L-polamidon Lsg Zum Einnehmen 5 Mg/ml 100 Ml

40.35 Fr.

Dieses Arzneimittel gehört zur Abgabekategorie A und ist ein Betäubungsmittel. Betäubungsmittel sind grundsätzlich vom Versand ausgeschlossen und können mit einem Betäubungsmittelrezept in einer öffentlichen Apotheke bezogen werden.

Was ist L-Polamidon und wann wird es angewendet?

L-Polamidon enthält den Wirkstoff Levomethadon, der in die Gruppe der Opioide gehört und qualitativ dieselben Effekte wie Morphin aufweist.

L-Polamidon ist ein Schmerzmittel zur Behandlung mittelstarker bis starker akuter und länger dauernder Schmerzzustände (z.B. Tumorschmerz, Nieren- und Gallenkoliken, Schmerzen nach einer Operation). Es wird ausserdem zur Substitutionsbehandlung bei Abhängigkeit von Opioiden im Rahmen einer medizinischen und psychosozialen Betreuung eingesetzt.

L-Polamidon untersteht der Kontrolle durch das Betäubungsmittelgesetz und darf nur auf Verschreibung und unter regelmässiger Kontrolle des Arztes bzw. der Ärztin verwendet werden.

Was sollte dazu beachtet werden?

Dieses Medikament wurde Ihnen von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin zur Behandlung Ihrer Erkrankung verschrieben. Wenden Sie es daher nie von sich aus zur Behandlung anderer Symptome oder anderer Personen an. Auch bei späteren neuen Erkrankungen dürfen Sie L-Polamidon nicht ohne erneute ärztliche Konsultation anwenden. L-Polamidon soll – wie alle Schmerzmittel – nicht über längere Zeit und in höheren Dosen ohne ärztliche Kontrolle eingenommen werden.

Bei der Behandlung von Opioidabhängigkeit (Methadonprogramm) sollen Sie den gleichzeitigen Konsum anderer Drogen, Alkohol und die Einnahme von anderen, nicht von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin verschriebenen Medikamenten vermeiden.

Wann darf L-Polamidon nicht angewendet werden?

  • Wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegenüber dem Wirkstoff Levomethadon oder einem der Hilfsstoffe sind,
  • wenn Sie schwere Atembeschwerden haben,
  • bei akuten Bauchschmerzen unklarer Ursache,
  • bei schweren Kopf- oder Hirnverletzungen und bei erhöhtem Hirndruck,
  • bei schweren Störungen der Leber- oder der Nierenfunktion,
  • bei Entzündungen der Bauchspeicheldrüse,
  • bei Alkoholvergiftung,
  • wenn Sie gleichzeitig ein Arzneimittel aus der Gruppe der Monoaminoxidase-Inhibitoren einnehmen (gewisse Arzneimittel gegen Depressionen oder Parkinsonkrankheit) oder während der letzten 2 Wochen eingenommen haben (konsultieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin!),
  • in der Stillzeit (siehe «Darf L-Polamidon während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?»).

Wann ist bei der Anwendung von L-Polamidon Vorsicht geboten?

Bei Leber- oder Nierenfunktionsstörungen und bei ödematös-teigigen Verdickungen der Haut (Myxödem) darf L-Polamidonnur mit besonderer Vorsicht angewendet werden (konsultieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin!).

Wenn kurzzeitige Bewusstlosigkeit, ungewöhnliche Schwindelepisoden oder Herzstolpern auftreten, müssen Sie umgehend Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin informieren. Diese Symptome können Anzeichen für gefährliche Herzrhythmusstörungen sein. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Sie an Herzrhythmusstörungen, sehr langsamem Herzschlag, Herzschwäche, Elektrolytstörungen, Funktionsstörungen der Leber, anhaltendem Erbrechen oder Durchfallerkrankungen leiden. Dies gilt auch, wenn Sie bestimmte Medikamente einnehmen oder anwenden, z.B. Azol-Antimykotika (Mittel zur Behandlung von Pilzerkrankungen), Antibiotika (Mittel zur Behandlung bakterieller Erkrankungen, insbesondere sogenannte Makrolid-Antibiotika), Malariamittel, Medikamente zur Behandlung von HIV-Infektionen, Medikamente zur Behandlung von Allergien, Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen, Medikamente, die auf das Nervensystem dämpfend wirken (sogenannte Neuroleptika) oder gegen Depressionen angewendet werden, sowie Mittel, die die Wirkstoffe Valproat, Cimetidin, Cisaprid oder Vincamin enthalten. Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie eines dieser Medikamente einnehmen oder anwenden.

Bei Verdacht auf Darmverschluss oder Darmlähmung (Anzeichen: Bauchschmerzen, kein Stuhl, eventuell harte Bauchdecke) muss L-Polamidon sofort abgesetzt werden. Verständigen Sie rasch Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Wenn Sie L-Polamidon gleichzeitig mit Arzneimitteln wie Beruhigungsmitteln, Arzneimitteln gegen Angststörungen, Depression (Antidepressiva), gegen Schlafstörungen (Hypnotika, Sedativa, Barbiturate) oder anderen stark wirksamen Schmerzmitteln (Opioiden) oder Alkohol einnehmen, kann dies zu einer Verstärkung der Nebenwirkungen von L-Polamidon, insbesondere Beeinträchtigung der Atemfunktion, führen.

Medikamente, welche die Wirkstoffe Pentazocin, Phenytoin, Rifampicin oder Extrakte aus Johanniskraut enthalten, können die Wirkung von L-Polamidon vermindern.

Auf Alkohol-Einnahme ist während der Behandlung mit L-Polamidon zu verzichten.

Die Anwendung von L-Polamidon kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

Schmerzbehandlung

Bei längerfristiger Anwendung von L-Polamidon kann es zu einer Gewöhnung kommen. Das bedeutet, dass Sie höhere Dosen zum Erzielen des erwünschten schmerzlindernden Effekts benötigen könnten. L-Polamidon sollte nur auf Anweisung Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin eingenommen werden. Bei Absetzen der Therapie sind die Anweisungen des Arztes bzw. der Ärztin sorgfältig zu beachten (z.B. stufenweises Absetzen).

Informieren Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin, wenn Sie von Alkohol, Medikamenten oder Drogen abhängig sind. Er/sie wird dann entscheiden, ob die Einnahme von L-Polamidon zur Schmerzbehandlung für Sie geeignet ist.

Substitutionsbehandlung bei Opioidabhängigkeit

Sie dürfen keinesfalls weitere Opioide, Schlaf- und Beruhigungsmittel (z.B. Benzodiazepine), Alkohol oder andere auf das Zentralnervensystem wirkende Mittel ohne Kontrolle durch Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin einnehmen. Die Kombination mit L-Polamidon kann lebensbedrohende Wirkungen haben. Wenn Sie mit einem Beikonsum solcher Mittel nicht selbstständig aufhören können, so sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin, oder suchen Sie eine spezialisierte Beratungsstelle auf. Beschwerden wie zum Beispiel Schmerzen, Schlafstörungen, Depressionen oder Unruhezustände können gezielt behandelt werden.

Bei Beendigung der Therapie sind die Anweisungen des Arztes bzw. der Ärztin sorgfältig zu beachten (z.B. stufenweises Absetzen). Wenn Sie nach Beendigung der Therapie erneut Opioide konsumieren, besteht eine erhöhte Gefahr für eine Überdosierung.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen, stark beeinträchtigen!

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!

Darf L-Polamidon während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?

Schwangerschaft

Wenn Sie schwanger sind oder es werden möchten, informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin. Er/sie wird über die Anwendung von L-Polamidon entscheiden.

Stillzeit

L-Polamidon darf in der Stillzeit nicht eingenommen werden.

Wie verwenden Sie L-Polamidon?

Nehmen Sie L-Polamidon immer genau nach Anweisung des Arztes bzw. der Ärztin ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Apotheker/Ihrer Apothekerin nach, wenn Sie nicht ganz sicher sind.

L-Polamidon darf nur oral eingenommen werden. Die Einnahme kann in mindestens 100 ml Wasser oder Fruchtsaft (z.B. Orangensaft, Himbeersirup) erfolgen.

Schmerzbehandlung

Erwachsene und Jugendliche über 16 Jahre

Die Dosierung hängt von der Stärke Ihrer Schmerzen und Ihrer individuellen Empfindlichkeit ab.

Normalerweise beträgt die Einzeldosis, die bei Bedarf bis zu 3-mal täglich eingenommen werden kann, zwischen 1,25 mg und 7,5 mg (0,25 bis 1,5 ml Lösung zum Einnehmen), höchstens jedoch 10 mg (2 ml Lösung zum Einnehmen). Die übliche Höchstdosis beträgt 30 mg (6 ml Lösung zum Einnehmen) pro Tag.

Bei jungen und älteren Patienten und Patientinnen sowie bei Patienten und Patientinnen, die zusätzlich noch andere Medikamente einnehmen oder an Störungen der Leber- oder Nierenfunktion leiden, wird der Arzt bzw. die Ärztin dem Alter und den Umständen entsprechend das Dosierungsschema individuell festlegen.

Halten Sie sich genau an den ärztlich vorgeschriebenen Einnahmerhythmus, um vor den Schmerzen oder ihrem Wiederauftreten optimal geschützt zu sein. Warten Sie nicht mit der Einnahme, bis Sie wieder Schmerzen verspüren.

Bei längerer Anwendung von L-Polamidon kann ein plötzlicher Abbruch der Behandlung von Entzugssymptomen begleitet sein. Die Dosierung beim Absetzen der Behandlung sollte schrittweise gemäss den Anweisungen Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin verringert werden.

Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren

Kindern und Jugendliche unter 16 Jahren sollten L-Polamidon nicht zur Behandlung von Schmerzen einnehmen.

Substitutionsbehandlung bei Opioidabhängigkeit

Erwachsene und Jugendliche über 16 Jahre

Die Dosis wird von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin sorgfältig festgelegt. Beachten Sie daher bitte genau seine bzw. ihre Anweisungen.

Die geeignete Dosis ist diejenige, bei der keine Entzugserscheinungen auftreten oder Verlangen nach zusätzlichen Opioiden gespürt wird. Sollten diese erscheinen, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin.

Wenn nicht anders verordnet, ist L-Polamidon einmal täglich, ungefähr zur gleichen Zeit, einzunehmen.

Wenn Sie die Einnahme von L-Polamidon vergessen haben, nehmen Sie am Folgetag nicht die doppelte Menge, sondern wie gewohnt die verordnete Dosis ein.

Bei längerem Unterbruch geht die Gewöhnung an L-Polamidon verloren. Bitte kontaktieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin. Die Dosis muss von Ihrem Arzt bzw. Ärztin neu festgelegt werden, da ansonsten eine höchst gefährliche Überdosierung erfolgen kann.

Ist eine Beendigung der Substitutionstherapie vorgesehen, erfolgt diese über Wochen bis Monate durch schrittweise Dosisreduktionen.

Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren

Die Anwendung und Sicherheit von L-Polamidon zur Substitutionsbehandlung bei opioidabhängigen Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren ist bisher nicht geprüft worden.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann L-Polamidon haben?

Die Einnahme von L-Polamidon kann häufig zu Verstopfung führen. Mit einer ballastreichen Ernährung und genügender Trinkmenge kann dem entgegengewirkt werden. Vielfach wird es aber notwendig sein, dass der Arzt bzw. die Ärztin zusätzlich ein Abführmittel verschreibt.

Vor allem zu Beginn der Anwendung können häufig Übelkeit und Erbrechen auftreten, welche meistens innert weniger Tage verschwinden, gelegentlich aber auch einer Behandlung bedürfen.

Bei längerdauernder Einnahme kann häufig eine Abnahme der Libido oder der Potenz auftreten.

Weitere mögliche Nebenwirkungen, die gelegentlich auftreten, sind starkes Schwitzen (bei Langzeitanwendung), Schläfrigkeit bis Benommenheit (Sedierung), Unruhe, Missstimmung, Euphorie, Nervosität, Schwindel, Blutdruckabfall, Verlangsamung der Atmung, Atemnot, Schmerzen aufgrund von Krämpfen der Galle und der Bauchspeicheldrüse, Harnverhalten.

Ausserdem können selten Verwirrtheit, Desorientiertheit, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit, Sehstörungen, Herzrhythmusstörungen, Herzklopfen, Verlangsamung der Herzfrequenz, Herzstillstand, Einschränkung der Kreislauffunktion, Schock, Sickerblutungen, Atemstillstand, Mundtrockenheit, juckender Ausschlag (Nesselfieber), Juckreiz, verminderte Harnmenge, Erhöhung des Prolaktinspiegels im Blut, Schweissausbrüche, Wassereinlagerung (Ödeme), Gesichtsrötung, Mattigkeit, Schwächeanfälle und Störungen des Blutbilds auftreten.

Des Weiteren ist die Entwicklung einer Abhängigkeit vom Morphin-Typ möglich, insbesondere im Zusammenhang mit höheren Dosen und längerer Anwendungsdauer.

Bei vermuteter Überdosierung ist sofort der Arzt bzw. die Ärztin zu benachrichtigen, der/die entsprechende Gegenmassnahmen einleiten wird. Zeichen einer Überdosierung sind verengte Pupillen, extreme Verlangsamung der Atmung, tiefer Blutdruck, narkoseartige Zustände.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Nicht über 30 °C, vor Licht geschützt und für Kinder unerreichbar lagern.

Nach Anbruch der Flasche ist die Lösung 3 Monate haltbar.

Gebrauchsfertige Zubereitungen sind wie folgt haltbar:

  • Mischung mit Himbeersirup: bis zu 7 Tage im Kühlschrank (2–8 °C) oder bei Raumtemperatur,
  • Mischung mit Orangensaft: bis zu 2 Tage im Kühlschrank (2–8 °C) oder bei Raumtemperatur.

Nach Beendigung der Behandlung das Arzneimittel mit dem restlichen Inhalt Ihrer Abgabestelle (Arztpraxis, Apotheke) zur fachgerechten Entsorgung zurückbringen.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in L-Polamidon enthalten?

Wirkstoff: Levomethadonhydrochlorid.

1 ml Lösung zum Einnehmen enthält 5 mg Levomethadonhydrochlorid.

Hilfsstoffe: Konservierungsstoff Methyl-p-hydroxybenzoat (E 218), Aromatica sowie weitere Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

65042 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie L-Polamidon? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Untersteht dem Bundesgesetz über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe.

Packungen mit 1 Glasflasche mit Luer-Kegeleinsatz enthaltend 100 ml Lösung zum Einnehmen, mit 3 Glasflaschen mit Luer-Kegeleinsatz enthaltend je 100 ml Lösung zum Einnehmen und mit 1 Glasflasche enthaltend 500 ml Lösung zum Einnehmen.

Zulassungsinhaberin

Mundipharma Medical Company, Hamilton/Bermuda, Zweigniederlassung Basel.

Diese Packungsbeilage wurde im September 2014 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic) geprüft.

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