Lansoyl Gel 225 G

Lansoyl Gel 225 G

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Paraffinöl.

Hilfsstoffe: Saccharum, Acidum Citricum monohydricum, Gelatine, Farbstoff: E 124 (Cochenille A), Aromastoffe: Vanille, Ethylvanillinum, Wasser.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Oralgel

100 g Gel enthalten: Paraffinöl: 78,230 g.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Symptomatische Behandlung von Verstopfung.

Dosierung/Anwendung

Oral.

1 Esslöffel = 15 ml.

1 Kaffeelöffel = 5 ml.

Erwachsene: 1 bis 3 Esslöffel täglich.

Kinder zwischen 2 und 4 Jahren: 1 bis 2 Kaffeelöffel täglich.

Kinder zwischen 4 und 15 Jahren: 3 bis 4 Kaffeelöffel täglich.

Kinder bis 12 Jahre: nur nach Anweisung des Arztes.

Die empfohlene Höchstdosis sollte nicht überschritten werden. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung zu schwach ist.

Die Einnahme soll vorzugsweise mit zeitlichem Abstand zu den Mahlzeiten erfolgen und am Abend zwei Stunden vor dem Zubettgehen, unter der Berücksichtigung einer verzögerten Wirkung (6–8 Stunden). Die maximale Einnahmedauer sollte auf maximal 15 Tage beschränkt werden.

Kontraindikationen

Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen die arzneilich wirksamen Bestandteile oder einen der sonstigen Bestandteile in ihrer Zusammensetzung.

Das Präparat darf nicht bei Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts eingenommen werden.

Patienten mit einer Überempfindlichkeit gegen Azofarbstoffe, Acetylsalicylsäure bzw. gegen Antirheumatika und Schmerzmittel (Prostaglandinsynthesehemmer) dürfen Lansoyl nicht einnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Warnhinweise

Nehmen Sie Lansoyl nicht über einen längeren Zeitraum ein. Die Einnahme von Paraffinöl über einen längeren Zeitraum verringert die Aufnahme fettlöslicher Vitamine (A, D, E, K).

Die medikamentöse Behandlung von Verstopfung sollte nur ergänzend zu einer Umstellung der Lebensweise erfolgen. Diese umfasst:

ballastreiche Kost.

ausreichende Flüssigkeitsaufnahme.

Bewegung.

Gewöhnung an ein neues Stuhlgangsverhalten.

Bei Kindern dürfen Abführmittel nur in Ausnahmefällen angewendet werden. Das Risiko einer Beeinträchtigung des normalen Stuhlgangs muss dabei berücksichtigt werden.

Vorsichtsmassnahmen für die Anwendung

Bei kleinen Kindern, chronisch Kranken, bettlägerigen Personen oder Personen mit Schluckbeschwerden ist bei der Anwendung von Paraffinöl Vorsicht geboten, da die Gefahr einer Lungenentzündung nach Aspiration bestehen kann.

Bei Diabetikern oder kalorienarmer Diät ist die Saccharosezufuhr zu beachten: 2,12 g/EL, d. h. 9 kcal/EL (15 ml).

Interaktionen

Die Einnahme von Paraffinöl über einen längeren Zeitraum verringert die Aufnahme fettlöslicher Vitamine (A, D, E, K).

Schwangerschaft/Stillzeit

Es liegen keine zuverlässigen Daten zur Teratogenese beim Tier vor.

Klinisch gibt es derzeit keine aussagekräftigen Daten in ausreichender Menge, um eine eventuelle missbildende oder fötotoxische Wirkung des Paraffinöls bei Einnahme während der Schwangerschaft abschätzen zu können.

Paraffinöl wird nicht absorbiert, stört jedoch die Resorption fettlöslicher Vitamine (A, D, E, K), was neonatale Folgen wie Blutungen haben kann.

Daher ist aus Sicherheitsgründen von der Anwendung des Medikaments während der Schwangerschaft und Stillzeit abzuraten.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Keine Hinweise.

Unerwünschte Wirkungen

Bei einer hohen Dosierung von Paraffinöl bestehen folgende Risiken:

anale Exsudation;

selten perianale Reizung.

Gefahr einer Lungenentzündung nach Aspiration («Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Das Medikament enthält einen Azofarbstoff (Cochenille A oder E124), der in seltenen Fällen Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut und der Atemwege hervorrufen kann, insbesondere bei Asthmapatienten oder Patienten mit chronischer Nesselsucht oder Überempfindlichkeit gegen Acetylsalicylsäure.

Überdosierung

Aufgrund der rein mechanischen Wirkung des Medikaments hat eine Überdosierung keine medizinisch relevanten Folgen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: A06AA01

Pharmakodynamische Eigenschaften

Schmierendes Abführmittel:

Paraffinöl wirkt mechanisch durch Schmierung der Fäkalmasse und durch Aufweichung des Stuhls.

Pharmakokinetik

Durch die Zusammensetzung des in Lansoyl verwendeten Paraffinöls (alipathische Ketten C28 bis C40) kann dieses im Verdauungstrakt praktisch nicht absorbiert werden.

Versuche an Ratten haben gezeigt, dass in diesem Zustand eingenommene Paraffine im Verdauungstrakt schwach absorbiert werden (8% bei alipathischen Ketten mit einer Länge unter C20, während Verbindungen mit hohem Molekulargewicht praktisch nicht zurückgehalten werden). Eine jederzeit reversible Anlagerung erfolgt daher vorrangig in der Leber und in den Fettgeweben.

Die Wirkung des Paraffinöls setzt binnen 6 bis 8 Stunden ein.

Präklinische Daten

Es liegen keine aussagekräftigen präklinischen Daten zur Anwendung vor.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Es ist keine bedeutende Inkompatibilität bekannt.

Besondere Lagerungshinweise

Bewahren Sie das Medikament bei Raumtemperatur auf (15–25 °C).

Haltbarkeit

36 Monate. Das Medikament darf nach Verstreichen des auf der Packung angegebenen Verfalldatums nicht mehr angewendet werden.

Zulassungsnummer

32475 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

ACTIPHARM AG, 1205 Genf.

Stand der Information

Februar 2006.

Verwendung dieser Informationen

Die Informationen auf dieser Seite sind für Fachpersonal gedacht. Bei Fragen lassen Sie sich von einer Fachperson (z.B. Arzt oder Apotheker) beraten und lesen Sie die Packungsbeilage auf unserer Produktseite.