Pliaglis Creme 30 G

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoffe: Lidocainum, Tetracainum.

Hilfsstoffe: Conserv.: E216, E218; Excipiens ad unguentum.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Gramm Crème enthält 70 mg Lidocain und 70 mg Tetracain.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Pliaglis ist angezeigt bei Erwachsenen zur Lokalanästhesie auf intakter Haut vor dermatologischen Eingriffen.

Dosierung/Anwendung

Dosierung

Zur Anwendung bei Erwachsenen und älteren Patienten:

Bei kleineren dermatologischen Eingriffen wie gepulste Farbstoff-Lasertherapie, laserassistierte Haarentfernung, nicht-ablatives Laser-Facial-Resurfacing, Dermal-Filler-Injektionen und Gefässzugang soll Pliaglis mit einer Dicke von ca. 1 mm aufgetragen werden (ungefähr 1,3 g Crème pro 10 cm2). Nach einer Einwirkzeit von 30 Minuten muss der Film vor dem Eingriff von der Haut entfernt werden.

Bei grösseren dermatologischen Eingriffen wie laserassistierte Entfernung von Tätowierungen und Laserentfernung von Beinvenen soll Pliaglis auf intakte Haut mit einer Dicke von ca. 1 mm aufgetragen werden (ungefähr 1,3 g Crème pro 10 cm2). Nach einer Einwirkzeit von 60 Minuten muss der Film vor dem Eingriff von der Haut entfernt werden.

Oberfläche der Behandlungsstelle (cm2)

Ungefähres Gewicht der verteilten Pliaglis Crème (g)

10

1.3

2 Fingerspitzeneinheiten

50

6.5

Halber Inhalt einer 15 g-Tube

80

11

Gesamter Inhalt einer 15 g-Tube

100

13

Halber Inhalt einer 30 g-Tube

200

26

Gesamter Inhalt einer 30 g-Tube

400

52

Gesamter Inhalt von zwei 30 g-Tuben

Der maximale Anwendungsbereich sollte 400 cm2 – (entspricht max. 52 g Crème) nicht überschreiten.

Spezielle Populationen

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Pliaglis bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wurde nicht nachgewiesen. Die Anwendung von Pliaglis bei Kindern und Jugendlichen wird daher nicht empfohlen.

Patienten mit eingeschränkter Leber-, Nieren- oder Herzfunktion

Pliaglis sollte bei Patienten mit einer Leber-, Nieren- oder Herzfunktionsstörung nur mit Vorsicht angewendet werden (Siehe Abschnitt «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Hinweise zur Anwendung

Pliaglis ist für die Anwendung bei nur einem einzigen Patienten vorgesehen.

Nur zur Anwendung auf der trockenen, intakten Haut.

Für Eingriffe am Gesicht sollte Pliaglis von medizinischem Fachpersonal aufgetragen werden.

Für Eingriffe an anderen Körperbereichen sollte Pliaglis von medizinischem Fachpersonal oder Patienten aufgetragen werden, die bezüglich der Applikationstechnik sachgerecht unterwiesen wurden.

Pliaglis ist nur anhand eines Instrumentes mit einer flachen Oberfläche, wie eines Metallspatels oder eines Zungenspatels aufzutragen. Pliaglis darf nie mit den Fingern aufgetragen werden.

Patienten und medizinischem Fachpersonal wird empfohlen, direkten Kontakt mit der Crème oder der mit der Crème bedeckten Haut zu vermeiden, um eine Kontaktdermatitis zu vermeiden.

Die behandelte Region sollte nicht bedeckt werden (keine okklusive Anwendung).

Sämtliche Filmreste sollten nach dem Entfernen des Pliaglis Crème-Films mit einer Kompresse abgewischt werden.

Unmittelbar nach dem Entfernen und Beseitigen des Films sollten die Hände gewaschen werden.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber Lidocain, Tetracain, anderen Anästhetika vom Amid- oder Ester-Typ, gegenüber p-Aminobenzoesäure, Methylparahydroxybenzoat (E218), Propylparahydroxybenzoat (E216) oder gegenüber einem der sonstigen Bestandteile.

Pliaglis darf nicht auf Schleimhäuten oder auf verletzter oder gereizter Haut angewendet werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Nur zur äusseren Anwendung.

Der Kontakt mit den Augen ist zu vermeiden. Bei der Anwendung von Pliaglis in der Nähe der Augen ist Vorsicht geboten. Wenn Pliaglis in Kontakt mit den Augen gekommen ist, soll das betreffende Auge sofort mit Wasser oder Natriumchloridlösung gespült und geschützt werden, bis das Empfinden zurückkehrt.

Pliaglis sollte nicht länger als unter «Dosierung/Anwendung» empfohlen angewendet werden.

Selten können allergische oder anaphylaktoide Reaktionen in Verbindung mit Lidocain, Tetracain oder den sonstigen Bestandteilen von Pliaglis auftreten. Im Vergleich zu Lidocain kann Tetracain mit einem häufigeren Auftreten solcher Reaktionen in Zusammenhang gebracht werden. Pliaglis enthält die Hilfsstoffe Methyl- und Propylparahydroxybenzoat, die allergische Reaktionen hervorrufen können.

Einige Lokalanästhetika, darunter auch Tetracain, werden mit der Entwicklung einer Methämoglobinämie in Verbindung gebracht. Das Risiko der Entwicklung einer Methämoglobinämie ist bei Patienten mit einer kongenitalen oder idiopathischen Methämoglobinämie am grössten.

In Studien zu Pliaglis wurden keine Fälle von Methämoglobinämie berichtet. Es sollte dennoch vorsichtig vorgegangen werden, um zu gewährleisten, dass die Dosierungen, die Anwendungsbereiche und die Dauer der Anwendung mit den Empfehlungen für die Zielpopulation übereinstimmen.

Lidocain hat in Konzentrationen über 0,5-2% bakterizide und antivirale Eigenschaften. Daher ist die Wirksamkeit intradermaler Injektionen eines Lebendimpfstoffes (z.B. BCG) engmaschig zu überwachen.

Pliaglis sollte nur mit Vorsicht angewendet werden bei Patienten mit Leber-, Nieren- oder Herzfunktionsstörungen sowie bei Personen (z.B. akut Erkrankte oder schwache Personen) mit erhöhter Empfindlichkeit gegenüber der systemischen Kreislaufwirkung von Lidocain und Tetracain.

Die Dauer der Lokalanästhesie kann nach dem Entfernen des Films 2 bis 13 Stunden betragen. Deswegen müssen die Patienten besonders darauf achten, die Haut nicht versehentlich zu verletzen (durch Kratzen, Reiben oder indem sie sie extremen Temperaturen aussetzen).

Interaktionen

Das Risiko einer zusätzlichen systemischen Toxizität sollte berücksichtigt werden bei Patienten, die antiarrhythmische Arzneimittel der Klasse I (wie Chinidin, Disopyramid, Tocainid und Mexiletin), antiarrhythmische Arzneimittel der Klasse III (z.B. Amiodaron) oder andere Arzneimittel mit lokalanästhetischen Wirkstoffen erhalten. Wechselwirkungen nach einer sachgemässen Anwendung von Pliaglis sind unwahrscheinlich, da nach einer topischen Anwendung der empfohlenen Dosierungen von Pliaglis nur geringe Konzentrationen von Lidocain und Tetracain im Plasma nachgewiesen werden (siehe «Pharmakokinetik»).

Bei der Einnahme von Medikamenten, die mit einer medikamenteninduzierten Methämoglobinämie in Verbindung gebracht werden (wie Sulfonamide, Naphthalin, Nitrate und Nitrite, Nitrofurantoin, Nitroglycerin, Nitroprussid, Pamaquin und Chinin), besteht ein grösseres Risiko für die Entwicklung einer Methämoglobinämie.

Falls Pliaglis begleitend zu anderen Arzneimitteln mit Lidocain und/oder Tetracain angewendet wird, müssen kumulative Dosen sämtlicher Formulierungen berücksichtigt werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Zur Anwendung von Pliaglis während der Schwangerschaft liegen keine Daten vor.

Reproduktionstoxizitätsstudien deuten bei Tieren nicht auf eine direkt oder indirekt schädigende Wirkung von Tetracain hin. Die Tierstudien zu Lidocain sind in Hinblick auf eine reproduktive Toxizität unzureichend (siehe «Präklinische Daten»). Pliaglis darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn dies ist eindeutig erforderlich.

Es sind keine Auswirkungen auf den gestillten Säugling bzw. das gestillte Kleinkind zu erwarten, da nach einer topischen Anwendung der empfohlenen Dosierungen von Pliaglis geringe Konzentrationen von Lidocain und Tetracain im Plasma nachgewiesen werden.

Daher kann Pliaglis auch während der Stillzeit angewendet werden, so lange Pliaglis nicht auf die Brust aufgetragen wird.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen von Pliaglis auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgeführt.

Bei den empfohlenen Dosierungen ist kein Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen zu erwarten.

Unerwünschte Wirkungen

Systemische Nebenwirkungen nach sachgemässer Anwendung von Pliaglis sind aufgrund der geringen resorbierten Dosen von Lidocain und Tetracain unwahrscheinlich (siehe «Pharmakokinetik»).

Lokal begrenzte Hautreaktionen an der Applikationsstelle waren sehr häufige Nebenwirkungen in den klinischen Studien mit Pliaglis. Diese waren jedoch im Allgemeinen vorübergehender Art. Die nachstehend aufgeführten Nebenwirkungen umfassen behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse und Erytheme, Hautödeme sowie Hautverfärbungen, die auf Evaluierungsskalen für Hautreaktionen bewertet wurden. Bei den Nebenwirkungen an der Applikationsstelle, die bei mehr als 10% der Patienten auftraten, handelte es sich um Erytheme (42%) und Hautverfärbungen (12%). Ein Hautödem stellte eine häufige Nebenwirkung dar. Sämtliche weiteren Nebenwirkungen traten bei weniger als 1% der Patienten auf.

Die nachfolgend aufgeführten Nebenwirkungen sind nach Organsystemklasse und Häufigkeit unter Verwendung der folgenden Übereinkunft eingeteilt: «Sehr häufig» (>1/10), «häufig» (<1/10, >1/100), «gelegentlich» (<1/100, <1/1000), «selten» (<1/1000, >1/10'000), «sehr selten» (<1/10'000). Die Mehrzahl der Nebenwirkungen trat an der Applikationsstelle der Crème auf.

Störungen des Immunsystems

Einzelfälle: Urtikaria (nach dem Inverkehrbringen als unerwünschte Wirkung berichtet).

Selten: Allergische oder anaphylaktoide Reaktionen können in Verbindung mit Lidocain, Tetracain oder den sonstigen Inhaltsstoffen von Pliaglis auftreten, auch wenn diese in klinischen Studien mit Pliaglis nicht berichtet wurden.

Störungen des Nervensystems

Selten: Parästhesie

Augenleiden

Selten: Lidödem.

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr häufig: Erythem, Hautverfärbung.

Häufig: Hautödem.

Gelegentlich: Pruritus, Hautschmerz.

Selten: Blässe, brennendes Gefühl auf der Haut, Gesichtsschwellung, Hautabschälung, Hautreizung.

Überdosierung

Die Anzeichen für eine systemische Toxizität sind ähnlich denjenigen, die nach Anwendung anderer lokaler Anästhetika beobachtet wurden, z.B. Erregungssymptome des ZNS und, in schwerwiegenden Fällen, ZNS-Depression und Myokarddepression.

Bei Auftreten einer Überdosierung müssen Patienten sorgfältig beobachtet werden. Schwerwiegende neurologische Symptome (Anfälle, ZNS-Depression) können schon ab einer minimalen Plasmakonzentration von 1000 ng/mL Lidocain auftreten. Toxische Lidocain-Konzentrationen (>5000ng/mL) führen zu ZNS-Toxizität, einschliesslich einem Risiko für Anfälle. Bei Anzeichen einer Überdosierung ist eine symptomatische Behandlung wie assistierte Beatmung und Spasmolytika erforderlich. Dialyse ist bei der Behandlung einer akuten Überdosierung von Lidocain und Tetracain von gerigem Wert. Aufgrund der langsamen systemischen Resorption sollte ein Patient mit Anzeichen von Toxizität mehrere Stunden nach der Behandlung der Symptome beobachtet werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N01BB52

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Wirkungsmechanismus

Pliaglis führt bei Auftragen auf intakter Haut zu einer Lokalanästhesie der Haut durch die Freisetzung von Lidocain und Tetracain in die epidermalen und dermalen Hautschichten und zu einer Ansammlung von Lidocain und Tetracain in den Regionen der dermalen Schmerzrezeptoren und Nervenenden. Sowohl Lidocain als Tetracain blockieren Natriumionenkanäle, die für die Impulsgabe und –übertragung erforderlich sind. Dadurch entsteht die lokalanästhetische Wirkung. Der Grad der lokalen Anästhesie hängt von der Anwendungszeit ab.

Pharmakodynamische Eigenschaften

In einer klinischen pharmakodynamischen Studie (Pinpricktest, n=40) wurde eine durchschnittliche und eine mittlere Dauer der Anästhesie von 9,4 bzw. 11 Stunden nachgewiesen, mit einer Minimaldauer von 2 Stunden und einer geschätzten Maximaldauer von 13 Stunden.

Klinische Wirksamkeit

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Pliaglis wurden in 12 randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten klinischen Phase-III-Studien an insgesamt 600 erwachsenen Patienten vor verschiedenen dermatologischen Eingriffen untersucht. Pliaglis und Placebo wurden auf 2 vergleichbaren Behandlungsarealen über 30 Minuten für dermatologische Eingriffe wie Dermal-Filler-Injektion, laserassistierte Haarentfernung, nicht-ablatives Laser Facial-Resurfacing, gepulste Farbstoff-Laser-Therapie (2 Studien mit 20-minütiger Applikation) und für Gefässzugang aufgetragen. Die Creme wurde für laserassistierte Entfernung von Tätowierungen und Laserentfernung von Unterschenkelvenen über 60 Minuten aufgetragen. Die Behandlung mit Pliaglis führte in jeder Studie zu statistisch signifikant weniger Schmerzen im Vergleich zur Placebobehandlung (mit Ausnahme von Studie 1, Gefässzugang), gemessen mittels einer 100 mm langen Visuellen Analogskala (VAS) und Beurteilung durch die Patienten.

Tabelle 1: Zusammenfassung von klinischen Phase-III-Studien mit Pliaglis

Dermatologischer Eingriff

Anzahl der Patienten

Pliaglis

mittlerer VAS-Wert (mm)

Placebo mittlerer VAS-Wert (mm)

p-Wert (Pliaglis vs. Placebo)

20 oder 30 Min. Applikation

Gepulste Farbstoff-Laser-Therapie (20', Studie 1)

80

16

31

p<0,001

Gepulste Farbstoff-Laser-Therapie (20', Studie 2)

60

16

36

p<0,001

Laserassistierte Haarentfernung (30')

50

23

32

p=0,017

Nicht-ablatives Laser-Resurfacing (30', Studie 1)

54

21

38

p<0,0001

Nicht-ablatives Laser-Resurfacing (30', Studie 2)

40

31

55

p<0,001

Dermal-Filler-Injektionen (30')

70

24

37

p<0,0001

Kollagen-Injektionen (30')

52

23

40

p<0,001

Gefässzugang (Studie 1)

55

30

32

p=0,691

Gefässzugang (Studie 2)

55

16

30

p=0,004

60 Min. Applikation

Laserassistierte Entfernung von Tätowierungen (Studie 1)

30

43

66

p=0,001

Laserassistierte Entfernung von Tätowierungen (Studie 2)

63

39

59

p<0,0001

Laserassistierte Entfernung von Unterschenkelvenen

60

27

43

p<0,001

Pharmakokinetik

Absorption

Die systemische Exposition der beiden Wirkstoffe ist abhängig von der Dosis, der Anwendungsdauer, der Hautdicke (die je nach Körperbereich variiert) sowie vom Hautzustand.

Bei Erwachsenen führt die Anwendung von 59 g Pliaglis über eine Fläche von 400 cm2 und über einen Zeitraum von bis zu 120 Minuten zu einer durchschnittlichen Plasma-Spitzenkonzentration von 139ng/ml Lidocain, mit einer maximalen Plasma-Spitzenkonzentration von 220ng/ml. Die systemische Exposition gegenüber Lidocain (gemessen als Cmax und AUC0-24) war proportional zur Anwendungsfläche und nahm mit einer Anwendungszeit von bis zu 60 Minuten zu. Cmax war proportional zum Prozentsatz der bedeckten Körperoberfläche, dabei führten 2,5% bedeckter Fläche (400 cm2) bei einer Dauer von 30 Minuten zu einer maximalen Lidocain-Konzentration von ungefähr 60ng/ml. Die Plasmakonzentrationen von Tetracain waren bei Erwachsenen nicht messbar (<0,9ng/ml).

Distribution

Nach der intravenösen Anwendung bei gesunden Probanden lag das Verteilungsvolumen im Steady State bei ungefähr 0,8 bis 1,3 l/kg. Ungefähr 75% des Lidocains ist an Plasmaproteine gebunden (vorwiegend an Alpha-1-Säure-Glykoproteine). Aufgrund der schnellen Hydrolyse im Plasma wurden das Verteilungsvolumen und die Proteinbindung für Tetracain nicht ermittelt.

Metabolismus/Elimination

Lidocain wird weitgehend metabolisiert. Die Umwandlung in Monoethylglycinxylidid (MEGX) und weiter in Glycinxylidid (GX) erfolgt im Wesentlichen durch CYP1A2 und in einem geringeren Umfang durch CYP3A4. MEGX wird auch in 2,6-Xylidin metabolisiert; 2,6-Xylidin wird weiter durch CYP2A6 zu 4-Hydroxy-2,6-Xylidin metabolisiert, das den Hauptmetaboliten im Urin (80%) darstellt und als Konjugat ausgeschieden wird. MEGX weist eine ähnliche pharmakologische Aktivität wie Lidocain auf, während GX eine geringere pharmakologische Aktivität zeigt.

Tetracain unterliegt einer schnellen Hydrolyse durch Plasmaesterasen. Zu den primären Metaboliten von Tetracain gehören p-Aminobenzoesäure und Diethylaminoethanol, die beide eine unspezifische Aktivität aufweisen.

Das Ausmass der Metabolisierung von Lidocain und Tetracain in der Haut ist nicht bekannt. Lidocain und seine Metaboliten werden über die Nieren ausgeschieden. Mehr als 98% der resorbierten Dosis Lidocain kann im Urin als Metabolit oder Ausgangsmedikament nachgewiesen werden. Bei Erwachsenen werden weniger als 10% Lidocain unverändert ausgeschieden, bei Neugeborenen beträgt der Prozentsatz des unverändert ausgeschiedenen Lidocains 20%. Die systemische Clearance beträgt ungefähr 8 – 10 ml/min/kg.

Nach intravenöser Verabreichung beträgt die durchschnittliche Eliminationshalbwertszeit von Lidocain aus dem Plasma ungefähr 1,8 Stunden. Die durchschnittliche Eliminationshalbwertszeit von Lidocain aus dem Plasma nach topischer, 30-minütiger Anwendung von 9 g Pliaglis auf 200cm² liegt bei bis zu 12,1 Stunden, was auf ein Lidocaindepot in der Haut mit einer anschliessenden Freisetzung des Arzneimittels in den systemischen Kreislauf hinweist. Aufgrund der schnellen Hydrolyse im Plasma wurde keine Halbwertszeit und Clearance von Tetracain für den Menschen ermittelt.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Ältere Patienten

Nach der Anwendung von 31 g Pliaglis über eine Fläche von 400cm2 und über einen Zeitraum von 60 Minuten (n=6) betrugen die durchschnittlichen Spitzenkonzentrationen von Lidocain bei älteren Patienten (65 - 78 Jahre) 48ng/ml. Diese Konzentrationen entsprechen denen bei jüngeren Patienten bzw. sind geringer als die bei jüngeren Patienten nach Verabreichung von ähnlichen Mengen Pliaglis.

Eingeschränkte Herz-, Nieren- und Leberfunktion

Es wurden keine spezifischen pharmakokinetischen Studien an Patienten mit eingeschränkter Herz-, Nieren- oder Leberfunktion durchgeführt. Die Halbwertszeit von Lidocain bei Patienten mit Herz- oder Leberfunktionsstörungen ist möglicherweise erhöht. Aufgrund der schnellen Hydrolyse von Tetracain im Plasma wurde keine Halbwertszeit ermittelt.

Präklinische Daten

Basierend auf konventionellen Sicherheitsstudien zur Pharmakologie, Toxizität bei wiederholter Dosierung, Genotoxizität, zum karzinogenen Potential sowie zur Reproduktions- und Entwicklungstoxizität ergibt sich aus den nicht-klinischen Daten keine besondere Gefahr für den Menschen.

Reproduktionstoxizität

Lidocain: In Studien zur embryonalen/fetalen Entwicklung an Ratten und Kaninchen - mit Dosierungen während der Organogenese, wurde keine teratogene Wirkung festgestellt. Die Tierstudien sind jedoch hinsichtlich der Auswirkung in der prä- oder postnatalen Entwicklung unvollständig.

Tetracain: Bei Ratten wurde in toxischer Dosis keine Auswirkung auf die Fertilität festgestellt. In Studien zur embryonalen/fetalen Entwicklung an Ratten und Kaninchen - mit Dosierungen während der Organogenese, wurde keine teratogene Wirkung festgestellt. Bei den Nachkommen von Ratten, die im Spätstadium der Trächtigkeit und in der Stillzeit mit einer maternal toxischen Dosis behandelt wurden, sind keine Auswirkungen festgestellt worden. Da keine Daten zur systemischen Exposition bei Ratten vorliegen, kann kein Vergleich mit der Exposition bei Menschen vorgenommen werden.

Lidocain und Tetracain: In Studien zur embryonalen/fetalen Entwicklung, bei denen Dosen während der Organogenese verabreicht wurden, wurde keine teratogene Wirkung festgestellt.

Genotoxizität und Karzinogenität

Studien zur Genotoxizität von Lidocain und Tetracain waren negativ. Die Karzinogenität von Lidocain und Tetracain wurde bislang nicht untersucht. Der Lidocain-Metabolit 2,6-Xylidin weist in vitro ein genotoxisches Potential auf. Aufgrund der kurzen Behandlungsdauer mit Pliaglis ist eine karzinogene Wirkung nicht zu erwarten.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Im Kühlschrank (2-8 °C) lagern, nicht einfrieren! Pliaglis ist nur für eine einmalige Anwendung vorgesehen. Allfällige Reste sind fachgerecht zu entsorgen.

Zulassungsnummer

62526 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Galderma Schweiz AG, 4622 Egerkingen/Schweiz

Stand der Information

September 2013

Verwendung dieser Informationen

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