Lasilacton 100 Filmtabl 100mg/20mg 50 Stk

Lasilacton 100 Filmtabl 100mg/20mg 50 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoffe: Spironolacton und Furosemid.

Hilfsstoffe: Lactose-Monohydrat, Maisstärke, Povidon, Docusat-Natrium, Natriumstärkeglykolat (Typ A), Talkum, kolloidales Siliciumdioxid wasserfrei, Magnesiumstearat, Hydroxypropylmethylcellulose, Macrogol 8000, color.: E 171 (Titandioxid), E 172 (Eisenoxid rot).

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Lasilacton 50

1 Filmtablette enthält: 50 mg Spironolacton mikronisiert und 20 mg Furosemid.

Lasilacton 100

1 Filmtablette enthält: 100 mg Spironolacton mikronisiert und 20 mg Furosemid.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Ödeme oder Aszites bei Hyperaldosteronismus infolge Herzinsuffizienz, Leberinsuffizienz, nephrotischem Syndrom, wenn andere bisherige diuretische Therapiemassnahmen nicht ausreichen.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung

Ödeme: Beim Erwachsenen ist im Allgemeinen, abhängig vom Schweregrad des Hyperaldosteronismus, folgende Dosierung zu empfehlen:

In den ersten 3-6 Tagen wird je nach Indikation und Schweregrad maximal folgende Tagesdosis verabreicht:

4× 1 Filmtablette Lasilacton 50 bis 4× 1 Filmtablette Lasilacton 100.

Für die Weiterbehandlung genügt als Erhaltungsdosis meist:

3× 1 Filmtablette Lasilacton 50 bis 3× 1 Filmtablette Lasilacton 100.

Die Dosis kann je nach Bedarf täglich, jeden 2. oder jeden 3. Tag verabreicht werden.

Die maximale Tagesdosis von 400 mg Spironolacton und 80 mg Furosemid sollte nicht überschritten werden.

Korrekte Art der Einnahme

Die Filmtabletten sind unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit zu schlucken. Die Einnahme erfolgt am besten zum Frühstück oder Mittagessen. Eine abendliche Dosis ist insbesondere während der Anfangsbehandlung wegen der zu erwartenden nächtlichen Diurese nicht zu empfehlen.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen Spironolacton, Furosemid, Sulfonamide, Sulfonamidderivate oder einen der Hilfsstoffe.

Anurie, akutes Nierenversagen, Nierenfunktionsstörungen (Serum-kreatinin über 2 mg/100 ml, Kreatininclearance unter 30 ml/Min./1,73 m2 Körperoberfläche), Coma und Präcoma hepaticum, Hypovolämie oder Dehydratation (mit oder ohne begleitende Hypotonie), schwere Hyponatriämie, Hyperkaliämie, schwere Hypokaliämie.

Schwangerschaft, Stillzeit.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Die Behandlung mit Lasilacton erfordert eine regelmässige Überwachung. Es sind Kontrollen von Serum-Natrium, -Kalium und -Kreatinin sowie Blutglukose notwendig.

Eine besonders sorgfältige Überwachung ist erforderlich bei

  • Patienten mit Hypotonie;
  • Patienten, die durch einen Blutdruckabfall besonders gefährdet wären (z.B. bei schwerwiegender Koronarstenose- oder zerebrovaskulärer Stenose);
  • Patienten mit latentem oder manifestem Diabetes mellitus;
  • Patienten mit Gicht;
  • Patienten mit Miktionsstörungen, besonders in der Anfangsphase der Behandlung;
  • Patienten mit Leberzirrhose in Verbindung mit Niereninsuffizienz (weitere Verschlechterung der Nierenfunktion möglich);
  • Patienten mit Hypoproteinämie, z.B. bei nephrotischem Syndrom (Abschwächung der Wirkung und Verstärkung der Ototoxizität von Furosemid möglich);
  • Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Hyperkaliämie).

Eine engmaschige Überwachung des Serum-Kaliumspiegels ist erforderlich bei eingeschränkter Nierenfunktion mit einer Kreatininclearance unter 60 ml/Min./1,73 m2 Körperoberfläche sowie bei Anwendung von Lasilacton in Kombination mit bestimmten anderen Medikamenten, die zu einem Anstieg des Kaliumspiegels führen können.

Bei Leberinsuffizienz kann es zu schweren Elektrolytverschiebungen bis zum Coma hepaticum kommen. Deshalb wird eine vorsichtige Dosistitration der Einzelkomponenten empfohlen. Die fixe Kombination Lasilacton sollte erst eingesetzt werden, wenn die Dosisfindung der Einzelkomponenten als zufriedenstellend beurteilt wird.

Spironolacton kann Stimmveränderungen auslösen. Dies ist bei der Entscheidung zur Behandlung mit Lasilacton insbesondere dann zu berücksichtigen, wenn die Stimme für den Patienten beruflich eine besondere Bedeutung hat.

Bei Kindern liegen keine Erfahrungen vor und die Anwendung wird bei ihnen nicht empfohlen.

Durch individuell auftretende, unterschiedliche Reaktionen kann auch bei vorschriftsgemässem Gebrauch des Präparats die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Strassenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt werden. Dies gilt in verstärktem Masse bei Behandlungsbeginn und Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol.

Bei teilweiser Obstruktion des Harnflusses (z.B. im Falle von Blasenentleerungsstörungen, Prostatahyperplasie oder Verengung der Harnröhre) kann die Erhöhung der Harnproduktion Beschwerden verursachen bzw. diese verschlimmern. Daher müssen die betreffenden Patienten besonders überwacht werden.

Gleichzeitige Anwendung von Risperidon

In placebokontrollierten Studien mit Risperidon wurde bei älteren Patienten mit Demenz, die mit Furosemid plus Risperidon behandelt wurden, eine höhere Mortalitätsrate (7,3%; mittleres Alter 89 Jahre, Altersspanne 75–97 Jahre) im Vergleich zu Patienten, die Risperidon allein (3,1%; mittleres Alter 84 Jahre, Altersspanne 70–96 Jahre) oder Furosemid allein (4,1%; mittleres Alter 80 Jahre, Altersspanne 67–90 Jahre) erhalten hatten, beobachtet.

Die Erhöhung der Mortalitätsrate bei Patienten, die mit Furosemid plus Risperidon behandelt wurden, wurde in zwei von vier klinischen Studien beobachtet.

Die gleichzeitige Anwendung von Risperidon und anderen Diuretika (hauptsächlich Thiazid-Diuretika in niedriger Dosierung) zeigte solche Befunde nicht.

Es konnte kein pathophysiologischer Mechanismus zur Erklärung dieser Beobachtung identifiziert und kein einheitliches Muster der Todesursachen festgestellt werden. Dennoch ist Vorsicht angezeigt und sind Risiken und Nutzen dieser Kombination oder der gleichzeitigen Behandlung mit anderen potenten Diuretika vor Therapieentscheidung abzuwägen. Bei Patienten, die andere Diuretika als begleitende Behandlung zu Risperidon einnahmen, wurde keine erhöhte Mortalitätsrate gefunden. Unabhängig von der Behandlung war Dehydratation ein allgemeiner Risikofaktor für Mortalität und muss daher bei älteren Patienten mit Demenz vermieden werden (siehe «Kontraindikationen»). Bei Patienten, die mit Furosemid behandelt werden, kann Lupus erythematodes aktiviert werden oder ein vorbestehender Lupus erythematodes kann sich verschlimmern.

Interaktionen

Nicht empfohlene Kombinationen

Im Zusammenhang mit Spironolacton:

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Kalium-Präparaten, kaliumsparenden Substanzen (Triamteren, Amilorid u.a.), nichtsteroidalen Antiphlogistika (Acetylsalicylsäure, Indometacin) oder ACE-Hemmern kann es zu Hyperkaliämie kommen. In solchen Fällen ist eine engmaschige Überwachung des Serumkaliums erforderlich.

Im Zusammenhang mit Furosemid:

Die ototoxische Wirkung von Aminoglykosid-Antibiotika und anderen ototoxischen Arzneimitteln kann verstärkt werden. Dadurch auftretende Hörschäden sind unter Umständen irreversibel. Solche Arzneimittel dürfen nur bei Vorliegen zwingender Gründe gleichzeitig mit Lasilacton verabreicht werden.

Es wurden einzelne Fälle beschrieben, in denen es nach i.v. Gabe von Furosemid innerhalb von 24 Stunden nach Einnahme von Chloralhydrat zu Hitzewallungen, Schweissausbrüchen, Unruhe, Übelkeit, Blutdruckanstieg und Tachykardie kam. Derartige Reaktionen könnten auch mit Lasilacton auftreten. Aus diesem Grund wird die gleichzeitige Anwendung von Furosemid und Chloralhydrat nicht empfohlen.

Kombinationen unter Vorsichtsmassnahmen oder besonderer Aufmerksamkeit

In Kombination mit Digoxin kann Spironolacton zu erhöhten Digoxinspiegeln führen.

Spironolacton und Carbenoxolon können sich gegenseitig in ihrer Wirkung abschwächen.

Grössere Mengen von Lakritze können die Wirkung von Spironolacton beeinträchtigen.

Wird Lasilacton mit einer Mahlzeit eingenommen, so ist die Resorption von Spironolacton erheblich gesteigert.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Furosemid und Cisplatin ist mit der Möglichkeit eines Hörschadens zu rechnen. Wird bei einer Cisplatinbehandlung eine forcierte Diurese mit Furosemid angestrebt, so darf Furosemid nur in niedriger Dosis (z.B. 40 mg bei normaler Nierenfunktion) und nur bei positiver Flüssigkeitsbilanz eingesetzt werden. Andernfalls kann es zu einer Verstärkung der Nephrotoxizität von Cisplatin kommen.

Phenytoin kann die Wirkung von Furosemid ebenfalls abschwächen. Probenecid, Methotrexat und andere Substanzen, die wie Furosemid einer tubulären Sekretion unterliegen, können die Wirkung von Furosemid beeinträchtigen. Andererseits kann Furosemid die renale Ausscheidung dieser Substanzen verhindern. Bei hoher Dosierung von solchen Substanzen und von Furosemid kann dies zu erhöhten Serumspiegeln führen und die Nebenwirkungen von Furosemid und der gleichzeitigen Medikation verstärken.

Sucralfat kann die Resorption von Furosemid beeinträchtigen. Die Einnahme muss im Abstand von zwei Stunden erfolgen.

Wirkungen und Nebenwirkungen hochdosierter Salicylate können durch Lasilacton verstärkt werden.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass Furosemid in gewissen Fällen die nephrotoxische Wirkung bestimmter Arzneimittel (z.B. Aminoglykoside, Cephalosporine, Polymyxine) verstärkt. Bei Patienten mit antibiotikainduzierter Nierenschädigung sollte Lasilacton daher mit Vorsicht eingesetzt werden.

Manche Elektrolytstörungen (z.B. Hypokaliämie, Hypomagnesiämie) können die Toxizität von bestimmten anderen Substanzen erhöhen (z.B. von Digitalispräparaten und Medikamenten, die ein QT-Intervallverlängerungssyndrom induzieren). Bei gleichzeitiger Anwendung von Glukokortikoiden, Laxanzien (über längere Zeit) oder Carbenoxolon ist zu berücksichtigen, dass es zu einem verstärkten Kaliumverlust kommen kann. Lakritze wirkt in dieser Hinsicht wie Carbenoxolon.

Furosemid kann manchmal die Wirkung anderer Medikamente abschwächen (z.B. von Antidiabetika und blutdrucksteigernden Sympathomimetika z.B. Adrenalin, Noradrenalin) oder verstärken (z.B. von Theophyllin, Lithium und kurareartigen Muskelrelaxanzien).

Die Wirkung von Antihypertensiva, Diuretika oder anderen blutdrucksenkenden Medikamenten kann durch Furosemid verstärkt werden. Insbesondere in Kombination mit ACE-Hemmern wurden starke Blutdruckabfälle bis hin zum Schock beobachtet. Patienten unter Diuretika können eine schwere Hypotonie und Verschlechterung der Nierenfunktion (bis hin zum Nierenversagen) erleiden, wenn ein ACE-Hemmer oder Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonist zum ersten Mal oder in einer höheren Dosis verabreicht wird. Die Lasilacton-Verabreichung muss vorübergehend unterbrochen oder in ihrer Dosierung für drei Tage reduziert werden, bevor ein ACE-Hemmer oder Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonist gegeben bzw. dessen Dosis gesteigert wird.

Furosemid vermindert die Ausscheidung von Lithiumsalzen. Dies kann zu einem Anstieg der Serum-Lithiumspiegel führen und die Gefahr kardiotoxischer und neurotoxischer Lithiumeffekte erhöhen. Bei Patienten, die gleichzeitig mit Lithiumsalzen behandelt werden, wird daher empfohlen, den Lithiumspiegel sorgfältig zu überwachen.

Die gleichzeitige Einnahme von Furosemid und hohen Dosen von bestimmten Cephalosporinen, kann zu einem Versagen der Nierenfunktion führen.

Aufgrund der Furosemid-induzierten Hyperurikämie und der durch Ciclosporin verursachten Verschlechterung der renalen Harnsäureausscheidung ist das Risiko einer Gichtarthritis unter gleichzeitiger Behandlung mit Ciclosporin und Furosemid erhöht.

Patienten mit einem erhöhten Risiko für Röntgenkontrastmittel-Nephropathie zeigten nach Behandlung mit Furosemid ohne vorherige intravenöse Hydrierung eine erhöhte Inzidenz von Nierenfunktionsstörungen im Vergleich zu Patienten, die vor der Röntgenkontrastmittelapplikation intravenös hydriert wurden. Es wird empfohlen, dass mit Furosemid behandelte Patienten zur Senkung des Risikos für Röntgenkontrastmittel-Nephropathie vorgängig und anschliessend der Verabreichung von Kontrastprodukten mit physiologischer Kochsalzlösung hydriert werden.

Risperidon: Vorsicht walten lassen und Risiken und Nutzen einer Kombination oder gleichzeitigen Behandlung mit Furosemid oder anderen potenten Diuretika vor Therapieentscheidung sorgfältig abwägen. Siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» zur erhöhten Mortalität bei älteren Patienten mit Demenz, die gleichzeitig Risperidon eingenommen hatten.

Levothyroxin: Hohe Dosen von Furosemid können die Bindung von Schilddrüsenhormonen an Transportprotein inhibieren und führen dadurch anfänglich zu einem vorübergehenden Anstieg an freien Schilddrüsenhormonen und folglich zu einer allgemeinen Reduktion des gesamten Schilddrüsenhormonspiegels. Der Schilddrüsenhormonspiegel ist zu überwachen.

Cholestyramin: Eine Hyperkaliämie kann im Zusammenhang mit einer hyperchlorämischen metabolischen Azidose bei Patienten auftreten, die gleichzeitig mit Lasilacton und mit Cholestyramin behandelt werden.

Im Zusammenhang mit der Kombination von Spironolacton und Furosemid:

Nichtsteroidale Antiphlogistika (z.B. Indometacin, Acetylsalicylsäure) können die Wirkung von Furosemid und Spironolacton abschwächen und bei bestehender Hypovolämie oder Dehydratation zu akutem Nierenversagen führen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Basierend auf Erfahrungen beim Menschen und beim Tier liegen eindeutige Hinweise auf ein fetales Risiko vor, das die mögliche positive therapeutische Wirkung bei weitem übersteigt. Tierstudien haben eine Verweiblichung der männlichen Geschlechtsorgane ergeben. Bei Männern wurde über antiandrogene Wirkungen berichtet, wobei bei männlichen Neugeborenen das Risiko einer Geschlechtsambiguität besteht. Dieses Medikament ist bei Schwangeren bzw. Frauen, die schwanger werden möchten, kontraindiziert.

Falls Lasilacton bei stillenden Müttern verschrieben werden muss, so ist vorher abzustillen, da sowohl Spironolacton als auch Furosemid in die Muttermilch übergehen. Furosemid hemmt die Laktation.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

In einigen Fällen sind Schläfrigkeit und Benommenheit aufgetreten. Daher müssen Patienten hauptsächlich zu Beginn der Behandlung beim Führen von Fahrzeugen bzw. Bedienen von Maschinen besondere Vorsicht walten lassen, bis sich erwiesen hat, wie sie auf Spironolacton reagieren.

Unerwünschte Wirkungen

Je nach Zutreffen werden folgende Häufigkeitsangaben gemäss CIOMS-Einteilung verwendet:

Sehr häufig ≥10%; Häufig ≥1 und <10%; Gelegentlich ≥0,1 und <1%; Selten ≥0,01 und <0,1%; Sehr selten <0,01%; Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Lasilacton kann Blutbildveränderungen verursachen.

Häufig: Starke Dehydratation kann zu Hämokonzentration mit Neigung zur Thrombosebildung führen.

Gelegentlich: Es wurden einige Fälle von Thrombopenie beschrieben.

Selten: Leukopenie, Eosinophilie.

Sehr selten: Agranulozytose, hämolytische oder aplastische Anämie.

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich: Es können (z.B. allergische) Reaktionen an Haut und Schleimhäuten auftreten, insbesondere in Form von Juckreiz, Urtikaria und anderen Hautausschlägen sowie in Form von blasenbildenden Hauterscheinungen, Erythema multiforme, generalisierter Dermatitis exfoliativa oder Purpura.

Selten: Anaphylaktische oder anaphylaktoide Reaktionen auf Furosemid (z.B. Schock) wurden bisher nur nach intravenöser Gabe beschrieben.

Nicht bekannt: Verschlimmerung oder Aktivierung des systemischen Lupus erythematodes unter Furosemid.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums

In seltenen Fällen wurden Stimmveränderungen in Form von Heiserkeit, Vertiefung (bei Frauen) oder Erhöhung (bei Männern) der Stimmlage beobachtet. Bei einigen Patienten gehen diese Veränderungen auch nach Absetzen des Präparats nicht zurück. Daher ist die therapeutische Notwendigkeit gegenüber den Risiken sorgfältig abzuwägen, insbesondere bei Patienten, deren Beruf besondere stimmliche Qualitäten erfordert (z.B. Theater- oder Lehrberufe).

Stoffwechsel und Ernährungsstörungen

Sehr häufig: Wie bei jeder Behandlung mit Diuretika kann als Folge der vermehrten Diurese eine Störung des Elektrolyt- und Flüssigkeitshaushalts auftreten. Eine Störung im Elektrolyt- und Flüssigkeithaushalt (z.B. Mangel an bestimmten Elektrolyten) kann sich äussern in Beschwerden wie verstärktem Durst, Kopfschmerz, Verwirrtheit, Muskelkrämpfen, Tetanie, Muskelschwäche und Herzrhythmusstörungen, aber auch in Magen-Darm-Beschwerden.

Stärkere Elektrolytstörungen müssen korrigiert werden.

Die harntreibende Wirkung kann zu Hypovolämie und Dehydratation führen bzw. beitragen, insbesondere bei älteren Patienten. Um diese Komplikationen zu vermeiden, ist es wichtig, unerwünschte Flüssigkeitsverluste (z.B. bei Erbrechen, Durchfall oder starkem Schwitzen) auszugleichen. Verstärkte Diurese kann einen Blutdruckabfall verursachen. Dadurch kommt es unter Umständen zu einer Beeinträchtigung von Konzentrationsfähigkeit und Reaktionsvermögen sowie zu Beschwerden wie Kopfschwere, Kopfschmerz, Schwindel, Benommenheit, Muskelkrämpfe in den Beinen, Schwächegefühl, Sehstörungen, Mundtrockenheit und orthostatischen Kreislaufstörungen.

Es kann zu einem Anstieg der Blutspiegel von Kreatinin und Lipiden (z.B. Triglyzeride) kommen.

Häufig: Zu Behandlungsbeginn kann es zu Hyponatriämie, Hypochlorämie und Hypokaliämie kommen, bei einer Langzeitbehandlung zu Hyperkaliämie, insbesondere im Falle von Niereninsuffizienz. Entwickelt sich eine Hypokaliämie, so kann diese üblicherweise korrigiert werden, ohne die Gabe von Lasilacton zu unterbrechen. Mögliche Hinweise auf eine Hyperkaliämie sind Symptome wie Müdigkeit, Muskelschwäche, z.B. in den Beinen, und Herzrhythmusstörungen.

Es kann zu einem Anstieg des Cholesterin- sowie des Harnsäurespiegels im Blut kommen. Die Erhöhung des Harnsäurespiegels kann bei prädisponierten Patienten zu Gichtanfällen führen.

Gelegentlich: Die Behandlung mit Furosemid kann zur Verminderung der Glukosetoleranz führen. Bei Diabetikern kann dies eine Verschlechterung der Stoffwechsellage zur Folge haben; ebenso kann sich ein latenter Diabetes mellitus manifestieren.

Nicht bekannt: Hypokalzämie, erhöhte Harnstoffwerte im Blut, metabolische Alkalose (unter Furosemid), hyperchlorämische metabolische Azidose, Pseudo-Bartter-Syndrom bei Furosemid-Abusus und/oder Langzeitbehandlung mit Furosemid.

Bei Frühgeborenen kann es zu einer Kalzifikation der Nieren kommen.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Encephalopathia hepatica bei Patienten mit Leberzellinsuffizienz.

Gelegentlich: Kopfschmerzen, Ataxie, Verwirrtheitszustände, Schwindel.

Selten: Es kann zu Parästhesien kommen.

Es wurden Fälle von Benommenheit/Schläfrigkeit und Lethargie beobachtet.

Häufigkeit unbekannt: Es wurde über Fälle von Schwindel, Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit und Kopfschmerzen berichtet.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Gelegentlich: Hörstörungen nach Furosemid sind selten und meist reversibel. Mit dieser Möglichkeit ist vor allem bei Vorliegen einer Niereninsuffizienz zu rechnen. Unter Furosemid wurden Fälle von Schwerhörigkeit beschrieben, die gelegentlich nicht reversibel waren.

Selten: Tinnitus aurium.

Gefässerkrankungen

Selten: Es kann eine Vaskulitis auftreten.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Gelegentlich: Übelkeit.

Selten: Erbrechen, Durchfall.

Sehr selten: Akute Pankreatitis.

In Einzelfällen können sich Magengeschwüre (auch mit Blutung) entwickeln.

Affektionen der Leber und Gallenblase

Selten: Bei einer Behandlung mit Spironolacton kann es in Einzelfällen zu einem Anstieg der Leberenzyme kommen. Es wurden Fälle von Hepatitis beobachtet.

Sehr selten: Anstieg der Transaminasen und intrahepatische Cholestase (Furosemid).

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Es können Lichtüberempfindlichkeit auftreten sowie Pruritus, Urtikaria, Juckreiz, Rash, bullöse Dermatitis, Erythema multiforme, bullöses Pemphigoid, generalisierte Dermatitis exfoliativa, Purpura, Photosensitivität.

Sehr selten: Hautveränderungen vom Typ Erythema anulare und Lichen ruber planus, Haarausfall, Alopezie, Lupus-ähnliches Syndrom.

Häufigkeit unbekannt: Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, AGEP (akute generalisierte exanthematische Pustulose) und DRESS-Syndrom (Hautausschlag mit Eosinophilie und systemischen Symptomen).

Muskelskeletterkrankungen und des Bindegewebes

Gelegentlich: Muskelkrämpfe.

Sehr selten: Osteomalazie (Spironolacton).

Häufigkeit unbekannt: Fälle von Rhabdomyolyse wurden berichtet, oftmals im Zusammenhang mit schwerer Hypokaliämie.

Kongenitale, familiäre und genetische Erkrankungen

Häufigkeit unbekannt: Bei einer Behandlung mit Furosemid in den ersten Lebenswochen besteht beim Frühgeborenen ein erhöhtes Risiko eines persistierenden Ductus arteriosus.

Erkrankung der Nieren und Harnwege

Selten: Interstitielle Nephritis.

Symptome von Harnretention (z.B. bei Hydronephrose, Prostatahypertrophie, Ureterstenose) können sich durch Diuretika manifestieren bzw. verschlimmert werden. Im äussersten Fall kann es zu einer Harnsperre mit Blasenüberdehnung kommen. Der Harnabfluss ist bei Miktionsstörungen sicherzustellen. Eine Niereninsuffizienz kann insbesondere im Zusammenhang einer reduzierten renalen Perfusion auftreten.

Erkrankungen des Reproduktionssystems und der Brust

Spironolacton kann dosisabhängig bei Mann und Frau häufig zu gesteigerter Berührungsempfindlichkeit der Mamillen und zu Mastodynie bzw. Gynäkomastie führen. Bei der Frau können Menstruationsstörungen (dosisabhängig) einschliesslich Amenorrhoe und selten Hirsutismus, beim Mann gelegentlich Potenzstörungen auftreten.

Allgemeine Störungen und Anomalien am Verabreichungsort

Selten: Fieber.

Überdosierung

Symptome sind Exsikkose mit deliranten Zustandsbildern, schwere Hypotonie (bis zum Schock), akutes Nierenversagen, Thrombosen, schlaffe Lähmungen, Apathie und Verwirrtheit. Die Therapie besteht in Flüssigkeitssubstitution und Elektrolytkorrektur, insbesondere gegen die Hyperkaliämie, und Kontrolle der Stoffwechselfunktion.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: C03EB01

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Spironolacton hemmt kompetitiv die Aldosteron-Wirkung und führt so zu einer Steigerung der Natriurese und Diurese bei gleichzeitiger Erhaltung von Kalium und Magnesium im Organismus. Furosemid wirkt saluretisch aufgrund einer Hemmung der renalen Natrium- und Chloridrückresorption, hauptsächlich im medullären sowie kortikalen Anteil der Henleschen Schleife. Ausserdem wirkt Furosemid durch seine direkten Auswirkungen auf die Gefässwand vasodilatatorisch.

Die Kombination von Spironolacton und Furosemid kann sowohl der Aldosteron-bedingten als auch der diuretisch induzierten Tendenz zur Kaliumverarmung und Alkalose entgegenwirken, so dass der Elektrolythaushalt bei erhaltener Nierenfunktion praktisch keine Verschiebung erfährt. Andererseits summieren sich die natriuretischen Effekte beider Wirksubstanzen.

Pharmakokinetik

Absorption

Die Bioverfügbarkeit von Canrenon bei oral gegebenem Spironolacton beträgt etwa 25%, diejenige von Furosemid 60-70%. Ca. 1 Stunde (tmax) nach Applikation werden für Spironolacton und Furosemid maximale Blutspiegel gemessen.

Bei Spironolacton werden nach oraler Gabe von 200 mg maximale Plasmaspiegel (Cmax) von 185 ng/ml und bei Furosemid nach oraler Gabe von 40 mg maximale Serumkonzentrationen von 2-3 µg/ml ermittelt.

Distribution

Das Verteilungsvolumen beträgt bei Furosemid 10,0 ± 2,1 l. Canrenon verfügt wegen seiner guten Lipidlöslichkeit über ein grosses Verteilungsvolumen. Die Plasmaproteinbindung beträgt bei Furosemid etwa 98%, bei Canrenon etwa 90%.

Der Bereich der optimalen Wirkkonzentration richtet sich nach dem gewünschten diuretischen Effekt. Sowohl Furosemid als auch Spironolacton passieren die Plazentaschranke und gelangen in die Muttermilch.

Metabolismus

Spironolacton wird in hohem Masse metabolisiert, dabei entstehen zu ca. 80% schwefelhaltige Metaboliten und ca. 20% Canrenon, welche alle zur antimineralkortikoiden Wirkung beitragen. Furosemid wird im Wesentlichen unverändert ausgeschieden. Es entstehen keine aktiven Metaboliten.

Elimination

Die terminale Eliminationshalbwertszeit von Furosemid liegt bei etwa 1-2 Stunden, jene von Canrenon bei 14-24 Stunden.

Sowohl die schwefelhaltigen Metaboliten als auch Canrenon werden weiter abgebaut und innerhalb von 6 Tagen teils mit dem Urin, teils mit den Fäzes ausgeschieden. Der Q0-Wert von Kaliumcanrenoat beträgt 1,0.

Die Serumeliminationshalbwertszeit von Furosemid liegt bei ca. 1 Stunde. Furosemid wird zu ca. 70% renal ausgeschieden, 14% in Form von Glukuronid.

Kinetik in besonderen klinischen Situationen

Mit zunehmender Niereninsuffizienz wird Furosemid zusätzlich über extrarenale Wege ausgeschieden (der biliäre Anteil kann mehr als 60% betragen). Bei chronischer Niereninsuffizienz (GFR <10 ml/Min.) beträgt die terminale Serumhalbwertszeit 13½ Stunden, wobei die Gesamtelimination in 24 Stunden 56% der zugeführten Dosis erreicht.

Eine eingeschränkte Leberfunktion scheint die Elimination von Furosemid wenig zu beeinflussen. Bei Canrenon wurde gelegentlich eine Verlängerung der terminalen Halbwertszeit festgestellt.

Bei Früh- und Neugeborenen erfolgt die Ausscheidung von Furosemid verzögert. Die Halbwertszeit bei Frühgeborenen beträgt ca. 24 Std. und bei Neugeborenen ca. 12 Std.

Präklinische Daten

Karzinogenität und Mutagenität

Weder im Tierversuch noch bei In-vitro-Tests wurden karzinogene bzw. mutagene Wirkungen nachgewiesen (Spironolacton und Furosemid).

Reproduktionstoxizität

Spironolacton: Bei der Ratte induziert Spironolacton infolge seiner antiandrogenen Wirkung die Feminisierung männlicher Feten. In Versuchen an der Ratte und der Maus wurden keinerlei teratogene Wirkungen nachgewiesen.

Furosemid: Kein Einfluss auf die Fruchtbarkeit männlicher oder weiblicher Ratten (Tagesdosis: 90 mg/kg Körpergewicht). Weder bei der Ratte noch bei der Maus wurde eine signifikante teratogene oder embryotoxische Wirkung von Furosemid beobachtet.

Beim Menschen liessen sich nach einer Furosemidexposition keinerlei Missbildungen nachweisen. Allerdings kann beim Fetus in utero die Urinproduktion angeregt werden.

Es liegen keine Studien zur Wirkung von Furosemid beim abgestillten Kind vor.

Chronische Toxizität

Spironolacton: In Studien an der Ratte ergaben sich bei hohen Dosen Anzeichen für eine erhöhte Inzidenz von benignen Adenokarzinomen der Schilddrüse und der Testikel.

Furosemid: Bei der Ratte und beim Hund wurden nach 6- und 12-monatiger Verabreichung in der hochdosierten Gruppe (10- bis 20-fache Menge der therapeutischen Dosis beim Menschen) Veränderungen in der Niere beobachtet (darunter eine Fibrose und eine lokale Kalzifikation).

Sonstige Hinweise

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Spironolacton und dessen Metabolit Canrenon können die Ergebnisse diagnostischer Digoxin-Radioimmunoassays in dem Sinne verfälschen, dass zu hohe Digoxinwerte angezeigt werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15–25 °C) und vor Licht geschützt aufbewahren. Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Zulassungsnummer

48419 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

sanofi-aventis (schweiz) ag, 1214 Vernier/GE.

Stand der Information

Oktober 2016.

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