Mydocalm Filmtabl 150 Mg 250 Stk

Mydocalm Filmtabl 150 Mg 250 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Tolperisoni hydrochloridum.

Hilfsstoffe: Mydocalm mite: excipiens pro compresso obducto.

Mydocalm: excipiens pro compresso obducto.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Filmtablette Mydocalm mite enthält 50 mg Tolperisone-HCl.

1 Filmtablette Mydocalm enthält 150 mg Tolperisone-HCl.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Muskelspasmen bei schmerzhaften Erkrankungen der Skelettmuskulatur, vor allem der Wirbelsäule und der stammnahen Gelenke.

Kann verwendet werden bei erhöhtem Tonus der Skelettmuskulatur bei neurologischen Erkrankungen wie beispielsweise Pyramidenbahnläsionen.

Dosierung/Anwendung

Bei Erwachsenen im Allgemeinen dreimal täglich eine Filmtablette Mydocalm zu 150 mg (d.h. eine Tagesdosis von 450 mg).

In hartnäckigen Fällen kann die Dosierung auf 4 Filmtablette zu 150 mg täglich angehoben werden (d.h. eine Tagesdosis von 600 mg).

Obgleich klinische Erfahrungen mit dem Einsatz von Mydocalm bei Kindern vorliegen, insbesondere bei der Behandlung der infantilen Cerebralparese, gibt es keine systematischen klinischen Studien zur Dosisfindung bei Kindern. Kinder unter 15 Jahren sollten Mydocalm daher nur nach strenger Indikationsstellung verabreicht werden. In früher beschriebenen Fällen wurden Dosen von 5 bis 10 mg/kg/Tag, auf mehrere Einzeldosen verteilt, verabreicht. Die Anfangsdosis wurde auf 5 mg/kg/Tag festgelegt.

Bei Anwendungen in der Geriatrie sind schwächere Dosierungen angezeigt.

Dasselbe gilt für Patienten mit bekannter Leber- oder Niereninsuffizienz.

Die Dosierung ist beizubehalten, bis die therapeutische Wirkung erreicht ist. Danach können die einzelnen Dosen in grösseren Abständen verabreicht werden (zum Beispiel Aufteilung der Tagesdosis auf zwei Tage).

Kontraindikationen

Myasthenia gravis.

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Bei der Verschreibung muss der Arzt bzw. die Ärztin den Patienten über das Risiko von Sensibilisierungsreaktionen informieren (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Unbehagen, begleitet von Dysästhesien oder einem Gefühl des Brennens an den Extremitäten, Hautausschlägen oder Atemnot, vor allem bei der ersten Einnahme im Laufe einer Behandlung (wenn der Patient das Präparat schon früher erhalten hat), stellen für den behandelnden Arzt Alarmzeichen dar. Die Behandlung ist dann sofort abzubrechen und auf die weitere Verabreichung des Mittels ist zu verzichten.

Durch die Pharmakovigilanz sind gelegentlich Fälle von Hypersensibilitätsreaktionen berichtet worden. In seltenen Fällen äusserten sich diese in Form eines angioneurotischen Ödems und vereinzelt als anaphylaktischer Schock.

Bei Verdacht auf eine allergische Reaktion, muss die Behandlung mit Mydocalm sofort und definitiv abgebrochen werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen») und eine geeignete Therapie muss eingeführt werden.

Interaktionen

Auch wenn zu dieser Frage keine spezifischen Studien durchgeführt worden sind, sind bisher keine medikamentösen Interaktionen mit Benzodiazepinen, nichtsteroidalen Entzündungshemmern und Analgetika berichtet worden. Studien haben keine Interaktion bei der Einnahme von Alkohol aufgezeigt.

In vitro-Studien mit menschlichen Lebermikrosomen sowie auch mit rekombinierten Enzymen haben gezeigt, dass Tolperison vorzugsweise durch das Isoenzym CYP 2D6 des Cytochroms P450 metabolisiert wird, und in geringem Ausmass durch das CYP 2C19, 2B6 und 1A2. Das CYP 3A4 ist nicht beteiligt. Es ist nicht bekannt, ob der hydroxylierte, so entstehende Metabolit eine pharmakologische Aktivität besitzt.

Basierend auf diese experimentellen Erfahrungen ist eine pharmakokinetische Interaktion mit anderen Substraten des CYP 2D6 zu erwarten, wie den meisten Antidepressiva, gewissen Neuroleptika, Dextromethorphan und gewissen Betablocker. Die klinische Bedeutung dieser Interaktionen ist jedoch noch nicht bekannt.

Schwangerschaft/Stillzeit

Reproduktionsstudien bei Tieren haben keine Risiken für die Föten gezeigt, aber man verfügt über keine kontrollierten Studien bei schwangeren Frauen.

Entsprechend den normalen therapeutischen Grundsätzen soll von der Verabreichung von Mydocalm/- mite im ersten Schwangerschaftstrimenon abgesehen werden.

Ebenso soll Mydocalm/- mite nicht an stillende Frauen angeordnet werden, da die Möglichkeit besteht, dass Tolperisone in die Muttermilch übergeht.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Eine klinische kontrollierte Studie an gesunden Probanden hat aufgezeigt, dass bei Tagesdosen von 150 mg oder von 450 mg, eingenommen an acht aufeinander folgenden Tagen, die Schläfrigkeit nicht ausgeprägter und die Reaktionszeiten nicht länger waren, als die mit Placebo, auch nicht nach Einnahme von Alkohol (was die Testempfindlichkeit erhöht). Da es jedoch Patienten gegeben hat, die im Verlaufe von therapeutischen Studien Schläfrigkeit und Schwindelgefühle meldeten (siehe Abschnitt «Unerwünschte Wirkungen»), ist es angezeigt, den Patienten Vorsicht bei Situationen zu empfehlen, in denen sie ein Fahrzeug führen oder eine Maschine bedienen müssen.

Unerwünschte Wirkungen

Unerwünschte Wirkungen werden folgend nach Organklasse und Häufigkeit geordnet aufgeführt. Häufigkeiten werden folgendermassen definiert:

«sehr häufig» (≥1/10), «häufig» (≥1/100, <1/10), «gelegentlich» (≥1/1000, <1/100), «selten» (≥1/10'000, <1/1000), «sehr selten» (<1/10'000) (umfasst auch einzelne Fälle).

Während den therapeutischen Studien haben weniger als 5% der behandelten Patienten unerwünschte Wirkungen gemeldet. Gemeldet wurden:

Störungen des Nervensystems

Gelegentlich: Schwindel, Gleichgewichtsverlust, Tremor und Parästhesien.

Selten: Kopfschmerzen.

Funktionsstörungen des Herzens

Gelegentlich: Herzklopfen und Blutdruckabfall.

Gastrointestinale Störungen

Gelegentlich: Xerostomie, Magenschmerzen, Übelkeit, Durchfall, Erbrechen, abdominale Schmerzen und Blähungen.

Selten: Verstopfung und Pyrosis.

Funktionsstörungen der Haut

Gelegentlich: Schwitzen, Urtikaria und Erythem.

Allgemeine Störungen

Selten: Asthenie, Schläfrigkeit und Schmerzen.

Angioneurotischen Ödems, Anaphylaktischer Schock.

Überdosierung

Symptome: Allgemeine Schwäche, Koma.

Behandlung: Magenspülung, Überwachen der Vitalfunktionen, bei Bedarf Unterstützung von Atmung und Kreislauf. Es ist kein spezifisches Antidot bekannt.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: M03BX04

Wirkungsmechanismus

Mydocalm ist ein Muskelrelaxans, das den peripheren Muskeltonus durch seine Wirkung im Bereich der Formatio reticularis herabsetzt. Im Tierversuch kann diese Wirkung nur bei intaktem Tractus reticulospinalis nachgewiesen werden.

Auf Grund von pharmakologischen Untersuchungen am Tier sind folgende Eigenschaften nachgewiesen worden:

  • Herabsetzung der experimentellen paraplegischen Hypertonie,
  • Hemmung der polysynaptischen Leitung,
  • Dämpfung der polysynaptischen Reflexe im Spinalbereich,
  • periphere arterielle Vasodilatation im Gefolge der Relaxation der gestreiften Muskulatur.

Pharmakokinetik

Absorption

Die absolute Bioverfügbarkeit von Mydocalm beträgt ungefähr 17%, wahrscheinlich aufgrund eines ausgeprägten hepatischen First-pass-Effekts.

Nach oraler Verabreichung einer Dosis von 100 mg (als Dragée) erfolgt eine rasche Resorption. Die maximale Plasmakonzentration wird ½ bis 1 Stunde nach Einnahme erreicht.

Distribution

Das Verteilungsvolumen ist beträchtlich (5 l/kg).

Metabolismus

Beim Menschen sind im Urin 11 Metaboliten identifiziert worden. Der grösste Anteil wird innerhalb von zwei Stunden nach oraler Verabreichung von Mydocalm in Form von 3-Piperidin-2-methyl-1-(4'-carboxyphenyl)-1-propanon oder 3-Piperidin-2-methyl-1-(4'-carboxyphenyl)-1-propanol ausgeschieden.

Nach 8 Stunden sind im Urin 85% und nach 24 Stunden 98% der verabreichten Dosis nachweisbar, vorwiegend in metabolisierter Form (lediglich 0,1% in unverändeter Form). Im Organismus findet damit keine Akkumulation statt.

In vitro-Studien haben gezeigt, dass Tolperison vorzugsweise durch das Isoenzym CYP 2D6 des Cytochroms P450 metabolisiert wird, und in geringem Ausmass durch das CYP 2C19, 2B6 und 1A2. Das CYP 3A4 ist nicht beteiligt.

Elimination

Die Elimination erfolgt vorwiegend renal.

Die totale Plasma-Clearance beträgt 2300 ml/min.

Die Plasma-Elimination ist mit einem 2-Kompartiment-Modell vereinbar, wobei die Halbwertszeit der Plasma-Elimination ungefähr zwei Stunden beträgt (zwischen 1½ h und 2½ h).

Kinetik spezieller Patientengruppen

Es sind keine pharmakokinetischen Studien an Patienten mit Leber- oder Niereninsuffizienz durchgeführt worden. Der ausgeprägte hepatische First-pass-Effekt kann jedoch bei Leberinsuffizienz theoretisch eine Erhöhung der im Blut vorhandenen Wirkstoffmenge zur Folge haben. Da die Elimination vorwiegend renal erfolgt, könnte eine Niereninsuffizienz eine Akkumulation der Metaboliten nach sich ziehen.

Da ein genetischer Polymorphismus für das Cytochrom CYP2D6 existiert, kann bei den langsamen Metabolisierern mit (etwa 15% der Bevölkerung) einer Akkumulation der Muttersubstanz Tolperison und einer verminderten Bildung des hydroxylierten Metaboliten gerechnet werden.

Präklinische Daten

Standardversuche zur akuten und chronischen Toxizität ergaben keinen Hinweis auf besondere Risiken für den Menschen.

In den üblichen Studien zur Genotoxizität, Karzinogenität und Reproduktionstoxizität, wurden keine mutagene, karzinogene, teratogene oder embryotoxische Effekte gefunden.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Mydocalm/Mydocalm mite ist in der Originalpackung bei Raumtemperatur (15-25 °C), geschützt vor Feuchtigkeit und Licht und ausser Reichweite von Kindern aufzubewahren.

Zulassungsnummer

32665 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Labatec-Pharma S.A., 1217 Meyrin (Genf).

Stand der Information

Oktober 2013.

Verwendung dieser Informationen

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