Osvaren Filmtabl 180 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoffe: Calciumacetat, Magnesiumcarbonat.

Hilfsstoffe

Tablettenkern: vorverkleisterte Stärke, Maisstärke, Saccharose, Gelatine, Croscarmellose-Natrium und Magnesiumstearat.

Tablettenfilm: raffiniertes Rizinusöl und Hypromellose.

Jede Filmtablette enthält maximal 5,6 mg Natrium und 50,00 mg Saccharose.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Weiss bis gelblich, längliche Filmtablette mit einer Bruchkerbe.

Die Bruchkerbe dient nur dazu, das Schlucken der Tablette durch Teilen zu erleichtern, nicht um die Tablette in gleichmässige Dosen zu teilen.

Wirkstoffe

Calciumacetat 435 mg (entspricht 110 mg Calcium).

schweres basisches Magnesiumcarbonat 235 mg (entspricht 60 mg Magnesium).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Hyperphosphatämie bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz unter Dialysebehandlung (Hämodialyse, Peritonealdialyse).

Dosierung/Anwendung

Erwachsene

3 bis 10 Filmtabletten pro Tag, abhängig vom Serumphosphatspiegel. Die Dosis sollte je nach Anzahl der Mahlzeiten über den Tag verteilt werden.

Die empfohlene Dosis zu Beginn der Behandlung beträgt drei Tabletten täglich.

Sofern erforderlich kann die Dosis auf bis zu maximal 12 Filmtabletten pro Tag erhöht werden.

Um eine maximale phosphatbindende Wirkung zu erhalten, sollte OsvaRen nur zusammen mit einer Mahlzeit eingenommen und weder zerdrückt, noch gekaut werden.

Um das Schlucken zu erleichtern, sollten die Tabletten zusammen mit etwas Flüssigkeit eingenommen werden.

Sollten die Tabletten dem Patienten zu gross zum Schlucken sein, so können sie - um zu vermeiden, dass sich ein Geschmack nach Essigsäure entwickelt - entlang der Bruchkerbe unmittelbar vor der Einnahme in 2 Teile gebrochen werden.

Da die Wirkung anderer oraler Medikamente durch die gleichzeitige Einnahme mit OsvaRen beeinträchtigt werden kann, sollten keine anderen oralen Medikamente innerhalb eines Zeitraums von 2 Stunden vor und 3 Stunden nach Einnahme von OsvaRen eingenommen werden (siehe «Interaktionen»).

Wenn die Anwendung von OsvaRen einmal vergessen wurde, sollte mit der nächsten regulären Einnahme fortgefahren werden (eine vergessene Dosis sollte nie mit einer doppelten Dosis kompensiert werden).

OsvaRen kann langfristig angewendet werden.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Für die Anwendung von OsvaRen bei diesen Patientengruppen liegen keine ausreichenden Daten vor. Aus diesem Grund wird die Anwendung von OsvaRen bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht empfohlen.

Kontraindikationen

  • Hypophosphatämie;
  • Hypercalcämie mit oder ohne klinische Symptome, z.B. infolge Vitamin D-Überdosierung, eines paraneoplastischen Syndroms, Knochenmetastasen, Sarkoidose oder Immobilisierung;
  • Hypermagnesämie (>2 mmol/l und/oder klinische Symptome);
  • AV-Block III Grades;
  • Myasthenia gravis;
  • Hypersensibilität gegen die Wirkstoffe oder einen der sonstigen Bestandteile.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Bei Patienten, welche mit OsvaRen behandelt werden, sollen regelmässige Laborkontrollen zur Bestimmung der Elektrolyte (Phosphat, Calcium, Kalium, Magnesium) durchgeführt werden. Besondere Vorsicht bei der Anwendung von OsvaRen und eine engmaschige klinische Überwachung sowie strenge Kontrolle der Serum-Elektrolyte (s. oben) ist geboten bei:

  • Behandlung von ausgeprägten Hyperphosphatämien mit einem Calcium-Phosphat-Produkt >5,3 mmol2/l2,
  • Behandlungsresistenz,
  • rascher Dosissteigerung,
  • resistenter Hyperkaliämie,
  • klinisch relevanter Bradykardie, Neigung zu Hypotonie, AV-Block II. Grades mit Bradykardie,
  • gleichzeitiger Gabe von Vitamin D-Präparaten, Digitalis-Glykosiden, Östrogenen oder Thiazid-Diuretika (s. «Interaktionen»).

Calcium, Magnesium, Kalium (s. «Unerwünschte Wirkungen», «Überdosierung»)

Patienten, welche mit OsvaRen behandelt werden, können Erhöhungen der oben genannten Elektrolyte entwickeln. Diese Elektrolytstörungen können asymptomatisch sein oder mit klinischen Symptomen einhergehen. Patienten, welche OsvaRen erhalten, sollten deswegen hinsichtlich möglicher Symptome dieser Störungen informiert werden.

Vor Beginn einer Behandlung mit OsvaRen müssen eine eventuell vorbestehende Hypercalcämie oder Hypermagnesiämie behoben sein (s. «Kontraindikationen»).

Unter der langfristigen Behandlung mit OsvaRen können vaskuläre und Weichteil-Kalzifizierungen auftreten. Das Risiko für die Entstehung solcher Kalzifizierungen kann durch die konsequente Absenkung des Calcium-Phosphat-Produktes unter 4.5 mmol2/l2 vermindert werden.

Die Einnahme von Calciumsalzen kann die Präzipitation von Fett- und Gallensäuren in Form von Calciumseifen zur Folge haben, was zu Verstopfung führen kann.

Patienten, welche mit OsvaRen behandelt werden, sollen gezielt darauf hingewiesen werden, ärztlichen Rat einzuholen bevor sie Mittel zur Neutralisierung von Magensäure (Antazida) einnehmen. Die gleichzeitig Einnahme dieser Mittel kann zu einer Hypercalcämie/-magnesiämie führen (s. «Interaktionen»).

Beim Auftreten von Durchfall sollte die OsvaRen-Dosis reduziert werden.

OsvaRen enthält Saccharose. Patienten mit seltenen Erbkrankheiten wie Fructoseintoleranz, Glukose-Galaktose-Malabsorption und Saccharase-Isomaltase-Mangel dürfen dieses Arzneimittel nicht anwenden.

OsvaRen enthält Natrium, was bei Patienten, die eine Diät mit niedrigem Natriumgehalt einhalten müssen, zu berücksichtigen ist.

Interaktionen

Um Interaktionen von OsvaRen zu verhindern, sollten innerhalb eines Zeitraums von 2 Stunden vor und 3 Stunden nach der Anwendung von OsvaRen die nachfolgend genannten Arzneimittel nicht oral eingenommen werden (siehe «Dosierung/Anwendung»).

OsvaRen beeinträchtigt die Aufnahme von Tetrazyklinen, Doxyzyklin, Bisphosphonaten, Fluoriden, einigen Quinolonen (Gyrase-Inhibitoren, z.B. Ciprofloxacin und Norfloxacin), einigen Cephalosporinen (wie z.B. Cefuroxim), Ketokonazol, Estramustin-Präparaten, anticholinerg wirksamen Mitteln, Zink, Urso- und Chenodesoxychol-Säure, oralen Eisenpräparaten, Digoxin, Penicillamin, Nitrofurantoin sowie Halofantrin.

Vitamin D-Präparate, Östrogene und Thiazid-Diuretika können in Kombination mit OsvaRen zu Erhöhungen des Serumcalciums führen. Ein erhöhter Serumcalciumspiegel steigert die Glykosid-Empfindlichkeit und erhöht das Risiko von Herzrhythmusstörungen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Die Wirkung von Glykosid-Antagonisten ist möglicherweise eingeschränkt. Die Verabreichung von Katecholaminen bei Patienten mit erhöhten Serumcalciumwerten kann zu schweren Herzrhythmusstörungen führen.

Die Absorption von L-Thyroxin kann erhöht sein.

Schwangerschaft/Stillzeit

Für OsvaRen liegen keine Daten aus klinischen Studien oder Tierstudien vor. Es ist daher nicht bekannt, ob OsvaRen einen schädlichen Effekt auf Föten hat wenn es während der Schwangerschaft angewandt wird, oder ob es die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann. Aus diesem Grund sollte OsvaRen während der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen versus Risiko verabreicht werden.

Calciumacetat und Magnesiumcarbonat gehen in die Muttermilch über (siehe «Pharmakokinetik»). Aus diesem Grund wird eine Anwendung von OsvaRen während der Stillzeit nicht empfohlen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt.

Unerwünschte Wirkungen

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig(≥1/100 und<1/10)

Weicher Stuhlgang, gastrointestinale Störungen wie Übelkeit, Anorexia, Völlegefühl, Aufstossen und Darmträgheit, Diarrhö.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig(≥1/100 und<1/10)

Hypercalcämie, entweder asymptomatisch oder symptomatisch, asymptomatische Hypermagnesiämie

Gelegentlich(≥ 1/1'000 und<1/100)

Moderate bis stark symptomatische Hypercalcämie, sympto-matische Hypermagnesiämie

Sehr selten(<1/10'000)

Hyperkaliämie, magnesiuminduzierte osseäre Störungen der Mineralisation

Weitere Informationen über die Symptome von Hypercalcämie und Hypermagnesiämie finden Sie unter Abschnitt «Überdosierung».

Überdosierung

Eine akute Hypermagnesiämie unterdrückt die zentral- und periphernervöse Aktivität durch Blockierung der Acetylcholin-Freisetzung. Eine systemische Toxizität ist ab einer Serumkonzentration von ca. 2,5 mmol/l zu erwarten, schwere neurotoxische Nebenwirkungen treten ab einem Wert von ca. 3 mmol/l und darüber auf. Bei Konzentrationen von 2,5 mmol/l–5,0 mmol/l wurden gastrointestinale Störungen (Übelkeit, Anorexie, Darmträgheit), Blasenspasmus, Muskelschwäche, Lethargie, fehlende Muskeleigenreflexe und eine gestörte AV- und ventrikuläre Erregungsleitung beobachtet. Bei einem Serummagnesiumspiegel von 5 mmol/l–10 mmol/l wurden arterielle Hypotonie, paralytischer Ileus, schlaffe Paralyse und Koma beobachtet. Bei einem Wert von über 10 mmol/l traten Atemstillstand und Herzstillstand auf.

Hypercalcämiesymptome machen sich anfänglich als Muskelschwäche und gastrointestinale Störungen bemerkbar (Bauchschmerz, Konstipation, Übelkeit und Erbrechen). Eine schwere Hypercalcämie zeichnet sich durch Bewusstseinsstörungen aus (z.B. Lethargie, Desorientierung, Regungslosigkeit, und in extremen Fällen auch Koma). Bei Patienten, die einen Serumcalciumspiegel von über 3,5 mmol/l aufweisen, kann eine hypercalcämische Krise mit folgenden Symptomen eintreten:

  • Polyurie, Polydipsie.
  • Übelkeit, Anorexia, Konstipation, Pankreatitis.
  • Arrhythmie, Verkürzung des QT-Intervalls, Adynamie, Hypertonie.
  • Muskelschwäche bis zur Pseudoparalyse.
  • Psychose, Benommenheit bis zum Koma.

Eine langfristige Überdosierung kann zu einer adynamischen Osteopathie führen.

Notfallmassnahmen

Bei Patienten mit Hypermagnesiämie oder Hypercalcämie sind neben symptomatischen Massnahmen die Reduktion der OsvaRen-Dosis und die Reduktion des jeweiligen Elektrolytes in der Dialyselösung mögliche therapeutische Schritte.

Im Falle einer Hypercalcämie >2,75 mmol/l sollte OsvaRen pausiert werden. Ab einem Serumcalcium >3,5 mmol/l sollte eine Hämodialyse mit Calcium-freiem Dialysat erfolgen. Hierbei muss das Serumcalcium engmaschig überwacht werden, um eine Hypocalcämie mit entsprechenden Nebenwirkungen zu vermeiden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: V03AE04 Calciumacetat und Magnesiumcarbonat

Wirkungsmechanismus

Calciumacetat und Magnesiumcarbonat binden oral zugeführtes Phosphat, beispielsweise aus Nahrung und bilden im Darm schwerlösliche Calcium- und Magnesiumphosphatsalze, die mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Calciumacetat erreicht seine maximale Phosphatbindungskapazität bei einem pH von 6–8. Aus diesem Grund eignet sich OsvaRen auch zur Phosphatbindung bei Patienten mit Hypo- bzw. Anazidität des Magens.

Klinische Wirksamkeit

In einer einfach verblindeten, randomisierten klinischen Studie (N= 255) wurde die Nichtunterlegenheit von OsvaRen gegenüber Sevelamerhydrochlorid bezüglich der erreichten Serumphosphatkonzentration nach 24 Wochen Behandlung bei Dialysepatienten gezeigt. Im Studienverlauf betrug die mittlere Reduktion der Serumphosphatkonzentration 0,761 (SD 0,58) mmol/l in der OsvaRen-Gruppe und 0,711 (SD 0,59) mmol/l in der Sevelamerhydrochlorid-Gruppe. Des Weiteren war die Anzahl der Studienvisiten, bei denen die Patienten Serumphosphatkonzentrationen im Zielbereich (sowohl <1,78 mmol/l als auch <1,45 mmol/l) hatten, unter OsvaRen-Behandlung höher als unter Sevelamerhydrochlorid-Behandlung.

Insgesamt waren die unerwünschten Wirkungen in beiden Studienarmen recht gleichmässig verteilt. Unter OsvaRen war eine geringfügige Zunahme der mittleren Kalzium-, Magnesium- und Kaliumkonzentration messbar. Die Häufigkeiten einfacher Normwertüberschreitungen für Kalzium, Magnesium und Kalium sind in den Tabellen 1 und 2 ohne Berücksichtigung der jeweiligen Bewertung durch den Studienarzt aufgeführt.

Tabelle 1

Anzahl an Patienten (n, %) mit mindestens einem Fall von Hypercalcämie (Serumcalciumkonzentration >2,9 mmol/l), Hypermagnesiämie (Serummagnesiumkonzentration >1,23 mmol/l) und Hyperkaliämie (Serumkaliumkonzentration >6,5 mmol/l) im Studienverlauf

OsvaRen (N= 125)

Sevelamerhydrochlorid (N= 127)

Hypercalcämie [n, (%)]

2 (2)

0 (0)

Hypermagnesiämie [n, (%)]

103 (82)

38 (30)

Hyperkaliämie [n, (%)]

37 (30)

16 (13)

Tabelle 2

Fälle (n, %) von Hypercalcämie (Serumcalciumkonzentration >2,9 mmol/l), Hypermagnesiämie (Serummagnesiumkonzentration >1,23 mmol/l) und Hyperkaliämie (Serumkaliumkonzentration >6,5 mmol/l) nach Visiten im Studienverlauf

Studienwoche

0

1

2

4

6

8

12

16

20

24

Hypercalcämie [n, (%)]

OsvaRen

0 (0)

0 (0)

0 (0)

1 (1)

1 (1)

1 (1)

0 (0)

0 (0)

0 (0)

0 (0)

Sevelamer-hydrochlorid

0 (0)

0 (0)

0 (0)

0 (0)

0 (0)

0 (0)

0 (0)

0 (0)

0 (0)

0 (0)

Hypermagnesiämie [n, (%)]

OsvaRen

9 (7)

48 (38)

57 (46)

56 (45)

58 (46)

62 (50)

66 (53)

60 (48)

48 (38)

65 (52)

Sevelamer-hydrochlorid

9 (7)

10 (8)

12 (9)

8 (6)

14 (11)

21 (17)

11 (9)

7 (6)

14 (11)

12 (9)

Hyperkaliämie [n, (%)]

OsvaRen

10 (8)

.

.

16 (13)

.

12 (10)

.

15 (12)

.

18 (14)

Sevelamer-hydrochlorid

8 (6)

.

.

5 (4)

.

5 (4)

.

8 (6)

.

7 (6)

Pharmakokinetik

Absorption

Vorausgesetzt dass keine Präzipitation von Magnesiumkomplexen (Präzipitationsreaktion) durch diätetisches Phosphat oder andere Nährstoffe erfolgt, sind die gelösten Magnesiumionen bioverfügbar und werden im Darm absorbiert.

Die Absorption von oral verabreichtem Magnesium hängt bei gesunden Menschen von der Zufuhr ab. Experimente haben gezeigt, dass die Absorptionsrate bei Patienten, denen 1,5 mmol Magnesium pro Tag verabreicht wurde, bei 65% lag, während sie bei Patienten, die 40 mmol pro Tag erhielten, nur 11% ausmachte.

Gelöste Calciumionen sind bioverfügbar und können über den Darm absorbiert werden, so lange das Calcium zusammen mit dem in den Nahrungsmitteln oder anderen Nährstoffen enthaltenen Phosphat keine unlöslichen Calciumkomplexe bildet. Die Calciumabsorption wird von hormonellen Mechanismen beeinflusst. Bei höheren Dosierungen und hypocalcämischen Zuständen steigt die Absorptionsrate und nimmt mit zunehmendem Alter ab. Abhängig vom Vitamin D-Status und den eingenommenen Dosen kann eine Absorption von 10%-35% erwartet werden. Dieser Anteil ist bei der Verabreichung höherer Dosen entsprechend geringer. Normalerweise werden über das Essen pro Tag etwa 1000 mg aufgenommen.

Distribution

Der gesamte Magnesiumgehalt im Körper beträgt ca. 20 g–28 g. Bei gesunden Erwachsenen befinden sich etwa 53% des gesamten Magnesiumgehalts in den Knochen, 27% in den Muskeln, 19% in den Weichteilen und weniger als 1% extrazellulär. Magnesium liegt intrazellulär vorwiegend in gebundener Form vor.

Der gesamte Calciumgehalt im Körper beträgt bei einer Person mit einem Körpergewicht von 70 kg etwa 1'250 g (31 mol), 99% des Calciums befindet sich in den Knochen und in den Zähnen. Etwa 1 g befindet sich im Plasma und in der Extrazellularflüssigkeit, 6 g–8 g in den Weichteilen selbst. Je nachdem welche Messmethode angewendet wird, schwankt der Referenzwert für das Gesamtcalcium im Serum zwischen 2,15 mmol/l und 2,57 mmol/l. 40%–45% des Serumcalciums ist an Plasmaproteine gebunden, etwa 8%–10% liegen als Ionenkomplexe, z.B. Calciumcitrat, und weitere 45%–50% als freie Ionen vor.

Elimination

Oral verabreichte Magnesiumsalze werden über den Urin (absorbierte Fraktion) und den Stuhl (nicht absorbierte Fraktion) eliminiert. Kleine Mengen gehen in die Muttermilch über. Magnesium passiert die Plazenta.

Unter physiologischen Bedingungen wird Calcium in etwa gleichen Mengen über Urin und endogene intestinale Sekretion ausgeschieden. Parathormon, Vitamin D und Thiaziddiuretika hemmen die Urinausscheidung von Calcium, während andere Diuretika (Schleifendiuretika), Calcitonin und Wachstumshormon die Nierenausscheidung anregen. Die Urinausscheidung von Calcium nimmt in frühen Phasen einer Niereninsuffizienz ab. Während einer Schwangerschaft ist sie erhöht. Calcium wird auch über die Schweissdrüsen abgesondert. Calcium passiert die Plazenta und geht in die Muttermilch über.

Präklinische Daten

Standard-Gentoxizitätstests mit OsvaRen liegen nicht vor. Aufgrund der zur Verfügung stehenden Daten kann davon ausgegangen werden, dass kein gentoxisches karzinogenes Potential vorliegt.

Reproduktionstoxikologische Studien mit OsvaRen wurden nicht durchgeführt.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

3 Monate: nach erstem Öffnen der Dose.

Besondere Lagerungshinweise

Nicht über 30 °C lagern. Die Dose fest verschlossen halten, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.

Zulassungsnummer

62501 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Fresenius Medical Care (Schweiz) AG, 6370 Oberdorf NW.

Stand der Information

Januar 2013.

Verwendung dieser Informationen

Die Informationen auf dieser Seite sind für Fachpersonal gedacht. Bei Fragen lassen Sie sich von einer Fachperson (z.B. Arzt oder Apotheker) beraten und lesen Sie die Packungsbeilage auf unserer Produktseite.