Locoid Lot 0.1 % 30 Ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Locoid Crelo, Emulsion

Wirkstoff: Hydrocortisoni-17-butyras.

Hilfsstoffe: Propylenglycolum, Antiox.: E 321, Conserv.: E 216, Butylis parahydroxybenzoas, Excip. ad emulsionem.

Locoid, Crème

Wirkstoff: Hydrocortisoni-17-butyras.

Hilfsstoffe: Conserv. E 216, Butylis parahydroxybenzoas, Excip. ad unguentum.

Locoid, Lipocrème

Wirkstoff: Hydrocortisoni-17-butyras.

Hilfsstoffe: Conserv. E 216, Alcohol Benzylicus, Excip. ad unguentum.

Locoid, Scalp Lotion

Wirkstoff: Hydrocortisoni-17-butyras.

Hilfsstoffe: Alcohol Isopropylicus, Excip. ad solutionem

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 g Locoid Crelo, Emulsion enthält 1 mg Hydrocortisoni-17-butyras.

1 g Locoid, Crème enthält 1 mg Hydrocortisoni-17-butyras.

1 g Locoid, Lipocrème enthält 1 mg Hydrocortisoni-17-butyras.

1 ml Locoid, Scalp Lotion enthält 1 mg Hydrocortisoni-17-butyras.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Locoid ist indiziert zur lokalen Behandlung von Hautkrankheiten ekzematöser, entzündlicher oder allergischer Genese. Das Indikationsgebiet umfasst atopische, chronische, allergische, nummuläre und Kontaktekzeme. 

Es ist zu beachten, dass in Abhängigkeit von der Art der Erkrankung und dem Hautzustand das Therapieresultat entscheidend durch die Wahl der Darreichungsform beeinflusst wird: 

Locoid Crelo, Emulsion ist indiziert zur Lokalbehandlung der Psoriasis, insbesondere der Kopfhaut, sowie der akuten und subakuten Ekzemformen.

Locoid Crème und Locoid, Lipocrème sind indiziert bei Ekzema infantum und seborrhoischem Ekzem, Intertrigo, Dermatitis solaris, Strahlendermatitis, Windeldermatitis und aspezifischem Pruritus ani, vulvae et scroti. 

Locoid, Scalp Lotion in verdünnter alkoholischer Lösung, ist der Behandlung von nicht trockenen Kopfhautdermatosen vorbehalten.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung

Locoid Crème, Lipocrème und Locoid Crelo: Locoid 1–2 mal täglich dünn auf die erkrankten Hautpartien auftragen. Vorsichtiges Einreiben begünstigt die Penetration in die Haut.

Locoid, Scalp Lotion: die Lotion 1–2 mal täglich auf die zu behandelnde Zone träufeln und leicht einreiben.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Die Wirkung der verschiedenen Darreichungsformen von Locoid wird durch die Verwendung eines Okklusivverbandes verstärkt. Diese Behandlung ist besonders bei Psoriasis, chronischer Neurodermitis und chronischem Lichen simplex indiziert. 

Bei Kindern unter 2 Jahren mit Vorsicht anzuwenden (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.

Locoid ist, wie alle Kortikosteroide, kontraindiziert bei Kuhpocken, Windpocken, Herpes und anderen Virusinfektionen sowie bei Hauttuberkulose und luetischen Hauterkrankungen.

Locoid darf nicht in Augennähe angewendet werden. Jeglicher Kontakt mit den Augen ist zu vermeiden.

Locoid ist auch kontraindiziert bei Impfreaktionen, Hautulzera, Akne, Rosacea und perioraler Dermatitis.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Eine hochdosierte grossflächige oder okklusive Applikation eines stark oder sehr stark wirksamen Kortikosteroids soll nur unter regelmässiger ärztlicher Überwachung erfolgen, um eine allfällige Suppression der endogenen Kortikoidproduktion rechtzeitig zu erkennen. 

Unter dem Okklusivverband kann sich sekundär eine bakterielle oder mykotische Infektion entwickeln. Die Wahl eines anderen Verbandmaterials, eine angepasste antibakterielle oder antimykotische Therapie und das Einstellen der Behandlung unter Okklusion sind dann indiziert. Nach Entfernung des Okklusivverbandes kann die feucht gewordene Haut einen unangenehmen Geruch verbreiten, der beim Waschen vollkommen verschwindet. 

Eine ununterbrochene Applikationsdauer von 2–3 Wochen sollte nach Möglichkeit nicht überschritten werden. 

Bei übermässiger grossflächiger Anwendung bei Kleinkindern ist in vereinzelten Fällen eine Beeinflussung der NNR-Funktion festgestellt worden. Derartige unerwünschte Wirkungen lassen sich durch massvolles Applizieren in regelmässigen Abständen vermeiden.

Desgleichen ist bei länger andauernder grossflächiger und/oder okklusiver Applikation die Möglichkeit einer systemischen Wirkung gegeben: endogene Kortikosteroidsynthese-Suppression, Hyperkortikosteroidismus mit Ödemen, Striae distensae, Diabetes mellitus (Manifestwerden eines bisher latenten), Osteoporose und bei Kindern Wachstumsverzögerungen. 

Bei Hautinfektionen und Hautulzera sollen topische Kortikosteroide nur mit besonderer Vorsicht und unter zusätzlicher Behandlung der Infektion angewendet werden.

Sehr stark, stark und mittelstark wirksame Kortikosteroide sollten im Gesicht und in der Genitalregion nur mit Vorsicht und nicht länger als 1 Woche angewendet werden.

Kortikosteroide können Symptome einer allergischen Hautreaktion auf einen der Bestandteile des Präparats maskieren. 

Allergische Reaktionen lassen sich manchmal bei Patienten beobachten, die auf Konservierungsmittel und andere Hilfsstoffe wie E 216, E 321, Benzylalkohol, Butylis parahydroxybenzoas und Propylenglykol, die in der Emulsion von Locoid Crelo, in der Crème und/oder Lipocrème von Locoid enthalten sind, überempfindlich reagieren. 

Bei Kindern unter zwei Jahren sowie bei Patienten mit schweren Nierenerkrankungen sollte Locoid nur mit Vorsicht angewendet werden.

Der Patient ist anzuweisen, das Präparat nur für seine aktuellen Hautleiden zu gebrauchen und es nicht an andere Personen weiterzugeben.

Interaktionen

Werden gleichzeitig andere Lokaltherapeutika verwendet, kann es durch pH-Wert- und Konzentrationsverschiebungen zu Wirkungsveränderungen kommen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Tierstudien mit systemisch angewendeten Kortikosteroiden haben teratogene Effekte auf den Fötus gezeigt. Es existieren jedoch keine kontrollierten Humanstudien. Unter diesen Umständen sollen topische Kortikosteroide während der Schwangerschaft nur verabreicht werden, wenn der potentielle Nutzen das fötale Risiko überwiegt. Sie sollen während der Schwangerschaft nicht grossflächig, in grossen Mengen, unter Okklusion oder über längere Zeit angewendet werden. 

Es ist nicht bekannt, ob topisch applizierte Kortikosteroide in die Milch übergehen; allerdings gelangen systemisch verabreichte Kortikosteroide in die Milch. Topische Kortikosteroide sollen deshalb bei stillenden Frauen nur mit Vorsicht verwendet werden und sollen nie auf die Brüste appliziert werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es liegen keine entsprechenden Studien vor.

Unerwünschte Wirkungen

Die unerwünschten Wirkungen sind im Folgenden nach Häufigkeit aufgelistet. Häufigkeitskategorien sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥1/10), häufig (<1/10, ≥1/100), gelegentlich (<1/100, ≥1/1000), selten (<1/1000, ≥1/10'000), sehr selten (<1/10'000) und Einzelfälle (Häufigkeit kann aufgrund der vorliegenden Daten als niedriger als sehr selten abgeschätzt werden). 

Infektionen

Einzelfälle: sekundäre bakterielle oder mykotische Infektion (siehe auch «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). 

Störungen des Immunsystems

Einzelfälle: Überempfindlichkeit; allergische Reaktionen (siehe auch «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). 

Endokrine Störungen

Sehr selten: Adrenale Suppression (siehe auch «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). 

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Selten: Hautatrophien, oft irreversibel mit Verdünnung der Epidermis; Teleangiektasien; Purpura; Striae distensae; Akne; periorale Dermatitis; Rebound Effekt; Abnahme der Pigmentierung; Dermatitis und Ekzem, auch Kontaktdermatitis.

Einzelfälle: trockene Haut; vorübergehende Exantheme; allergische Hautreaktionen; Hautreizungen wie Pruritus oder Brennen; Unverträglichkeitserscheinungen wie Miliarausschlag, Folliculitis (siehe auch «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Überdosierung

Bei Überdosierung können die unter «Unerwünschte Wirkungen» erwähnten Erscheinungen vermehrt auftreten.

Bei ständiger Überdosierung von extern angewendeten Kortikosteroiden kann es durch Hemmung der Nebennierenrindenfunktion zum Cushing-Syndrom kommen. Die externe Therapie mit Kortikosteroiden muss dann abgebrochen werden. Es ist eine orale Substitutionstherapie mit abnehmender Kortikoiddosis (bis auf Null) durchzuführen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: D07AB02

Die Locoid-Präparate enthalten als Wirkstoff das nichthalogenierte, mittelstark wirksame (Stärkeklasse II) synthetische Kortikosteroid Hydrocortison-17-butyrat, das aufgrund seiner entzündungs-hemmenden, antiallergischen und antipruriginösen Eigenschaften für die Lokalbehandlung der verschiedensten akuten und chronischen Haut­affektionen indiziert ist.

Infolge der guten Penetration in die Haut werden hohe Konzentrationen des Kortikosteroids und dadurch eine schnelle Wirkung erreicht. Locoid eignet sich aus diesem Grunde besonders für die Behandlung von Ekzemen, Dermatitiden und Psoriasis.

Für die Behandlung der mit den Erkrankungen verbundenen verschiedenartigen Hautzuständen stehen vier Anwendungsformen zur Verfügung:

Locoid Crelo ist eine vorwiegend wasserhaltige O/W-Emulsion, die aufgrund ihrer Viskosität gut auf der Haut verbleibt und nicht fettet.

Locoid Crème wird zur Behandlung von akuten und subakuten Hautentzündungen, einschl. Dermatosen behaarter Körperstellen, empfohlen. Bei akuten, stark nässenden Hautaffektionen ist es bisweilen notwendig, bei der Anwendung von Locoid Crème eine Kompresse anzulegen. 

Locoid Lipocrème ist eine lipidreiche O/W-Emulsion, die sich zur Behandlung von subakuten und chronischen Hautläsionen empfiehlt. Sie ist speziell für Patienten mit einer trockenen Haut bestimmt. Trotz ihres hohen Fettgehalts zieht sie gut in die trockene bzw. erkrankte Haut ein.

Die Lotion für die behaarte Kopfhaut, Locoid Scalp Lotion, eine verdünnte alkoholische Lösung, ist der Behandlung von Dermatosen der Kopfhaut vorbehalten.

Die Locoid Crelo Emulsion, Crème, Lipocrème und Scalp Lotion sind abwaschbar.

Pharmakokinetik

Resorption

Hydrocortison-17-butyrat penetriert gut durch die Hornhaut. 

Das Ausmass der Penetration und der Resorption hängen von der Art des Vehikels, der Verwendung eines Okklusivverbandes sowie von der Körperregion, dem Zustand der Haut, dem Alter des Patienten und dem Applikationsmodus ab.

Aufgrund von Erfahrungswerten mit den verschiedenen Salbengrundlagen kann davon ausgegangen werden, dass die Resorption in der folgenden Reihenfolge abnimmt: Scalp Lotion > Lipocrème = Crème.

Mit Locoid Crelo sind keine Penetrations- oder Resorptionsstudien durchgeführt worden. 

Unter Okklusion über 16 Stunden wird Locoid Crème von der gesunden Haut zu 20%, von der psoriatischen Haut zu 45% resorbiert. Grundsätzlich kann bei der Anwendung von Locoid unter Okklusion mit einer 10fachen Zunahme der Resorption gerechnet werden. 

Metabolismus

In der Haut und in der Leber wird Hydrocortison-17-butyrat über Hydrocortison-21-butyrat in Hydrocortison und Buttersäure umgewandelt, welche dann dem normalen Stoffwechsel unterliegen. 

Elimination

Spuren unveränderten Hydrocortison-17-butyrats und die Metaboliten werden renal und biliär eliminiert.

Präklinische Daten

In Tierversuchen hat die pränatale Verabreichung von Kortikosteroiden teratogene Wirkungen, insbesondere Gaumenspalten, verursacht. Bei Jungtieren wurde eine verlangsamte postnatale Entwicklung beobachtet.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Kortikosteroide sind inkompatibel mit Zinkoxid und Steinkohlenteer. Mit Salicylsäure oder Urea ist innerhalb weniger Tage mit einer Aktivitätsabnahme des Steroids zu rechnen. Wenn diese Kombinationen für die Therapie notwendig sind, kann morgens das salicylsäure- oder ureahaltige Produkt und abends Locoid verwendet werden. 

Lagerung

Locoid Crelo Emulsion, Locoid Lipocrème, Locoid Crème: Bei Raumtemperatur (15–25 °C) aufbewahren.

Locoid Scalp Lotion: Nicht über 25 °C lagern.

Zulassungsnummer

36481, 36482, 46106, 52585 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Astellas Pharma AG, 8304 Wallisellen.

Stand der Information

März 2014.

Verwendung dieser Informationen

Die Informationen auf dieser Seite sind für Fachpersonal gedacht. Bei Fragen lassen Sie sich von einer Fachperson (z.B. Arzt oder Apotheker) beraten und lesen Sie die Packungsbeilage auf unserer Produktseite.