Antihydral Salbe Tb 25 G

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoffe: Methenaminum 130 mg

Hilfsstoffe: Zinci oxidum, Kaolinum ponderosum, Glycerolum, Aromatica, Color. E172, Excipiens ad unguentum

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 g Salbe enthält: Methenaminum 130 mg

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Starke Schweissabsonderung, speziell Fuss-, Hand- und Achselschweiss und damit in Zusammenhang stehende Hauterkrankungen.

Prothesenschutzsalbe

Dosierung/Anwendung

Antihydral wird 1 bis 2 mal täglich auf die betroffenen Hautbezirke dünn aufgetragen.

Antihydral soll bis zum Nachlassen der Schweisssekretion verwendet werden. Dann kann die Applikation individuell in grösseren Zeitabständen erfolgen.

Schwitzende Fusshaut ist meist schon nach wenigen Tagen trocken und widerstandsfähig gegen Wundlaufen und Blasenbildung. Nach wenigen Wochen tritt durch die natürliche Abschilferung gewöhnlich wieder eine zartere und zum Schwitzen neigende Haut in Erscheinung, welche dieselbe Behandlung erfordert.

Achsel- und Handschweiss, die bekanntlich schwerer zu beeinflussen sind, erfordern längere Zeit hindurch ein tägliches Auftragen von Antihydral. Auch hier machen Rückfälle eine Wiederholung der Behandlung notwendig.

Zur Vorbeugung von Wundsein in Körperfalten, z.B. in Schenkel- oder Gesässspalte, sowie als Schutzsalbe für Prothesenträger und zur Vorbeugung des Wundliegens (Dekubitus) soll Antihydral an den gefährdeten Stellen individuell resp. nach Anweisung des Arztes oder Apothekers bzw. der Ärztin oder Apothekerin angewendet werden.

Die Anwendung bei Kindern wurde bis jetzt nicht untersucht.

Kontraindikationen

Bei bekannter Überempfindlichkeit auf einen Inhaltsstoff des Präparates sowie auf Formaldehyd darf das Präparat nicht angewendet werden. Antihydral darf nicht auf nässende oder blasig veränderte Hautstellen appliziert werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Falls die Haut im Laufe der Behandlung zu trocken und spröde wird, sollte vorübergehend eine fetthaltige Salbe aufgetragen werden.

Interaktionen

Keine bekannt.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es liegen keine klinischen Daten zur Anwendung bei Schwangeren vor.

Tierexperimentelle Studien ergaben Hinweise auf eine Reproduktionstoxizität (siehe <Präklinische Daten>)

Bei der Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit ist Vorsicht geboten.

Methenamin geht in die Muttermilch über.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Nicht zutreffend.

Unerwünschte Wirkungen

Lokal kann Methenamin sehr selten zu Reizungen oder Sensibilisierung der Haut führen.

Bei Personen mit einer Formaldehyd-Kontaktallergie kann bei topischer Applikation von Methenamin ein Ekzem oder Exanthem auftreten.

Beim Auftreten von Hautreaktionen ist das Präparat abzusetzen.

Überdosierung

Intoxikationen sind mit Antihydral nicht bekannt geworden und auch nicht zu erwarten.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: D11AA

Methenamin setzt in Anwensenheit von saurem Schweiss Formaldehyd frei.

Die Freisetzung von Formaldehyd findet so lange statt, wie sauerer Schweiss vorhanden ist. Vermutlich durch die geringen Mengen an freiem Formaldehyd, bedingt durch die langsame Freisetzung aus Methenamin, ist die Sensibilisierungsgefahr gegenüber reinen Formaldehydpräparaten wesentlich herabgesetzt. Formaldehyd reagiert mit den Proteinen im Schweiss.

Formaldehyd wirkt antibakteriell und desoderierend.

Durch die Gelgrundlage von Antihydral werden die Pudersubstanzen von Antihydral sehr fein auf der Haut verteilt. Dadurch kommt ein starker Austrocknungseffekt zustande.

Pharmakokinetik

Keine Angaben bei topischer Anwendung.

Präklinische Daten

Tumorerzeugendes und mutagenes Potenzial

Langzeituntersuchungen an Ratten ergaben keine Hinweise auf ein tumorerzeugendes Potenzial von Methenamin.

Die Toxizität von Methenamin wird durch die Freisetzung von Formaldehyd mit anschliessender Oxidation zu Ameisensäure bestimmt. Das aus Methenamin freigesetzte Formaldehyd ist in Untersuchungen an Ratten in sehr hohen Konzentrationen kanzerogen.

Der menschliche Organismus kann die aus Methenamin bei therapeutischer oraler Dosierung theoretisch freigesetzte Maximalmenge Formaldehyd ohne toxische Zeichen entgiften. Eine gesundheitsschädliche Wirkung ist bei Aufnahme eines Mehrfachen der therapeutisch empfohlenen Dosierung nicht zu erwarten.

Methenamin ist nicht ausreichend bezüglich mutagener Wirkung untersucht. Bisherige Tests ergaben nicht ausreichend abgeklärte Hinweise auf eine mutagene Wirkung.

Reproduktionstoxizität

Untersuchungen zur Embryotoxizität beim Hund haben bei einer Dosis von 1.5g/kg KG Hinweise auf Fehlbildungen ergeben. Es wurden bei einer Dosis von 31 mg/kg KG vermehrt Totgeburten, ein verringertes Geburtsgewicht und ein Anstieg der postnatalen Moralität beobachtet. Bei der Ratte wurden bis zu einer Dosis von 1.6 g/kg KG keine Fruchtschädigungen festgestellt.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Medikament darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit <EXP> bezeichneten Datum verwendet werden. Bei Raumtemperatur (15-25 °C) aufbewahren.

Hinweise für die Handhabung

Die Tube ist nach Gebrauch immer gut zu verschliessen, um ein Austrocknen zu vermeiden.

Antihydral ist praktisch geruchsfrei und lässt sich leicht von der Wäsche mit Wasser abwaschen. Textilgewebe wird durch Antihydral nicht beschädigt.

Zulassungsnummer

33848 (Swissmedic)

Zulassungsinhaberin

Iromedica AG, 9014 St. Gallen

Stand der Information

März 2003

Verwendung dieser Informationen

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