Berodual N Dosieraeros 10 Ml

Berodual N Dosieraeros 10 Ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoffe: Fenoteroli hydrobromidum und Ipratropii bromidum.

Hilfsstoffe: Excip. Propellentia ad aerosolum (Tetrafluoroethan HFA 134a, FCKW-freies Treibgas).

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Aerosolstoss enthält: Fenoteroli hydrobromidum 50 Mikrogramm, Ipratropii bromidum 21 Mikrogramm (entsp. Ipratropii bromidum wasserfrei 20 Mikrogramm).

Doses pro vase 200.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Prophylaxe und Behandlung von Bronchospasmen bei chronisch obstruktiver Bronchitis mit und ohne Lungenemphysem.

Akute Behandlung von Anfällen mit Asthma bronchiale.

Dosierung/Anwendung

Die Dosierung muss individuell angepasst werden. Im Allgemeinen gelten für Kinder und Erwachsene folgende Dosierungsempfehlungen:

Für eine erfolgreiche Therapie ist der korrekten Inhalationstechnik besondere Beachtung zu schenken und der Patient ist dementsprechend anzuleiten (siehe «Patienteninformation»).

Kinder sollten den Berodual N Dosier-Aerosol nur auf ärztliche Anweisung und unter Aufsicht von Erwachsenen anwenden.

Dauerbehandlung:

(Bei Asthma bronchiale sollte Berodual N Dosier-Aerosol nur bei Bedarf angewendet werden. Bei persistierenden Asthmaformen muss eine antientzündliche Grundbehandlung eingesetzt werden (inhalatives Kortikosteroid)).

Prophylaxe von Bronchospasmen bei chronisch obstruktiver Bronchitis: 1-2 Hübe/Inhalationen meist 3mal täglich (maximal 8 Hübe).

Anfallsbehandlung

Kinder ab 6 Jahren: 1-2 Hübe/Inhalationen.

Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren: 2-4 Hübe/Inhalationen.

Die nächste Inhalation sollte dann regulär frühestens nach 3 Stunden erfolgen. Wenn die Inhalation bei akuten Anfällen keine eindeutige Besserung der Atemnot bringt, sollte der Patient umgehend den Arzt oder die Ärztin kontaktieren oder das nächste Spital aufsuchen. Bis ärztliche Hilfe verfügbar ist, können akut weitere Inhalationen nötig werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Bringt die Behandlung nicht den gewünschten Erfolg, ist der Behandlungsplan neu festzulegen, sowie die Inhalationstechnik zu überprüfen.

Falls höhere Dosierungen erforderlich sind, können die beiden Substanzen unter Beachtung der dementsprechenden Vorsichtsmassnahmen frei kombiniert werden (siehe Fachinformation zu Atrovent und Berotec).

Kontraindikationen

Hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie, Tachyarrhythmien, bekannte Überempfindlichkeit auf Fenoterol, Ipratropiumbromid resp. atropinartige Substanzen oder einem der Hilfsstoffe.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Wichtige Therapiehinweise v.a. bei Asthma:

Die Inhalationstechnik sollte regelmässig überprüft werden. Erst wenn tiefe Dosierungen versagen, sind höhere Dosierungen zu verabreichen.

Daueranwendung:

  • Patienten mit Bronchialasthma sollten Berodual N nur bei Bedarf anwenden. Bei persistierenden Asthmaformen muss eine Grundbehandlung mit einem inhalativen Kortikosteroid eingesetzt werden. Bei Patienten mit leichter COPD ist eine bedarfsorientierte (symptomorientierte) Anwendung einer regelmässigen Anwendung unter Umständen vorzuziehen.
  • Zur Kontrolle der Atemwegsentzündung und zur Vorbeugung einer Verschlechterung des Krankheitsbildes bei Patienten mit Asthma oder einer auf Glucokortikoide ansprechenden COPD sollte die zusätzliche Gabe oder die Dosiserhöhung antiinflammatorischer Arzneimittel in Betracht gezogen werden.

Immer, wenn wegen ungenügendem Behandlungserfolg und Anfällen von Atemnot eine Dosissteigerung, eine Umstellung auf eine höher dosierte Form nötig wird, oder wenn die empfohlene Tagesdosis überschritten wird, ist der Behandlungsplan zu überprüfen. Die Zugabe oder Dosissteigerung von antientzündlichen Medikamenten (u.a. von inhalativen Steroiden) ist notwendig, um bei Asthma die bronchiale Entzündung zu kontrollieren und Langzeitschäden resp. schwerwiegende Exazerbationen zu verhindern.

Die antientzündliche Basis-Therapie erlaubt meist eine Reduktion der Broncholytika-Dosen.

Der Patient ist anzuweisen, bei akuter oder sich rasch verschlimmernder Atemnot sofort den Arzt, die Ärztin oder das nächste Spital aufzusuchen, wenn zusätzliche Inhalationen keine genügende Besserung herbeiführen.

Besondere Vorsicht ist geboten bei Patienten mit frischem Herzinfarkt, Angina pectoris, Herzinsuffizienz, schwerer Hypertonie und/oder anderen schweren Herz- und Gefässveränderungen. Bei Hyperthyreose, Phaeochromozytom sowie unausgeglichener diabetischer Stoffwechsellage, Prädisposition für Engwinkelglaukom oder bei vorbestehenden Störungen des Harntraktes (z.B. Prostatahyperplasie resp. Blasenhalsobstruktion) ist die Behandlung mit Berodual N – speziell bei Überschreiten der empfohlenen Dosierung – ärztlich besonders abzuwägen.

Bei Patienten mit zystischer Fibrose besteht eine erhöhte Neigung zu Störungen der gastrointestinalen Motilität.

Andere sympathomimetische Bronchodilatatoren dürfen nur unter strenger ärztlicher Überwachung gleichzeitig angewendet werden.

Unter Sympathomimetika können unerwünschte kardiovaskuläre Wirkungen auftreten; dies gilt auch für Berodual N.

Postmarketing-Daten und einige Veröffentlichungen enthalten Hinweise auf seltene Fälle von Myokardischämie in Zusammenhang mit Beta-Agonisten. Patienten mit schweren Herzerkrankungen (z.B. ischämischer Herzkrankheit, Arrhythmien oder schwerer Herzinsuffizienz) als Grundkrankheit, die mit Berodual N behandelt werden, müssen darauf hingewiesen werden, dass sie sich bei Brustschmerzen oder anderen Symptomen einer Verschlimmerung der Herzkrankheit an ihren Arzt wenden müssen.

Bei Beschwerden wie z.B. Dyspnoe oder Brustschmerzen ist eine sorgfältige Abklärung erforderlich, da sie sowohl respiratorisch als auch kardial bedingt sein können.

Im Zusammenhang mit einer Betamimetika-Therapie kann es zu einer unter Umständen potentiell gefährlichen Hypokaliämie kommen (siehe auch «Überdosierung»). Es sind auch einzelne Fälle von epileptischen Anfällen beschrieben worden. Besondere Vorsicht ist nach Anwendung hoher Dosen, bei schwerem Asthma und bei gleichzeitiger Behandlung mit Xanthinderivaten, Glucocorticoiden, Herzglykosiden und Diuretika geboten (siehe «Interaktionen»).

Berodual N sollte nicht in die Augen gelangen. Dies muss besonders bei Engwinkel-Glaukompatienten beachtet werden, da im Allgemeinen ophthalmologische Nebenwirkungen lokaler Genese sind.

Paradoxer Bronchospasmus

Wie andere Inhalationstherapien kann auch Berodual N einen möglicherweise lebensbedrohenden paradoxen Bronchospasmus auslösen. Sollte ein paradoxer Bronchospasmus auftreten, muss Berodual N unverzüglich abgesetzt und eine Alternativbehandlung eingeleitet werden.

Vereinzelt wurde von Augenkomplikationen (d.h. Mydriasis, erhöhter Augendruck, Engwinkelglaukom, Augenschmerzen) berichtet, wenn Ipratropiumbromid entweder allein oder in Kombination mit einem adrenergen Beta-2-Agonisten als Aerosol in Kontakt mit den Augen gekommen war.

Augenschmerzen oder -beschwerden, unscharfes Sehen, Augenhalos oder unwirkliches Farbempfinden in Verbindung mit geröteten Augen durch Blutstauungen in der Bindehaut oder durch Hornhaut-Ödeme können Merkmale für einen akuten Glaukom-Anfall sein. Sollte eine beliebige Kombination dieser Symptome eintreten, können diese mit miotischen Augentropfen behandelt werden und ein Facharzt sollte umgehend aufgesucht werden.

Die Anwendung von Berodual N bei Kindern darf nur unter der Aufsicht von Erwachsenen erfolgen.

Vereinzelte Fälle mit Urtikaria, Angioödem, Rash, Bronchospasmus, oropharyngealem Ödem und Anaphylaxie weisen darauf hin, dass Hypersensitivitätsreaktionen vom Soforttyp auftreten können.

Die Anwendung von Berodual N kann zu positiven Doping-Resultaten führen (Missbrauch von Fenoterol, z.B. im Rahmen der sportlichen Leistungssteigerung).

Interaktionen

Die Langzeitanwendung von Berodual N zusammen mit anderen Anticholinergika wurde nicht untersucht. Daher wird die Langzeitanwendung von Berodual N zusammen mit anderen Anticholinergika nicht empfohlen.

Andere Beta-Adrenergika sowie Anticholinergika und Xanthinderivate (z.B. Theophyllin) können die bronchienerweiternde Wirkung verstärken.

Die gleichzeitige Verabreichung von anderen Betamimetika, systemisch verfügbaren Anticholinergika und Xanthinderivaten (z.B. Theophyllin) kann zu einer Zunahme der unerwünschten Wirkungen führen. Die gleichzeitige Behandlung mit Betablockern kann eine potentiell gefährliche Verminderung der Bronchodilatation hervorrufen.

Eine Betamimetika-induzierte Hypokaliämie kann durch gleichzeitige Behandlung mit Xanthinderivaten, Kortikosteroiden und Diuretika verstärkt werden. Dieser Möglichkeit ist insbesondere bei Patienten mit schwerer Obstruktion der Atemwege Rechnung zu tragen.

Hypokaliämie kann bei Patienten, die Digoxin erhalten, zu einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber Arrhythmien führen. Ausserdem kann Hypoxie die Wirkungen der Hypokaliämie auf den Herzrhythmus verschlimmern. Es wird daher empfohlen, in solchen Situationen den Serumkaliumspiegel zu überwachen.

Bei Patienten, die MAO-Hemmer, trizyklische Antidepressiva, L-Dopa, L-Thyroxin oder Oxytocin erhalten, sind Betamimetika vorsichtig anzuwenden, da deren Wirkung verstärkt werden kann.

Inhalation von Anästhetika vom Typ der halogenierten Kohlenwasserstoffe wie Halothan, Trichlorethylen und Enfluran können die Empfindlichkeit gegenüber den kardiovaskulären Wirkungen der Betamimetika erhöhen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Reproduktionsstudien bei Tieren haben keine Risiken für die Föten gezeigt, aber man verfügt über keine kontrollierten Studien bei schwangeren Frauen. Deshalb sollte Berodual N, besonders im ersten Trimester, nur wenn es eindeutig erforderlich ist, angewendet werden. Der wehenhemmende Einfluss von Fenoterol auf den Uterus muss berücksichtigt werden.

Stillzeit

Fenoterol passiert die Plazenta und tritt in die Muttermilch über. Für Ipratropiumbromid sind diesbezüglich Daten bisher nicht verfügbar.

Die Sicherheit während der Stillzeit ist nicht erwiesen, daher wird von der Anwendung während der Stillperiode abgeraten.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zur Fahrtüchtigkeit und Bedienen von Maschinen durchgeführt.

Die Patienten sollten jedoch darauf hingewiesen werden, dass während der Behandlung mit Berodual N unerwünschte Wirkungen wie Schwindel, Tremor, Akkomodationsstörungen, Mydriasis und verschwommenes Sehen auftreten können. Daher wird beim Autofahren oder beim Bedienen von Maschinen Vorsicht empfohlen. Wenn bei Patienten die oben genannten Nebenwirkungen auftreten, sollten sie potentiell gefährlicher Tätigkeiten wie Autofahren oder das Bedienen von Maschinen vermeiden.

Unerwünschte Wirkungen

Viele der aufgelisteten unerwünschten Wirkungen können den anticholinergen und β-adrenergen Eigenschaften von Berodual N zugewiesen werden. Wie bei allen topischen Therapien kann Berodual N Symptome einer lokalen Irritation hervorrufen.

Die aufgelisteten Nebenwirkungen basieren auf Daten aus klinischen Prüfungen und der Arzneimittelüberwachung der Anwendung nach der Zulassung.

Die häufigsten unerwünschten Wirkungen, welche während den klinischen Studien festgestellt wurden, waren Husten, trockener Mund, Kopfschmerzen, Tremor, Pharyngitis, Nausea, Schwindel, Dysphonie, Tachykardie, Palpitationen, Erbrechen, systolische Blutdruckerhöhung und Nervosität.

Die Frequenzen sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥10%), häufig (<10%-≥1%), gelegentlich (<1%-≥0,1%), selten (<0,1%-≥0.01%) oder unbekannt.

Störungen im Immunsystem

Selten: Überempfindlichkeitsreaktionen; anaphylaktische Reaktionen.

Stoffwechsel und Ernährungsstörungen

Selten: Hypokaliämie (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Interaktionen»).

Psychische Störungen

Gelegentlich: Nervosität.

Selten: Unruhegefühl; psychische Störungen.

Störungen des Nervensystems

Gelegentlich: ​Kopfschmerzen; Schwindel; Tremor.

Störungen der Augen

Selten: Glaukom; Erhöhung des intraokulären Drucks; Akkommodationsstörungen; Mydriasis; Verschwommenes Sehen; Augenschmerzen; Kornea-Ödem; konjunktivale Hyperämie; Ränder- und Farbigsehen.

Herz-Kreislaufstörungen

Gelegentlich: Tachykardie; erhöhte Herzfrequenz; Herzklopfen.

Selten: Arrhythmien; Vorhofflimmern; Supraventrikuläre Tachykardie; Myokardischämie.

Atemwegsstörungen

Häufig: Husten.

Gelegentlich: ​Pharyngitis; Dysphonie.

Selten: Bronchospasmus; Rachenirritationen; Rachenödem; Laryngospasmus; Paradoxe Bronchospasmen; Rachentrockenheit.

Gastrointestinale Beschwerden

Gelegentlich: Erbrechen; Mundtrockenheit; Nausea.

Selten: Stomatitis; Glossitis; gastrointestinale Motilitätsstörungen; Diarrhoe; Verstopfung; Mundödeme.

Störungen der Haut und Hautanhangsgebilde

Selten: Urtikaria; Hautausschlag; Pruritus; Angiödem; Schwitzen.

Funktionsstörungen des Bewegungsapparates

Selten: ​Muskelschwäche; Myalgien; Muskelkrämpfe.

Funktionsstörungen der Nieren und ableitenden Harnwege

Selten: Harnverhalten.

Untersuchungen

Gelegentlich: Erhöhung des systolischen Blutdrucks

Selten: ​Senkung des diastolischen Blutdrucks

Überdosierung

Symptome

Die Überdosierungssymptome dürften in erster Linie auf Fenoterol zurückzuführen sein.

Mögliche Symptome einer Überdosierung sind übermässige Beta2-Stimulation, wobei als wichtigste Symptome Tachykardie, Palpitationen, Tremor, Hypertonie, Hypotonie, Verbreiterung des Pulsdruckes, anginöser Schmerz, Arrhythmien und Flush zu erwähnen sind.

Erwartete Symptome einer Überdosierung mit Ipratropiumbromid (wie Mundtrockenheit, Sehstörungen) sind mild, da die systemische Verfügbarkeit von inhaliertem Ipratropium gering ist.

Bei Anwendung von höheren Fenoterol-Dosen als diejenigen, welche bei den zugelassenen Indikationen von Berodual N empfohlen werden, wurden metabolische Azidose und Hypokaliämie beobachtet.

Behandlung

Berodual ist abzusetzen. Die Überwachung des Säurebasen- und Elektrolythaushaltes sollte in Betracht gezogen werden.

Verabreichung von Sedativa, Tranquilizern, in schweren Fällen Massnahmen der Intensivbehandlung.

Als spezifisches Antidot empfehlen sich kardioselektive Beta-Rezeptorenblocker; dabei muss allerdings bei Patienten mit Asthma bronchiale oder COPD, wegen dem Risiko, schwere Bronchospasmen (welche fatal sein können) auszulösen, mit einer möglichen Verstärkung der Bronchialobstruktion gerechnet und die Dosis sorgfältig eingestellt werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: R03AK03

Berodual N enthält zwei bronchialerweiternde Wirkstoffe, das Beta2-Adrenergikum Fenoterolhydrobromid und das Anticholinergikum Ipratropiumbromid.

Ipratropiumbromid ist eine quartäre Ammoniumverbindung mit anticholinergen (parasympatholytischen) Eigenschaften. Es hemmt Vagus-vermittelte Reflexe durch Antagonisierung der Wirkung von Acetylcholin, der vom Vagusnerven freigesetzte Transmitter.

Fenoterolhydrobromid ist ein direkt wirkendes Sympathomimetikum, das im therapeutischen Dosisbereich die Beta2-Rezeptoren selektiv stimuliert. Zu einer Stimulation der Beta1-Rezeptoren kommt es erst in einem höheren Dosisbereich.

Fenoterol entspannt die bronchiale und vaskuläre glatte Muskulatur und schützt vor bronchokonstriktorischen Stimuli wie Histamin, Metacholin, Anstrengungen, kalte Luft und Allergene (Frühreaktion), indem es die Freisetzung von bronchokonstriktorischen und entzündungsfördernden Botenstoffen aus den Mastzellen hemmt.

Weiter wurde eine Steigerung der mucoziliaren Clearance nach Gabe von Fenoterol (0,6 mg) nachgewiesen.

Wie bei anderen beta-adrenergen Substanzen wurden QTc-Verlängerungen berichtet. Für Fenoterol-Dosier-Aerosole waren diese schwach ausgeprägt und wurden bei höheren als den empfohlenen Dosen beobachtet. Allerdings kann die systemische Exposition nach Gabe mit Vernebler (Lösung zur Inhalation) höher sein als mit den für Dosier-Aerosole empfohlenen. Die klinische Bedeutung ist nicht geklärt.

Weitere Informationen können den Fachinformationen zu Berotec (Wirkstoff Fenoterol) und Atrovent (Wirkstoff Ipratropiumbromid) entnommen werden.

Durch die gemeinsame Anwendung dieser beiden Wirkstoffe werden die Bronchien über unterschiedliche pharmakologische Angriffspunkte erweitert. Damit ergänzen sich die beiden Wirksubstanzen in ihrer krampflösenden Wirkung auf die Bronchialmuskulatur und ermöglichen einen breiten therapeutischen Einsatz auf dem Gebiet der bronchopulmonalen Erkrankungen mit Verengung der Atemwege.

Wegen der sich ergänzenden Wirkung erlaubt die Kombination der beiden Wirkstoffe einen niedrigeren Anteil der beta2-adrenergen Komponente, so dass sich eine individuelle, patientengerechte Dosierbarkeit bei herabgesetzten Nebenwirkungen ergibt.

Pharmakokinetik

Für beide Wirkstoffe – Fenoterolhydrobromid und Ipratropiumbromid – ist erwiesen, dass die inhalative Wirkung nicht mit den Plasmaspiegeln korreliert.

Theoretische Überlegungen und die pharmakologischen und klinischen Ergebnisse bringen keinen Anhalt dafür, dass sich die inhalative Pharmakokinetik der Kombination anders verhält als die der Einzelsubstanzen.

Weitere Informationen zur Pharmakokinetik von Fenoterol und Ipratropium können den Fachinformationen zu Berotec resp. Atrovent entnommen werden.

Präklinische Daten

Toxizitätsstudien mit wiederholter Gabe von Berodual haben gezeigt, dass die HFA-Formulierung und die FCKW-Formulierung das ähnliche toxikologische Profil aufweisen.

Alle toxikologischen Effekte von Berodual erwiesen sich als Substanz-bezogen und waren aus der Dokumentation über Fenoterolhydrobromid und Ipratropiumbromid bekannt.

Es gibt keine Hinweise, dass bei gleichzeitiger Anwendung von Ipratropiumbromid und Fenoterolhydrobromid eine Potenzierung auftreten könnte.

Nach inhalativer Gabe von Berodual bei Ratten und bei Kaninchen trat kein teratogener Effekt auf. Ebenfalls wurde kein teratogener Effekt nach Gabe von Ipratropiumbromid beobachtet und nach Gabe von Fenoterolhydrobromid nur bei sehr hohen (toxischen) Dosen.

Es wurden keine genotoxischen und karzinogenen Studien mit Berodual durchgeführt.

Experimente in vitro und in vivo zeigten weder für Fenoterolhydrobromid noch für Ipratropiumbromid ein mutagenes Potential.

Zusätzlich wurden keine pathologischen Effekte in den 2-Jahresstudien zur Karzinogenität bei Ratten mit inhalativer Gabe von bis zu 2 mg/kg/Tag Fenoterolhydrobromid und bei Mäusen und Ratten mit oraler Gabe von bis zu 6 mg/kg/Tag Ipratropiumbromid beobachtet.

Nach oraler Gabe von sehr hohen Dosen Fenoterolhydrobromid (25 mg/kg/Tag) traten bei Mäusen uterine Leiomyome und bei Ratten mesovariale Leiomyome auf.

Diese Resultate können durch die pharmakodynamischen Effekte dieser Substanzklasse am Beta-Rezeptor der uterinen glatten Muskulatur bei Nagern erklärt werden und sie werden deshalb als für den Menschen nicht relevant betrachtet.

Zudem existieren keine epidemiologischen Hinweise, dass unter therapeutischen Bedingungen vergleichbare Tumore bei Menschen auftreten könnten.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit und besondere Lagerungshinweise

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Das Präparat soll bei Raumtemperatur (15-25 °C) gelagert werden. Der unter Überdruck stehende Dosier-Aerosol-Behälter darf weder gewaltsam geöffnet noch Temperaturen über 50 °C (Explosionsgefahr) ausgesetzt werden.

Zulassungsnummer

55501 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Boehringer Ingelheim (Schweiz) GmbH, Basel.

Stand der Information

Juli 2014.

Verwendung dieser Informationen

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