Loramet Tabl 1 Mg 30 Stk

Loramet Tabl 1 Mg 30 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Lormetazepam.

Hilfsstoffe: Lactose; Excipiens pro compresso.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Tablette Loramet enthält: Lormetazepam 1,0 mg oder 2,0 mg.

1 mg Tablette: Die Zierkerbe dient nur zum Teilen der Tablette, um das Schlucken zu erleichtern, und nicht zum Teilen in gleiche Dosen.

2 mg Tablette: Die Bruchkerbe ermöglicht ein Teilen der Tablette in gleiche Dosen.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Zur Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen bei Erwachsenen. Benzodiazepine sollen nur dann eingesetzt werden, wenn die Störungen von klinisch signifikantem Schweregrad sind oder den Patienten in seinem Verhalten stark beeinträchtigen.

Schlaflosigkeit kann ein Symptom physischer oder psychischer Krankheiten sein. Daher sollten bei Schlafstörungen allfällige ursächliche Grundkrankheiten erkannt und spezifisch behandelt werden.

Dosierung/Anwendung

Gegen Schlafstörungen

Übliche Dosierung

Die Behandlung soll mit der niedrigsten empfohlenen Dosis begonnen werden.

Erwachsene: 1-2 mg Lormetazepam.

Die höhere Dosierung von 2 mg wird nur bei Patienten empfohlen, die auf die niedrigere Dosis nicht ausreichend ansprechen.

Die Maximaldosis von 2 mg soll nicht überschritten werden.

Die Dosierung muss der Reaktion des Patienten entsprechend angepasst werden. Dosisreduktionen können erwogen werden.

Die Tabletten sollten unmittelbar vor dem Schlafengehen mit etwas Wasser eingenommen werden.

Therapiedauer

Bei Schlafstörungen sollte die Behandlungsdauer so kurz wie möglich sein, darf jedoch 4 Wochen, inkl. dem Ausschleichen der Therapie, nicht überschreiten. Jede länger dauernde Behandlung bedarf einer sorgfältigen Reevaluation der Situation. Prinzipiell wird ein ausschleichendes Absetzen der Therapie empfohlen.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Die Zierkerbe der 1 mg Tablette dient nur zum Teilen der Tablette, um das Schlucken zu erleichtern, und nicht zum Teilen in gleiche Dosen. Bei einer Dosierung von 0,5 mg ist auf niedriger dosierte Präparate auszuweichen.

Dies sollte besonders bei folgenden Patientengruppen in Betracht gezogen werden, um eine zu starke Sedierung zu vermeiden:

  • ältere oder geschwächte Patienten,
  • Patienten mit Gefässerkrankungen des Gehirns (Arteriosklerose),
  • Patienten mit Nieren- und/oder Lebererkrankungen,
  • Patienten mit chronischer Ateminsuffizienz (chronisch-respiratorischer Insuffizienz).

Eine höhere Dosierung ist nur bei Patienten indiziert, welche auf die niedrigere Dosis nicht ausreichend ansprechen.

Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion benötigen eine regelmässige medizinische Beobachtung.

Kinder und Jugendliche: Die Sicherheit und Wirksamkeit von Lormetazepam bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist nicht gezeigt (siehe «Kontraindikationen»).

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung,
  • Myasthenia gravis,
  • Überempfindlichkeit gegen Benzodiazepine,
  • schwere respiratorische Insuffizienz,
  • Schlaf-Apnoe,
  • Abhängigkeitsanamnese (Alkohol, Arzneimittel, Drogen),
  • akute Vergiftungen mit Alkohol, Schlaftabletten, Schmerzmitteln oder Psychopharmaka (Neuroleptika, Antidepressiva, Lithiumsalze),
  • die klinische Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von Lormetazepam wurde bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht geprüft.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Besondere Vorsicht ist geboten bei Patienten mit:

  • spinalen oder zerebellaren Ataxien,
  • schwerer Leber- oder Niereninsuffizienz.

Toleranz

Nach längerdauernder Behandlung besteht die Möglichkeit, dass sich eine gewisse Toleranz gegenüber der hypnotischen Wirkung entwickelt.

Abhängigkeit

Die Einnahme von Benzodiazepinen kann zu einer physischen und psychischen Abhängigkeit führen. Dieses Risiko steigt mit der Dosis und Dauer der Einnahme sowie bei prädisponierten Patienten mit Arzneimittel- oder Alkoholmissbrauch in der Vorgeschichte und bei Patienten mit gravierenden Persönlichkeitsstörungen.

Entzugserscheinungen

Die Entzugssymptomatik tritt vor allem nach abruptem Absetzen auf und kann Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, verstärkte Angst, Stress, Depressionen, Schlaflosigkeit, Unruhe, Verwirrtheit und Reizbarkeit, Schwitzen, Rebound-Syndrom, Dysphorie, Übelkeit, Gefühle von Unwirklichkeit, Depersonalisierung, Hyperakusis, Taubheit und Krämpfe in Beinen und Armen, abdominale Spasmen, Lichtempfindlichkeit, verändertes Empfinden von Geräuschen und physischem Kontakt, unbeabsichtigte Bewegungen, Brechreiz, Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit, Halluzinationen, Krampfanfälle, Tremor, Bauchkrämpfe, Myalgien, Agitationen, Herzklopfen, Tachykardien, Panikattacken, Schwindel, Hyperreflexie und Verlust von Kurzzeitgedächtnis umfassen. Es können aber auch Symptome wie Hypothermie sowie in seltenen Fällen Delirien und zerebrale Krampfanfälle auftreten. Krampfanfälle können bei Patienten mit einer entsprechenden Anamnese (Epilepsie) oder bei gleichzeitiger Einnahme von Arzneimitteln, die die Krampfschwelle herabsetzen (z.B. Antidepressiva), stärker ausfallen.

Um das Risiko einer Abhängigkeit auf ein Minimum zu reduzieren, sollten Benzodiazepine nur nach sorgfältiger Prüfung der Indikation verschrieben und über möglichst kurze Dauer (als Hypnotikum zum Beispiel in der Regel nicht länger als vier Wochen) eingenommen werden. Ob eine Weiterführung der Behandlung notwendig ist, muss periodisch überprüft werden. Eine längere Behandlung ist nur bei bestimmten Patienten (zum Beispiel Panikzustände) indiziert und der Nutzen im Vergleich zu Risiken weniger klar.

Rebound-Schlaflosigkeit und Angstgefühl

Zur Vermeidung von Entzugserscheinungen empfiehlt sich in jedem Fall ein ausschleichendes Absetzen, indem die Dosis stufenweise reduziert wird. Bei Auftreten von Entzugserscheinungen ist eine engmaschige ärztliche Überwachung und Unterstützung des Patienten erforderlich.

Das Einsetzen von Entzugserscheinungen schwankt je nach Wirkungsdauer der Substanz zwischen ein paar Stunden und einer Woche oder mehr nach Absetzen der Therapie und kann das Auftreten von Rebound-Phänomenen umfassen, wobei die Symptome, die Anlass für die Benzodiazepinbehandlung waren, beim Absetzen der Behandlung vorübergehend verstärkt wieder auftreten können. Andere Symptome wie Stimmungsschwankungen, Angstgefühl oder Schlafstörungen und Ruhelosigkeit können ebenfalls auftreten.

Behandlungsdauer

Die Behandlungsdauer sollte so kurz wie möglich sein (siehe «Dosierung/Anwendung»), darf jedoch 4 Wochen, inklusive dem Ausschleichen der Therapie, nicht übersteigen. Die Dosierung und Dauer sollte für jeden Patienten individuell ermittelt werden.

Die Behandlung sollte nie ohne erneute Überprüfung der Situation des Patienten verlängert werden. Vor Behandlungsbeginn sollte der Patient über die begrenzte Dauer der Behandlung informiert werden. Ferner sollte klar darauf hingewiesen werden, in welcher Art und Weise die Dosierung ausgeschlichen wird. Ebenso ist es wichtig, dass der Patient sich bewusst ist, dass Entzugserscheinungen und Rebound-Phänomene auftreten können. So kann die Angst gegenüber allfälligen Symptomen nach Absetzen der Medikation verringert werden.

Beim Einsatz kurzwirksamer Benzodiazepine für bestimmte Indikationen können Entzugserscheinungen bereits bei therapeutischen Plasmaspiegeln auftreten, besonders wenn die angewendete Dosierung hoch ist.

Amnesie

Benzodiazepine können eine anterograde Amnesie auslösen. Dieser Zustand tritt meistens einige Stunden nach der Einnahme des Präparates auf. Um dieses Risiko zu reduzieren, sollte sich der Patient vergewissern, dass er ununterbrochen 7-8 Stunden schlafen kann (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Psychiatrische und «paradoxe» Reaktionen

Während der Behandlung mit Benzodiazepinen, inklusive Lormetazepam, können frühere depressive Zustände oder eine Verschlechterung eines depressiven Zustandes erneut eintreten. Zusätzlich können suizidale Tendenzen bei depressiven Patienten an die Oberfläche kommen. Daher sollte eine adäquate antidepressive Begleittherapie in Erwägung gezogen werden.

Benzodiazepine können psychiatrische oder paradoxe Reaktionen, wie Angst, Agitation, Feindseligkeiten, Aggression, Ärger, Schlafstörungen, Schlaflosigkeit, Albträume, Delirium, Psychosen, Halluzinationen, Ruhelosigkeit und Verhaltensstörungen hervorrufen (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

In diesen Fällen muss das Präparat abgesetzt werden. Derartige Reaktionen sind häufiger bei Kindern, älteren Patienten und bei Patienten mit Zerebralsklerose.

Spezielle Patientengruppen

Ältere Patienten und geschwächte Patienten

Die Gefahr des Auftretens von Nebenwirkungen ist bei älteren und geschwächten Patienten grösser; sie sollten eine geringere Dosis erhalten (siehe «Dosierung/Anwendung»). Diese Patienten sollten regelmässig überwacht werden, um die Dosis ihrer Reaktion anzupassen. Aufgrund der muskelrelaxierenden Wirkung besteht ein Risiko für Stürze und in der Folge von Frakturen bei älteren Patienten.

Patienten mit respiratorischer Insuffizienz

Bei Patienten mit leichter bis mässiger respiratorischer Insuffizienz, wie auch bei Patienten mit einer chronisch obstruktiven Lungenkrankheit (COPD), sollte aufgrund des damit verbundenen Risikos einer respiratorischen Depression eine geringere Dosis angewendet werden (siehe «Dosierung/Anwendung»). Die Anwendung von Benzodiazepinen, einschliesslich Lormetazepam, kann zu einer tödlichen Atemdepression führen.

Patienten mit Leberinsuffizienz

Wie bei allen Benzodiazepinen, kann die Anwendung von Lormetazepam eine hepatische Enzephalopathie verschlechtern. Lormetazepam sollte mit Vorsicht bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz und/oder Enzephalopathie angewendet werden (siehe «Dosierung/Anwendung»). Benzodiazepine können, wie alle Präparate mit zentraldämpfender Wirkung, bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz eine Enzephalopathie auslösen.

Benzodiazepine werden zur Primärbehandlung von Psychosen nicht empfohlen.

Benzodiazepine sollten nicht als Monotherapie bei Depression oder jeglicher Form von Angst oder Schlaflosigkeit assoziiert mit einer Depression ohne gleichzeitige Behandlung der Depression eingesetzt werden.

Da Schlafstörungen und frühes morgendliches Aufwachen erste Anzeichen einer Depression sein können, sollte eine larvierte Depression ausgeschlossen werden.

Benzodiazepine können eine enthemmende Wirkung haben, so dass bei unbehandelten depressiven Patienten eine Suizidgefahr entstehen könnte.

Benzodiazepine dürfen bei Patienten mit bekanntem Arzneimittel- oder Alkoholmissbrauch, sowie bei Patienten mit Engwinkelglaukom, nur mit grösster Vorsicht eingesetzt werden.

Kinder und Jugendliche

Die klinische Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von Lormetazepam wurde bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht geprüft (s. «Kontraindikationen»).

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Loramet nicht einnehmen.

Interaktionen

Von gleichzeitigem Alkoholgenuss wird abgeraten. Eine Potenzierung des sedativen Effekts wird beobachtet, wenn das Präparat zusammen mit Alkohol eingenommen wird. Dies kann auch das Führen von Motorfahrzeugen und Bedienen von Maschinen beeinträchtigen.

In Kombination mit Präparaten mit zentraldämpfender Wirkung: Potenzierung der zentraldämpfenden Wirkung von Neuroleptika, Tranquilizern, Antidepressiva, Hypnotika, Anxiolytika, Betäubungsmitteln (v.a. Opiate), Anästhetika, Antikonvulsiva und Antihistaminika mit sedierender Wirkung.

Im Falle von Betäubungsmitteln kann durch die Verstärkung der Euphorie die Gefahr einer psychischen Abhängigkeit zunehmen.

Bei Patienten unter Langzeitbehandlung mit anderen, die Kreislauf- oder Atemfunktion beeinflussenden Arzneimitteln (z.B. β-Rezeptorenblocker, herzaktive Glykoside, Methylxanthine), sind Art und Umfang der Wechselwirkungen nicht sicher vorhersehbar. Davon betroffen sind auch orale Kontrazeptiva und einige Antibiotika. Der/die behandelnde Arzt bzw. Ärztin sollte vor Beginn einer Therapie das Vorliegen einer entsprechenden Dauerbehandlung abklären, da in solchen Fällen, insbesondere zu Beginn der Behandlung, besondere Vorsicht geboten ist.

Die Wirkungen von Muskelrelaxantien können verstärkt werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Während der Schwangerschaft darf das Arzneimittel nicht verabreicht werden, es sei denn dies ist eindeutig erforderlich.

Es liegen keine hinreichenden tierexperimentellen Studien zur Auswirkung auf Schwangerschaft, Embryonalentwicklung, Entwicklung des Föten und/oder die postnatale Entwicklung vor. Das potentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.

Es liegen keine hinreichenden klinischen Daten zur Anwendung bei Schwangeren vor.

Die Anwendung von Benzodiazepinen in der Frühschwangerschaft scheint mit einem möglichen Anstieg des Risikos für kongenitale Missbildungen einherzugehen.

Benzodiazepine und ihre glukuronisierten Metaboliten wurden in humanem Nabelschnurblut nachgewiesen, was darauf hinweist, dass diese Arzneimittel in die Plazenta übertreten können.

Die Anwendung von Benzodiazepinen während der Spätphase der Schwangerschaft oder während der Entbindung kann zu neonatalen Symptomen führen wie z.B. Hypoaktivität, Hypothermie, Hypotonie, Apnoe, Atemdepression, Trinkschwäche und unausgewogene metabolische Reaktionen auf Kältestress.

Kinder von Müttern, die chronisch Benzodiazepine über mehrere Wochen in der Spätphase ihrer Schwangerschaft oder kurz vor der Geburt eingenommen haben, können eine körperliche Abhängigkeit entwickeln und unter Entzugserscheinungen nach der Geburt leiden.

Gebärfähige Frauen sollten darüber informiert werden, dass sie das Absetzen des Präparates mit Ihrem Arzt erwägen müssen, falls sie vermuten schwanger zu sein oder es werden möchten.

Stillzeit

Da Benzodiazepine und deren Metaboliten in die Muttermilch sezerniert werden, sollte Lormetazepam in der Stillzeit nicht appliziert werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich.

Trinkschwäche des Säuglings wurde bei Müttern beobachtet, die Benzodiazepine eingenommen hatten. Diese Neugeborenen sollten hinsichtlich der oben genannten pharmakologischen Effekte überwacht werden (einschliesslich Schläfrigkeit und Reizbarkeit).

Ist die Anwendung von Loramet in der Stillzeit eindeutig notwendig, sollte abgestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Loramet hat einen ausgeprägten Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen. Patienten, die Loramet einnehmen, sollten vor dem Verrichten von Tätigkeiten, welche die volle geistige Aufmerksamkeit erfordern, gewarnt werden; dazu gehört zum Beispiel das Bedienen gefährlicher Maschinen oder das Lenken von Motorfahrzeugen. Ferner ist der Patient vor gleichzeitigem Alkoholgenuss zu warnen, da eine solche Kombination die unerwünschten Wirkungen beider Substanzen potenzieren kann.

Unerwünschte Wirkungen

Sehr häufig (≥1/10),

häufig (<1/10, ≥1/100),

gelegentlich (<1/100, ≥1/1'000),

selten (<1/1'000, ≥1/10'000),

sehr selten (<1/10'000),

unbekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Die am häufigsten berichteten Arzneimittelwirkungen waren Sedierung, Schläfrigkeit und Müdigkeit.

Blut- und Lymphsystem

Gelegentlich: Blutdyskrasien.

Sehr selten: Thrombozytopenie, Agranulozytose, Panzytopenie.

Immunsystem

Sehr selten: Anaphylaktische Reaktionen, anaphylaktoide Reaktionen, Hypersensitivität, allergische Dermatitis.

Stoffwechsel und Ernährungsstörungen

Sehr selten: Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH; Schwartz-Bartter-Syndrom), Hyponatriämie.

Psychiatrische Störungen

Häufig: Verwirrtheitszustände, Depression, Demaskieren einer Depression.

Gelegentlich: Libidostörungen, erektile Dysfunktion, Orgasmusstörungen.

Sehr selten: Suizidversuch, Suizidgedanken, Angst, Agitation, Feindseligkeit, Aggression, Ärger, Erregbarkeit, Schlafstörungen, Schlaflosigkeit, Albträume, Delirium, Halluzinationen, Psychosen, Ruhelosigkeit, Verhaltensstörungen, Libidozunahme, Enthemmung.

Unbekannt: Abhängigkeit, Arzneimittelmissbrauch, Entzugserscheinungen, Aufmerksamkeitsstörungen, psychomotorische Retardierung, Manie, Gefühlsarmut.

Beim Auftreten derartiger Symptome muss Loramet abgesetzt werden. Diese Reaktionen sind bei älteren Patienten eher möglich.

Nervensystem

Die Wirkung von Benzodiazepinen auf das zentrale Nervensystem (ZNS) ist dosisabhängig. Die hemmende Wirkung auf das ZNS ist ausgeprägter bei höherer Dosis.

Sehr häufig: Sedierung, Somnolenz.

Häufig: Ataxie, Mattigkeit.

Sehr selten: Koma, extrapyramidale Störungen, Konvulsionen, Amnesie, Tremor, Benommenheit, Dysarthrie, Kopfschmerzen, euphorische Stimmung.

Unbekannt: Reduziertes Reaktionsvermögen, Schwindel.

Diese Symptome treten vorwiegend bei Therapiebeginn auf und verschwinden nach wiederholter Gabe.

Anterograde Amnesie ist mit therapeutischen Dosen möglich, mit höheren Dosen nimmt das Risiko zu. Amnesie kann mit Fehlverhalten einhergehen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Augen

Sehr selten: Sehstörungen (einschliesslich Doppel- und Verschwommensehen).

Unbekannt: Nystagmus.

Gefässe

Sehr selten: Hypotonie, erniedrigter Blutdruck.

Atmungsorgane

Sehr selten: Atemdepression, Apnoe, verstärktes Schlafapnoe-Syndrom, verstärkte chronisch-obstruktive Bronchitis (COPD). (Die Wirkung von Benzodiazepinen auf die Atmungsorgane hängt von der Dosis ab und nimmt mit steigender Dosis zu).

Gastrointestinale Störungen

Gelegentlich: Nausea.

Sehr selten: Obstipation.

Unbekannt: Gastrointestinale Beschwerden.

Leber und Galle

Sehr selten: Gelbsucht, erhöhtes Bilirubin im Blut, erhöhte Transaminasen, erhöhte alkalische Phosphatase.

Haut

Gelegentlich: Exantheme.

Sehr selten: Alopezie.

Muskelskelettsystem

Aufgrund der muskelrelaxierenden Wirkung besteht ein Risiko für Stürze und in der Folge für Frakturen bei älteren Patienten.

Häufig: Muskelschwäche.

Unbekannt: Muskelkrämpfe.

Allgemeine Störungen

Sehr häufig: Erschöpfung.

Häufig: Kraftlosigkeit, Unwohlsein.

Unbekannt: Hypothermie, paradoxe Arzneimittelreaktionen.

Überdosierung

Bei der Behandlung einer Überdosierung sollte immer in Betracht gezogen werden, dass möglicherweise mehrere Arzneimittel eingenommen wurden.

Eine Überdosierung von Lormetazepam ist in der Regel nicht lebensbedrohlich, es sei denn, es wurde zusammen mit anderen ZNS-wirksamen Substanzen – einschliesslich Alkohol – eingenommen.

Symptome einer Überdosierung

Eine Überdosierung von Benzodiazepinen ist gewöhnlich durch verschiedene Stadien der zentralen Dämpfung gekennzeichnet, die von Benommenheit bis hin zum Koma gehen kann.

In leichten Fällen treten Symptome wie Benommenheit, geistige Verwirrung, Lethargie und Sprachstörungen auf. In schwereren Fällen können Ataxie, paradoxe Reaktionen, zentrale Dämpfung, verminderter Muskeltonus, Blutdruckabfall, Atemdepression und kardiale Depression auftreten, selten Koma, und sehr selten Tod umfassend.

Behandlung einer Überdosierung

Nach einer Überdosierung von Benzodiazepinen sollte Erbrechen induziert werden (innerhalb 1 Stunde), wenn der Patient bei Bewusstsein ist. Beim bewusstlosen Patienten soll eine Magenspülung durchgeführt werden mit entsprechendem Schutz der Atemwege. Ist die Entleerung des Magens nicht möglich, sollte Aktivkohle gegeben werden, um die Absorption zu verringern. Die Dialysierbarkeit von Lormetazepam wurde bislang nicht geprüft. 3-OH-Benzodiazepine sind jedoch nicht dialysierbar und ihre Metaboliten (Glukuronide) ebenfalls nur schwer dialysierbar. Besondere Aufmerksamkeit muss den Patienten geschenkt werden, die eine Intensivpflege bezüglich den Atem- und kardiovaskulären Funktionen benötigen.

In Notfällen sollte die Verabreichung von Flumazenil (Anexate), einem Benzodiazepinantagonisten, erwogen werden. Die Verabreichung sollte jedoch im Spital unter engmaschiger Überwachung erfolgen.

Der behandelnde Arzt sollte sich des Risikos eines Anfalls in Verbindung mit der Behandlung mit Flumazenil bewusst sein, besonders bei Patienten, die unter Benzodiazepin-Langzeitbehandlung stehen, sowie bei Patienten mit einer Überdosis zyklischer Antidepressiva.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N05CD06

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Loramet enthält als Wirkstoff das Benzodiazepin Lormetazepam. Dieses weist anxiolytische, sedative und hypnotische Eigenschaften auf und verfügt ebenfalls über muskelrelaxierende und antikonvulsive Effekte.

Lormetazepam verkürzt die Einschlafzeit, verlängert die Gesamtschlafdauer, verbessert die Schlafqualität und verringert nächtliches Aufwachen.

In den meisten Fällen tritt der Schlaf innert 15-30 Minuten ein. Darüber hinaus trägt Loramet dazu bei, eine normale Schlafdauer (6-8 Stunden) wiederherzustellen.

Pharmakokinetik

Absorption

Pharmakokinetikstudien haben gezeigt, dass Lormetazepam nach oraler Verabreichung rasch und vollständig absorbiert wird. Maximale Plasmaspiegel werden innerhalb von ca. 1,5 Stunden erreicht (tmax) und betragen nach Einnahme von 1 mg Lormetazepam ca. 6-7 ng/ml.

Nach oraler Gabe wird Loramet während der ersten Leberpassage zu etwa 20% metabolisiert, so dass ca. 80% der Dosis bioverfügbar werden.

Distribution

Das Verteilungsvolumen von Lormetazepam liegt bei 4,6 L/kg Körpergewicht. Bei therapeutischen Konzentrationen sind etwa 85% des unveränderten Wirkstoffes an Plasmaproteine gebunden.

Metabolismus

Lormetazepam wird hauptsächlich in der Leber metabolisiert, wo der grösste Teil des unveränderten Wirkstoffes (94%) direkt zum Glukuronid konjugiert und in dieser Form mit dem Urin eliminiert wird. Zirka 6% werden zu Lorazepam N-demethyliert, konjugiert und als Glukuronid mit dem Urin ausgeschieden. Die Glukuronidverbindungen von Lormetazepam haben keine nachweisbare Wirkung auf das ZNS.

Elimination

Lormetazepam ist ein relativ kurz wirksames Benzodiazepin mit einem biphasischen Ausscheidungsprozess. Die Eliminationshalbwertszeit der β-Phase (Distribution) beträgt ca. 2 Stunden, die der δ-Phase (Elimination) ca. 10 Stunden.

Lormetazepam wird hauptsächlich als Glukuronid über die Nieren ausgeschieden. Es kommt zu keiner Wirkstoffkumulation.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Ältere Patienten: Studien an älteren und jungen Personen haben gezeigt, dass die Pharmakokinetik von Lormetazepam durch das Alter nicht signifikant beeinträchtigt wird. In einer Pharmakokinetikstudie mit Lormetazepam wurde gezeigt, dass ältere Probanden höhere AUC- und niedrigere Plasmaclearancewerte aufwiesen als jüngere Probanden. Die Plasmahalbwertszeiten des glucuronisierten Metaboliten waren signifikant länger in älteren (ungefähr 20 Stunden) als in jüngeren Probanden (12-13 Stunden).

Patienten mit Leber- und Niereninsuffizienz: Generell ist bei Patienten mit Leberinsuffizienz keine klinisch signifikante Änderung der Kinetik zu erwarten. Dies obschon Studien zeigten, dass die Kinetik bei Patienten mit Zirrhose in geringem Masse beeinflusst wurde, was vermutlich auf eine reduzierte Durchblutung der Leber zurückzuführen ist.

Bei manifester Niereninsuffizienz liegt die metabolische Halbwertszeit von Lormetazepam im Normbereich. Die Eliminationshalbwertszeit des Lormetazepam-Glukuronids ist erhöht, was zu einer Kumulation dieses nicht wirksamen Metaboliten führt.

Verglichen mit gesunden Probanden erfolgte die Elimination des glukuronisierten Metaboliten in urämischen Patienten verzögert (31 ml/min/1.73 m2 vs. 0.5 ml/min/1.73 m2).

Wie unter «Überdosierung» aufgeführt, ist es wenig wahrscheinlich, dass Lormetazepam mittels Dialyse ausreichend eliminiert werden kann.

Präklinische Daten

Chronische Toxizität

Subakute und chronische Prüfungen an Mäusen, Ratten und Hunden mit Dosierungen von bis zu 0,5 g/kg/Tag gaben keine bedenklichen Befunde, aus denen geschlossen werden könnte, dass die Substanz Organschädigungen hervorruft.

Kanzerogenität und Mutagenität

Kanzerogenitätsstudien an Mäusen und Ratten ergaben keine Hinweise auf ein tumorerzeugendes Potential. In den üblichen in-vivo und in-vitro Untersuchungen wurden keine mutagenen Effekte beobachtet.

Teratogene Wirkung

Teratologische Prüfungen an Ratten, Kaninchen und Affen, die sich teils über mehrere Generationen erstreckten, gaben keinen Anhaltspunkt für einen teratogenen Effekt von Lormetazepam. Wie bei allen vergleichbaren Substanzen wurden auch bei Lormetazepam nach Gabe sehr hoher Dosen infolge der allgemeinen Depression der Muttertiere ein reduziertes Geburtsgewicht und eine verringerte Wurfgrösse beobachtet.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) und für Kinder unzugänglich aufbewahren. Das Präparat im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Zulassungsnummer

43154 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

MEDA Pharma GmbH, 8602 Wangen-Brüttisellen.

Stand der Information

September 2014.

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