Pentacarinat Inj Loes 300 Mg Durchstf 5 Stk

Pentacarinat Inj Loes 300 Mg Durchstf 5 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Pentamidini Diisethionas.

Hilfsstoffe: Aqua q.s., Nitrogenium q.s.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Stechampulle enthält 300 mg Pentamidin-Diisethionat (Trockensubstanz).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Parenterale Behandlung: Therapie der Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie und Pneumocystispneumonie (PCP) (frühere Bezeichnung: Pneumocystis-carinii-Pneumonie) bei Kontraindikation für Cotrimoxazol (Überempfindlichkeit, Therapieresistenz).

Inhalation: Sekundäre Prophylaxe der PCP bei Kontraindikation für Cotrimoxazol (Überempfindlichkeit, Therapieresistenz).

Dosierung/Anwendung

Die Dosisangaben für Pentamidin-Diisethionat beziehen sich auf das Salz, nicht auf den Gehalt an Pentamidin-Base (4 mg Pentamidin-Disethionat entsprechen 2,3 mg Pentamidin-Base).

Parenterale Behandlung

Die folgenden Dosierungsempfehlungen gelten für Erwachsene, Kinder und Säuglinge mit einer PCP:

4 mg Pentamidin-Diisethionat/kg Körpergewicht (entsprechend 2,3 mg Pentamidin-Base/kg) und Tag, vorzugsweise als i.v. Infusion. Eine Behandlungsdauer von 14 Tagen ist im Allgemeinen ausreichend. In einzelnen schweren Fällen kann eine Verlängerung notwendig sein, wobei die Gesamtbehandlungsdauer 21 Tage nicht überschreiten sollte.

Vor, während und nach Verabreichung von Pentacarinat sollte der Patient liegen (BD-Abfall!). Die Injektion erfolgt entweder tief intramuskulär oder vorzugsweise als langsame intravenöse Infusion über mindestens 2 Std. Eine direkte intravenöse Bolus-Injektion ist unbedingt zu vermeiden.

Die Infusion ist über einen Zeitraum von mindestens 2 Stunden dem liegenden Patienten unter strenger medizinischer Überwachung zu verabreichen.

Hinweise für die Handhabung, siehe «Sonstige Hinweise». 

Inhalation zur sekundären Prophylaxe der PCP

Verschiedene Dosierungsschemata werden zurzeit verwendet:

300 mg alle 4 Wochen (von der amerikanischen Gesundheitsbehörde [FDA] empfohlen und bis heute am meisten befolgt);

200 mg täglich in den ersten 4 Tagen gefolgt von 200 mg alle 14 Tage.

Wichtige Hinweise für die Handhabung, siehe «Sonstige Hinweise». Die praktische Anleitung zur Durchführung der Inhalation liegt der Packung bei. 

Spezielle Dosierungsanweisungen

Geriatrie: Keine speziellen Dosierungsrichtlinien, da diesbezüglich keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen.

Säuglinge und Frühgeborene: Es gibt keine Daten betreffend Mindestalter der Verabreichung. In der Literatur sind Anwendungen ab einem Alter von 5 Monate beschrieben.

Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <10 ml/min.): In lebensbedrohlichen Fällen einer PCP wird empfohlen, während 7-10 Tagen täglich 4 mg/kg zu verabreichen, anschliessend die gleiche Dosis jeden 2. Tag bis zu einer Gesamtzahl von mindestens 14 Injektionen. In weniger bedrohlichen Situationen ist es bereits von Anfang an möglich, nur jeden 2. Tag Pentamidin zu verabreichen.

Leberinsuffizienz: Keine speziellen Dosierungsempfehlungen. 

Nach den aktuellen Richtlinien wird die intravenöse Applikation als Verabreichungsform für die Behandlung der Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie (PCP) empfohlen. 

Die intramuskuläre Applikation wird nicht empfohlen, die Inhalation ist kontraindiziert. 

Die Inhalation darf nur zur Prophylaxe der PCP angewandt werden. 

Ausführlichere Informationen unter folgendem Link (Empfehlungen des CDC 2010): http://www.cdc.gov/mmwr/preview/mmwrhtml/rr5804a1.htm?s_cid=rr5804a1_e

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit auf Pentamidin-Diisethionat, insbesondere durchgemachte Urticaria oder Erythema exsudativa multiforme.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Da das Arzneimittel erhebliche Nebenwirkungen hat, sollte die Diagnose insbesondere der Pneumocystis-carinii-Pneumonie - falls immer möglich - gesichert werden. Pentacarinat sollte nur mit besonderer Vorsicht bei Patienten mit Leber- oder Niereninsuffizienz, Hyper- oder Hypotonie, Hyperglykämie, Leukopenie, Thrombozytopenie oder Anämie verabreicht werden. Um Hypotonie und nephrotoxische Nebenwirkungen nicht zusätzlich zu fördern, ist immer auf eine ausreichende Elektrolyt- und Flüssigkeitszufuhr zu achten (begleitende Durchfälle bei AIDS-Patienten!).

Pentamidin-Diisethionat kann zu QT-Verlängerungen führen. Für QT-Verlängerungen typische Arrhythmien wie z.B. Torsades de pointes wurden in Einzelfällen nach Verabreichung von Pentamidin-Diisethionat beobachtet. Deshalb ist Pentacarinat bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit, bei anamnestisch bekannten ventrikulären Arrhythmien, bei Hypokaliämie und -magnesiämie, bei Bradykardie und bei gleichzeitiger Verabreichung von QT verlängernden Substanzen mit Vorsicht anzuwenden.

Selten wurde von Überempfindlichkeitsreaktionen berichtet, darunter auch von anaphylaktischen Schocks mit teilweise letalem Ausgang. Falls es bei der Behandlung mit Pentacarinat zu einer schweren allergischen Reaktion kommt, müssen das Arzneimittel abgesetzt und geeignete Gegenmassnahmen ergriffen werden.

Folgende Laboruntersuchungen sollten regelmässig durchgeführt werden:

  • Harnstoff-Stickstoff im Blut und Serumkreatinin täglich während der gesamten Therapie;
  • Komplettes Blutbild an jedem Behandlungstag;
  • Nüchtern-Blutzucker an jedem Behandlungstag und in regelmässigen Abständen nach Beendigung der Therapie. In manchen Fällen ist auch Monate nach Behandlungsende eine Hyperglykämie und ein Diabetes mellitus aufgetreten;
  • Leberfunktionstests, insbesondere Bilirubin, alk. Phosphatase, Aspartat-Aminotransferase (SGOT) und Alanin-Aminotransferase (SGPT). Bei Ausgangswerten im Normbereich und nur geringfügigen Änderungen ist eine wöchentliche Bestimmung ausreichend. Bei erhöhten Ausgangswerten oder ansteigenden Werten während der Therapie sollten die Tests ebenfalls einmal wöchentlich durchgeführt werden, es sei denn, dass der Patient mit weiteren hepatotoxischen Präparaten behandelt wird, was eine Überprüfung etwa alle 3-5 Tage erforderlich macht;
  • Serum-Kalzium einmal pro Woche;
  • Urinstatus und Serumelektrolyte täglich während der Dauer der Behandlung;
  • Elektrokardiogramm in regelmässigen Abständen.

Ein plötzlicher schwerer BD-Abfall kann bereits nach einer einzigen i.m. oder i.v. Dosis auftreten. Der Blutdruck sollte deshalb bereits vor Therapiebeginn gemessen und die i.m. Injektion/i.v. Infusion nur am liegenden Patienten verabreicht werden. Während der Infusion und in regelmässigen Abständen während der gesamten Behandlungsperiode sind engmaschige Blutdruckkontrollen durchzuführen.

Interaktionen

Interaktionen von Pentacarinat mit anderen Pharmaka sind bisher nicht systematisch untersucht. Schwere Hypokalzämien unter Pentamidin-Therapie bei Kombination mit Foscarnet sind beschrieben. Bei gleichzeitiger Verabreichung von Pentamidin-Diisethionat mit Substanzen, die für eine QT-Verlängerung bekannt sind, ist besondere Vorsicht angezeigt (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Schwangerschaft/Stillzeit

Im Tierversuch passiert Pentamidin-Diisethionat die Placenta in geringen Mengen. Bei Nagern wurden vermehrt Missbildungen (leichtere Skelettanomalien) gefunden nach intrauteriner Pentamidin-Exposition, so dass eine embryotoxische Wirkung nicht auszuschliessen ist. Beim Menschen fehlen Erfahrungen. Pentacarinat sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn es ist klar notwendig.

Sollte eine Pentacarinat-Therapie während der Stillperiode erforderlich sein, ist abzustillen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Pentacarinat kann die Konzentrationsfähigkeit und das Reaktionsvermögen und somit z.B. die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Strassenverkehr und zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen.

Unerwünschte Wirkungen

Die Häufigkeit der unerwünschten Wirkungen wird wie folgt angegeben: 

Sehr häufig: ≥1/10, häufig: ≥1/100 und <1/10, gelegentlich: ≥1/1000 und <1/100, selten: ≥1/10'000 und <1/1000, sehr selten: <1/10'000. 

Parenterale Behandlung

Blut und Lymphsystem

Häufig: Leukopenie (gelegentlich schwerwiegend mit Abfall unter 1'000/mm³), Thrombozytopenie (gelegentlich schwerwiegend mit Abfall unter 20'000/mm³) (dies erfordert ein Absetzen von Pentamidin), Anämie.

Selten: Neutropenie. 

Immunsystem

Sehr selten: Überempfindlichkeitsreaktionen, darunter anaphylaktische Reaktionen und anaphylaktischer Schock mit teilweise letalem Ausgang, Angioödem, Quincke-Ödem, Stevens-Johnson-Syndrom, toxisch epidermale Nekrolyse, schwere Herxheimerreaktion wurden beobachtet. 

Endokrine Störungen

Sehr häufig: Hypoglykämie (6-40%), selten schwerwiegend und lebensbedrohlich. Hypoglykämien werden auf eine toxische Wirkung von Pentamidin auf die Betazellen des Pankreas mit Insulinausschüttung zurückgeführt: Selten zu Beginn, oft innert 5-7 Tagen oder später auftretend, erfordern sie u.U. eine Tage dauernde Therapie und Überwachung (i.v. Glukose u.a.).

Sehr häufig: Hyperglykämie. Infolge der toxischen Wirkung auf die Betazellen kann sich auch - innert Wochen bis Monaten - ein insulinbedürftiger, persistierender Diabetes entwickeln. 

Stoffwechsel und Ernährungsstörungen

Sehr häufig: Hyperkaliämie (bis zu 19%).

Häufig: Hypokalzämie, Hypomagnesiämie. Diese Elektrolytstörungen waren teilweise lebensbedrohlich.

Nervensystem

Selten: Schwindel, Geschmacksstörungen. Parästhesien der Extremitäten sowie faziale und periorale Hypästhesien wurden im Zusammenhang mit der i.v. Verabreichung von Pentamidin bei Kindern und Erwachsenen berichtet. Diese Fälle traten kurz nach oder während der i.v. Infusion auf und verschwanden nach Beendigung oder Unterbrechung der Infusion. 

Herz

Selten: lebensbedrohliche Reaktionen wie Arrhythmien, ventrikuläre Tachykardie, Herzversagen und QT-Verlängerungen. Es liegen vereinzelte Berichte über Torsades de pointes nach Verabreichung von Pentamidin-Diisethionat vor. Weitere seltene Reaktionen sind Palpitationen und EKG-Veränderungen.

In Einzelfällen: Bradykardie mit teilweise letalem Ausgang. 

Gefässe

Häufig: (orthostatische) Hypotonie (ca. 5%), teils lebensbedrohlich. Bei vorschriftsgemässer i.v. Anwendung (Infusion über wenigstens 2 Stunden) nicht häufiger als nach i.m. Applikation.

Gelegentlich: Synkope, Flush, Hypertonie und Vaskulitis. 

Störungen der Atemwege im Brustraum und Mediastinum

Sehr selten: Asthmaanfall. 

Gastrointestinale Störungen

Häufig: Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Diarrhö, Abdominalschmerzen.

Selten: Pankreatitis. 

Haut

Häufig: Hautausschläge.

Gelegentlich: makulopapulöse Exantheme, Urtikaria, Juckreiz. 

Muskelskelettsystem

Nach intramuskulärer Verabreichung von Pentamidin-Diisethionat wurde selten eine Rhabdomyolyse beobachtet. 

Nieren und Harnwege

Sehr häufig: Nierenfunktionsstörungen (ca. 25%) einschliesslich seltener Fälle von akutem Nierenversagen. Makrohämaturie. 

Reaktionen an der Applikationsstelle

Sehr häufig (bis zu 18%): Schmerzen, Entzündung, Verhärtung, v.a. bei i.m. Injektion. Abszesse bei sterilen entzündlichen Reaktionen und Gewebsnekrosen.

Gelegentlich: Phlebitiden bei i.v. Infusion. 

Untersuchungen

Sehr häufig: Bei mehr als 20% der AIDS-Patienten kann ein Anstieg des Kreatinins auf 2,4-6 mg/dl resp. 200-500 µmol/l gefunden werden.

Sehr häufig: (24%) wurde auch eine Azotämie registriert (BUN <50 mg/dl).

Häufig: pathologische Leberenzyme.

Elektrolytstörungen: siehe «Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen». 

Inhalation

Systemische Nebenwirkungen treten bei Inhalation deutlich seltener auf als bei systemischer Therapie. 

Blut und Lymphsystem

Hämatologische Nebenwirkungen wie unter parenteraler Verabreichung können gelegentlich nach Inhalation auftreten. 

Störungen des Immunsystems

Sehr selten: Überempfindlichkeitsreaktionen, darunter anaphylaktische Reaktionen und anaphylaktischer Schock mit teilweise letalem Ausgang, Angioödem, Quincke-Ödem, Stevens-Johnson-Syndrom, toxisch epidermale Nekrolyse, schwere Herxheimerreaktion. 

Endokrine Störungen

Sehr häufig: Hyperglykämie.

Gelegentlich: Hypoglykämie (1%). 

Stoffwechsel und Ernährungsstörungen

Gelegentlich: Hyperkaliämie und Hypokalzämie. 

Nervensystem

Sehr häufig (bis zu 50%): Benommenheit.

Häufig: Kopfschmerzen und gelegentlich Schwindel. 

Herz

Selten: Arrhythmien, Palpitationen und Herzversagen.

In Einzelfällen: Bradykardie.

Gefässe

Gelegentlich: Synkope, Flush, Hypertonie und Vaskulitis. 

Störungen der Atemwege im Brustraum und Mediastinum

Sehr selten: Asthmaanfall. 

Gastrointestinale Störungen

Sehr häufig: Geschmacksstörungen und Appetitlosigkeit (ca. 50-70%). Ein bitterer bzw. metallischer Geschmack tritt meist nur während der ersten Inhalation auf und kann mit Lutschbonbons nach der Inhalation beseitigt werden.

Sehr häufig (ca. 20%): Übelkeit und Erbrechen.

Häufig: Durchfall und Abdominalschmerzen.

Selten: Pankreatitis. 

Haut

Sehr häufig: Hautausschläge (bis zu 47%), gelegentlich Urtikaria, Juckreiz und makulopapulöse Exantheme. 

Atmungsorgane

Sehr häufig: Husten (38%), Bronchospasmus (15%) und Atemnot (ca. 70%). Dagegen können Antitussiva oder inhalative Bronchodilatatoren verwendet werden.

Sehr häufig: Pharyngitis, insbesondere bei höheren Konzentrationen (ca. 20%). Gegen ein brennendes Gefühl im Rachen und in der Luftröhre können Inhalationspausen und das Trinken von kaltem Wasser Abhilfe schaffen.

Gelegentlich: Pneumothorax. Ein Kausalzusammenhang mit Pentamidin Verabreichung konnte nicht nachgewiesen werden.

Sehr selten: eosinophile Pneumonie. 

Untersuchungen

Gelegentlich: pathologische Leberenzyme. Fieber.

Elektrolytstörungen: siehe oben.

Überdosierung

Die Therapie einer Überdosierung ist symptomatisch.

Herzrhythmusstörungen inkl. Torsades de pointes wurden nach Überdosierung mit Pentamidin-Diisethionat beobachtet.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: P01CX01

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Pentamidin entfaltet seine Wirkung durch Wechselwirkung mit der DNS, v.a. von Zellorganellen (Kinetoplasten von Trypanosomen und Leishmanien sowie von Mitochondrien), Eingriff in den Folsäuremetabolismus und Hemmung der RNS- und Proteinbiosynthese sowie der Glykolyse, resp. energieliefernder Prozesse. Der genaue Wirkmechanismus ist noch nicht völlig geklärt. 

Klinische Wirksamkeit

Pentamidin, ein aromatisches Diamidin, wird seit Jahren für verschiedene parasitäre Erkrankungen als Chemotherapeutikum verwendet. Es wurde primär zur Therapie für in den Tropen vorkommende Protozoen-Erkrankungen eingesetzt, dazu gehören die viscerale (Kala Azar) und kutane Leishmaniosis und das hämatolymphatische Frühstadium der Trypanosomiasis mit Trypanosoma gambiense als Erreger. Seit dem gehäuften Auftreten von Pneumocystis-carinii-Infektionen der Lungen wird es zunehmend für diese Indikation auch in unseren Breiten benötigt.

Bei Pneumocystis-carinii-Pneumonie manifestiert sich eine klinische Wirkung erst nach einigen Tagen. Ein Medikamentenwechsel wegen ungenügendem Ansprechen wird im Allgemeinen nicht vor 5 Tagen Therapie empfohlen. Eine Kombination mit Cotrimoxazol bei einer begrenzten Zahl von Patienten mit Pneumocystis-carinii-Pneumonien steigerte die Wirksamkeit nicht. 

In-vitro-Spektrum

Als empfindlich gelten: Pneumocystis carinii (in vitro HK 0,3-9 mg/l).

Empfindlich/mässig empfindlich: Trypanosoma brucei gambiense.

Mässig/wechselnd empfindlich: Leishmanien, Babesia.

Im Allgemeinen resistent: Trypanosoma cruzi, Erreger der Chagas-Krankheit.

Kreuzresistenz mit anderen Diamidinen ist bekannt.

Pharmakokinetik

Die vorhandenen Kenntnisse sind noch unvollständig.

Nach einer zweistündigen intravenösen Infusion von 4 mg Pentamidin-Isethionat pro kg Körpergewicht werden maximale Pentamidin-Plasmaspiegel von etwa 500 ng/ml erreicht. Die Plasmaspiegel fallen nach Beendigung der Infusion relativ rasch ab (2 resp. 6 Stunden später auf etwa 10% resp. 5%). Nach intramuskulärer Gabe werden maximale Plasmaspiegel von etwa 200 ng/ml nach 30 Minuten erreicht, die dann etwas weniger rasch abfallen (2,5 resp. 5,5 Std. später auf etwa 25% resp. 10%).

Folgende pharmakokinetische Parameter sind für beide Applikationsarten ermittelt worden: 

i.v. Gabei.m. Gabe
Plasma-Clearance (l/h)248 + 91305 + 81
Eliminationshalbwertszeit (h)6,4 + 1,39,4 + 2,0
Scheinbares Verteilungsvolumen (l)140 + 93924 + 404
Scheinbares Verteilungsvolumen im Steady State (l)821 + 5352'724 + 1'066
Renale Clearance (l/h)6,2 + 3,615,4 + 14,9

Entsprechend dem grossen Verteilungsvolumen scheint sich Pentamidin in gewissen Geweben wie Leber, Niere und Lunge anzureichern. Bei parenteraler Gabe werden signifikante Konzentrationen in der Lunge mutmasslich erst nach einigen Tagen erreicht. Infolge der Anreicherung in den Geweben wurde nach Mehrfachgabe im Urin eine Eliminations-HWZ von ca. einer Woche gefunden, welche somit den relevanteren Parameter darstellt als die Plasma-HWZ. Die Proteinbindung beträgt 69%. Über den Metabolismus von Pentamidin ist wenig bekannt. Nach einer Einmaldosis werden innerhalb von 24 Std. weniger als 10% unverändert renal eliminiert (Q0 ca. 0,9). Untersuchungen über Passage in Liquor, Plazenta und Muttermilch beim Menschen liegen nicht vor.

Präklinische Daten

Karzinogenese/Mutagenese

Pentamidin-Diisethionat kann prinzipiell mit der DNA interagieren. Die Substanz war jedoch in mehreren in-vitro und in-vivo-Mutagenitätstests unauffällig.

Langzeitstudien zur Kanzerogenität wurde nicht durchgeführt. 

Reproduktionstoxizität

Die teratologische Prüfung an Kaninchen zeigte eine geringe toxische Wirkung auf den Fetus, die teilweise durch den maternellen toxischen Effekt erklärt werden konnte.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Nach Rekonstitution mit Aqua ad inj. sollte Pentamidin-Disethionat nur mit Glukoselösung und physiologischer Kochsalzlösung (0,9%) gemischt werden. 

Haltbarkeit

Nach Rekonstitution ist das Präparat bei 2-8 °C aufzubewahren und innert 24 Stunden zu verwenden. 

Besondere Lagerungshinweise

Die Trockenampullen sind bei Raumtemperatur (15-25 °C) und lichtgeschützt aufzubewahren. 

Hinweise für die Handhabung

Parenterale Verabreichung

Der Inhalt einer Stechampulle (300 mg) wird in 3-5 ml Wasser für Injektionszwecke gelöst. Zur intravenösen Infusion wird die erforderliche Dosis resp. das entsprechende Volumen der wässrigen Lösung anschliessend mit 50-250 ml Glukoselösung oder isotonischer Kochsalzlösung (0,9%) gemischt. Die Infusion ist über einen Zeitraum von mindestens 2 Stunden dem liegenden Patienten unter strenger medizinischer Überwachung zu verabreichen. 

Inhalation

Die empfohlenen Dosierungen beruhen auf klinischen Studien, die mit dem Respirgard II-Vernebler (der Firma Marquest Medical Products Inc.) durchgeführt wurden. Diese Ergebnisse sind nicht ohne weiteres übertragbar. Andere geeignete Geräte sind das modifizierte Acorn System 22 der Firma Medic-Aid oder entsprechende Geräte mit Kompressor oder mittels Sauerstoffzufuhr von 6-10 L/Min. Es kann nicht gefolgert werden, dass andere Vernebler-Typen gleichermassen geeignet sind und zu den gleichen klinischen Ergebnissen führen würden. Da die Erreger bei der Pneumocystis carinii Pneumonie sich in den Alveolen befinden, ist es wichtig, dass die vernebelten Pentamidin-Teilchen auch dort ankommen und sich dort ablagern. Dies ist nur möglich, wenn sie eine Teilchengrösse zwischen 1 und 2 µm haben.

Bei unsachgemässer Inhalation (z.B. Ausatmen in die Raumluft, fehlender Ausatmungsfilter) kommt es zur Belastung der Raumluft mit Pentacarinat-Aerosol. Deshalb sollten aufgrund eines nicht auszuschliessenden toxischen Effektes auf den Foetus aus Sicherheitsgründen Patienten während der Inhalation von Pentacarinat nicht von schwangeren Frauen oder von Frauen, die keine adäquate Kontrazeption betreiben, betreut werden. Eine solche Gefahr besteht bei Pentacarinat in Aerosolform, nicht jedoch in flüssiger Form. Die Verneblung sollte in einem gut durchlüfteten Raum stattfinden. In diesem Raum dürfen sich während der Vernebelung nur Personen aufhalten, die genügend Schutzkleidung (Schutzmaske, Schutzbrille und Handschuhe) tragen.

Zulassungsnummer

50635 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

sanofi-aventis (schweiz) ag, 1214 Vernier/GE.

Stand der Information

Juni 2014.

Verwendung dieser Informationen

Die Informationen auf dieser Seite sind für Fachpersonal gedacht. Bei Fragen lassen Sie sich von einer Fachperson (z.B. Arzt oder Apotheker) beraten und lesen Sie die Packungsbeilage auf unserer Produktseite.