Plus Kalium Retard Ret Tabl 600 Mg 200 Stk

Plus Kalium Retard Ret Tabl 600 Mg 200 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Kalii chloridum in mikroverkapselter Form.

Hilfsstoffe: Excipiens pro compr.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Tabletten à 600 mg (8 mmol K+).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Plus Kalium retard ist zur Verhinderung oder zur Korrektur eines Kaliummangels in folgenden Situationen angezeigt:

verminderte Kaliumzufuhr,

erhöhte Kalium-Ausscheidung durch den Magen-Darm-Kanal, wie z.B. bei Erbrechen, chronischer Diarrhö, Magen-Darmfisteln, Laxantienabusus,

erhöhte Kalium-Ausscheidung durch die Nieren, wie z.B. bei Coma diabeticum, tubulären Erkrankungen, chronischer Einnahme von kaliumausscheidenden Diuretika,

familiäre paroxysmale Lähmungen,

hormonale Faktoren (Behandlung mit NNR-Steroiden, Morbus Cushing),

Alkalose.

Besonders angezeigt ist die rechtzeitige Kaliumsubstitution bei Kombination von kaliumausscheidenden Diuretika mit Digitalis zur Verhütung von hypokalämischen Herzrhythmusstörungen.

Dosierung/Anwendung

Erwachsene: In Abhängigkeit vom Ausmass der Hypokaliämie genügt in leichteren Fällen 3× 1 Tablette täglich. Die Dosis kann unbedenklich auf 3× 2 Tabletten täglich erhöht werden. Die Tabletten sind nach dem Essen ganz oder in Wasser aufgeschlämmt, einzunehmen. Die Tabletten sind in wässeriger Aufschlämmung geschmacksneutral.

Die Kalium-Plasmakonzentrationen sind regelmässig zu überprüfen.

Die Anwendung und Sicherheit von Plus Kalium retard ist bei Kindern und Jugendlichen bisher nicht geprüft worden.

Kontraindikationen

Magen-Darm-Ulcera, Hyperkaliämie.

Schwere Niereninsuffizienz mit Oligo- und Anurie.

Unbehandelter Morbus Addison.

Nicht behandelte diabetische Azidosen.

Gleichzeitige Anwendung von Kaliumsalzen und kaliumsparenden Diuretika (Spironolacton, Triamteren, Amilorid).

Erkrankungen mit erheblicher Zelldestruktion (z.B. Verbrennungen).

Schwere Dehydratation.

Verzögerte oder verhinderte Magen-Darm-Passage.

Überempfindlichkeit gegenüber einem der Inhaltsstoffe.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Periodische Serum-K+-Konzentrationsbestimmungen sind bei einer langdauernden Kaliumsubstitutionstherapie vorzunehmen, besonders bei erhöhtem Risiko zur Hyperkaliämie (z.B. bei Nierenfunktionsstörungen und Herzerkrankungen). Zusätzlich sollen das Säure-Basen-Gleichgewicht, andere Serumelektrolyte (z.B. Magnesium, besonders bei Patienten, die neben einer Hypokaliämie ein durch kaliumausscheidende Diuretika induziertes Magnesiumdefizit aufweisen) überwacht werden.

Treten während der Behandlung mit Plus Kalium retard schwere Leibschmerzen, schweres Erbrechen oder Magen-Darm-Blutungen auf, so soll das Präparat sofort abgesetzt werden, da diese Symptome Ausdruck einer Ulzeration oder Perforation sein können.

Interaktionen

Medikamente, die eine Hyperkaliämie durch eine Kaliumretention fördern können:

Kaliumsparende Saluretika (Spironolacton, Triamteren, Amilorid, Canrenon).

ACE-Hemmer (Captopril, Enalapril), durch erniedrigten Aldosteronspiegel.

Digitalis-Glykoside.

Anticholinergika mit Plus Kalium retard Tabletten können eine Reizung des Magen-Darm-Traktes durch eine zu hohe Kaliumkonzentration fördern, wegen der Verlangsamung der gastrointestinalen Motilität.

Schwangerschaft/Stillzeit

Kalium ist ein physiologisches Ion. Eine Kaliumtherapie kann auch während der Schwangerschaft, z.B. bei Hypokaliämie der Mutter, oder zusammen mit Saluretika angewendet werden.

Die Plasmakaliumkonzentration der Mutter muss überwacht werden.

Bei einer normalen Kaliämie der Mutter kann gestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Plus Kalium retard hat keinen Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen.

Unerwünschte Wirkungen

Gastrointestinale Störungen.

Allfällige gastrointestinale Irritationen, Nausea, Erbrechen, Diarrhö, Blähungen, Abdominalschmerzen, können weitgehend vermieden werden, wenn das Präparat nach dem Essen mit genügend Flüssigkeit eingenommen wird.

In Einzelfällen kann es zu Verschluss, Blutungen und Ulzeration mit Perforation kommen, meist im Zusammenhang mit anderen Faktoren wie z.B. verzögerter oder verhinderter Darmpassage.

Überdosierung

Symptome

Hyperkaliämie (Plasmakaliumkonzentration über 5,5 mmol/l), Parästhesien, Apathie, Verwirrtheit, Schwäche, Lähmung, Arrhythmien, Blutdrucksenkung, Schockzustand, Herzstillstand.

Therapeutische Massnahmen

Akute Vergiftung: künstliches Erbrechen, Magenspülung, Gabe von Kationenaustauschharzen.

Hyperkaliämie: Natriumbikarbonat i.v. (40–160 mmol während 5 Minuten), oder Glukose-Insulin-Therapie (300–500 ml Glukose 10–25% i.v. während 1 Stunde, zusammen mit 0,25–0,5 Einheiten Insulin pro g Glukose), Gabe von Kationenaustauschharzen, Hämodialyse oder Peritonealdialyse. Bei Kardiotoxizität, für Patienten, die nicht mit Herzglykosiden behandelt werden: Kalziumglukonat 10% i.v. (5–10 ml während 2 Minuten, unter EKG-Monitoring). Bei der Behandlung einer Hyperkaliämie sollte in Betracht gezogen werden, dass bei gut eingestellten digitalisierten Patienten eine zu rasche Senkung des Serum-K+-Spiegels zu Digitalisintoxikationen führen kann.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: A12BA01

Kalium ist zur Aufrechterhaltung wichtiger Stoffwechselvorgänge unentbehrlich. Die klinisch in Erscheinung tretenden Symptome einer Hypokaliämie sind: allgemeine Muskelschwäche (die sich bis zur vollständigen Lähmung mit Reflexverlust entwickeln kann), Schluckbeschwerden und Atonien im Bereich des Magen-Darm-Kanals, ferner Herz- und Kreislaufstörungen.

Der Wirkstoff KCl in Plus Kalium retard Tabletten wird als Folge der Mikroverkapselung während der Passage durch den Magen-Darm-Trakt kontinuierlich abgegeben. Dadurch werden höhere lokale Konzentrationen und damit verbundene Reizungen der Magen-Darm-Mukosa weitgehend vermieden.

Pharmakokinetik

Der Wirkstoff KCl wird aus Plus Kalium retard-Tabletten während der Passage durch den Magen-Darm-Trakt innert 4–6 Stunden aus der Tablette kontinuierlich freigesetzt. Das mit der Einnahme von Plus Kalium retard aufgenommene KCl wird hauptsächlich im oberen Magen-Darm-Trakt resorbiert. Die Ausscheidung erfolgt zu 80–90% im Urin, in geringem Umgang in den Faeces und im Schweiss.

Präklinische Daten

Es sind keine präparatespezifischen Daten vorhanden.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Präparat darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Plus Kalium retard bei Raumtemperatur (15–25 °C) und ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

29138 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Amino AG, Gebenstorf.

Stand der Information

März 2010.

Verwendung dieser Informationen

Die Informationen auf dieser Seite sind für Fachpersonal gedacht. Bei Fragen lassen Sie sich von einer Fachperson (z.B. Arzt oder Apotheker) beraten und lesen Sie die Packungsbeilage auf unserer Produktseite.