Beta Adalat Kaps 98 Stk

Beta Adalat Kaps 98 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoffe: 20 mg Nifedipin und 50 mg Atenolol.

Hilfsstoffe: Laktose, Gelatine, Hydroxypropylmethylcellulose, Macrogol 4000, Magnesiumstearat, Magnesiumcarbonat, Maisstärke, Microcristalline Zellulose, Polysorbat 80, Eisenoxidrot (E172), Natriumdodecylsulfat, Titandioxid (E171).

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Kapsel zu 20 mg Nifedipin und 50 mg Atenolol pro Retardkapsel.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Leichte bis mittelschwere Hypertonie. Angina pectoris.

Dosierung/Anwendung

Die Kapseln werden morgens oder abends mit etwas Wasser unzerkaut eingenommen. Sie können auch unabhängig von Mahlzeiten eingenommen werden.

Beta-Adalat-Kapseln dürfen nicht zusammen mit Grapefruitsaft eingenommen werden (siehe Rubrik «Interaktionen»).

Hypertonie

Bei erwachsenen Patienten, die nicht auf eine Monotherapie ansprechen, beträgt die Dosis 1 Kapsel Beta-Adalat täglich, die entweder morgens oder abends eingenommen wird. Eine Dosiserhöhung sollte erst nach 3 Wochen erfolgen.

Angina pectoris

Bei Patienten, die nicht auf eine Monotherapie ansprechen, beträgt die Dosis 1 Kapsel Beta-Adalat zweimal täglich.

Kinder und Jugendliche

Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren liegen keine Erfahrungen vor. Deshalb kann Beta-Adalat nicht für Kinder empfohlen werden.

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten sollte die Therapie mit einer Kapsel begonnen werden.

Ein allfälliger Therapieabbruch bei Patienten mit ischämischer Herzkrankheit ist schrittweise über einen Zeitraum von 1 bis 2 Wochen vorzunehmen.

Nierenfunktionsstörungen

Beta-Adalat darf bei Patienten mit ausgeprägter Niereninsuffizienz (glomeruläre Filtrationsrate von weniger als 15 ml/min/1.73 m2, resp. Serumkreatinin von mehr als 600 µmol/l) nicht angewendet werden (siehe «Kontraindikationen»).

Kontraindikationen

Bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber einem der Inhaltsstoffe ist Beta-Adalat kontraindiziert. Beta-Adalat ist aufgrund des enthaltenen Betablockers kontraindiziert bei Bradykardie, dekompensierter Herzinsuffizienz, kardiogenem Schock, schwerer Hypotonie (systolischer Blutdruck unterhalb 90 mm Hg), metabolischer Azidose, schweren peripheren arteriellen Zirkulationsstörungen, AV-Block 2. und 3. Grades, Sick-Sinus-Syndrom, und bei unbehandeltem Phäochromozytom.

Bei schwerer Niereninsuffizienz mit einer glomerulären Filtrationsrate von weniger als 15 ml/min/1.73 m2, resp. einem Serumkreatinin von mehr als 600 µmol/l, darf Beta-Adalat nicht eingenommen werden.

Wegen des enthaltenen Nifedipins sollte Beta-Adalat zudem nicht verabreicht werden bei Patienten mit schwerer Aortenstenose.

Beta-Adalat darf nicht in Kombination mit Rifampicin angewendet werden, da wegen Enzyminduktion keine ausreichenden Spiegel von Nifedipin erreicht werden.

Es sollte auch nicht in Kombination mit Mono-amino-oxidase-Hemmern eingenommen werden, da diese in Kombination mit einem Beta-Blocker eine Verstärkung des pharmakodynamischen Effekts und einen Blutdruckanstieg bis hin zu einer hypertensiven Krise bewirken kann.

Beta-Adalat ist kontraindiziert während der Schwangerschaft und in der Stillzeit.

Für die Verwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist Beta-Adalat nicht vorgesehen.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Bei Patienten mit geringer kardialer Reserve ist Vorsicht geboten. Falls sie aber bereits unter Betablocker stehen oder die Herzinsuffizienz mit Digitalis kompensiert ist, kann wenn erforderlich Beta-Adalat unter entsprechender Vorsicht verabreicht werden.

Atenolol wirkt vorwiegend auf die kardialen Betarezeptoren. Bei chronisch obstruktiven Lungenkrankheiten kann es aber trotzdem zu einer Erhöhung des bronchialen Widerstandes führen. Im Gegensatz zu nicht selektiven Betablockern bleibt aber die Wirksamkeit von Bronchodilatatoren wie Salbutamol und Isoprenalin erhalten.

Atenolol kann periphere Zirkulationsstörungen verstärken. Bei Patienten, welche anamnestisch auf verschiedene Allergene eine anaphylaktische Reaktion gezeigt haben, genügen möglicherweise die üblichen Adrenalin-Dosen zur Behandlung der allergischen Reaktionen nicht.

Beta-Adalat kann durch ungehinderte Alpharezeptor-vermittelte Vasokonstriktion der Koronararterien Anzahl und Dauer der Anfälle bei Patienten mit Prinzmetal-Angina erhöhen. Obwohl Atenolol ß1-selektiv ist, sollte Beta-Adalat mit grösster Vorsicht angewendet werden.

Bei Patienten mit AV-Block 1. Grades soll Beta-Adalat wegen seiner negativ dromotropen Wirkung nur mit Vorsicht eingesetzt werden.

Beta-Adalat kann eine hypoglykämisch bedingte Tachykardie abschwächen und Zeichen einer Thyreotoxikose maskieren.

Es ist bekannt, dass Nefazodon das Cytochrom P4503A4 hemmt; damit kann bei gleichzeitiger Gabe mit Beta-Adalat ein Ansteigen des Nifedipin-Plasma-Spiegels nicht ausgeschlossen werden.

In vereinzelten Fällen wurde in akuten Studien unter Nifedipin eine vorübergehende Erhöhung des Blutzuckers (Hyperglykämie) beobachtet. Dies sollte bei Patienten mit Diabetes mellitus beachtet werden. Nifedipin hat aber keinen diabetogenen Langzeiteffekt.

Zu Beginn der Therapie können bei einem kleinen Teil der Patienten ischämische Beschwerden auftreten.

In Einzelfällen von in-vitro-Fertilisation wurden Calciumantagonisten wie Nifedipin mit reversiblen biochemischen Veränderungen des Kopfabschnittes von Spermien in Zusammenhang gebracht, was eine eingeschränkte Spermienfunktion auslösen kann. Bei Männern, deren in-vitro-Zeugungsfähigkeit wiederholt erfolglos geblieben ist, und dafür keine andere Erklärung gefunden werden kann, können Calciumantagonisten wie Nifedipin als mögliche Ursache in Betracht gezogen werden.

Patienten, die bereits an Psoriasis leiden oder gelitten haben oder in deren Familie solche Fälle aufgetreten sind, sollten die Einnahme von Beta-Adalat vermeiden.

Beta-Adalat enthält Laktose. Patienten mit seltener hereditärer Galaktoseintoleranz, schwerem Laktasemangel oder Glukose-Galaktose-Malabsorption sollten Beta-Adalat nicht einnehmen.

Interaktionen

Interaktionen mit Atenolol

Calciumantagonisten: Die gleichzeitige Verabreichung von Betablockern mit negativ inotropen Kal­ziumantagonisten (z.B. Verapamil, Diltiazem) kann zu einer Verstärkung dieses Effektes führen und soll daher unterbleiben; dies vor allem bei Patienten mit beeinträchtigter Ventrikelfunktion und/oder SA- und AV-Reizlei­tungsstörungen. Es kann zu schwerer Hypotonie, Bradykardie und Herzversagen kommen.

Dihydropyridine: Eine Kombinationstherapie mit Dihydropyridinen, z.B. Nifedipin, kann das Risiko einer Hypotonie erhöhen, und bei Patienten mit asymptomatischer Herzinsuffizienz kann sich diese durch eine Betablocker-Therapie manifestieren.

Antiarrythmika: Bei einer Kombination von Betablockern mit Antiarrhythmika der Klasse I, z.B. Disopyramid, ist Vorsicht geboten. Sie können die Überleitungszeit verlängern und einen negativ inotropen Effekt induzieren.

Clonidin: Betablocker können eine Rebound-Hypertonie nach Absetzen von Clonidin verstärken. Falls beide Substanzen gleichzeitig verabreicht werden, soll der Betablocker mehrere Tage vor Clonidin abgesetzt werden. Bei einem Wechsel von Clonidin auf Atenolol soll die Betablocker-Therapie erst mehrere Tage nach dem Absetzen von Clonidin beginnen.

Anästhetika: Bei der Anwendung von Anästhetika ist Vorsicht geboten. Der Narkosearzt ist vor einer Allgemeinnarkose auf die Atenolol-Behandlung des Patienten aufmerksam zu machen und es sollte ein Narkosemittel mit möglichst schwach negativ inotroper Wirkung gewählt werden.

Der gleichzeitige Einsatz von Betablockern und Narkosemittel kann eine Reflextachykardie abschwächen und die Hypotoniegefahr erhöhen. Narkosemittel mit kardiodepressiver Wirkung sollten vermieden werden.

Digitalisglykoside: Digitalisglykoside in Kombination mit Betablockern können die AV-Über­leitungszeit verlängern.

Sympathomimetika: Die gleichzeitige Anwendung von Sympathomimetika, z.B. Adrenalin, kann die Wirkung der Betablocker antagonisieren.

Prostaglandin-Synthese-Hemmer: Prostaglandin-Synthese-Hemmer wie Ibuprofen oder Indometacin können die blutdrucksenkende Wirkung von Atenolol vermindern.

Interaktionen mit Nifedipin

Nifedipin wird über das Cytochrom P450 3A4-System metabolisiert, das in der Mukosa des Dünndarms und in der Leber lokalisiert ist. Arzneimittel, von denen eine Hemmung oder Induktion dieses Enzymsystems bekannt ist, können daher (nach oraler Verabreichung) die Absorption oder Elimination von Nifedipin hemmen.

Antihypertensiva: Der blutdrucksenkende Effekt von Nifedipin kann durch die gleichzeitige Gabe weiterer Antihypertonika verstärkt werden. Wenn Nifedipin gleichzeitig mit Beta-Rezeptoren-Blockern verabreicht wird, sollte der Patient sorgfältig überwacht werden, da es zu einer stärkeren Hypotension kommen kann. In einzelnen Fällen wurde über eine Verschlechterung der Herzinsuffizienz berichtet.

Chinidin: Bei gleichzeitiger Behandlung mit Chinidin wurden erniedrigte Chinidin-Plasmaspiegel bzw. nach Absetzen von Nifedipin ein deutlicher Anstieg des Chinidin-Plasmaspiegels beobachtet. Wenn daher Nifedipin zusätzlich verabreicht oder abgesetzt wird, wird die Kontrolle des Chinidinspiegels, und falls erforderlich, eine Anpassung der Chinidindosis empfohlen. Einige Autoren berichteten über erhöhte Nifedipinspiegel bei gleichzeitiger Verabreichung beider Arzneimittel. Andere dagegen stellten keine Veränderung der Nifedipin-Pharmakokinetik fest. Daher sollte bei zusätzlicher Gabe von Chinidin der Blutdruck sorgfältig überwacht werden. Falls erforderlich, muss die Nifedipindosis verringert werden.

Cimetidin: Cimetidin hemmt das Cytochrom P450 3A4 System. Daher erhöht die gleichzeitige Gabe von Cimetidin die Nifedipinspiegel und kann die blutdrucksenkende Wirkung verstärken.

Digoxin: Die gleichzeitige Verabreichung von Nifedipin und Digoxin kann zu einer verminderten Digoxin-Clearance und dadurch zu einem Anstieg des Plasma-Digoxinspiegels führen. Daher sollte der Patient als Vorsichtsmassnahme auf Symptome einer Digoxinüberdosierung untersucht und wenn nötig, sollte die Glycosid-Dosierung gemäss der Plasma-Digoxinkon­zentration angepasst werden.

Diltiazem: Diltiazem vermindert die Nifedipin-Clearance. Die Kombination beider Substanzen sollte mit Vorsicht verabreicht und eine Verminderung der Nifedipin-Dosis kann in Betracht gezogen werden.

Grapefruitsaft: Grapefruitsaft hemmt das Cytochrom P450 3A4 System. Die gleichzeitige Einnahme von Grapefruitsaft und Nifedipin führt aufgrund eines verminderten First-Pass-Effektes zu höheren Nifedipinspiegeln. Als Folge kann die blutdrucksenkende Wirkung verstärkt sein. Nach einer regelmässigen Einnahme von Grapefruitsaft kann dieser Effekt im Minimum bis 3 Tage nach der letzten Einnahme von Grapefruitsaft andauern.

Phenytoin: Bei gleichzeitiger Anwendung von Phenytoin und Nifedipin wird die Bioverfügbarkeit von Nifedipin vermindert und so seine Wirksamkeit geschwächt. Wenn beide Präparate gleichzeitig angewendet werden, sollte die klinische Reaktion auf Nifedipin beobachtet und gegebenenfalls eine Steigerung der Nifedipin-Dosis erwogen werden. Eine Dosisanpassung nach Beendigung der Phenytoin-Therapie kann erforderlich sein.

Quinupristin/Dalfopristin: Die gleichzeitige Einnahme von Quinupristin/Dalfopristin und Nifedipin kann zu erhöhten Plasmakonzentrationen von Nifedipin führen. Nach der gleichzeitigen Gabe dieser beiden Präparate sollte der Blutdruck überwacht und falls notwendig, eine Dosisreduktion von Nifedipin erwogen werden.

Rifampicin: Rifampicin weist eine starke induzierende Wirkung auf das Cytochrom P450 3A4 System auf. Bei gleichzeitiger Gabe von Rifampicin wird die Resorption von Nifedipin deutlich reduziert und seine Wirkung daher abgeschwächt. Die Verabreichung von Nifedipin in Kombination mit Rifampicin ist daher kontraindiziert.

Tubocurarine: Es ist bekannt, dass eine neuromuskuläre Blockade durch Tubocurarine durch eine Hemmung der β-Rezeptoren verstärkt (oder potenziert) werden kann.

Baclofen: Die gleichzeitige Verwendung von Baclofen mit Beta-Adalat kann dessen blutdrucksenkenden Effekt verstärken.

Vanillinmandelsäure: Nifedipin kann falsch erhöhte spektrophotometrisch gemessene Werte von Vanillinmandelsäure im Urin verursachen. Die Messung mit HPLC bleibt aber unbeeinflusst.

Theoretisch mögliche Interaktionen: Mit folgenden Wirkstoffen, die theoretisch mit Nifedipin interagieren könnten, wurden keine Studien durchgeführt: Carbamazepin, Cyclosporin, Erythromycin, Fluoxetin, Amprenavir, Indinavir, Nelfinavir, Ritonavir, Saquinavir, Ketoconazol, Itraconazol, Fluconazol, Phenobarbiturat, Tacrolimus, Valproinsäure. Diese Substanzen sollten daher nur mit Vorsicht mit Nifedipin verabreicht werden. Ev. muss eine Dosisanpassung in Betracht gezogen werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Es gibt keine hinreichenden Daten zur Anwendung bei Schwangeren. In tierexperimentellen Studien fand sich eine Reproduktionstoxizität (Teratogenität, Embryotoxizität o.a.) Das potentielle Risiko für den Menschen ist noch wenig bekannt.

Während der Schwangerschaft darf das Arzneimittel nicht verabreicht werden (siehe Rubrik «Kontraindikationen»).

Nifedipin

Im Tierversuch teratogen/embryotoxisch. Sehr begrenzte Erfahrungen im 2. und 3. Trimenon bei Schwangeren mit therapieresistenter Hypertonie. Keine schädigende Wirkungen auf das Kind beobachtet.

Atenolol

Erfahrungen bei Schwangeren mit Hypertonie vorhanden. Bisher keine Hinweise für fötale Schädigungen.

Beta-Adalat

Die fixe Kombination der beiden Wirkstoffe ist wenig untersucht. Die Anwendung während der Schwangerschaft ist deshalb kontraindiziert.

Stillzeit

Die Anwendung von Beta-Adalat während der Stillzeit ist kontraindiziert.

Bei Atenolol sind die Konzentrationen in der Muttermilch etwa dreimal höher als im Blut. Nifedipin geht auch in die Muttermilch über.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Durch individuell auftretende unterschiedliche Reaktionen kann die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Strassenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt werden. Dies gilt in verstärktem Masse bei Behandlungsbeginn, Präparatewechsel und im Zusammenwirken mit Alkohol.

Unerwünschte Wirkungen

Häufigkeitsangaben: Sehr häufig (>1/10), häufig (>1/100, <1/10), gelegentlich (>1/1000, <1/100), selten (>1/10'000, <1/1000), sehr selten (<1/10'000).

Unter einer Therapie mit Beta-Adalat wurden folgende unerwünschte Wirkungen beschrieben:

Störungen des Blut- und Lymphsystemes

Selten: Purpura.

Störungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen, Benommenheit.

Funktionsstörungen des Herzens und der Gefässe

Häufig: Flush (Gesichtsrötung, Wärmegefühl), Ödeme.

Gastrointestinale Beschwerden

Häufig: Magen-Darm-Störungen.

Allgemeine Störungen

Häufig: Asthenie (Müdigkeit).

Beta-Adalat wird gut vertragen. Die in klinischen Studien beobachteten unerwünschten Wirkungen sind im Allgemeinen auf die pharmakologischen Wirkungen der Einzelkomponenten zurückzuführen.

Unter einer Atenolol-Monotherapie wurden folgende unerwünschten Wirkungen beobachtet:

Störungen des Blut- und Lymphsystemes

Selten: Purpura, Thrombozytopenie.

Störungen des Immunsystems

Sehr selten: Zunahme antinuklearer Antikörper (ANA); die klinische Relevanz dieses Befundes ist jedoch noch unklar.

Störungen des Nervensystems

Häufig: Asthenie (Müdigkeit).

Gelegentlich: Schlafstörungen.

Selten: Verwirrtheit, Schwindel, Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen, Alpträume, Psychosen, Halluzinationen und Parästhesien.

Augenleiden

Selten: Sehstörungen, Trockenheit der Augen.

Funktionsstörungen des Herzens und der Gefässe

Häufig: Bradykardie, kalte Extremitäten.

Selten: Verstärkung einer bestehenden Claudicatio intermittens, Herzblock, orthostatische Hypotonie, welche mit Synkopen einhergehen kann, Raynaud Syndrom.

Respiratorische Funktionsstörungen

Selten: Bronchospasmus bei Patienten mit Bronchialasthma oder anamnestischen asthmatischen Beschwerden.

Gastrointestinale Beschwerden

Häufig: Magen-Darm-Störungen.

Selten: Mundtrockenheit.

Funktionsstörungen der Leber und der Galle

Gelegentlich: Erhöhung der Transaminasewerte.

Selten: Hepatotoxische Reaktionen einschliesslich intrahepatische Cholestase.

Funktionsstörungen der Haut

Selten: Psoriasiforme Hautreaktionen, Exazerbation einer Psoriasis, Hautaffektionen, Alopezie.

Funktionsstörungen der Fortpflanzungsorgane und der Brust

Selten: Impotenz, Peyronie-Krankheit.

Unter einer Nifedipin-Monotherapie wurden folgende unerwünschten Wirkungen beobachtet:

Störungen des Blut- und Lymphsystemes

Selten: Purpura, Agranulozytose.

Störungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen, Benommenheit.

Gelegentlich: Nervosität, Parästhesie, Tremor, Schwindel, Schlaflosigkeit, Somnolenz.

Selten: Hypästhesie.

Augenleiden

Selten: Vorübergehende Änderung der optischen Wahrnehmung, Amblyopie.

Funktionsstörungen des Herzens und der Gefässe

Häufig: Vasodilatation (Gesichtsrötung, Wärmegefühl), Palpitationen, Ödeme.

Gelegentlich: Angina-pectoris-artige Beschwerden, Brustschmerzen, haltungsbedingte Hypotonie, Tachykardie, Synkope.

Selten: Hypotonie.

Bei Dialysepatienten mit maligner Hypertonie, Hyperglykämie und Hypovolämie kann durch Vasodilatation ein deutlicher Blutdruckabfall entstehen.

Respiratorische Funktionsstörungen

Gelegentlich: Dyspnoe.

Gastrointestinale Beschwerden

Häufig: Übelkeit.

Gelegentlich: Obstipation, Diarrhoe, trockener Mund, Dyspepsie, Erbrechen, Bauchschmerzen.

Selten: Magen-Darm-Störungen, Flatulenz, Gingiva-Hyperplasie (bildet sich nach Absetzen völlig zurück).

Funktionsstörungen der Leber und der Galle

Selten: Leberfunktionsstörungen (Transaminaseanstiege, intrahepatische Cholestase).

Funktionsstörungen der Haut

Gelegentlich: Juckreiz, Hautrötung (Exanthem, Erythem), Schwitzen.

Selten: Urtikaria, Erythromelalgie, exfoliative Dermatits, photosensitive Dermatitis.

Funktionsstörungen des Bewegungsapparates

Gelegentlich: Myalgie, Arthralgie.

Funktionsstörungen der Nieren und ableitenden Harnwege

Gelegentlich: Polyurie, Nykturie.

Selten: Mehrausscheidung der täglichen Urinmenge.

Funktionsstörungen der Fortpflanzungsorgane und der Brust

Selten: Gynäkomastie.

Allgemeine Störungen

Häufig: Asthenie (Müdigkeit).

Gelegentlich: Unwohlsein, Schmerzen.

Selten: Bauchvergrösserung, Allergie.

Überdosierung

Als Folge einer Überdosierung können Bradykardie, Hypotonie, akute Herzinsuffizienz und Bronchospasmus auftreten.

Allgemeine Massnahmen sind: strenge ärztliche Überwachung und Einleitung einer Magenspülung. Zur Verhinderung der Absorption von zurückgebliebenem Wirkstoff soll Aktivkohle und ein Laxativum verabreicht werden, zur Behandlung von Hypotonie und Schock kann Plasma oder Plasmaersatz gegeben werden. Falls nötig kann eine Hämodialyse oder eine Hämoperfusion in Erwägung gezogen werden.

Eine exzessive Bradykardie kann grundsätzlich mit 1-2 mg Atropin i.v. und/oder dem Einsatz eines Herzschrittmachers behoben werden. Falls erforderlich kann dies von einem Glukagon-Bolus von 10 mg i.v. gefolgt werden. Falls nötig kann man anschliessend, je nach der Reaktion des Patienten, eine Glukagon-Infusion von 1-10 mg/h verabreichen. Die intravenöse Gabe von Calciumgluconat zusammen mit Metaraminol kann bei Nifedipin-induzierter Hypotonie nützlich sein. Tritt keine Besserung ein oder ist kein Glukagon vorhanden, so kann danach ein Betastimulator wie Dobutamin durch i.v. Infusion von 2.5-10 µg/kg/min verabreicht werden oder 10-25 µg Isoprenalin als Infusion mit einer Gschwindigkeit von maximal 5 µg/min; evtl. sind höhere Dosen notwendig.

Aufgrund der positiv inotropen Wirkung kann Dobutamin auch zur Behandlung von Hypotonie und akuter Herzinsuffizienz eingesetzt werden. Es ist wahrscheinlich, dass bei schwerwiegender Überdosierung die erwähnten Dosierungen nicht ausreichen, um die kardiale Wirkung der Betablockade aufzuheben. Die Dobutamin-Dosis sollte somit, falls notwendig, erhöht werden, um das erwartete Ansprechen gemäss der klinischen Verfassung des Patienten zu gewährleisten.

Dabei sind die entsprechenden Vorsichtsmassnahmen zu beachten. Falls die Dosis des Stimulators erhöht werden muss, ist darauf zu achten, dass der Blutdruck nicht zu stark abfällt. In schweren Fällen können ein Schrittmacher und weitere kardiorespiratorische Massnahmen nötig sein.

Ein Brochospasmus kann üblicherweise mit einem Brochodilator behoben werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: C07FB03

Beta-Adalat ist die Kombination von Nifedipin, einem Calciumantagonisten ohne klinisch relevante, negativ inotrope Wirkung und ohne Einfluss auf die Reizleitung, mit dem kardioselektiven Betablocker Atenolol, welcher frei ist von membranstabilisierenden und sympathomimetischen Wirkungen (ISA).

Die Kardioselektivität von Atenolol nimmt jedoch mit steigender Dosierung ab. Die beiden Komponenten haben einen unterschiedlichen Wirkungsmechanismus und ergänzen sich in ihrer Wirkung.

Nifedipin senkt den Blutdruck durch Verminderung des peripheren Widerstandes aufgrund einer Erweiterung der Blutgefässe. Er verbessert das Sauerstoffangebot an den Herzmuskel bei gleichzeitiger Senkung des Sauerstoffbedarfes.

Atenolol senkt den Blutdruck und die Herzfrequenz. Die AV-Überleitungszeit, die Refraktärzeit des Vorhofes und des AV-Knotens werden verlängert.

Der Calciumantagonist Nifedipin tritt den Nebenwirkungen einer peripheren Vasokonstriktion entgegen und der Betablocker Atenolol denen einer peripheren Vasodilatation.

Die Wirksamkeit von Salbutamol und Isoprenalin auf die Bronchien wird nicht beeinträchtigt. Mit entsprechender Vorsicht kann Beta-Adalat daher bei Patienten mit obstruktiven Atemwegserkrankungen eingesetzt werden.

Wegen ihrer negativ inotropen Wirkung sollten Betablocker bei unkontrollierter Herzinsuffizienz nicht eingesetzt werden.

Atenolol ist bei den meisten ethnischen Gruppen wirksam und gut verträglich, obgleich schwarze Patienten möglicherweise weniger stark ansprechen.

Es ist unwahrscheinlich, dass zusätzliche Eigenschaften von S(-)-Atenolol, verglichen mit dem Racemat, zu anderen therapeutischen Wirkungen führen würden.

Pharmakokinetik

Die Pharmakokinetik von Atenolol und Nifedipin wird durch die Kombination der zwei Substanzen kaum verändert.

Nifedipin

Absorption und Distribution: Die Resorption von Nifedipin erfolgt nahezu vollständig (90%) und fast im ganzen Gastrointestinaltrakt. Bei der Retard-Tablette ist der Nachweis im Plasma nach 30-60 Minuten möglich. Ein Konzentrationsmaximum wird nach 1-3 Stunden erreicht. Der durchschnittliche Zeitraum, für den eine therapeutische Wirkung zu erwarten ist, beträgt 12 Stunden. Keine Kumulation des Wirkstoffes; die Eiweissbindung beträgt ca. 95%.

Metabolismus: Nifedipin wird fast vollständig im Körper metabolisiert.

Elimination: Die Halbwertszeit in der fixen Kombination mit Atenolol beträgt 5 h; die extrarenale Dosisfraktion (Qo) ist 1.0. Die Elimination der unwirksamen Metaboliten erfolgt zu 70-80% renal, der Rest mit den Fäzes.

Grapefruitsaft erhöht die Bioverfügbarkeit von Nifedipin durch Hemmung des First-Pass Metabolismus (vergl. «Interaktionen»).

Atenolol

Absorption und Distribution: Atenolol ist hydrophil. Es wird nach oraler Applikation reproduzierbar, aber unvollständig resorbiert (40-50%). Die max. Blutkonzentration wird nach 2-4 h erreicht. Die Plasmaproteinbindung ist mit ca. 3% tief. Wegen seiner geringen Lipidlöslichkeit dringt Atenolol nur schlecht in Gewebe ein, die Konzentration im Hirn ist gering. Atenolol passiert die Plazentaschranke ungehindert.

Metabolismus: Atenolol wird nur in geringem Ausmass hepatisch metabolisiert, mehr als 90% der absorbierten Dosis erscheinen unverändert im Blut.

Elimination: Atenolol wird hauptsächlich über die Nieren eliminiert, die extrarenale Dosisfraktion (Qo) beträgt 0.12. Die mittlere Halbwertszeit beträgt 6 h.

Kinetik spezieller Patientengruppen: Bei schwerer Niereninsuffizienz kann die mittlere Eliminationshalbwertszeit von Atenolol erhöht sein (siehe «Kontraindikationen»).

Im Alter ist die Bioverfügbarkeit der beiden Substanzen erhöht. Bei Atenolol können Halbwertszeit und AUC erhöht sein, während sich tmax und Cmax nicht wesentlich verändern. Bei Nifedipin sind Halbwertszeit und tmax ohne wesentliche Veränderung, doch sind AUC und Cmax etwa verdoppelt.

Präklinische Daten

Die fixe Kombination von Atenolol und Nifedipin wurde präklinisch nicht untersucht.

Atenolol

Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

Atenolol wurde keiner Mutagenitätsprüfung nach modernen Studienprotokollen unterzogen. Bisherige in vitro und in vivo Tests verliefen klar negativ. In Langzeituntersuchungen an Ratten und Mäusen ergaben sich keine Hinweise auf ein tumorerzeugendes Potential von Atenolol.

Reproduktionstoxizität

Das embryotoxische Potential von Atenolol wurde an zwei Tierarten (Ratten, Kaninchen) untersucht. Fruchtresorption trat bei der Ratte bei 200 mg/kg auf, einer Dosis die unterhalb des maternal toxischen Bereiches lag. Missbildungen wurden nicht beobachtet. Eine nachteilige Wirkung auf die Fertilität wurde nicht festgestellt.

Nifedipin

Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

In-vivo- und In-vitro-Untersuchungen zur Mutagenität verliefen durchweg negativ, so dass eine mutagene Wirkung im Menschen hinreichend ausgeschlossen werden kann. Eine Langzeituntersuchung (2 Jahre) an der Ratte ergab keine Hinweise auf tumorerzeugende Effekte von Nifedipin.

Reproduktionstoxizität

Experimentelle Studien, die mit drei Tierspezies durchgeführt wurden, haben bei zwei Tierarten Hinweise auf teratogene Effekte (Gaumenspalten, kardiovaskuläre Anomalien) ergeben. Erfahrungen mit der Anwendung beim Menschen liegen nicht vor. Eine Anwendung von Nifedipin ohne nachteilige Folgen in den letzten drei Monaten der Schwangerschaft ist für eine geringe Zahl von Fällen beschrieben worden. Nifedipin hat eine tokolytische Wirkung.

Nifedipin geht in die Muttermilch über. Zur Anwendung in der Stillzeit liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Temperaturen nicht über 30 °C vor Licht und Feuchtigkeit geschützt aufbewahren. Ausser Reichweite von Kindern lagern.

Zulassungsnummer

48636 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Bayer (Schweiz) AG, Zürich.

Stand der Information

Mai 2013.

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