Zyclara Creme 37.5 Mg/g Btl 28 Stk

Zyclara Creme 37.5 Mg/g Btl 28 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Imiquimod.

Hilfsstoffe: Alcohol cetylicus, Alcohol stearylicus, Conserv.: Alcohol benzylicus, Methylis parahydroxybenzoas (E218), Propylis parahydroxybenzoas (E216); Excip ad ungt.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Jedes Sachet enthält 9,375 mg Imiquimod in 250 mg weisser bis leicht gelblicher Crème von gleichmässigem Aussehen (3,75%).

100 mg der weissen bis leicht gelblichen Crème enthalten 3,75 mg Imiquimod.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Zyclara ist angezeigt für die topische Behandlung von klinisch typischer, nicht hyperkeratotischer, nicht hypertropher, sichtbarer oder tastbarer aktinischer Keratose (AK) im Gesicht oder auf der unbehaarten Kopfhaut bei immunkompetenten Erwachsenen, wenn andere topische Behandlungsmöglichkeiten kontraindiziert oder weniger geeignet sind.

Dosierung/Anwendung

Die Behandlung muss durch einen Arzt bzw. eine Ärztin eingeleitet und überwacht werden.

Dosierung

Zyclara (pro Applikation bis zu 2 Sachets à 250 mg Imiquimod Crème) sollte einmal täglich vor dem Zubettgehen über zwei Behandlungszyklen von jeweils zwei Wochen, die durch einen zweiwöchigen behandlungsfreien Zeitraum getrennt sind, auf die Haut im betroffenen Behandlungsbereich aufgetragen oder nach Anweisung des Arztes bzw. der Ärztin angewendet werden.

Der Behandlungsbereich ist das gesamte Gesicht bzw. die unbehaarte Kopfhaut.

Lokale Hautreaktionen im Behandlungsbereich sind aufgrund des Wirkungsmechanismus zu erwarten und treten aufgrund der Wirkungsweise häufig auf (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Falls die Beschwerden des Patienten oder der Schwergrad der lokalen Hautreaktion es erfordern, kann die Behandlung für einige Tage unterbrochen werden. Allerdings sollte keiner der zweiwöchigen Behandlungszyklen aufgrund von ausgelassenen Anwendungen oder Behandlungspausen verlängert werden.

Während der Behandlung kann aufgrund der wahrscheinlichen Wirkung von Imiquimod, subklinische Läsionen sichtbar zu machen und zu behandeln, ein vorübergehendes Ansteigen der Anzahl an aktinischen Keratosen beobachtet werden. Bis zum Abheilen lokaler Hautreaktionen kann das Ansprechen des Patienten auf die Therapie nicht adäquat beurteilt werden. Die Patienten sollten die Behandlung wie verschrieben fortsetzen. Auch wenn alle aktinischen Keratosen anscheinend verschwunden sind, sollte die Behandlung über den vollständigen Behandlungszeitraum weitergeführt werden.

Das klinische Therapieergebnis kann nach der Regeneration der behandelten Haut beurteilt werden, d.h. etwa 8 Wochen nach Behandlungsende und danach in angemessenen Abständen entsprechend der klinischen Einschätzung.

Läsionen, die 8 Wochen nach dem zweiten Behandlungszyklus nicht vollständig auf die Therapie ansprechen, sollten erneut sorgfältig bewertet und die Therapie überdacht werden.

Anwendung

Zyclara ist nur für die äussere Anwendung bestimmt. Jeder Kontakt mit Augen, Lippen und Nasenlöcher ist zu vermeiden.

Der Behandlungsbereich darf nicht verbunden oder auf andere Weise luftdicht abgedeckt werden.

Um einen möglichst grossen Behandlungserfolg mit Zyclara zu erzielen, sollte der verschreibende Arzt bzw. die verschreibende Ärztin dem Patienten die ordnungsgemässe Anwendung demonstrieren.

Zyclara sollte einmal täglich vor dem Zubettgehen auf die Haut im betroffenen Behandlungsbereich aufgetragen werden und etwa 8 Stunden lang auf der Haut verbleiben. In diesem Zeitraum ist das Duschen oder Baden zu vermeiden. Vor dem Auftragen der Crème sollte der Patient den Behandlungsbereich mit milder Seife und Wasser waschen und dann gründlich trocknen lassen. Zyclara ist als dünner Film auf den gesamten Behandlungsbereich aufzutragen und in die Haut einzureiben, bis die Crème eingezogen ist. Bei jeder täglichen Anwendung dürfen bis zu zwei Sachets Zyclara auf den Behandlungsbereich (das gesamte Gesicht oder die Kopfhaut, aber nicht beide gleichzeitig) aufgebracht werden. Einmal geöffnete Sachets sollten nicht nochmals verwendet werden. Zyclara sollte etwa 8 Stunden lang auf der Haut verbleiben; nach dieser Zeit muss die Crème unbedingt wieder entfernt werden, indem man das Hautareal und die Hände mit milder Seife und Wasser wäscht.

Vor und nach dem Auftragen der Crème sind die Hände gründlich zu waschen.

Ausgelassene Anwendungen

Falls eine Anwendung vergessen oder ausgelassen wurde, sollte der Patient bis zum nächsten Abend mit der Anwendung von Zyclara warten und dann mit dem üblichen Therapieplan fortfahren. Die Crème sollte nicht öfter als einmal täglich aufgetragen werden. Keiner der Behandlungszyklen sollte aufgrund von vergessenen oder ausgelassenen Anwendungen oder Behandlungspausen über zwei Wochen hinaus ausgedehnt werden.

Pädiatrie

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Zyclara in der Behandlung von aktinischer Keratose wurde bei Kindern und Jugendlichen im Alter von weniger als 18 Jahren nicht untersucht. Es sind keine Daten verfügbar.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Allgemeine Hinweise für die Behandlung

Für eine aktinische Keratose klinisch atypische oder malignitätsverdächtige Läsionen sollten einer Biopsie unterzogen werden, um die geeignete Behandlung festzulegen.

Kontakt mit Augen, Lippen und Nasenlöcher sollte vermieden werden, da Imiquimod für die Behandlung von aktinischen Keratosen an den Augenlidern, im Inneren von Nasenlöchern oder Ohren oder innerhalb des Lippenrots nicht untersucht wurde.

Es wird nicht empfohlen, eine Therapie mit Imiquimod-Creme zu beginnen, bevor die Haut nach vorübergehender Behandlung mit anderen Arzneimitteln oder nach chirugischen Eingriffen wieder abgeheilt ist. Die Anwendung auf geschädigter Haut kann eine erhöhte systemische Absorption von Imiquimod zur Folge haben, die zu einem erhöhten Risiko von unerwünschten Wirkungen führen kann (vgl. «Unerwünschte Wirkungen» und «Überdosierung»).

Da Bedenken hinsichtlich einer erhöhten Empfindlichkeit für einen Sonnenbrand bestehen, wird die Verwendung von Sonnenschutzmitteln empfohlen; die Patienten sollten während der Behandlung mit Zyclara natürliches oder künstliches Sonnenlicht (Solarium oder UVA/B-Behandlung) meiden oder minimieren. Das behandelte Hautareal ist vor Sonneneinstrahlung zu schützen.

Es liegen keine Daten über die Anwendung von Imiquimod 3,75% für die Behandlung aktinischer Keratosen an Körperstellen ausserhalb des Gesichts und der Kopfhaut vor.

Imiquimod wird für die Behandlung von aktinischen Keratose-Läsionen mit starker Hyperkeratose oder Hypertrophie, wie bei Hauthörnern, nicht empfohlen.

Lokale Hautreaktionen

Während der Therapie und bis zum Abheilen kann die betroffene Haut deutlich anders aussehen als die normale Haut. Lokale Hautreaktionen treten häufig auf, aber diese Reaktionen nehmen normalerweise im Laufe der Therapie an Intensität ab oder gehen nach dem Absetzen der Therapie mit Imiquimod Crème zurück.

Selten können intensive lokale Entzündungsreaktionen einschliesslich nässender oder erodierender Haut bereits nach wenigen Anwendungen von Imiquimod Crème auftreten.

Es besteht ein Zusammenhang zwischen der vollständigen Heilungsrate und der Intensität der lokalen Hautreaktionen (z.B. Erythem). Diese lokalen Hautreaktionen können mit der Stimulation der lokalen Immunantwort zusammenhängen. Darüber hinaus kann Imiquimod Crème entzündliche Hauterkrankungen verschlimmern. Wenn die lokalen Hautreaktionen dem Patienten grosses Unbehagen verursachen oder sehr stark sind, kann die Behandlung für einige Tage ausgesetzt werden. Nach Abschwächung der Hautreaktionen kann die Behandlung mit Imiquimod Crème wieder aufgenommen werden. Die lokalen Hautreaktionen fallen tendenziell im zweiten Behandlungszyklus mit Zyclara milder aus als im ersten.

Systemische Reaktionen

Grippeähnliche systemische Anzeichen und Symptome, z.B. Müdigkeit, Übelkeit, Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Schüttelfrost, können mit starken lokalen Hautreaktionen einhergehen oder ihnen sogar vorangehen. In diesem Fall ist ein Unterbrechung der Behandlung oder eine Anpassung der Dosierung in Erwägung zu ziehen (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Bei Patienten mit reduzierter hämatologischer Reserve sollte Imiquimod mit Vorsicht angewendet werden (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Spezielle Patientengruppen

Im klinischen Studienprogramm waren Patienten mit Funktionsstörungen von Herz, Leber oder Nieren nicht eingeschlossen. Bei diesen Patienten ist Vorsicht geboten.

Verwendung bei Patienten mit eingeschränkter Immunfunktion und/oder mit Autoimmunkrankheiten

Sicherheit und Wirksamkeit von Zyclara bei Patienten mit eingeschränkter Immunfunktion (z.B. organtransplantierte Patienten) und/oder bei Patienten mit Autoimmunkrankheiten wurden nicht untersucht. Deshalb sollte Imiquimod Crème bei diesen Patienten mit Vorsicht angewendet werden (siehe «Interaktionen»). Es sollte bei diesen Patienten eine Abwägung zwischen dem Nutzen einer Behandlung mit Imiquimod und dem Risiko, welches mit einer möglichen Organabstossung oder Graft-versus-host-Reaktion bzw. mit einer möglichen Verschlimmerung ihrer Autoimmunerkrankung verbunden ist, erfolgen.

Erneute Behandlung

Über die erneute Behandlung aktinischer Keratosen, die nach zwei Behandlungszeiträumen abgeheilt waren und wieder auftreten, liegen keine Daten vor.

Fertilität

Es liegen keine klinischen Daten vor und das potentielle Risiko für den Menschen ist unbekannt.

Hilfsstoffe

Cetylalkohol und Stearylalkohol können lokale Hautreaktionen hervorrufen (z.B. Kontaktdermatitis).

Methylparahydroxybenzoat (E218) und Propylparahydroxybenzoat (E216) können allergische Reaktionen hervorrufen (möglicherweise verzögert).

Interaktionen

Es wurden keine Interaktionsstudien mit anderen Arzneimitteln, einschliesslich Immunsuppressiva, durchgeführt. Aufgrund der minimalen perkutanen Resorption von Imiquimod Crème sind Wechselwirkungen mit systemisch applizierten Wirkstoffen nur in geringem Masse zu erwarten.

Aufgrund der immunstimulierenden Eigenschaften sollte Zyclara bei Patienten, die eine immunsuppressive Behandlung erhalten, mit Vorsicht angewendet werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Die gleichzeitige Anwendung von Zyclara mit anderen Imiquimod-haltigen Crème auf denselben Hautstellen ist zu vermeiden, da sich wegen der Verwendung desselben Wirkstoffs (Imiquimod) unter Umständen das Risiko für und der Schweregrad von lokalen Hautreaktionen erhöhen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Für Imiquimod liegen keine klinischen Daten über die Anwendung bei Schwangeren vor. Aus Tierstudien gehen keine direkten oder indirekten schädlichen Wirkungen auf die Schwangerschaft, die embryonale/fötale Entwicklung, die Entbindung oder die postnatale Entwicklung hervor (siehe «Präklinische Daten»).

Bei der Anwendung in der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten. Zyclara darf in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der zu erwartende Nutzen für die Mutter die möglichen Risiken für das Ungeborene rechtfertigt.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Imiquimod in die Muttermilch ausgeschieden wird. Zyclara Crème soll deshalb von stillenden Müttern nicht angewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt. Es ist unwahrscheinlich, dass die Behandlung mit Zyclara einen Einfluss auf diese Tätigkeiten hat.

Unerwünschte Wirkungen

In zwei Placebo-kontrollierten Doppelblind-Studien mit 319 Studienteilnehmern wurden die Wirkung von Zyclara zur Behandlung der aktinischen Keratose untersucht sowie unerwünschte Wirkungen gegenüber Placebo ausgewertet. Die Studienteilnehmer trugen bis zu zwei Sachets Zyclara Crème (oder Placebo) täglich auf die Haut im jeweiligen Bereich (entweder das gesamte Gesicht oder die verkahlende Kopfhaut, aber nicht beide gleichzeitig) auf, während zwei jeweils zweiwöchigen Behandlungszyklen, die durch eine Behandlungspause von zwei Wochen getrennt waren.

Bei den meisten der Patienten, die Zyclara zur Behandlung von aktinischen Keratosen angewendet haben, traten lokale Hautreaktionen am Applikationsort auf (am häufigsten Erythem, Schorf und Exfoliation/Trockenheit). Allerdings waren nur bei 11% (17/160) der Patienten in den mit Zyclara durchgeführten klinischen Studien Therapiepausen (d.h. eine Unterbrechung der Behandlung) aufgrund lokaler unerwünschter Wirkungen erforderlich. Bei mit Imiquimod behandelten Patienten wurde über einige systemische Nebenwirkungen berichtet, unter anderem über Kopfschmerzen und Müdigkeit.

Die nachfolgend aufgeführten unerwünschten Wirkungen und ihre Häufigkeiten beruhen auf:

  • der Exposition gegenüber Zyclara oder Placebo in den oben genannten Studien (Häufigkeiten «sehr häufig» bis «gelegentlich» und mit grösserer Häufigkeit als nach Placebo).
  • der Erfahrung mit 5%iger Imiquimod Crème.

Die Häufigkeit wird definiert als: «Sehr häufig» (≥1/10), «häufig» (<1/10, ≥1/100), «gelegentlich» (<1/100, ≥1/1000), «selten» (<1/1000, ≥1/10'000), «sehr selten» (<1/10'000), Einzelfälle (kann aus den vorliegenden Daten nicht geschätzt werden).

Infektionen

Häufig: Herpes simplex.

Gelegentlich: Infektion, Pusteln.

Einzelfälle: Hautinfektion

Blut- und Lymphsystem

Häufig: Lymphadenopathie.

Einzelfälle: Vermindertes Hämoglobin, verminderte Anzahl weisser Blutkörperchen, verminderte Anzahl Neutrophile, Erniedrigung der Anzahl der Blutplättchen.

Immunsystem

Selten: Exazerbation von Autoimmunerkrankungen.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Anorexie, erhöhte Blutzuckerwerte.

Psychiatrische Störungen

Häufig: Schlaflosigkeit.

Gelegentlich: Depression, Reizbarkeit.

Nervensystem

Häufig: Kopfschmerzen, Schwindelgefühl.

Augen

Gelegentlich: Bindehautreizung, Augenlidödem.

Atmungsorgane

Gelegentlich: Verstopfte Nase, pharyngolaryngeale Schmerzen.

Gastrointestinale Störungen

Häufig: Übelkeit, Diarrhoe, Erbrechen.

Gelegentlich: Trockener Mund.

Leber

Einzelfälle: Erhöhte Leberenzymwerte.

Haut

Sehr häufig: Erythem (96,3%), Schorf (93,1%), Abschuppen der Haut (91,1%), Hautödem (75,0%), Hautulkus (61,9%), nach Anwendung von Imiquimod Crème 5%: Hypopigmentation (43%).

Häufig: Dermatitis.

Gelegentlich: Gesichtsödem.

Selten: Dermatologische Reaktionen ausserhalb des Behandlungsbereichs.

Einzelfälle: Alopezie, Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, kutaner Lupus Erythematosus, Hyperpigmentierung.

Muskelskettsystem

Häufig: Myalgie, Arthralgie.

Gelegentlich: Rückenschmerzen, Gliederschmerzen.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Sehr häufig: Erythem am Applikationsort (96,3%), Schorfbildung am Applikationsort (93,1%), Abschälen am Applikationsort/Trockenheit am Applikationsort (91,9%), Ödem am Applikationsort (75,0%), Geschwür am Applikationsort (61,9%), Exsudat am Applikationsort (50,6%).

Häufig: Reaktionen am Applikationsort, Pruritus am Applikationsort, Schmerzen am Applikationsort, Schwellung am Applikationsort, Brennen am Applikationsort, Reizung am Applikationsort, Ausschlag am Applikationsort, Müdigkeit, Fieber, grippeähnliche Erkrankung, Schmerzen, Brustschmerzen.

Gelegentlich: Dermatitis am Applikationsort, Blutung am Applikationsort, Papeln am Applikationsort, Parästhesie am Applikationsort, Entzündung am Applikationsort, Hautdefekte am Applikationsort, Narbenbildung am Applikationsort, Hyperästhesie am Applikationsort, Bläschen am Applikationsort, Wärme am Applikationsort, Asthenie, Schüttelfrost, Lethargie, Unbehagen, Entzündung.

Störungen des Blutsystems

In klinischen Studien mit Imiquimod Crème 5% wurden erniedrigte Werte von Hämoglobin, weissen Blutkörperchen, absoluten Neutrophilen und Thrombozyten beobachtet. Diese Reduktion wird bei Patienten mit normaler hämatologischer Reserve nicht als klinisch signifikant betrachtet. Patienten mit verringerter hämatologischer Reserve wurden in den klinischen Studien nicht untersucht. Von erniedrigten Blutwerten, die ein klinisches Eingreifen erforderten, wurde im Rahmen von Post-Marketing-Erfahrungen berichtet.

Hautinfektionen

Während der Behandlung mit Imiquimod wurden Infektionen der Haut beobachtet. Zwar traten keine schweren Folgeerscheinungen auf, doch sollte immer die Möglichkeit einer Infektion verletzter Haut in Betracht gezogen werden.

Hyperpigmentierung und Hypopigmentierung

Über lokale Hypopigmentierung und Hyperpigmentierung nach Anwendung der Imiquimod Crème 5% wurde berichtet. Follow-up-Informationen weisen darauf hin, dass diese Farbveränderungen der Haut bei manchen Patienten bleibend sein können.

Hautreaktionen ausserhalb vom Behandlungsbereich

In klinischen Studien mit Imiquimod 5% Crème wurde in seltenen Fällen über dermatologische Wirkungen des Arzneimittels ausserhalb vom Behandlungsbereich berichtet – einschliesslich multiformes Erythem.

Alopezie

Bei klinischen Studien zur Untersuchung der Anwendung von Imiquimod 5% Crème für die Behandlung der aktinischen Keratose wurde Alopezie mit einer Häufigkeit von 0,4% (5/1214) an der Behandlungsstelle oder im umgebenden Bereich festgestellt.

Überdosierung

Bei topischer Applikation ist eine systemische Überdosierung von Imiquimod Crème aufgrund der minimalen perkutanen Resorption unwahrscheinlich. In Studien an Kaninchen lag die letale dermale Dosis bei über 5 g/kg KG. Eine kontinuierliche dermale Überdosierung mit Imiquimod Crème könnte zu schweren lokalen Hautreaktionen führen und das Risiko systemischer Reaktionen erhöhen.

Die versehentliche einmalige orale Aufnahme von 200 mg Imiquimod, was dem Inhalt von mehr als 21 Sachets Zyclara entspricht, könnte zu Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Myalgien und Fieber führen. Die klinisch schwerwiegendste Nebenwirkung, die nach mehreren oralen Dosen von >200 mg auftrat, bestand in Hypotonie, die sich nach oraler oder intravenöser Flüssigkeitsgabe normalisierte.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: D06BB10

Wirkungsmechanismus

Imiquimod ist ein Immunmodulator. Imiquimod besitzt keine direkte antivirale Aktivität. Im Tiermodell erweist sich Imiquimod gegen Virusinfektionen als wirksam. Es gibt Hinweise, dass seine antiviralen Eigenschaften auf der Induktion von Interferon-alpha und anderen Zytokinen beruhen könnten.

Bei aktinischer Keratose wird die Wirkung über die Stimulation einer lokalen zellvermittelten Immunantwort angenommen.

Klinische Wirksamkeit

Die Wirksamkeit von Zyclara wurde im Rahmen von zwei doppelblinden, randomisierten, placebokontrollierten klinischen Studien untersucht. Die Patienten hatten 5-20 typische, sichtbare oder tastbare AK-Läsionen innerhalb eines mehr als 25 cm2 grossen Behandlungsareals im Gesicht oder auf der unbehaarten Kopfhaut.

Die 319 Patienten mit aktinischer Keratose wurden einmal täglich mit bis zu zwei Sachets Imiquimod 3,75% Crème oder einer entsprechenden Placebo Crème behandelt, und zwar über zwei jeweils zweiwöchige Behandlungszyklen, die durch eine Behandlungspause von zwei Wochen getrennt waren.

In der kombinierten Auswertung der Studien betrug die vollständige Abheilungsrate des gesamten Gesichts bzw. der unbehaarten Kopfhaut bei Therapie mit Imiquimod 3,75% Crème 35,6% (57/160 Patienten, CI [= Konfidenzintervall] 28,2%, 43,6%) und nach Placebo 6,3% (10/159 Patienten, CI 3,1%, 11,3%), festgestellt bei der Nachuntersuchung 8 Wochen nach der Behandlung.

Es wurden insgesamt keine Unterschiede in Bezug auf die Sicherheit oder Wirksamkeit zwischen Patienten der Altersgruppe ab 65 Jahren und jüngeren Patienten festgestellt.

Bei 1,3% (2/160) der mit Imiquimod behandelten Patienten sowie bei 0.6% (1/159) der Patienten, die Placebo erhalten hatten, wurde über ein Plattenepithelkarzinom (SCC) berichtet. Dieser Unterschied war statistisch nicht signifikant.

Im Rahmen einer Beobachtungsstudie, in der Patienten mit initialer vollständiger Abheilung nach Behandlung mit Imiquimod mindestens 14 Monate lang ohne weitere AK-Behandlung beobachtet wurden, zeigten 40,5% dieser Patienten eine anhaltende vollständige Abheilung des gesamten Behandlungsbereichs (gesamtes Gesicht oder Kopfhaut). Darüber hinaus liegen keine Daten zur langfristigen Heilung vor.

Pädiatrische Population

Die aktinische Keratose ist eine Erkrankung, die im Allgemeinen bei Kindern nicht beobachtet wird und wurde bei dieser Population nicht untersucht.

Pharmakokinetik

Allgemeine Pharmakokinetik von Imiquimod

Absorption

0,6 bis 0,9% einer topisch applizierten Einzeldosis von Imiquimod wurde über die Haut von Probanden/Patienten mit aktinischer Keratose resorbiert und im Urin ausgeschieden.

Elimination

Die geringe Wirkstoffmenge, die in den systemischen Kreislauf gelangte, wurde rasch über Urin und Fäzes in einem durchschnittlichen Verhältnis von 3:1 ausgeschieden.

Kinetik in besonderen klinischen Situationen

Bei pädiatrischen/geriatrischen Patienten oder bei Patienten mit Nieren- oder Leberinsuffizienz liegen keine pharmakokinetischen Untersuchungen vor.

Präparatespezifische Pharmakokinetik

In einer pharmakokinetischen Studie mit Imiquimod 3,75% Crème zeigte sich nach Applikation von 2 Sachets einmal täglich (18,75 mg Imiquimod/Tag) über einen Zeitraum von bis zu drei Wochen auf das gesamte Gesicht und/oder die Kopfhaut (etwa 200 cm2) eine geringe systemische Aufnahme von Imiquimod bei Patienten mit aktinischer Keratose. Steady-state-Konzentrationen wurden innerhalb von zwei Wochen erreicht; die Dauer bis zur maximalen Konzentration (tmax) variierte zwischen 6 und 9 Stunden nach der letzten Applikation. Die durchschnittliche Maximalkonzentration von Imiquimod im Serum betrug am Ende der pharmakokinetischen Studie 0,323 ng/ml.

Die offensichtliche Halbwertszeit wurde mit etwa 29 Stunden berechnet.

Präklinische Daten

Präklinische Daten, die auf Studien zur Sicherheitspharmakologie, Mutagenität und Teratogenität beruhen, liessen keine spezielle Gefahr für den Menschen erkennen.

In einer 4-monatigen dermalen Toxizitätsstudie an Ratten führten Dosen von 0,5 und 2,5 mg/kg KG zu signifikant herabgesetztem Körpergewicht und erhöhtem Milzgewicht. Keine ähnlichen Effekte wurden in einer 4-monatigen dermalen Studie an Mäusen beobachtet. Lokale Hautirritation zeigte sich insbesondere bei höheren Dosierungen bei beiden Spezies.

In einer 2-jährigen Studie zur Kanzerogenität bei Mäusen induzierte eine dermale Applikation an 3 Tagen in der Woche keine Tumoren an der Applikationsstelle. Die Inzidenz hepatozellulärer Tumoren lag jedoch bei den behandelten Tieren höher als bei den Vergleichstieren. Der zugrunde liegende Mechanismus ist nicht bekannt, da Imiquimod eine geringe Resorption über die menschliche Haut aufweist und nicht mutagen ist, ist ein Risiko für den Menschen aufgrund systemischer Exposition als sehr gering anzusehen.

Darüber hinaus zeigten sich in einer 2-jährigen oralen Kanzerogenitätsstudie an Ratten keine Tumoren.

Imiquimod Crème wurde in einem Photokanzerogenitätsbioassay bei haarlosen Albinomäusen, die simulierter Sonnenultraviolettstrahlung (UVR) ausgesetzt wurden, evaluiert. Die dreimal wöchentlich mit Imiquimod Crème behandelten Tiere wurden 5 Tage in der Woche über 40 Wochen bestrahlt. Diese Mäuse wurden dann weitere 12 Wochen, also für insgesamt 52 Wochen, gehalten. Im Vergleich mit der Kontrollgruppe, die niedriger UV-Strahlung ausgesetzt wurde, traten in der Gruppe der Mäuse, die Placebo Crème erhalten hatten, Tumoren früher und häufiger auf. Die topische Applikation von Imiquimod Crème führte nicht zu einer Tumorbegünstigung in niedrigen Dosen und hatte in mittleren und hohen Dosen eine dosisabhängige Reduzierung der Tumorbildung im Vergleich zur Placebo Crème Gruppe zur Folge.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Nicht über 25 °C und für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Einmal geöffnete Sachets sollten nicht wieder verwendet werden.

Zulassungsnummer

63165 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

MEDA Pharma GmbH, 8602 Wangen-Brüttisellen.

Stand der Information

Januar 2014.

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