Pethidin Hcl Sintetica 100 Mg/2ml 10 Amp 2 Ml

Fachinformationen

Untersteht dem Bundesgesetz über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe

Zusammensetzung

Wirkstoff: Pethidini hydrochloridum.

Hilfsstoff: Aqua ad iniectabilia q.s. ad solutionem.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Injektionslösung (i.m., s.c., i.v.) 50 mg/ml.

1 Ampulle à 1 ml enthält 50 mg Pethidini hydrochloridum.

1 Ampulle à 2 ml enthält 100 mg Pethidini hydrochloridum.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Starke bis sehr starke akute und prolongierte Schmerzen bzw. bei ungenügender Wirksamkeit nicht-opiater Analgetika und/oder schwacher Opiate, z.B. bei schweren posttraumatischen oder postoperativen Schmerzzuständen, bei chronischen Schmerzen (z.B. Krebs), Myokardinfarkt, schmerzhaften Spasmen der glatten Muskulatur.

Dosierung/Anwendung

Dosierung mit Einzel- und Tagesgaben für Erwachsene

Für Erwachsene liegt die Einzeldosis

  • bei intramuskulärer und subkutaner Applikation zwischen 25 und 150 mg (0,5–3 ml) Pethidinhydrochlorid und
  • bei intravenöser Applikation bei 50 mg Pethidinhydrochlorid (entsprechend 0,7 mg Pethidinhydrochlorid pro Kilogramm Körpergewicht), max. 100 mg (2 ml).

Die Einzeldosis kann im Abstand von 3 bis 6 Stunden wiederholt werden.

Die Tagesdosis sollte 10 Ampullen zu 1 ml bzw. 5 Ampullen zu 2 ml (entsprechend 500 mg Pethidinhydrochlorid) nicht überschreiten.

Die Injektionslösung wird vorwiegend intramuskulär verabreicht. Sie kann aber auch subkutan oder intravenös gegeben werden.

Die intravenöse Injektion ist betont langsam durchzuführen (d.h. über ein bis zwei Minuten), um mögliche Nebenwirkungen zu vermindern.

Vorzugsweise in einer 0,9%igen NaCl-Lösung verdünnen.

Dosierung bei Leber- und Nierenfunktionsstörungen

Bei Leberinsuffizienz kann es zu einer erhöhten Konzentration von Pethidin im Blut kommen, weshalb die Dosis entsprechend anzupassen ist.

Bei Nierenfunktionsstörungen sind die Dosierungsintervalle zu verlängern, um einer Kumulation der wirksamen Stoffwechselprodukte von Pethidin vorzubeugen.

Kinder und Jugendliche

Die Anwendung und die Anwendungssicherheit von Pethidin HCl Sintetica 50 mg/ml wurden bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren nicht untersucht.

Hinweise für die Behandlung

Pethidin besitzt ein primäres Abhängigkeitspotential.

Bei längerem Gebrauch entwickeln sich Toleranz sowie psychische und physische Abhängigkeit. Es besteht Kreuztoleranz zu anderen Opioiden.

Besondere Vorsicht ist geboten bei Krampfanfällen in der Anamnese. Bei gleichzeitig bestehenden Nierenfunktionsstörungen sind die Dosierungsintervalle zu verlängern, da sonst Krampfanfälle aufgrund der Kumulation des Stoffwechselproduktes Norpethidin auftreten können. Bei Vorliegen einer Epilepsie sollte Pethidin nur zusammen mit einem Antikonvulsivum verabreicht werden.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber Pethidin.

Chronische Ateminsuffizienz, Atemdepression, erhöhter Hirndruck, akutes Bronchialasthma, supraventrikuläre Tachykardie, Phäochromozytom, konvulsive Zustände wie Status epilepticus, gleichzeitige Verabreichung von MAO-Hemmern inklusive Selegilin bis zu zwei Wochen nach deren Absetzen, akuter Alkoholismus, Delirium tremens, diabetische Acidose mit Komagefahr, schwere Leberleiden, Hypothyroidismus, Morbus Addison. Pethidin darf bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren nicht angewendet werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Eine wiederholte Verabreichung von Pethidin bewirkt eine Toleranzentwicklung, so dass das Absetzen des Wirkstoffes zu Entzugserscheinungen führt.

Pethidin kann zu einer psychischen oder physischen Abhängigkeit führen.

Aufgrund des Risikos einer Atemdepression beim Neugeborenen ist Pethidin während der Geburt nur mit grösster Vorsicht zu verabreichen. Eine Langzeitanwendung von Pethidin kann beim Fötus eine physische Abhängigkeit bewirken und nach der Geburt zu Entzugserscheinungen führen.

Die Reaktionsfähigkeit kann durch Pethidin stark vermindert werden.

Besondere Vorsicht ist geboten bei Krampfanfällen in der Anamnese. Bei gleichzeitig bestehenden Nierenfunktionsstörungen sind die Dosierungsintervalle zu verlängern, da sonst Krampfanfälle aufgrund der Kumulation des Stoffwechselproduktes Norpethidin auftreten können. Bei Vorliegen einer Epilepsie sollte Pethidin nur zusammen mit einem Antikonvulsivum verabreicht werden.

Interaktionen

Potentialisierung der Atemdepression und der Sedierung durch Barbiturate und andere Schlafmittel, Phenothiazin, Äthylalkohol, Antihistaminikum Hydroxyzin, zentraldämpfenden Pharmaka. Die toxischen Wirkungen von Pethidin und MAO-Hemmern inklusive Selegilin (Delirium, Hyperthermie, Konvulsionen, Atemdepression) werden bei gleichzeitiger Verabreichung verstärkt. Da lebensbedrohende Wechselwirkungen auf Zentralnervensystem, Atmungs- und Kreislauffunktion mit Pethidin beobachtet worden sind, darf während der Behandlung mit MAO-Hemmern (inkl. Selegilin) und bis zu zwei Wochen nach deren Absetzen Pethidin nicht angewendet werden. Das Analgetikum Pentazocin und Buprenorphin heben die analgetische Wirkung von Pethidin teilweise auf und können Entzugserscheinungen hervorrufen.

Die Opiat-Antagonisten (z.B. Naloxon) können beinahe sämtliche Wirkungen von Pethidin unmittelbar unterdrücken und somit beim Vorliegen einer physischen Abhängigkeit zu Entzugserscheinungen führen.

Bei Anwendung von Pethidin und Dauertherapie mit Phenobarbital oder Phenytoin kommt es zu einer erhöhten Verstoffwechslung von Pethidin. Ein erhöhtes Nebenwirkungsrisiko ist dabei nicht auszuschliessen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Während der Schwangerschaft darf das Arzneimittel nicht verabreicht werden, es sei denn dies ist eindeutig erforderlich.

Eine chronische Anwendung von Pethidin sollte während der gesamten Schwangerschaft vermieden werden, da sie beim Kind zur Gewöhnung und nach der Geburt zu Entzugserscheinungen führen kann.

Unter der Geburt sollte nur die intramuskuläre Applikation in der niedrigstmöglichen Dosis erfolgen. Pethidin vermindert nicht die normale Kontraktion des Uterus.

Nach Gabe von Pethidin während der Geburt

  • kann es zu Atemdepression beim Neugeborenen kommen, da Pethidin die Plazenta passiert (dieser Effekt ist dosis- und zeitabhängig),
  • wurden ein beeinträchtigtes Verhalten sowie EEG-Veränderungen des Neugeborenen bis zu sechs Tage nach der Geburt beobachtet und
  • kann bei Risikokindern die Überlebensfähigkeit zusätzlich herabgesetzt sein.

Das Neugeborene ist deshalb so lange zu überwachen, bis keine wesentliche Beeinträchtigung der Atmung mehr zu erwarten ist (wenigstens jedoch 6 Stunden). Je nach klinischem Bild (speziell unter Beachtung der verminderten Atmung nach der Geburt) wird beim Neugeborenen die Gabe von Opiatantagonisten (z.B. Naloxon) empfohlen.

Pethidin und sein Metabolit Norpethidin gehen in die Muttermilch über. Bei Anwendung von Pethidin bei der Mutter darf nicht gestillt werden, da es beim gestillten Säugling zu Opioid- Wirkungen kommen kann, die verzögert auftreten und Tage bis Wochen anhalten können.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Bei Anwendung von Pethidin ist die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Strassenverkehr und zur Bedienung von Maschinen nicht mehr gegeben.

Unerwünschte Wirkungen

Alle unerwünschten Wirkungen – mit Ausnahme der dermatologischen – stehen in Beziehung zu den Funktionen der Opiatrezeptoren.

Häufigkeit der unerwünschten Wirkungen: sehr häufig (≥1/10), häufig (<1/10, ≥1/100), gelegentlich (<1/100, ≥1/1'000), selten (<1/1'000, ≥1/10'000) sehr selten (<1/10'000).

Neoplasmen

Pethidin kann bei Patienten mit Phäochromozytom eine hypertensive Krise auslösen.

Störungen des Immunsystems

Überempfindlichkeitsreaktionen wie anaphylaktischer Schock und Hautreaktionen können auftreten.

Endokrine Störung

Pethidin kann zu einer Hyperglykämie führen.

Psychiatrische Störungen

Pethidin kann verschiedene psychische Nebenwirkungen zeigen, die hinsichtlich Intensität und Art individuell unterschiedlich (je nach Persönlichkeit und Medikationsdauer) sein können.

Häufig: Je nach Ausgangslage euphorische Zustände oder, im Gegenteil, häufig Dysphorie mit Angst und Unruhe. Veränderungen der sensorischen und kognitiven Leistungsfähigkeit (z.B. Entscheidungsschwäche und Wahrnehmungsstörungen), Halluzinationen.

Abhängigkeit

Das primäre Abhängigkeitspotential ist geringer als das von Morphin. Während die psychische Abhängigkeit individuell ist, entsteht eine physische Abhängigkeit oft nach 2–3 Wochen.

Symptome: Schlaflosigkeit, Schüttelfrost, Übelkeit, Unruhe.

Toleranz

Das Risiko einer Toleranzentwicklung ist unterschiedlich und kann bis zur Therapieresistenz führen.

Entzugserscheinungen

Die Entzugssymptome sind von kürzerer Dauer und die neurovegetativen Anzeichen sind weniger ausgeprägt als nach einer Therapie mit Morphin.

Psychische Symptome: Unruhe, Angstzustand, Depressionen, Erregbarkeit.

Neurovegetative Symptome: Asthenie, Kreislaufversagen, Tachykardie, Muskelschmerzen, Gähnen, Tränen, Schwitzen, Mydriasis, Bauchkrämpfe, Erbrechen und Durchfall.

Störungen des Nervensystems

Häufig: In äquianalgetischen Dosen zu Morphin kann Pethidin durch Hemmung des Atemzentrums häufig eine analoge Atemdepression verursachen. Dies kann zu einem Anstieg der CO2-Konzentration mit nachfolgender Steigerung des Hirndrucks führen. Pethidin darf daher nicht bei Patienten mit erhöhtem Hirndruck angewendet werden.

Sedierung, Kopfschmerzen, Verminderung der geistigen Leistungsfähigkeit, Schwindel, Reizung und Hypothermie treten häufig auf.

Unter hohen Dosen können sich als Folge von Atemdepression und Hypotonie eine Kreislaufinsuffizienz und ein tiefes Koma entwickeln.

Das Auftreten von konvulsiven Krisen ist möglich, insbesondere im Fall hoher Dosen, bei eingeschränkter Nierenfunktion und bei erhöhter Krampfbereitschaft (z.B. medikamentös bedingt).

Augenleiden

Miosis.

Funktionsstörungen des Ohrs und des Innenohrs

Häufig: Schwindel.

Funktionsstörungen des Herzens

Häufig: Nach i.v.-Applikation von 100 mg Pethidin können Zirkulationsstörungen auftreten wie zum Beispiel eine Erhöhung der Herzfrequenz.

Gelegentlich: postoperative Sinustachykardien.

Im Gegensatz zu anderen Opiaten geht Pethidin mit anticholinergen Wirkungen wie Palpitationen und Tachykardie einher.

Aufgrund seines vagolytischen Effekts muss Pethidin bei Patienten mit atrialem Flimmern oder supraventrikulärer Tachykardie mit Vorsicht angewendet werden.

Funktionsstörungen der Gefässe

Häufig: Nach i.v.-Applikation von 100 mg Pethidin können Zirkulationsstörungen auftreten wie zum Beispiel eine Erhöhung des mittleren Aortendrucks und des systemischen Gefässwiderstands.

Leichte Blutdrucksenkung mit Neigung zu orthostatischen Beschwerden. Diese Wirkung wird wahrscheinlich zentral gesteuert, involviert Histamin und führt zu einem Verlust des Gefässtonus.

Atmungsorgane

Häufig: Atemdepression durch Hemmung des Atemzentrums. Hohe Dosen von Pethidin können zum Tod durch Atemstillstand führen.

Die Dämpfung des Atemzentrums ist klinisch bedeutsam, insbesondere bei vorliegenden Lungenerkrankungen und bei Neugeborenen, wobei kein Gefühl der Atemnot besteht.

In analgetisch wirksamen Dosen reduziert Pethidin das Atemminutenvolumen um etwa 10% bei gleichzeitiger Steigerung des pCO2. Die Atemdepression ist dosisabhängig.

Nach rascher intravenöser Verabreichung kann es zu Bronchospasmen kommen.

Gastrointestinale Störungen

Häufig: Übelkeit, Erbrechen.

Die Intensität von Erbrechen hängt von der Intensität der Analgesie ab.

Die Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt ist schwächer und kürzer als diejenige von Morphin: Die Verminderung der Magenperistaltik und der Magensaftsekretion kann zusammen mit einer vermehrten Pyloruskonstriktion zu einer spastischen Obstipation führen.

Funktionsstörungen der Leber und der Galle

Zunahme des Drucks in den Gallenwegen und Spasmus des Sphinkter Oddi.

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Exanthem, Juckreiz, Quaddelsucht, Erythem.

Muskelskelettsystem

Das Auftreten von Krampfanfällen ist möglich, insbesondere bei höherer Dosierung, die durch eine Einschränkung der Nierenfunktion oder eine generell erhöhte Krampfbereitschaft verschlimmert werden können.

Funktionsstörungen der Nieren und ableitenden Harnwege

Obstipation und Miktionsbeschwerden können infolge einer Tonuserhöhung der glatten Muskulatur im Harnwegsbereich auftreten.

Schwangerschafts-, Wochenbett- und Perinatalbeschwerden

Beim Neugeborenen kann eine Atemdepression auftreten. Diese ist weniger ausgeprägt als unter Morphin und hängt vom Zeitpunkt der Applikation während der Geburt und der Dosis ab.

Funktionsstörungen des Reproduktionssystems

Eine verminderte Libido oder Potenz kann auftreten.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Reizung an der Injektionsstelle.

Nach intravenöser Injektion können Schmerzen und (rote) Quaddelbildung entlang der betroffenen Vene auftreten.

Überdosierung

Symptome: Atemdepression, Schwindel, Miosis oder Mydriasis, Tachykardie, Hyperthermie, Hypotonie, Muskelzittern, Konvulsionen, Bewusstlosigkeit, Mundtrockenheit, Halluzinationen.

Zur Behandlung:

  • die Atmung mittels einer kontrollierten Beatmung und Sauerstoff-Inhalationen unter Kontrolle bringen und
  • eine i.v.-Verabreichung von 0,4 mg Naloxon vornehmen, die, falls nötig, alle 2–5 Min. wiederholt werden kann,
  • Kreislaufstabilisierung durch Elektrolytinfusionen.

Es sollte immer an die Möglichkeit einer Mehrfachintoxikation gedacht werden (Alkohol, psychoaktive Substanzen; bei Suizidversuch).

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N02AB02

Pethidin ist ein kompetitiver Opiat-Rezeptor-Agonist. Er hat hohe Affinität und grosse Effizienz für µ-Rezeptoren und geringe Affinität aber grosse Effizienz für κ-Rezeptoren.

Pethidin entfaltet seine ausgeprägte analgetische Wirkung sowohl über die auf verschiedenen Ebenen des im ZNS liegenden Rezeptoren, als auch über die an verschiedenen peripheren Organen lokalisierten Opiat-Rezeptoren.

Zentrale Wirkungen von Pethidin sind ferner Hemmung des Hustenreflexes, Sedierung, Euphorie/Dysphorie und Atemdepression.

Pharmakokinetik

Absorption

Pethidin wird nach einer i.m.- oder s.c.-Verabreichung rasch resorbiert und bindet sich teilweise an Plasmaproteine (zwischen 37 und 73%).

Nach einer i.v.-Injektion wird die maximale analgetische Wirkung nach 3–10 Min. (Cmax: 0,523 ± 0,115 µg/ml), nach einer i.m.-Verabreichung nach 20–40 Min. (Cmax: 0,197 ± 0,07 µg/ml) und nach einer s.c.-Injektion nach 30–60 Min. erreicht.

Nach intravenöser Gabe von 25 mg Pethidinhydrochlorid wurden maximale Plasmakonzentrationen von 100 bis 200 ng/ml, nach intramuskulärer Gabe vergleichbare maximale Plasmakonzentrationen innerhalb von 15 min erreicht. Die Resorptionshalbwertszeit betrug dabei 7 bis 18 min, und die Bioverfügbarkeit lag bei 93 bis 98%.

Distribution

Das Verteilungsvolumen beträgt 3–4 l/kg und die Bioverfügbarkeit ist praktisch total.

Für Pethidin wurde eine Plasmahalbwertszeit von 3,2 bis 8 Stunden gemessen, während sie für Norpethidin 8 bis 12 Stunden betrug.

Bei Neugeborenen wurde für Pethidin mit 6,5 bis 39 Stunden eine Plasmahalbwertszeit gemessen, die 2- bis 7mal grösser war als bei Erwachsenen.

Metabolismus

Hauptmetaboliten des Pethidin sind das pharmakologisch aktive Norpethidin sowie die durch Hydrolyse von Pethidin und Norpethidin entstehenden Carbonsäuren, die zum grössten Teil in konjugierter Form ausgeschieden werden. Weitere, nur in geringeren Mengen auftretende Metaboliten sind Pethidin-N-oxid, 4-Hydroxypethidin, Norpethidin-N-oxid und N-Hydroxynorpethidin.

Elimination

Der konjugierte Metabolit sowie zirka 5% der unveränderten Substanz werden über die Nieren ausgeschieden. So fand man im 24-Stunden-Sammelharn 65,4% der Dosis wieder. Im 24-Stunden-Sammelharn konnten 5 bis 10% Pethidin, 7 bis 13% Norpethidin, 5 bis 7% freie Pethidinsäure, 13% Pethidinsäureglukuronid, 4 bis 10,5% Norpethidinsäure und 16% Norpethidinsäureglukuronid wiedergefunden werden.

Allgemein ist bei betagten Patienten mit einer langsameren Elimination zu rechnen.

Bei Nierenfunktionsstörungen kann Norpethidin kumulieren und schwere Nebenwirkungen (Krampfanfälle) verursachen.

Präklinische Daten

Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

Untersuchungen zum Nachweis von Genmutationen liegen nicht vor. In-vivo-Untersuchungen ergaben deutliche Hinweise auf chromosomenbrechende Eigenschaften von Pethidin. Daher besteht der Verdacht einer mutagenen Wirkung im Menschen. Langzeituntersuchungen am Tier auf ein tumorerzeugendes Potential liegen nicht vor.

Reproduktionstoxizität

Bei einmaliger Injektion von Pethidin in der Frühträchtigkeit beim Hamster sind ab der niedrigsten geprüften Dosis von 127 mg/kg Fehlbildungen des Schädels (Cranioschisis) aufgetreten.

Aus bisher vorliegenden Erfahrungen beim Menschen mit ca. 270 im 1. Trimester exponierten Schwangerschaften haben sich keine Anhaltspunkte für ein teratogenes Risiko ergeben. Eine mögliche Assoziation mit dem Auftreten von Inguinalhernien ist nicht auszuschliessen.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Pethidin HCI Sintetica darf mit Ausnahme isotonischer Natriumchloridlösung grundsätzlich nicht zusammen mit anderen Arzneimitteln vermischt verabreicht werden.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Die Ampullen mit Pethidin HCI Sintetica bei Raumtemperatur (15–25 °C) und vor Licht geschützt lagern.

Zulassungsnummer

52109 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Sintetica SA, 6850 Mendrisio.

Stand der Information

April 2014.

Verwendung dieser Informationen

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