationen»).

Da Cobicistat durch CYP3A metabolisiert wird, kann die gleichzeitige Anwendung von Tybost mit CYP3A‑induzierenden Arzneimitteln zu einer Abnahme der Plasmakonzentrationen von Cobicistat und damit von Atazanavir oder Darunavir führen. Die gleichzeitige Anwendung dieser Arzneimittel mit Tybost ist kontraindiziert oder wird nicht empfohlen (siehe «Kontraindikationen» und «Interaktionen»).

Vor und während der Behandlung mit Tybost muss das Potenzial von Arzneimittelinteraktionen in Betracht gezogen werden (siehe «Interaktionen», Tabelle 2). Es wird empfohlen, während der Therapie mit Tybost die anderen Arzneimittel der Patienten zu überprüfen und die Patienten im Hinblick auf unerwünschte Wirkungen zu überwachen.

Tybost ist ein pharmakokinetischer Booster von Atazanavir und Darunavir. Verschreiber sollten die Fachinformationen zu Atazanavir und Darunavir beachten, insbesondere die Beschreibung von weiteren kontraindizierten Arzneimitteln und signifikanten Interaktionen, die mit diesen Arzneimitteln verbunden sind.

Gleichzeitige Anwendung von Tybost und anderen antiretroviralen Arzneimitteln:

Dosierungsempfehlungen wurden nur für die Anwendung von Tybost mit entweder Atazanavir oder Darunavir einmal täglich festgelegt. Tybost sollte nicht als pharmakokinetischer Booster eines anderen HIV‑1‑Proteaseinhibitors angewendet werden, da für derartige Kombinationen keine Dosierungsempfehlungen vorliegen und solche Kombinationen mit einer unzureichenden Plasmakonzentration des Proteaseinhibitors verbunden sein könnten, was zu einem Verlust der therapeutischen Wirkung und zu einer Resistenzentwicklung führt (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Bei gleichzeitiger Verabreichung mit Atazanavir oder Darunavir sollte Tybost nicht zusammen mit einem anderen antiretroviralen Arzneimittel angewendet werden, das ein Boosting erfordert (d.h. ein anderer Proteaseinhibitor oder Elvitegravir), da für derartige Kombinationen keine Dosierungsempfehlungen festgelegt wurden und solche Kombinationen mit einer Abnahme der Plasmakonzentrationen von Atazanavir, Darunavir und/oder des anderen antiretroviralen Arzneimittels verbunden sein könnten, was zu einem Verlust der therapeutischen Wirkung und zu einer Resistenzentwicklung führt.

Tybost darf nicht gleichzeitig mit Ritonavir-haltigen Arzneimitteln oder Behandlungen angewendet werden, da Cobicistat und Ritonavir ähnliche Wirkungen auf CYP3A haben.

Tybost darf nicht in Kombination mit anderen Cobicistat-haltigen Arzneimitteln angewendet werden (wie die Fixkombinationstablette Elvitegravir/Cobicistat/Emtricitabin/Tenofovirdisoproxil).

Auswirkungen auf die geschätzte Kreatinin-Clearance

Es wurde gezeigt, dass Tybost die geschätzte Kreatinin-Clearance durch Hemmung der tubulären Sekretion von Kreatinin verringert, ohne die tatsächliche renale glomeruläre Filtration zu beeinflussen. Dieser Effekt ist für die Interpretation von Veränderungen der geschätzten Kreatinin-Clearance bei Patienten, die eine Therapie mit Tybost anfangen, zu berücksichtigen. Dies gilt insbesondere bei Patienten, bei denen bereits Erkrankungen vorliegen bzw. Arzneimittel angewendet werden, die eine Überwachung der geschätzten Kreatinin-Clearance erforderlich machen, sowie bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, für die Dosisanpassungen nach Massgabe der geschätzten Kreatinin-Clearance empfohlen werden (siehe «Dosierung/Anwendung», «Unerwünschte Wirkungen» und «Pharmakokinetik»).

Es liegen zurzeit unzureichende Daten vor, um bestimmen zu können, ob die gleichzeitige Anwendung von Tenofovirdisoproxilfumarat und Cobicistat mit einem grösseren Risiko renaler unerwünschter Wirkungen assoziiert ist im Vergleich zu Behandlungsregimen, die Tenofovirdisoproxilfumarat ohne Cobicistat enthalten.

Lebererkrankung:

Tybost wurde bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Klasse C nach Child‑Pugh) nicht untersucht. Eine Dosisanpassung von Tybost bei Patienten mit einer leichten oder mittelschweren Leberfunktionsstörung (Klasse A bzw. B nach Child‑Pugh) ist nicht erforderlich (siehe «Dosierung/Anwendung» und «Pharmakokinetik»).

Patienten mit vorbestehenden Leberfunktionsstörungen, einschliesslich chronisch aktiver Hepatitis, weisen während einer antiretroviralen Kombinationstherapie (ART) häufiger Anomalien der Leberfunktion auf und müssen entsprechend überwacht werden. Bei Anzeichen einer Verschlechterung der Lebererkrankung muss bei diesen Patienten eine Unterbrechung oder ein Absetzen der Therapie erwogen werden.

HIVinfizierte Patienten mit HepatitisB(HBV) oder HepatitisC(HCV)Koinfektion:

Patienten mit chronischer Hepatitis B oder C, die eine ART erhalten, weisen ein erhöhtes Risiko für das Auftreten schwerwiegender, möglicherweise letaler hepatischer unerwünschter Wirkungen auf.

Für eine optimale Behandlung der HIV‑Infektion bei Patienten mit HBV‑Koinfektion sollten die aktuellen HIV‑Therapierichtlinien beachtet werden.

Beachten Sie bei einer gleichzeitigen antiviralen Therapie einer Hepatitis B oder C auch die jeweilige Fachinformation dieser Arzneimittel (siehe «Pharmakokinetik»).

HIVÜbertragung:

Patienten müssen darüber aufgeklärt werden, dass antiretrovirale Therapien, einschliesslich Tybost-geboostetes Atazanavir oder Darunavir, das Risiko einer HIV‑Übertragung auf andere durch sexuellen Kontakt oder kontaminiertes Blut nicht verhindern. Es müssen weiterhin geeignete Vorsichtsmassnahmen getroffen werden.

Opportunistische Infektionen:

Patienten, die eine antiretrovirale Therapie erhalten, können weiterhin opportunistische Infektionen und sonstige Komplikationen einer HIV‑Infektion entwickeln. Deshalb ist weiterhin eine kontinuierliche engmaschige klinische Überwachung durch Ärzte, die in der Behandlung von Patienten mit HIV‑assoziierten Erkrankungen erfahren sind, erforderlich.

Immun-Reaktivierungs-Syndrom:

Bei Patienten, die eine ART erhielten, ist über ein Immun-Reaktivierungs-Syndrom berichtet worden. Bei HIV‑infizierten Patienten mit schwerem Immundefekt kann sich zum Zeitpunkt der Einleitung einer ART eine entzündliche Reaktion auf asymptomatische oder residuale opportunistische Infektionen entwickeln, die zu schweren klinischen Zuständen oder zur Verschlechterung von Symptomen führt. Typischerweise wurden solche Reaktionen innerhalb der ersten Wochen oder Monate nach Beginn der ART beobachtet. Entsprechende Beispiele sind CMV‑Retinitis, disseminierte und/oder lokalisierte mykobakterielle Infektionen und Pneumonie verursacht durch Pneumocystis jirovecii. Jedes Entzündungssymptom ist zu bewerten; falls notwendig ist eine Behandlung einzuleiten.

Es liegen auch Berichte über Autoimmunerkrankungen (wie z.B. Morbus Basedow) vor, die im Rahmen einer Immun-Reaktivierung auftraten; allerdings ist der Zeitpunkt des Auftretens sehr variabel und diese Ereignisse können viele Monate nach Beginn der Behandlung auftreten.

Osteonekrose:

Verwendung dieser Informationen

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