Omnitrope Patr Surepal Inj Loes 10 Mg/1.5ml 5 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff

Somatropinum ADNr.

Gentechnologisch (rekombinantes) humanes Wachstumshormon.

Hilfsstoffe

Omnitrope 5: Dinatrii phosphas heptahydricus, Natrii dihydrogenophosphas dihydricus, Poloxamer 188, Mannitolum, Conserv.: Alcohol benzylicus 9 mg/ml; Aqua ad iniectabilia.

Omnitrope 10: Dinatrii phosphas heptahydricus, Natrii dihydrogenophosphas dihydricus, Poloxamer 188, Glycinum, Conserv.: Phenolum 3 mg/ml; Aqua ad iniectabilia.

Omnitrope 15: Dinatrii phosphas heptahydricus, Natrii dihydrogenophosphas dihydricus, Poloxamer 188, Natrii chloridum, Conserv.: Phenolum 3 mg/ml; Aqua ad iniectabilia

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Injektionslösung:

1 Patrone Omnitrope 5 enthält 5 mg Somatropinum.

1 Patrone Omnitrope 10 enthält 10 mg Somatropinum.

1 Patrone Omnitrope 15 enthält 15 mg Somatropinum.

Omnitrope Injektionslösung ist eine klare, farblose Lösung.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Kinder

Zur Substitution bei nachgewiesener, unzureichender endogener Wachstumshormonsekretion (hypophysärer Minderwuchs) bei Kindern.

Minderwuchs bei Kindern mit Turner-Syndrom.

Wachstumsstörungen bei Kindern infolge chronischer Niereninsuffizienz.

Andere Ursachen von Minderwuchs sollten ausgeschlossen sein.

Prader-Willi-Syndrom (PWS), zur Verbesserung des Wachstums und der Körperzusammensetzung in Kombination mit einer hypokalorischen Diät. Die Diagnose PWS sollte durch geeignete genetische Untersuchungen bestätigt werden.

Langzeitbehandlung von Wachstumsstörungen bei Kindern mit intrauterinem Kleinwuchs (SGA), die den Wachstumsrückstand bis zum zweiten Lebensjahr nicht aufgeholt haben.

Erwachsene

Mangel von Wachstumshormon (GH) beim Erwachsenen infolge hypothalamischer oder hypophysärer Erkrankung, mit Beginn im Kindes- oder Erwachsenenalter.

Beginn im Erwachsenenalter: Patienten mit schwerem GH-Mangel in Verbindung mit anderen Hormonausfällen infolge von bekannten Erkrankungen des Hypothalamus oder der Hypophyse, und mindestens einem bekannten Hormonausfall der Hypophyse ausser Prolactin. Zur Diagnose bzw. zum Ausschluss eines GH-Mangels sollte bei diesen Patienten ein geeigneter dynamischer Test durchgeführt werden.

Beginn in der Kindheit: Patienten mit angeborenem, genetisch bedingtem, erworbenem oder idiopathischem GH-Mangel in der Kindheit. Nach Abschluss des Längenwachstums sollte bei Patienten, bei denen der GH-Mangel bereits in der Kindheit festgestellt wurde, die Fähigkeit zur GH-Ausschüttung erneut geprüft werden. Bei Patienten mit höchstwahrscheinlich persistierendem GH-Mangel, z.B. mit angeborenem GH-Mangel oder einem GH-Mangel infolge von hypophysären/hypothalamischen Erkrankungen bzw. eines Infarkts, ist ein Insulin-like-Growth-Factor-I (IGF-I)-SDS (Standard-Deviation-Score) von <–2 nach einer mindestens 4-wöchigen Pause der GH-Therapie als ausreichender Beleg eines ausgeprägten GH-Mangels anzusehen.

Alle übrigen Patienten sollten einer IGF-I-Testung und einem GH-Stimulationstest unterzogen werden.

Dosierung/Anwendung

Eine Behandlung mit Somatropin sollte nur von einem Facharzt durchgeführt werden, der mit Diagnose und Behandlung von Wachstumsstörungen vertraut ist.

Die Dosierung erfolgt individuell.

Übliche Dosierung

Bei hypophysärem Kleinwuchs

Generell wird eine Dosis von 0,025–0,035 mg/kg Körpergewicht pro Tag oder 0,7–1,0 mg/m² Körperoberfläche pro Tag empfohlen.

Bei unzureichendem Behandlungserfolg kann die Dosis individuell gesteigert werden. Eine Erhöhung der Dosierung sollte frühestens nach 6 Monaten Behandlung in Betracht gezogen werden und sollte 40% nicht überschreiten.

Bei einem GH-Mangel, welcher bereits in der Kindheit festgestellt wurde und ins Jugendalter hinein andauert, sollte die Behandlung mit dem Ziel fortgesetzt werden, eine vollständige körperliche (somatische) Entwicklung zu erreichen (z.B. Körperzusammensetzung, Knochendichte). Als Parameter für die Kontrolle der Therapieziele während der Übergangsphase dient das Erreichen einer normalen maximalen Knochendichte, definiert als ein T-Score >–1 (z.B. standardisiert auf die durchschnittliche Knochendichte eines Erwachsenen gemessen mittels DEXA-Verfahren (Dual-Röntgen-Absorptiometrie), unter Berücksichtigung von Geschlecht und ethnischer Herkunft). Dosierungshinweise siehe unten im entsprechenden Abschnitt.

Bei Prader-Willi-Syndrom (PWS)

Generell wird eine Dosis von 0,035 mg/kg Körpergewicht pro Tag oder 1,0 mg/m² Körperoberfläche pro Tag empfohlen. Eine tägliche Dosis von 2,7 mg soll nicht überschritten werden. Kinder mit einer Wachstumsgeschwindigkeit von weniger als 1 cm pro Jahr und baldigem Epiphysenschluss sollten nicht behandelt werden. Der Kohlenhydratstoffwechsel ist zu kontrollieren.

Bei Turner-Syndrom

Empfohlen wird eine Dosis von 0,045–0,050 mg/kg Körpergewicht pro Tag oder 1,4 mg/m² Körperoberfläche pro Tag.

Bei Turner-Patientinnen ist bisher nicht definiert, in welchem Altersjahr die Behandlung begonnen werden sollte. Insbesondere sind bisher keine Daten verfügbar, die gestatten würden, von einem Behandlungsbeginn im Kleinkindalter eine bessere Wirkung auf die Erwachsenenendgrösse zu erwarten als von einem Behandlungsbeginn in der Vorpubertät.

Bei Wachstumsstörungen infolge chronischer Niereninsuffizienz

Empfohlen wird eine Dosis von 1,4 mg/m² Körperoberfläche pro Tag (entspricht etwa 0,045–0,050 mg/kg Körpergewicht pro Tag). Höhere Dosen können benötigt werden, wenn die Wachstumsgeschwindigkeit zu gering ist. Eine Erhöhung der Dosierung sollte frühestens nach 6 Monaten Behandlung in Betracht gezogen werden und sollte 30% nicht überschreiten.

Bei Kindern mit intrauterinem Kleinwuchs (SGA)

Empfohlen wird eine Dosis von 0,033–0,067 mg/kg Körpergewicht pro Tag oder 1,0–2,0 mg/m² Körperoberfläche pro Tag.

Bei Erwachsenen mit Wachstumshormonmangel

Bei Patienten, welche die GH-Therapie nach einem GH-Mangel in der Kindheit fortsetzen, wird empfohlen, die Behandlung mit einer Dosis von 0,2 bis 0,5 mg/Tag neu aufzunehmen. Die Dosis sollte den individuellen Bedürfnissen des Patienten entsprechend, und basierend auf der Bestimmung der IGF-I Konzentration, schrittweise erhöht bzw. reduziert werden.

Bei Patienten, bei denen der GH-Mangel erst im Erwachsenenalter festgestellt wird, beträgt die empfohlene Startdosis 0,15–0,30 mg pro Tag. Die Dosis sollte den individuellen Bedürfnissen des Patienten entsprechend, und basierend auf der Bestimmung der IGF-I Konzentration, schrittweise eingestellt werden. Alter und Geschlecht sind bei der Einstellung zu berücksichtigen.

In beiden Fällen sollte die Dosierung anhand von IGF-I-Messungen kontrolliert werden. Die klinische Reaktion sowie auftretende Nebenwirkungen sollten als Orientierung bei der Dosistitration einbezogen werden.

Patienten mit GH-Mangel, deren IGF-I-Spiegel sich trotz guten klinischen Ansprechens nicht normalisieren, und die daher auch keine Dosissteigerung benötigen, sind bekannt.

Die tägliche Erhaltungsdosis übersteigt selten 1,33 mg pro Tag. Frauen können höhere Dosen benötigen als Männer. Da die normale endogene Produktion von Wachstumshormon mit dem Alter sinkt, kann auch der Bedarf mit zunehmendem Alter abnehmen. Die Dauer der Behandlung beim Erwachsenen ist unbestimmt. In jährlichen Abständen ist fachärztlich zu überprüfen, ob die Behandlung dem Patienten einen reellen klinischen Gewinn bringt und demnach eine Weiterbehandlung sinnvoll ist.

Bei Patienten über 60 Jahre sollte die Behandlung mit Dosen von 0,1–0,2 mg pro Tag begonnen und je nach individuellem Bedarf langsam gesteigert werden. Dabei sollte jeweils die kleinste wirksame Dosis eingesetzt werden. Die tägliche Erhaltungsdosis übersteigt bei diesen Patienten selten 0,5 mg pro Tag.

Tagesdosis

mg/kgKörpergewicht

mg/m²Körperoberfläche

Wachstumshormonmangel bei Kindern

0,025–0,035

0,7–1,0

Prader-Willi-Syndrom bei Kindern

0,035

1,0

Turner-Syndrom

0,045–0,050

1,4

Chronische Niereninsuffizienz

0,045–0,050

1,4

Kinder mit intrauterinem Kleinwuchs (SGA)

0,033–0,067

1,0–2,0

Dosismg/Tag Startdosismg/Tag Erhaltungsdosisübersteigt selten
Fortsetzung der Behandlung nach Wachstumshormonmangel in Kindheit0,20–0,50
Wachstumshormonmangel bei Erwachsenen0,15–0,301,33
Wachstumshormonmangel bei Erwachsenen >600,10–0,200,50

Dauer der Anwendung

Bei der Behandlung von Wachstumsstörungen mit Omnitrope handelt es sich um eine kontinuierliche Langzeitbehandlung, die unter regelmässiger Kontrolle bis zum gewünschten klinischen Erfolg bzw. bis zum Epiphysenschluss fortgesetzt werden kann.

Bei Kindern und Jugendlichen mit chronischer Niereninsuffizienz ist die Behandlung nach einer Nierentransplantation unabhängig vom Alter zu beenden.

Hinweise zur Anwendung

Omnitrope wird subkutan verabreicht.

Die Injektionsstelle sollte täglich gewechselt werden, um eine Lipoatrophie zu vermeiden.

Falls eine Dosis vergessen wurde, sollte die Therapie am darauffolgenden Tag wie gewohnt weitergeführt werden. Auf keinen Fall dürfen zwei Dosen am gleichen Tag verabreicht werden.

Kontraindikationen

Bekannte Überempfindlichkeit auf einen der Inhaltsstoffe von Omnitrope. Vorliegen eines aktiven Tumors und/oder aktiver intrakranieller Läsionen, bestehende Tumortherapie. Schwangerschaft, Stillzeit.

Kinder mit Down- oder Bloom-Syndrom oder Fanconi-Anämie sowie kritisch kranke Patienten mit Komplikationen nach offenen Herz- oder abdominalen Operationen, Polytrauma oder akuter respiratorischer Insuffizienz sollten nicht mit Omnitrope behandelt werden.

Bei Kindern und Jugendlichen mit geschlossenen Epiphysen ist Omnitrope unwirksam.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Es gab Berichte über Todesfälle im Zusammenhang mit der Behandlung durch Wachstumshormon bei pädiatrischen Patienten mit Prader-Willi-Syndrom, welche einen oder mehrere der folgenden Risikofaktoren aufwiesen: Schwere Obesitas (das Verhältnis Gewicht/Grösse übersteigt 200% des Medianwertes von Kindern gleicher Körpergrösse), Atembeschwerden oder Schlafapnoe in der Anamnese oder eine nicht diagnostizierte Atemwegsinfektion. Bei Patienten mit einem oder mehreren dieser Faktoren könnte ein erhöhtes Risiko bestehen.

Patienten mit Prader-Willi-Syndrom müssen vor Beginn der Behandlung mit Somatropin auf Anzeichen einer Obstruktion der oberen Atemwege, Schlafapnoen oder Atemwegsinfektionen untersucht werden.

Wenn sich aufgrund pathologischer Befunde der Verdacht auf eine Obstruktion der oberen Atemwege ergibt, muss das Kind vor Beginn der Wachstumshormon-Therapie an einen ORL-Spezialisten zur weiteren Abklärung und Therapie der Atemwegsbeschwerden überwiesen werden.

Schlafapnoen müssen vor Beginn der Wachstumshormon-Therapie durch anerkannte Methoden wie Polysomnographie oder nächtliche Oxymetrie untersucht und gegebenenfalls weiter überwacht werden.

Falls ein Patient während der Therapie mit Somatropin Anzeichen für eine Obstruktion der oberen Atemwege entwickelt (einschliesslich beginnendes oder zunehmendes Schnarchen), muss die Therapie unterbrochen und erneut eine ORL-ärztliche Untersuchung durchgeführt werden.

Bei Verdacht auf Schlafapnoe ist eine entsprechende Überwachung und wenn nötig Behandlung erforderlich.

Alle Patienten mit Prader-Willi-Syndrom müssen auf Anzeichen von Atemwegsinfektionen überwacht werden, die so früh als möglich diagnostiziert und aggressiv behandelt werden müssen.

Bei allen Patienten mit Prader-Willi-Syndrom muss vor und während der Wachstumshormon Therapie eine effektive Gewichtskontrolle erfolgen.

PWS-Patienten sollten immer in Kombination mit einer kalorienreduzierten Diät behandelt werden.

Bei PWS-Patienten sind Skoliosen häufig. Skoliosen können bei jedem schnellwachsenden Kind voranschreiten. Symptome von Skoliosen sollten während der Behandlung überwacht werden. Es gibt jedoch bis jetzt keine Hinweise, dass eine Behandlung mit Wachstumshormon den Schweregrad oder die Inzidenz einer Skoliose erhöht.

Erfahrungen bei der Langzeitbehandlung von Erwachsenen und von Patienten mit Prader-Willi-Syndrom sind begrenzt.

Bei Patienten mit endokrinen Störungen, einschliesslich solcher mit Wachstumshormonmangel, besteht ein erhöhtes Risiko einer Epiphyseolysis capitis femoris, und bei kleinwüchsigen Patienten tritt eine Perthes-Calvé-Legg-Krankheit gehäuft auf. Der Arzt und die Eltern sollten auf das mögliche Auftreten von sich langsam verstärkendem Hinken, von Hüft- und Knieschmerzen und/oder einer Einschränkung der Gelenkbeweglichkeit achten. Besonders Patientinnen mit Turner-Syndrom sollten in regelmässigen Abständen und besonders beim Auftreten von Knochenschmerzen auf Anzeichen einer Epiphyseolyse oder einer Scheuermann-Krankheit untersucht werden.

Während der Behandlung mit Somatropin wurde infolge der erhöhten peripheren Dejodierung von Thyroxin eine verstärkte Konversion von T4 zu T3 beobachtet. Im Allgemeinen blieben die peripheren Thyroidspiegel jedoch innerhalb der Normbereiche für Gesunde. Die Wirkung von Somatropin auf die Schilddrüsenhormonspiegel kann bei Patienten mit zentraler subklinischer Hypothyreose, bei denen sich theoretisch Hypothyreose entwickeln könnte, klinisch relevant sein. Eine unbehandelte Hypothyreose kann die Wirkung von Omnitrope beeinträchtigen. Deshalb sollte die Schilddrüsenfunktion nach Beginn der Somatropin-Behandlung und nach Dosisanpassungen kontrolliert werden. Gegebenenfalls ist zusätzlich zu Omnitrope Schilddrüsenhormon zu verabreichen.

Somatropin reduziert die Empfindlichkeit auf Insulin, weshalb Patienten auf Anzeichen von Glucoseintoleranz beobachtet werden sollten. In seltenen Fällen kann die Somatropin-Therapie eine genügend grosse Glucoseintoleranz hervorrufen, die die Kriterien für einen Typ II Diabetes mellitus erfüllt. Das Risiko während der Behandlung mit Somatropin Diabetes zu entwickeln ist bei denjenigen Patienten am grössten, die andere Risikofaktoren für Typ II Diabetes mellitus aufweisen, wie z.B. Obesitas, familiäre Veranlagung, Behandlung mit Steroiden oder vorbestehende verminderte Glucosetoleranz. Bei Patienten mit vorbestehendem Diabetes mellitus sollte deshalb die Gabe von Omnitrope nur unter strenger ärztlicher und laborchemischer Überwachung erfolgen. Die Dosierung der antidiabetischen Therapie muss nach Beginn der Somatropin-Behandlung allenfalls angepasst werden.

Bei schweren oder rezidivierenden Kopfschmerzen, Sehstörungen, Übelkeit und/oder Erbrechen sollte eine Funduskopie zur Erkennung eines Papillenödems durchgeführt werden. Bei Vorliegen eines Papillenödems muss eine benigne intrakraniale Hypertonie in Betracht gezogen werden und, falls nötig, die Therapie mit Wachstumshormon abgebrochen werden. Verbindliche Empfehlungen zur Wiederaufnahme der Behandlung nach Abklingen der Symptome können zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht gegeben werden. Falls die Wachstumshormonbehandlung weitergeführt wird, ist eine sorgfältige Überwachung notwendig.

Die Erfahrungen bei Patienten über 60 Jahren sind beschränkt. Ältere Patienten reagieren u.U. empfindlicher auf die Wirkung von Somatropin; daher kann es bei ihnen eher zu Nebenwirkungen kommen.

Bei der Behandlung von Wachstumshormonmangel als Sekundärfolge einer Tumorbehandlung muss der Patient auf mögliche Rezidive hin überwacht werden. Dies obwohl die Tumor-Rezidivrate bei hGH-Substitutionstherapie nach dem heutigen Stand der Wissenschaft nicht erhöht ist.

Bei Vorliegen einer kompletten oder partiellen Hypophysenvorderlappeninsuffizienz kann eine Substitutionstherapie mit zusätzlichen Hormonen (z.B. Glucokortikoiden) notwendig sein. In diesem Fall muss die Dosis dieser Zusatztherapie besonders sorgfältig eingestellt werden, um eine Wachstumshemmung zu verhindern.

Die Wirkung von Somatropin auf die Genesung Schwerkranker wurde in zwei placebokontrollierten Studien mit 522 erwachsenen Patienten mit Komplikationen nach offenen Herz- oder abdominalen Operationen, Polytrauma oder akuter respiratorischer Insuffizienz untersucht. Die Mortalität war höher bei Patienten, die täglich mit 5,3 oder 8 mg Somatropin behandelt wurden, als bei Patienten der Placebo-Gruppe (41,9% vs. 19,3%). Daher sollten solche Patienten nicht mit Omnitrope behandelt werden. Da keine Angaben über Sicherheit bei der Substitutionstherapie mit Wachstumshormon bei kritisch kranken Patienten vorliegen, müssen wie bei allen Patienten, die einen anderen oder ähnlichen kritischen Zustand entwickeln, die erwarteten Vorteile einer fortgesetzten Behandlung gegen die potenziellen Nachteile abgewogen werden.

Chronische Niereninsuffizienz

Vor der Verordnung einer Omnitrope-Therapie sollte ein Nierenfunktionstest durchgeführt werden. Der GFR-Wert sollte dabei unter 50% des Normalwertes liegen. Damit Wachstumsstörungen erkannt und bestätigt werden können, sollte das Wachstum während einem Jahr verfolgt werden. Die Behandlung der chronischen Niereninsuffizienz sollte während der Wachstumshormontherapie wie üblich weitergeführt werden.

Interaktionen

Der therapeutische Effekt bei hypophysärem Minderwuchs kann bei einer gleichzeitig durchgeführten Glucokortikoidbehandlung eingeschränkt sein.

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Östrogenen, Androgenen, Anabolika oder Gonadotropinen kann es zu einer additiven Wirkung auf die Knochenreifung kommen. Die Gabe von Somatropin kann die Clearance von Substanzen erhöhen, die durch das Cytochrom P450 3A4 (z.B. Geschlechtshormone, Kortikosteroide, Antikonvulsiva und Ciclosporin) metabolisiert werden. Die klinische Bedeutung ist unklar.

Schwangerschaft/Stillzeit

Die klinische Erfahrung bei schwangeren Frauen ist beschränkt. Reproduktionsstudien bei Tieren ergaben keine Hinweise auf Schädigungen der Föten. Da die Auswirkungen eines Konzentrationsschubes von Wachstumshormonen auf spezifische Stadien der Embryogenese bzw. des fötalen Wachstums bisher ungeklärt sind, darf Omnitrope während der Schwangerschaft nicht verabreicht werden.

Über den Übergang von hGH in die Muttermilch liegen keine Angaben vor. Auch wenn die Absorption von intaktem Protein aus dem Gastrointestinaltrakt des Kindes unwahrscheinlich ist, ist aus Vorsichtsgründen bei der Gabe dieses Arzneimittels abzustillen.

Während einer normalen Schwangerschaft sinken die endogenen Wachstumshormonspiegel nach der 20. Schwangerschaftswoche signifikant ab und normalisieren sich wieder bis zur 30. Schwangerschaftswoche. Vor diesem Hintergrund ist es unwahrscheinlich, dass eine Somatropin-Ersatztherapie im dritten Trimester notwendig ist.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt.

Unerwünschte Wirkungen

Ein Defizit an extrazellulärem Volumen ist charakteristisch bei Patienten mit einem Wachstumshormonmangel. Nach Beginn der Behandlung mit Somatropin wird dieses Defizit rasch korrigiert. Bei Erwachsenen treten Flüssigkeitsretention mit peripheren Ödemen sowie Steifheit der Extremitäten, Gelenkschmerzen (Arthralgie), Myalgie und Parästhesie in 1–10% der Fälle auf. Im Allgemeinen werden diese unerwünschten Wirkungen als mild bis moderat beurteilt, treten zu Beginn der Behandlung auf und klingen entweder spontan oder bei Dosisreduktion wieder ab.

Die Häufigkeit dieser unerwünschten Wirkungen ist abhängig von der verabreichten Dosis, vom Alter des Patienten und wahrscheinlich umgekehrt proportional zum Alter des Patienten bei Einsetzen des Wachstumshormonmangels. Bei Kindern treten solche unerwünschten Wirkungen gelegentlich auf (in 0,1–1% der Fälle).

Nachstehend sind die unerwünschten Wirkungen geordnet nach Systemorganklassen und gemäss den folgenden Häufigkeitsangaben dargestellt:

Sehr häufig (>1/10), häufig (>1/100, <1/10), gelegentlich (>1/1000, <1/100), selten (>1/10'000, <1/1000), sehr selten (<1/10'000).

Neoplasmen

Sehr selten: Leukämie bei Kindern mit hypophysärem Kleinwuchs. Die Inzidenz scheint jedoch mit derjenigen bei Kindern ohne Wachstumshormonmangel vergleichbar zu sein.

Immunsystem

Häufig: Antikörperbildung gegen Somatropin. Die Bindungskapazität dieser Antikörper war gering, und ihre Bildung wurde nicht mit klinischen Veränderungen in Zusammenhang gebracht. Falls der Patient nicht auf die Behandlung anspricht, sollen jedoch die Antikörper gegen Wachstumshormon gemessen werden.

Endokrine Störungen

Selten:

Typ II Diabetes mellitus.

Hyperthyreose.

Erhöhung der Blutglucosespiegel (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Gynäkomastie und frühzeitige Thelarche.

In einigen Fällen erfolgte eine spontane Resolution obwohl die Behandlung weitergeführt wurde.

Reduzierte Cortisol-Serumspiegel wahrscheinlich durch Beeinflussung der Plasmaproteine.

Verlagerungen zu freiem Cortisol im Serum wurden jedoch nicht beobachtet. Die klinische Relevanz dieses Befundes scheint jedoch unbedeutend zu sein.

Nervensystem

Häufig: Bei Erwachsenen: Parästhesie.

Gelegentlich: Bei Erwachsenen: Karpaltunnelsyndrom; bei Kindern: Parästhesie.

Selten: Benigne intrakranielle Hypertonie (Pseudotumor cerebri).

Bei niereninsuffizienten Kindern unter Somatropin tritt eine benigne intrakranielle Hypertonie mit einer Inzidenz von 0,9% etwa 10-mal häufiger auf als bei Anwendung von Somatropin in anderen Indikationen.

Haut

Selbstlimitierte Progression von pigmentierten Naevi wurde beobachtet.

Muskelskelettsystem

Häufig: Bei Erwachsenen: Steifheit in den Extremitäten, Arthralgie, Myalgie.

Gelegentlich: Bei Kindern: Steifheit in den Extremitäten, Arthralgie, Myalgie.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Häufig: Vorübergehende lokale Hautreaktionen an der Injektionsstelle bei Kindern. Bei Erwachsenen: Periphere Ödeme.

Gelegentlich: Bei Kindern: Periphere Ödeme.

Es gab Berichte über Einzelfälle von Schlafapnoe bei Patienten mit Prader-Willi-Syndrom.

Nach Markteinführung wurden seltene Fälle von plötzlichem Tod bei Patienten mit Prader-Willi-Syndrom unter Somatropin-Behandlung beschrieben, es konnte jedoch kein kausaler Zusammenhang nachgewiesen werden.

Überdosierung

Eine akute Überdosierung könnte zunächst zu Hypoglykämie führen, der eine Hyperglykämie folgt. Eine Langzeit-Überdosierung könnte eine Akromegalie verursachen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: H01AC01

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Omnitrope enthält Somatropin (r-hGH), ein Polypeptid mit 191 Aminosäuren, welches in chemischer Zusammensetzung und Struktur mit dem hypophysären menschlichen Wachstumshormon völlig identisch ist. Es wird gentechnologisch in reinster Form in E. coli Bakterien hergestellt.

Bei Kindern mit ungenügender Produktion von endogenem Wachstumshormon stimuliert Somatropin das Längenwachstum und erhöht die Wachstumsrate. Diese Wirkung wird über eine Stimulierung der insulinähnlichen Wachstumsfaktoren (IGF, Somatomedine) vermittelt.

Neben seiner wachstumsfördernden Wirkung stimuliert Somatropin die Zellteilung, die Aufnahme von Aminosäuren, die Proteinsynthese und die Lipolyse, und es reduziert die Glucoseverwertung (Anti-Insulinwirkung).

Beruht der Minderwuchs auf dem Unvermögen, IGF (Somatomedine) zu bilden oder auf dem Fehlen ihrer Rezeptoren, so ist durch eine exogene Zufuhr von Somatropin keine therapeutische Wirkung zu erwarten. Die Serumkonzentrationen von IGF-1 (Insulin-like Growth Factor-1) und IGFBP3 (Insulin-like Growth Factor Binding Protein 3) werden durch Somatropin erhöht.

Klinische Wirksamkeit

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Somatropin bei der Behandlung von Kindern mit intrauterinem Kleinwuchs (SGA) wurde in 4 randomisierten, offenen Studien untersucht. Die Behandlungsregimes variierten zwischen den Studien und schlossen in einigen Gruppen Perioden ohne Behandlung ein (unterbrochene Behandlungen). Während der ersten 24 Monate wurden die Kinder zwischen 2 und 9 Jahren mit Dosen von 0,033 mg/kg/Tag, 0,067 mg/kg/Tag oder 0,1 mg/kg/Tag behandelt. Für die restlichen 48 Monate waren die Dosen 0,033 mg/kg/Tag oder 0,067 mg/kg/Tag.

Veränderung des Standard-Deviation-Score (SDS) der Körperlänge pro Behandlungsgruppe von Baseline bis 72 Monate. Mittelwert ± SEM.

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Die Abbildung zeigt, dass die kontinuierliche Behandlung über 72 Monate wirksam und dosisabhängig ist. Bei Patienten, die nur während der ersten 24 Monate behandelt wurden, sank der Standard-Deviation-Score (SDS) der Körperlänge zwischen 24 und 72 Monaten wieder ab. Bei Patienten, die nach 24 Monaten nur zeitweise behandelt wurden, blieb der Standard-Deviation-Score (SDS) der Körperlänge mehr oder weniger unverändert. Der Abbruch der Behandlung führte zu einem Verlust des Wachstumsvorteils.

Die Auswirkungen von Wachstumshormonmangel beim Erwachsenen werden durch Somatropin wie folgt beeinflusst:

Keiner der nachfolgend aufgeführten Parameter wurde in doppelblinden, statistisch validierten Untersuchungen eindeutig belegt, sondern stellt eine Beschreibung der in 2 gepoolten kontrollierten und 3 unkontrollierten Studien an insgesamt 110 Patienten gewonnenen Daten dar.

Zentrale Obesitas: wird leicht vermindert.

Fettfreie Masse: wird leicht erhöht.

Gesamtfettmasse: bleibt unverändert.

Knochendichte (BMD): Nach initial leichtem Abbau erfolgt in der Regel nach 1–2 Jahren eine Zunahme. Frakturdaten liegen nicht vor.

Plasmalipide: Verminderung von Gesamtcholesterin und LDL, Erhöhung von HDL. Die klinische Relevanz dieser Veränderungen ist nicht geklärt.

Muskelkraft und kardiovaskuläre Leistungsfähigkeit: kein Einfluss.

Subjektive Lebensqualität: variabler insignifikanter Einfluss.

Mortalität (gesamte und kardiovaskuläre): Es liegen keine Daten vor.

Pharmakokinetik

Absorption

Etwa 80% des subkutan verabreichten Somatropin werden sowohl von Gesunden wie auch von Patienten mit Wachstumshormonmangel absorbiert. Eine subkutane Dosis von 0,035 mg/kg Somatropin führt zu folgenden Plasmawerten: Cmax = 13–35 ng/ml, tmax = 3–6 Stunden.

Elimination

Die mittlere Halbwertszeit von Somatropin nach intravenöser Verabreichung bei Erwachsenen mit Wachstumshormonmangel beträgt etwa 0,4 Stunden. Nach subkutaner Verabreichung beträgt die Halbwertszeit etwa 2–3 Stunden. Dieser Unterschied ist durch die langsame Absorption von der Injektionsstelle bei subkutaner Verabreichung zu erklären.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Die absolute Bioverfügbarkeit von Somatropin nach subkutaner Verabreichung scheint bei Frauen und Männern vergleichbar zu sein.

Pharmakokinetische Daten über Somatropin bei geriatrischen und pädiatrischen Patientenpopulationen verschiedener Ethnien oder solchen mit Nieren-, Leber- oder Herzinsuffizienz sind bisher nicht verfügbar.

Präklinische Daten

In präklinischen In-vitro- und In-vivo-Genotoxizitätsstudien wurden keine Genmutationen und Chromosomenaberration und in einer Humanstudie zur Langzeitbehandlung mit Somatropin wurde kein Anstieg von Chromosomenanomalien in Lymphozyten beobachtet.

Studien zur allgemeinen Toxizität, lokalen Verträglichkeit und Reproduktionstoxizität erbrachten keine Hinweise auf klinisch relevante Effekte.

Untersuchungen in vitro und in vivo zu Genmutationen und Induktion von Chromosomenaberrationen verliefen negativ.

Eine erhöhte Chromosomenfragilität wurde nach Zugabe des Radiomimetikums Bleomycin in einer In-vitro-Studie mit Lymphozyten von Patienten nach Somatropin-Langzeitbehandlung festgestellt. Die klinische Bedeutung ist unklar.

Eine weitere Studie mit Lymphozyten von Patienten nach Somatropin-Langzeitbehandlung zeigte keine erhöhte Chromosomenanomalie.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Da keine Verträglichkeitsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP.» bezeichneten Datum (Jahr/Monat/Tag) verwendet werden. Nach der ersten Anwendung innerhalb von 28 Tagen verbrauchen.

Besondere Lagerungshinweise

Im Kühlschrank (2–8 °C) und vor Licht geschützt aufbewahren. Nicht einfrieren. Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Hinweise für die Handhabung

Omnitrope 5, 10, 15 sind zur Verwendung mit den Injektionsgeräten Omnitrope Pen 5, Omnitrope Pen 10 respektive SurePal™ 5, SurePal™ 10, SurePal™ 15 bestimmt.

Die Glaspatronen für Omnitrope 5, 10, 15 zur Verwendung mit den Injektionsgeräten SurePal™ 5, 10 und 15 sind über einen Kunststoffmechanismus fest in ein transparentes Behältnis montiert und unterscheiden sich darin von den Omnitrope 5 und 10 Patronen für die Anwendung mit dem Omnitrope Pen 5 und 10. Diese fest verbundene Patroneneinheit verfügt über ein Gewinde an einem Ende für die Befestigung der Injektionsnadel.

Der Omnitrope Pen 5 wird für Omnitrope 5 und mit einer BDTM Pen-Nadel (29 G × 12,7 mm oder 31 G × 8 mm oder 31 G × 5 mm) verwendet. Der Pen kann in 0,05 mg Schritten auf jede Dosis bis max. 2,7 mg eingestellt werden.

Der SurePal™ 5 (Pen) wird für Omnitrope 5 (nur zur Verwendung mit SurePal™) und mit einer BDTM Pen-Nadel (29 G × 12,7 mm oder 31 G × 8 mm oder 31 G × 5 mm) verwendet. Der Pen kann in 0,05 mg Schritten auf jede Dosis bis max. 2,7 mg eingestellt werden.

Der Omnitrope Pen 10 wird für Omnitrope 10 und mit einer BDTM Pen-Nadel (29 G × 12,7 mm oder 31 G × 8 mm oder 31 G × 5 mm) verwendet. Der Pen kann in 0,1 mg Schritten auf jede Dosis bis max. 5,4 mg eingestellt werden.

Der SurePal™ 10 (Pen) wird für Omnitrope 10 (nur zur Verwendung mit SurePal™) und mit einer BDTM Pen-Nadel (29 G × 12,7 mm oder 31 G × 8 mm oder 31 G × 5 mm) verwendet. Der Pen kann in 0,1 mg Schritten auf jede Dosis bis max. 5,4 mg eingestellt werden.

Der SurePal™ 15 (Pen) wird für Omnitrope 15 (nur zur Verwendung mit SurePal™)und mit einer BDTM Pen-Nadel (29 G × 12,7 mm oder 31 G × 8 mm oder 31 G × 5 mm) verwendet. Der Pen kann in 0,1 mg Schritten auf jede Dosis bis max. 5,4 mg eingestellt werden (siehe detaillierte Anleitungen zu Omnitrope Pen 5, Omnitrope Pen 10 respektive SurePal™ 5, SurePal™ 10 und SurePal™ 15).

Zulassungsnummer

61306 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Sandoz Pharmaceuticals AG, Risch.

Domizil

6343 Rotkreuz.

Stand der Information

November 2014.

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