Nivaquine Tabl 100 Mg 100 Stk
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Dieses Medikament gehört zur Abgabekategorie B und ist daher rezeptpflichtig. Wenn Sie von einem Arzt ein Rezept erhalten haben, können Sie uns dieses per Post senden worauf wir Ihnen das Medikament zuschicken werden.Genauere Informationen

Was ist Nivaquine und wann wird es angewendet?

Nivaquine darf nur auf Verschreibung des Arztes bzw. der Ärztin eingenommen werden.

Nivaquine ist ein Malariamittel und wird sowohl zur Vorbeugung als auch zur Behandlung einer Malariaerkrankung angewendet.

Malaria ist eine Infektionskrankheit, die in tropischen und subtropischen Ländern weit verbreitet ist. Die Übertragung der Malariaerreger erfolgt beim Stich einer infizierten Anopheles-Mücke. Frühestens eine Woche nach dem Stich der Mücke treten Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen auf. In leichteren Fällen gleichen diese Erscheinungen denjenigen einer Grippe und können auch noch Monate nach dem Aufenthalt auftreten. Schwere Fälle können lebensbedrohlich sein und müssen sofort behandelt werden. Der Wirkstoff von Nivaquine (Chloroquin) bewirkt eine Abtötung der Malariaerreger im Blut des Menschen und behebt die Symptome, v.a. das Fieber. Neben dieser Wirkung gegen Malariaerreger ist Nivaquine auch wirksam bei gewissen entzündlichen Gelenkerkrankungen (chronische Polyarthritis).

Was sollte dazu beachtet werden?

Wichtig zum Schutz vor Malaria ist auch, sich vor Mückenstichen zu schützen. Anopheles-Mücken stechen vor allem vom Einbruch der Dämmerung an bis zum Tagesanfang. Es empfiehlt sich daher, in dieser Zeit

  • Mückenschutzmittel zu verwenden,
  • Kleider zu tragen, die die Haut möglichst bedecken,
  • nachts in nicht vor Mücken geschützten Schlafräumen ein Moskitonetz zu verwenden.

Wann darf Nivaquine nicht angewendet werden?

Nivaquine darf nicht eingenommen werden, wenn Sie auf den Wirkstoff Chloroquin oder andere 4-Aminochinolinderivate überempfindlich reagieren oder wenn Sie an Glucose-6-Phosphatdehydrogenase-Mangel (Favismus), Erkrankungen der blutbildenden Organe oder Erkrankungen der Augennetzhaut leiden und bei Gesichtsfeldveränderung.

Wann ist bei der Einnahme von Nivaquine Vorsicht geboten?

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen.

Falls Sie an Schuppenflechten (Psoriasis), Störungen im blutbildenden System (Porphyrie) oder Epilepsie leiden (es kann ein Anfall ausgelöst werden), ist bei der Einnahme von Nivaquine Vorsicht geboten, ebenso bei schweren Nieren- und Lebererkrankungen, Herzerkrankungen, Herzrhythmusstörungen, Hypokaliämie und Hypomagnesiämie (abnorme Verringerung des Kalium- und/oder Magnesiumspiegels im Blut). Falls Sie gleichzeitig ein Medikament einnehmen, das die Reizleitung im Herzen stört (Verlängerung des QT-Intervalls), kann Nivaquine zu Anomalien im Herzrhythmus führen.

Bei längerdauernder Behandlung ist eine regelmässige ärztliche Kontrolle der Augen durchzuführen, um erste Anzeichen einer Veränderung der Augennetzhaut frühzeitig zu erkennen.

Es können auch unwillkürliche Bewegungen (Zuckungen), im Wesentlichen der Gesichtsmuskulatur auftreten. Diese Bewegungen gehen normalerweise nach Ende der Behandlung von alleine zurück.

Kinder dürfen Nivaquine nur auf ausdrückliche Verordnung des Arztes bzw. der Ärztin über längere Zeit einnehmen.

Wenn Sie unter einer Kardiomyopathie (Erkrankung des Herzmuskels) leiden, kann diese sich unter der Einnahme von Nivaquine verschlimmern. Regelmässige ärztliche Kontrollen sind daher anzuraten; sollte eine Verschlimmerung der Kardiomyopathie eintreten, muss die Einnahme von Nivaquine unterbrochen werden.

Es können schwere Unterzuckerungszustände (Hypoglykämie) bis hin zur Bewusstlosigkeit eintreten. Falls Sie Symptome eines Blutzuckermangels wie Schwitzen, erhöhte Herzfrequenz, Hunger, Unruhe, Angst, Müdigkeit, Reizbarkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche, Schläfrigkeit, geistige Verwirrung, Koordinationsschwierigkeiten, vorübergehende Seh- oder Sprachstörungen oder gar Krämpfe bei sich feststellen, nehmen Sie bitte unverzüglich Kontakt mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin auf.

Die gleichzeitige Einnahme von Nivaquine mit gewissen anderen Arzneimitteln/Substanzen kann zu Wechselwirkungen führen (Verstärkung von Nebenwirkungen, Beeinflussung der Wirksamkeit der kombinierten Arzneimittel). Informieren Sie deshalb Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie folgende Arzneimittel/Substanzen einnehmen: Antidiabetika oder Insulinpräparate; Alkohol; leberschädliche Substanzen; Kortikosteroide; MAO-Hemmer (Mittel gegen Depressionen); Antirheumatika und andere Mittel gegen chronische Polyarthritis; Digoxin (Herzmittel); Arzneimittel, die die Herzfunktion beeinflussen; Mefloquin (auch ein Malariamittel); Cimetidin (Mittel gegen Magen-Darm-Geschwür); magensäurehemmende Präparate mit Magnesium und Kaolin (vermindern die Aufnahme des Wirkstoffes von Nivaquine ins Blut. Nivaquine sollte deshalb 2 Stunden nach Einnahme solcher Präparate eingenommen werden); Antiepileptika und Impfungen gegen Tollwut und Typhus (Falls Sie gleichzeitig eine Schutzimpfung gegen Typhus abdominalis einnehmen, dürfen Sie mit der Malaria-Prophylaxe erst 3 Tage nach der Einnahme der letzten Impfstoffkapsel beginnen); Ciclosporin (Arzneimittel zur Verhinderung der Abstossungsreaktion bei Transplantation); Methotrexat (Krebsmittel).

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

  • an anderen Krankheiten leiden,
  • Allergien haben oder
  • andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden.

Darf Nivaquine während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Eine Malariaerkrankung in der Schwangerschaft stellt ein hohes Risiko für das noch ungeborene Kind dar. Nivaquine kann zur Vorbeugung oder Behandlung einer Malaria in dieser Zeit in vielen Fällen eingenommen werden. Informieren Sie jedoch Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie schwanger sind und Nivaquine einnehmen möchten. Zur Behandlung einer chronischen Polyarthritis sollten Sie während einer Schwangerschaft Nivaquine nicht einnehmen. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin entscheidet über die Einnahme.

Nivaquine sollte während der Stillzeit nicht über lange Zeit eingenommen werden. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin entscheidet über die Einnahme. Obwohl der Wirkstoff in die Muttermilch übertritt, ist die Menge ungenügend, um dem Säugling irgendeinen Nutzen zu bringen; eine separate Prophylaxe für den Säugling mit einem geeigneten Arzneimittel ist deshalb erforderlich.

Wie verwenden Sie Nivaquine?

Nivaquine kann zur Malariavorbeugung entweder einmal pro Woche oder täglich eingenommen werden. Welche Dosierungsart für Sie zutrifft, hängt vom Reisegebiet ab. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird Sie darüber informieren. In beiden Fällen ist es wichtig, dass die Einnahme 8 Tage vor der Einreise ins Malariagebiet beginnt und 4 Wochen nach der Ausreise beendet wird (d.h., Sie nehmen die zweite Dosis bei wöchentlicher Einnahme resp. die achte Dosis bei täglicher Einnahme am Tag vor der Einreise ein). Die Tabletten sollten nach dem Essen mit Flüssigkeit eingenommen werden.

Dosierungsarten bei Malaria-Prophylaxe

a) wöchentliche Einnahme: Beginn: 8 Tage vor Einreise, dann 1mal wöchentlich. Erwachsene: 3 Tabletten Nivaquine 1× pro Woche. Kinder: 35-45 kg: 2 Tabletten Nivaquine 1× pro Woche; 25-35 kg: 1 Tablette Nivaquine 1× pro Woche; 5-25 kg: 5 mg/kg Körpergewicht/Woche. Ende: 4 Wochen nach Ausreise. Die Tabletten müssen stets am gleichen Wochentag eingenommen werden.

b) tägliche Einnahme: Beginn: 8 Tage vor Einreise. Erwachsene: 1 Tablette Nivaquine pro Tag. Kinder: 35-45 kg: ¾ Tablette Nivaquine pro Tag; 25-35 kg: ½ Tabletten Nivaquine pro Tag; 5-25 kg: ¼ Tablette Nivaquine pro Tag. Ende: 4 Wochen nach Ausreise.

Malariatherapie

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin entscheidet über die Dosierung. Üblicherweise nehmen: Erwachsene: 1. Tag: 6 Tabletten Nivaquine in 1 Dosis, gefolgt von 3 Tabletten Nivaquine 6 Stunden später; 2. und 3. Tag: 3 Tabletten täglich; eventuell 4. und 5. Tag: 3 Tabletten täglich. Kinder: 1. Tag: 10 mg/kg KG in 1 Dosis, gefolgt von 5 mg/kg KG 6 Stunden später; 2. und 3. Tag: je 5 mg/kg KG täglich; eventuell 4. und 5. Tag: je 5 mg/kg KG täglich.

Chronische Polyarthritis

Bei Behandlung der chronischen Polyarthritis wird die Dosierung vom Arzt bzw. von der Ärztin bestimmt, sie beträgt in der Regel 3 Tabletten Nivaquine pro Tag.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Nivaquine haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Nivaquine auftreten:

Sehr häufig: Übelkeit, Erbrechen und Durchfall (zur Vermeidung Nivaquine bevorzugt nach dem Essen einnehmen), Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Juckreiz.

Häufig: Schwere allergische Reaktionen einschliesslich Haut- und Schleimhautschwellungen, Entzündung der Mundschleimhaut, Depression, Schwindel, Ausschlag, Nesselsucht. Epileptische Anfälle sind – auch bei der niedrig dosierten Anwendung zur Malariaprophylaxe – beobachtet worden.

Gelegentlich: Kardiomyopathien (Herzinsuffizienz, gelegentlich auch tödlich) bei Langzeitbehandlung mit hohen Dosen.

Selten: Leberentzündung. Frühe Warnzeichen einer Leberentzündung sind: Müdigkeit, Schwächegefühl, Unwohlsein, Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Erbrechen. Weitere Zeichen sind Gelbfärbung der Augen (Bindehaut) oder der Haut oder entfärbter Stuhl.

Selten: Herz-Kreislaufsymptome wie Blutdruck-Abfall, EKG-Veränderungen und Herzrhythmusstörungen nach hohen Dosen.

Gelegentlich: Blau-schwarze Verfärbung vor allem der Nägel und der Schleimhaut, Haarausfall.

Selten: Reversible Verschlimmerung der Psoriasis, Pigmentstörungen, schwere blasen- und schuppenbildende Hautreaktionen.

Nervensystem: Selten Angst, Unruhe, Verwirrtheit, Halluzinationen.

Gelegentlich: Nervenentzündung

Selten: Polyneuropathie, Missempfindungen, z.B. Kribbeln. 

Es wurden Fälle von unwillkürlichen Bewegungen (Zuckungen) im Gesicht berichtet.

Gelegentlich: Muskelbeschwerden.

Gelegentlich: Hörstörungen wie Ohrgeräusche, Hörschäden, Taubheit.

Selten: Blutbildveränderungen.

Sehstörungen: Häufig: Reversible Störungen am Auge wie Akkommodationsstörungen, vorübergehendes Verschwommensehen. Selten: Trübung der Hornhaut. Bei längerer Therapie mit höheren Dosen: Einlagerung in die Netzhaut, die zu Gesichtsfeldausfällen führen.

Es wurden Fälle von Makulopathie und Makuladegeneration berichtet, diese können irreversibel sein.

Es wurden Fälle von Hypoglykämie (Blutzuckermangel) berichtet.

Ebenso wurden Fälle von suizidalem Verhalten berichtet.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Überdosierung: Sollte ein Kind in einem unbewachten Augenblick Tabletten geschluckt haben, ist schnellstens ein Arzt bzw. Ärztin zu benachrichtigen und das Kind unverzüglich zum Erbrechen zu bringen.

Das Arzneimittel ist bei Raumtemperatur (15-25 °C) und ausserhalb der Reichweite von Kindern aufzubewahren.

Es darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Nivaquine enthalten?

1 Tablette Nivaquine enthält 100 mg Chloroquin (als Chloroquinsulfat) sowie Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

18889 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Nivaquine? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Packung mit 100 Tabletten.

Zulassungsinhaberin

sanofi-aventis (schweiz) ag, 1214 Vernier/GE.

Diese Packungsbeilage wurde im September 2014 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic) geprüft.

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