Haldol Decanoas Inj Loes 100 Mg/ml Amp 1 Ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Haloperidolum ut haloperidoli decanoas.

Hilfsstoffe: Conserv.: Alcohol Benzylicus 15 mg, Sesami Oleum raffinatum q.s. ad solut. pro 1 ml.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 ml Injektionslösung enthält 50 mg bzw. 100 mg Haloperidolum (leicht bernsteinfarbene, leicht viskose Lösung).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Haldol decanoas ist indiziert zur Langzeittherapie chronischer Schizophrenie und andere Psychosen bei Patienten, die eine längerfristige parenterale antipsychotische Therapie benötigen.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung

Haldol decanoas ist nur für Erwachsene bestimmt. Haldol decanoas Injektionen sind für die Anwendung bei chronisch psychotischen Patienten bestimmt, welche eine längere parenterale antipsychotische Therapie benötigen. Diese Patienten sollten mit einem antipsychotischen Arzneimittel stabilisiert sein, bevor eine Therapie mit Haldol decanoas in Betracht gezogen wird. Eine i.m.-Injektion in die gluteale Region wirkt bei den meisten Patienten ein Monat lang. Haldol decanoas darf nicht i.v. appliziert werden. Injektionsvolumina von mehr als 3 ml sind für den Patienten unangenehm und sind deshalb nicht empfohlen.

Da die Wirkung von Antipsychotika variabel ist, sollte die Dosierung individuell, am besten unter strenger klinischer Kontrolle, bestimmt werden. Die Anfangsdosis ist abhängig sowohl vom Schweregrad der Symptomatologie als auch von der Menge an oraler Medikation, welche vor dem Beginn der Depot-Therapie zur Behandlung des Patienten nötig war. Die empfohlene Initialdosis von Haldol decanoas beträgt das 10- bis 15-Fache der zuvor erhaltenen täglichen oralen Haloperidol-Dosis. Für die meisten Patienten bedeutet dies eine Startdosis von 25 bis 75 mg Haldol decanoas. Eine maximale Anfangsdosis von 100 mg sollte nicht überschritten werden. Abhängig von der individuellen Wirkung, kann die Dosis allmählich bis zum Erreichen eines optimalen therapeutischen Effektes um 50 mg erhöht werden. Die meist gebräuchliche monatliche Haldol decanoas-Dosis beträgt etwa das 20-Fache der täglichen oralen Haldol-Dosis. Während der Dosisanpassung oder bei Verschlimmerung der psychotischen Symptome kann die Haldol decanoas-Therapie mit regulärem Haldol ergänzt werden.

Gewöhnlich beträgt das Injektionsintervall vier Wochen. Variationen in der Wirkung können jedoch eine Anpassung des Dosierungsintervalls notwendig machen.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Da Haldol decanoas vorwiegend in der Leber metabolisiert wird, ist bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion Vorsicht geboten und bei einer Langzeittherapie eine Dosisreduktion zu erwägen.

Ältere und geschwächte Patienten: Es ist empfohlen, mit niedrigen Dosen z.B. 12,5 mg bis 25 mg alle 4 Wochen zu beginnen und die Dosis gemäss der erzielten Wirkung zu steigern.

Kontraindikationen

Komatöser Zustand, schwere toxische Depression des zentralnervösen Systems durch Alkohol oder zentraldämpfende Arzneimittel, Parkinson-Syndrom, Läsion der Basalganglien und bekannte Überempfindlichkeit auf einen der Inhaltsstoffe von Haldol decanoas.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Mortalität

Bei psychiatrischen Patienten, die mit Haloperidol behandelt wurden, sind seltene Fälle von plötzlichem Tod gemeldet worden.

Bei älteren Patienten mit demenzbedingter Psychose, die mit Antipsychotika behandelt werden, besteht ein erhöhtes Sterberisiko. Eine Analyse von 17 placebokontrollierten Studien (modale Dauer von 10 Wochen), überwiegend an Patienten unter atypischen Antipsychotika, hat gezeigt, dass das Sterberisiko bei den mit Verum behandelten Patienten um den Faktor 1,6 bis 1,7 höher lag als bei den Patienten unter Placebo. Im Verlauf einer typischen 10-wöchigen, kontrollierten Studie betrug die Todesrate bei den mit Verum behandelten Patienten etwa 4,5%, verglichen mit einer Rate von etwa 2,6% in der Placebogruppe. Obwohl die Todesursachen verschiedenartig waren, schienen die meisten Todesfälle entweder auf kardiovaskulären Ursachen (z.B. Herzversagen, plötzlicher Tod) oder auf Infektionen (z.B. Pneumonie) zu beruhen. Beobachtungsstudien weisen darauf hin, dass die Behandlung mit klassischen Antipsychotika ähnlich wie eine Therapie mit Atypika die Sterblichkeit erhöhen kann. Inwieweit die Befunde einer höheren Sterblichkeit in den Beobachtungsstudien auf das Antipsychotikum statt auf bestimmte Patientenmerkmale zurückzuführen sind, ist unklar.

Kardiovaskuläre Wirkungen

Neben den seltenen Fällen eines plötzlichen Todes wurde unter Haloperidol sehr selten auch über eine QT-Verlängerung und/oder Kammerarrhythmie berichtet. Diese Ereignisse dürften unter hohen Dosen sowie bei prädisponierten Patienten häufiger auftreten.

Da QT-Verlängerungen während der Behandlung mit Haloperidol beobachtet wurden, ist es ratsam, bei Patienten mit einer Prädisposition für QT-Verlängerungen (langes QT-Syndrom, Hypokaliämie, Hypomagnesiämie, Elektrolyt-Ungleichgewicht, Arzneimittel mit bekannter QT-Verlängerung [siehe «Interaktionen»], Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Hypothyreose, Vorkommen von QT-Verlängerungen in der familiären Anamnese) vorsichtig zu sein, insbesondere wenn Haloperidol parenteral gegeben wird.

Das Risiko einer QT-Verlängerung und/oder von Kammerarrhythmien kann unter hohen Dosen von Haloperidol oder bei parenteraler Gabe, insbesondere bei intravenöser Anwendung, von Haloperidol, erhöht sein. Haldol decanoas darf nicht intravenös verabreicht werden.

Tachykardie und Hypotonie wurden ebenfalls gelegentlich beobachtet.

Es wird empfohlen, dass Patienten, die für eine Haldol decanoas-Therapie in Betracht gezogen werden, vorerst orales Haldol erhalten sollen, um die Möglichkeit unerwarteter Überempfindlichkeitsreaktionen auszuschliessen.

Da Haldol decanoas in der Leber metabolisiert wird, ist bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion Vorsicht geboten.

Zerebrovaskuläre Ereignisse

In randomisierten, placebokontrollierten klinischen Studien an Patienten mit Demenz war das Risiko für zerebrovaskuläre Ereignisse während der Anwendung von einigen atypischen Antipsychotika um etwa das 3-fache erhöht. Beobachtungsstudien zum Vergleich des Risikos für das Auftreten eines Schlaganfalls bei älteren Patienten über 65 Jahren zeigten, dass bei diesen Patienten unter der Behandlung mit Antipsychotika das Risiko für einen Schlaganfall um etwa das 1,6- bis 1,8-fache erhöht war im Vergleich zu den Patienten, die keine Behandlung mit solchen Arzneimitteln erhalten hatten. Das erhöhte Risiko kann bei Patienten, die mit typischen Antipyschotika behandelt wurden (wie Butyrophenonen, einschliesslich Haloperidol), ausgeprägter sein.

Es ist nicht bekannt, welcher Mechanismus diesem erhöhten Risiko zugrunde liegt. Es ist nicht auszuschliessen, dass auch bei anderen Patientengruppen ein erhöhtes Risiko besteht.

Haldol muss bei Patienten mit Schlaganfallrisikofaktoren mit Vorsicht und unter sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden.

Malignes neuroleptisches Syndrom

Wie auch andere Antipsychotika wurde Haldol decanoas mit dem malignen neuroleptischen Syndrom einem potentiell lebensbedrohlichen Zustand in Verbindung gebracht: einer seltenen idiosynkratischen Reaktion, die mit Hyperthermie, generalisierter Muskelsteifigkeit, autonomer Instabilität und Bewusstseinsveränderungen einhergeht. Hyperthermie ist häufig ein Frühzeichen dieses Syndroms. Die Antipsychotika-Therapie muss unverzüglich abgesetzt werden; ferner sind eine geeignete unterstützende Behandlung sowie eine sorgfältige Überwachung des Patienten einzuleiten.

Spätdyskinesie

Wie bei allen Antipsychotika kann es bei manchen Patienten unter Langzeitbehandlung oder nach Absetzen des Arzneimittels zu einer Spätdyskinesie kommen. Das Syndrom äussert sich vorwiegend durch rhythmische unwillkürliche Bewegungen von Zunge, Gesicht, Mund oder Kiefer. Diese Manifestationen können bei manchen Patienten irreversibel sein. Wenn die Behandlung wieder aufgenommen bzw. die Dosis erhöht wird oder wenn eine Umstellung auf ein anderes Antipsychotikum erfolgt, kann das Syndrom maskiert werden. Die Behandlung ist so schnell wie möglich abzusetzen.

Extrapyramidale Symptome

Wie bei allen Antipsychotika können extrapyramidale Symptome auftreten, z.B. Tremor, Rigidität, Hypersalivation, Bradykinesie, Akathisie, akute Dystonie.

Anticholinerg wirkende Anti-Parkinson-Mittel sollten im Bedarfsfall, aber nicht routinemässig als Prophylaxe verschrieben werden. Falls eine gleichzeitige Anti-Parkinson-Medikation erforderlich ist, muss diese gegebenenfalls nach Absetzen von Haldol decanoas beibehalten werden, sofern deren Exkretion schneller erfolgt als diejenige von Haloperidol, um ein Auftreten bzw. eine Verschlimmerung extrapyramidaler Symptome auszuschliessen. Der Arzt sollte daran denken, dass der Augeninnendruck ansteigen kann, wenn Anticholinergika einschliesslich Anti-Parkinson-Mittel gemeinsam mit Haldol decanoas verabreicht werden.

Krampfanfälle/Konvulsionen

Haldol decanoas kann die Anfallsschwelle herabsetzen. Deshalb ist Vorsicht angezeigt bei Patienten, welche an Epilepsie leiden oder bei Zuständen, die Konvulsionen auslösen können (z.B. Alkoholentzug und Enzephalopathien).

Hepatobiliäre Störungen

Da Haloperidol in der Leber metabolisiert wird, ist bei Patienten mit Lebererkrankungen vorsichtig vorzugehen. Es wurden vereinzelte Fälle von Leberfunktionsstörungen oder Hepatitis gemeldet, die meist cholestatischer Natur waren.

Störungen des endokrinen Systems

Thyroxin kann die Toxizität von Haloperidol begünstigen. Bei Patienten mit Hyperthyreose sollte eine Antipsychotika-Behandlung nur unter grösster Vorsicht erfolgen und erfordert eine gleichzeitige thyreostatische Therapie.

In sehr seltenen Fällen wurde über Hypoglykämie und das Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion berichtet.

Wirkungen auf Prolaktin

Zu den hormonellen Wirkungen von neuroleptischen Antipsychotika zählt eine Hyperprolaktinämie, die wiederum eine Galaktorrhö, Gynäkomastie sowie eine Oligo- oder Amenorrhö herbeiführen kann. Nicht-klinische Studien haben darauf hingewiesen, dass das Zellwachstum in Mamma-Tumoren beim Menschen durch Prolaktin stimuliert werden kann. Ein klarer Zusammenhang mit der Verabreichung von Antipsychotika wurde bisher in klinischen und epidemiologischen Studien nicht gezeigt. Vorsicht ist angezeigt bei Patienten mit entsprechender Anamnese. Haldol decanoas sollte bei Patienten mit vorbestehender Hyperprolaktinämie und bei Patienten mit möglicherweise Prolaktin-abhängigen Tumoren mit Vorsicht eingesetzt werden.

Venöse Thromboembolie

Im Zusammenhang mit der Anwendung von Antipsychotika sind Fälle von venösen Thromboembolien (VTE) berichtet worden. Da Patienten, die mit Antipsychotika behandelt werden, häufig erworbene Risikofaktoren für VTE aufweisen, sollten alle möglichen Risikofaktoren für VTE vor und während der Behandlung mit Haldol decanoas identifiziert und Präventivmassnahmen ergriffen werden.

Weitere Vorsichtsmassnahmen

Selten wird von Entzugssymptomen einschliesslich Übelkeit, Erbrechen und Schlaflosigkeit nach plötzlichem Absetzen von hochdosierten Antipsychotika berichtet.

Es gibt Hinweise, dass mit verminderter körperlicher Aktivität ein erhöhtes Thromboserisiko verbunden ist. Antipsychotika können über sedierende Effekte die körperliche Aktivität von Patienten vermindern. Die Patienten sollten deshalb speziell nach Zeichen einer venösen Thromboembolie befragt werden und angehalten werden sich körperlich zu bewegen.

Patienten mit Depressionen

Bei vorherrschend depressiven Zuständen sollten Haldol decanoas und andere Antipsychotika nicht als Monotherapie eingesetzt werden, sondern mit Antidepressiva kombiniert werden (siehe «Interaktionen»).

Interaktionen

Bei der Verschreibung von Haloperidol mit Arzneimitteln mit bekannter QT-Verlängerung ist Vorsicht geboten.

Haloperidol wird über mehrere Wege metabolisiert, inklusive Glucuronidierung und über das Cytochrom P450–System (vor allem CYP 3A4 oder CYP 2D6). Hemmung dieser Metabolisierungswege durch ein anderes Arzneimittel oder eine reduzierte CYP 2D6 Enzymaktivität (bei «Poor-Metabolizer») kann zu erhöhten Haloperidol-Konzentrationen und einem erhöhten Risiko unerwünschter Wirkungen einschliesslich einer QT-Verlängerung führen.

In Pharmakokinetik-Studien wurden geringe bis mässig erhöhte Haloperidol-Konzentrationen beobachtet, wenn Haloperidol zusammen mit Arzneimitteln verabreicht wurde, die als Substrate oder Inhibitoren der CYP 3A4 oder CYP 2D6-Isoenzyme bekannt sind, wie zum Beispiel Itraconazol, Nefazodon, Buspiron, Venlafaxine, Alprazolam, Fluvoxamin, Chinidin, Fluoxetin, Sertralin, Chlorpromazin und Promethazin. Eine reduzierte CYP 2D6 Enzymaktivität kann zu erhöhten Haloperidol-Konzentrationen führen. Erhöhte QTc wurden beobachtet, wenn Haloperidol zusammen mit den metabolischen Hemmstoffen Ketoconazol (400 mg pro Tag) und Paroxetin (20 mg pro Tag) verabreicht wurde. Es kann erforderlich sein, die Haloperidol-Dosis zu reduzieren.

Vorsicht ist geboten bei Kombinationen mit Arzneimitteln, die ein Elektrolyt-Ungleichgewicht hervorrufen können.

Wirkung von Haloperidol auf andere Arzneimittel

Haldol decanoas kann die Wirkung anderer zentral wirkender Substanzen einschliesslich Alkohol, Hypnotika, Sedativa oder starker Analgetika (insbesondere Opiate) verstärken. Auf die erhöhte Sedierung und unter Umständen auf das erhöhte Risiko einer Atemdepression ist bei der Kombination von Antipsychotika mit anderen zentralnervösdämpfenden Mitteln zu achten.

Zudem wurden unerwünschte ZNS- und psychische Effekte bei der Kombination mit Methyldopa beobachtet.

Haldol decanoas kann die Antiparkinson-Wirkung von Levodopa abschwächen.

Haloperidol kann die Wirkung von Adrenalin und anderen Sympathomimetika antagonisieren und die blutdrucksen­kenden Wirkungen von adrenerg blockierenden Substan­zen wie Guanethidin umkehren.

Haloperidol ist ein CYP-2D6-Inhibitor. Haldol decanoas kann die Metabolisierung von trizyklischen Antidepressiva hemmen, wodurch deren Plasmaspiegel ansteigen. Dies kann eine erhöhte Toxizität von trizyklischen Antidepressiva zur Folge haben (anticholinerge Wirkungen, kardiovaskuläre Toxizität, Erniedrigung der Anfallsschwelle).

Wirkung von anderen Arzneimitteln auf Haloperidol

Wenn eine längerdauernde Behandlung mit enzyminduzierenden Substanzen wie Carbamazepin, Phenobarbital, Rifampicin mit einer Haldol decanoas-Therapie kombiniert wird, werden die Plasmaspiegel von Haldol decanoas signifikant gesenkt. Deshalb sollte in dieser Kombinationstherapie die Dosis oder das Dosierungsintervall von Haldol decanoas bei Bedarf, angepasst werden. Nach Absetzen dieser Substanzen kann es dann notwendig sein, die Dosis von Haldol decanoas wieder zu reduzieren.

Natrium-Valproat, ein bekannter Hemmstoff der Glucuronidierung, hat keinen Einfluss auf die Haloperidol-Plasmakonzentrationen.

Andere Wechselwirkungen

In seltenen Fällen wurde während einer Kombinationstherapie mit Lithium über die folgenden Symptome berichtet: Enzephalopathie, extrapyramidale Symptome, tardive Dyskinesien, neuroleptisches malignes Syndrom, Hirnstammsymptome, akutes Hirnstammsyndrom und Koma. Die meisten dieser Symptome waren reversibel. Es bleibt unklar, ob diese Fälle ein eigenständiges Krankheitsbild darstellen. Trotzdem sollte bei Patienten, die gleichzeitig mit Haldol decanoas und Lithium therapiert werden, die Behandlung sofort abgebrochen werden, sobald Anzeichen solcher Symptome auftreten.

Über einen Antagonismus der gerinnungshemmenden Wirkung von Phenindion (Vitamin-K-Antagonist) wurde berichtet.

Schwangerschaft/Stillzeit

Haloperidol zeigte im Tierversuch eine teratogene und in hohen Dosen eine embryotoxische Wirkung.

Nicht-teratogene Effekte

Bei Neugeborenen, deren Mütter während des dritten Trimenons der Schwangerschaft Antipsychotika (einschliesslich Haloperidol) einnahmen, besteht nach der Geburt das Risiko für extrapyramidal-motorische Symptome und/oder Entzugssymptome. Diese Symptome bei Neugeborenen können Agitation, ungewöhnlich erhöhten oder verminderten Muskeltonus, Tremor, Schläfrigkeit, Schwierigkeiten beim Atmen oder Probleme beim Füttern einschliessen.

Diese Komplikationen können einen unterschiedlichen Schweregrad aufweisen. Bei einigen Fällen waren sie selbst limitierend, in anderen Fällen benötigten die Neugeborenen eine Überwachung auf der Intensivstation oder eine längere Hospitalisation.

Es liegen keine kontrollierten klinischen Studien bei schwangeren Frauen vor. Studien an schwangeren Frauen haben jedoch keinen signifikanten Anstieg von fötalen Anomalien aufgezeigt. Es wurden vereinzelte Fälle von Geburtsgebrechen nach fötaler Exposition von Haldol decanoas meist in Kombination mit anderen Arzneimitteln beschrieben. Haldol decanoas soll während der Schwangerschaft nicht verabreicht werden, es sei denn, es ist eindeutig erforderlich.

Ist während der Schwangerschaft ein Absetzen der Behandlung erforderlich, soll dies womöglich nicht abrupt geschehen.

Haloperidol geht in die Muttermilch über. Bei Kindern, die von mit Haldol decanoas behandelten Frauen gestillt wurden, sind extrapyramidale Symptome beobachtet worden. Muss das Arzneimittel während der Schwangerschaft angewendet werden, soll abgestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Speziell unter höheren Dosierungen und zu Beginn der Therapie kann es zu einer Sedierung oder Beeinträchtigung des Reaktionsvermögens kommen und dies kann durch Alkohol verstärkt werden. Es ist den Patienten zu raten, während der Behandlung so lange keine Fahrzeuge zu lenken oder Maschinen zu bedienen, bis ihre Reaktionen bekannt sind.

Unerwünschte Wirkungen

Im folgenden Abschnitt werden die unerwünschten Wirkungen aufgeführt. Unerwünschte Wirkungen sind Ereignisse, bei denen auf Basis einer gründlichen Auswertung der verfügbaren Informationen über das unerwünschte Ereignis ein Zusammenhang mit der Anwendung von Haloperidoldecanoat (oder Formulierungen ohne Decanoat) als möglich, wahrscheinlich oder sicher angenommen wird. Da klinische Studien unter verschiedenen Bedingungen durchgeführt werden, kann die Häufigkeit unerwünschter Wirkungen, die in klinischen Studien mit einem bestimmten Arzneimittel beobachtet wurden, nicht direkt mit der in klinischen Studien mit einem anderen wirkstoffgleichen Arzneimittel beobachteten Häufigkeit verglichen werden und entspricht nicht unbedingt der in der klinischen Anwendung nach der Markteinführung beobachteten Auftretenshäufigkeit.

Die Sicherheit von Haldol decanoas wurde an 410 Patienten beurteilt, die an drei vergleichenden Studien (eine vergleichende Studie zu Haloperidol vs. Fluphenazin und zwei Studien zum Vergleich der Decanoat-Formulierung mit der oralen Formulierung), neun Open-Label-Studien und einer Dosis-Wirkungsstudie teilnahmen. Die Sicherheit von Haldol wurde anhand 284 mit Haloperidol behandelten Patienten beurteilt, die an drei placebokontrollierten Studien teilnahmen sowie anhand 1295 mit Haloperidol behandelten Patienten, die an 16 aktiv kontrollierten klinischen Doppelblindstudien teilnahmen. Basierend auf den gepoolten Sicherheitsdaten dieser klinischen Studien waren die am häufigsten berichteten unerwünschten Arzneimittelwirkungen: Extrapyramidale Störungen, Schlaflosigkeit, Agitation, Hyperkinesie, Kopfschmerzen, psychotische Störungen, Depressionen, Gewichtszunahme, orthostatische Hypotonie und Somnolenz.

Einschliesslich der o.g. unerwünschten Arzneimittelwirkungen wurden in klinischen Studien die folgenden unerwünschten Arzneimittelwirkungen unter Haldol und Haldol decanoas beobachtet und die folgenden Erfahrungen nach der Markteinführung gemacht. Die Häufigkeitsangaben entsprechen dabei folgender Konvention:

Sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100 bis <1/10), gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100), selten (≥1/10'000 bis <1/1000), sehr selten (<1/10'000).

Unerwünschte Arzneimittelwirkung

Störungen des Blut- und Lymphsystems

Gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100): Leukopenie.

Sehr selten (<1/10'000): Eosinophilie, Agranulozytose, Neutropenie, Panzytopenie, Thrombozytopenie.

Störungen des Immunsystems

Gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100): Überempfindlichkeit.

Sehr selten (<1/10'000): Anaphylaktische Reaktion.

Endokrine Störungen

Selten (≥1/10'000 bis <1/1000): Hyperprolactinämie.

Sehr selten (<1/10'000): Inadäquate Sekretion von antidiuretischem Hormon.

Stoffwechsel und Ernährungsstörungen

Sehr selten (<1/10'000): Hypoglykämie.

Psychiatrische Störungen

Sehr häufig (≥1/10): Agitation, Schlaflosigkeit.

Häufig (≥1/100 bis <1/10): Depressionen, psychotische Störungen.

Gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100): Verwirrtheitszustände, Libidoabnahme, Libidoverlust, Ruhelosigkeit.

Störungen des Nervensystems

Sehr häufig (≥1/10): Extrapyramidale Störungen, Hyperkinesie, Kopfschmerzen.

Häufig (≥1/100 bis <1/10): Tremor, ungewöhnlich erhöhter Muskeltonus, Dystonie, Somnolenz, Bradykinesie, Benommenheit, Akathisie, Dyskinesie, Hypokinesie, tardive Dyskinesie, Maskengesicht, Vertigo.

Gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100): Unwillkürliche Muskelkontraktionen, Parkinsonismus, Sedation, Krämpfe, Akinesie, Zahnradphänomen.

Selten (≥1/10'000 bis <1/1000): Motorische Störungen, malignes neuroleptisches Syndrom, Nystagmus.

Augenleiden

Häufig (≥1/100 bis <1/10): Sehstörungen, okulogyre Krise.

Gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100): Verschwommenes Sehen.

Funktionsstörungen des Herzens

Gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100): Tachykardie.

Sehr selten (<1/10'000): Extrasystolen, Torsade de pointes, Kammerflimmern, ventrikuläre Tachykardie.

Funktionsstörungen der Gefässe

Häufig (≥1/100 bis <1/10): Orthostatische Hypotonie, Hypotonie.

Atmungsorgane (Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen)

Gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100): Dyspnoe.

Selten (≥1/10'000 bis <1/1000): Bronchospasmus.

Sehr selten (<1/10'000): Kehlkopfödem, Laryngospasmus.

Gastrointestinale Störungen

Häufig (≥1/100 bis <1/10): Verstopfung, Mundtrockenheit, übermässige Speichelbildung, Übelkeit, Erbrechen.

Gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100): Appetitlosigkeit, Sodbrennen.

Sehr selten (<1/10'000): Paralytischer Ileus.

Funktionsstörungen der Leber und der Galle

Häufig (≥1/100 bis <1/10): Abnorme Leberfunktionstests.

Gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100): Hepatitis, Ikterus.

Sehr selten (<1/10'000): Akutes Leberversagen, Cholestase.

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig (≥1/100 bis <1/10): Hautausschlag.

Gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100): Juckreiz, Urtikaria, Lichtempfindlichkeitsreaktionen, übermässiges Schwitzen.

Sehr selten (<1/10'000): Leukozytoklastische Vaskulitis, Dermatitis exfoliativa.

Muskelskelettsystem (Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, des Bindegewebes und der Knochen)

Gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100): Torticollis, Muskelrigidität, Muskelkrämpfe, muskuloskelettale Steifigkeit.

Selten (≥1/10'000 bis <1/1000): Kieferklemme, Muskelzucken.

Sehr selten (<1/10'000): Rhabdomyolyse.

Funktionsstörungen der Nieren und ableitenden Harnwege

Häufig (≥1/100 bis <1/10): Urinretention.

Schwangerschafts-, Wochenbett- und Perinatalbeschwerden

Sehr selten: Extrapyramidal motorische Symptome und/oder Entzugserscheinungen beim Neugeborenen. In utero Exposition wurde mit unerwünschten Wirkungen beim Neugeborenen assoziiert, wie Agitation, ungewöhnlich erhöhtem oder vermindertem Muskeltonus, Tremor, Schläfrigkeit, Schwierigkeiten beim Atmen oder Problemen beim Füttern.

Funktionsstörungen des Reproduktionssystems und der Brust

Häufig (≥1/100 bis <1/10): Erektile Dysfunktion.

Gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100): Amenorrhö, Brustbeschwerden, Brustschmerzen, Galaktorrhö, Dysmenorrhö.

Selten (≥1/10'000 bis <1/1000): Sexuelle Funktionsstörungen, Menstruationsstörungen, Menorrhagie.

Sehr selten (<1/10'000): Gynäkomastie, Priapismus.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Häufig (≥1/100 bis <1/10): Reaktionen an der Applikationsstelle.

Gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100): Gangstörungen, Hyperthermie, Ödeme.

Sehr selten (<1/10'000): Plötzlicher Tod, Gesichtsödem, Hypothermie, Abszess an der Injektionsstelle.

Untersuchungen

Häufig (≥1/100 bis <1/10): Gewichtszunahme, Gewichtsabnahme.

Selten (≥1/10'000 bis <1/1000): QT-Verlängerung im EKG.

Malignes neuroleptisches Syndrom: Haldol decanoas kann ein malignes neuroleptisches Syndrom auslösen. Das Syndrom wiederspiegelt ein seltenes idiosynkratisches Geschehen, charakterisiert durch Hyperthermie, generalisierte Muskelsteifheit, autonome Instabilität, erhöhte CPK-Spiegel, getrübtes Bewusstsein bis zum Koma. Anzeichen einer autonomen Dysfunktion wie Tachykardie, schwankender Arteriendruck und Schwitzen können einer Hyperthermie vorausgehen und als frühe Warnsignale dienen. Bei Auftreten des malignen neuroleptischen Syndroms sollte eine antipsychotische Therapie sofort beendet, und geeignete symptomatische Massnahmen mit sorgfältiger Überwachung eingeleitet werden

Überdosierung

Da die Möglichkeit einer Überdosierung mit parenteralen Arzneimitteln geringer ist als bei oralen Arzneimitteln, werden nachfolgend Informationen betreffend das orale Haloperidol aufgeführt unter Berücksichtigung der langen Wirkungsdauer von Haldol decanoas.

Symptome

Die Symptome einer Haloperidol-Überdosierung manifestieren sich in Form von verstärkten bekannten pharmakologischen und unerwünschten Wirkungen. Die deutlichsten Symptome sind: schwere extrapyramidale Reaktionen, Hypotonie und Sedation. Eine extrapyramidale Reaktion zeichnet sich durch Muskelrigidität und durch einen generalisierten oder lokalen Tremor aus. Bluthochdruck kann auch auftreten. In extremen Fällen kann der Patient komatös erscheinen, begleitet von einer Atemdepression und Hypotonie, welche stark genug sein können, um einen schockähnlichen Zustand hervorzurufen. Ebenfalls können epileptische Anfälle auftreten.

Zudem sollte das Risiko ventrikulärer Arrhythmien (z.B. Torsades de pointes), möglicherweise in Kombination mit einer QT-Verlängerung, in Betracht gezogen werden.

Behandlung

Es gibt kein spezifisches Antidot. Die Behandlung ist hauptsächlich symptomatisch. Bei komatösen Patienten sollten die Luftwege durch einen oropharyngealen oder endotrachealen Tubus offen gehalten werden. Bei Atemdepression ist künstliche Beatmung angezeigt. EKG und die Vitalfunktionen sind ständig zu überwachen, bis das EKG wieder normal ist. Schwere Arrhythmien sollen mit geeigneten antiarrhythmischen Massnahmen behandelt werden.

Einem Blutdruckabfall und Kreislaufkollaps kann durch die Verabreichung von Infusionslösungen, Plasma oder konzentriertem Albumin und Vasopressoren wie Dopamin oder Noradrenalin (Norepinephrin) entgegengewirkt werden. Adrenalin (Epinephrin) sollte nicht eingesetzt werden, da es in Anwesenheit von Haldol decanoas eine starke Hypotonie verursachen kann.

Bei starken extrapyramidalen Reaktionen sollten Antiparkinson-Mittel verabreicht und für einige Wochen beibehalten werden. Antiparkinson-Mittel müssen durch eine allmähliche Dosisreduktion sehr vorsichtig ausgeschlichen werden, da extrapyramidale Symptome auftreten können.

Bei Auftreten von epileptischen Anfällen wird die Gabe von Antikonvulsiva empfohlen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC Code: N05AD01

Haloperidol decanoas ist der Ester aus Haloperidol und der Decanoassäure und als solches ein Depot-Antipsychotikum aus der Substanzgruppe der Butyrophenone. Nach intramuskulärer Injektion wird Haloperidol-Dekanoat allmählich aus dem Muskelgewebe freigegeben und langsam zu freiem Haloperidol hydrolysiert, welches in die systemische Zirkulation gelangt.

Wegen seiner starken zentralen antidopaminergen Wirkung wird Haloperidol-Dekanoat den hochpotenten Antipsychotika zugeordnet. Es besitzt geringe antihistaminerge oder anticholinerge Eigenschaften.

Es entfaltet eine ausgeprägte Wirkung gegen Wahnvorstellungen und Halluzinationen, wahrscheinlich aufgrund einer Dopaminrezeptorblockade im Mesocortex und limbischen System. Zudem wirkt es in den Basalganglien (nigrostriatales System), was wahrscheinlich die Ursache für extrapyramidal-motorische Störungen (Dystonien, Akathisie und Parkinsonismus) darstellt.

Haloperidol-Dekanoat führt zu einer starken psychomotorischen Dämpfung. Dadurch werden Manien und Erregungszustände günstig beeinflusst.

Die peripheren antidopaminergen Effekte von Haloperidol-Dekanoat erklären die erhöhte Prolaktinausschüttung (Hemmung des Prolaktin-Inhibiting-Faktors in der Adenohypophyse).

Pharmakokinetik

Absorption

Die Verabreichung von Haloperidol-Dekanoat als intramuskuläre Depot-Injektion bewirkt eine langsame und verzögerte Freisetzung von freiem Haloperidol. Die Plasmakonzentrationen steigen allmählich an und erreichen gewöhnlich ihr Maximum 3–9 Tage nach der Injektion. Steady-state-Plasmaspiegel werden bei monatlichen Applikationen innerhalb von 2–4 Monaten erreicht. Die Pharmakokinetik von intramuskulär verabreichtem Haloperidol-Dekanoat ist dosisabhängig. Bei Dosen unter 450 mg besteht eine beinahe lineare Beziehung zwischen der Dosis und dem Haloperidol-Plasmaspiegel.

Distribution

Die Blut-Hirnschranke wird gut passiert. Die Plasmaproteinbindung liegt bei 92% und das Verteilungsvolumen im Steady-state (VDss) beträgt 7,9 ± 2,5 l/kg. Für eine therapeutische Wirkung sind Plasmakonzentrationen von 4 µg/­l bis maximal 20–25 µg/l erforderlich.

Metabolismus

Haloperidol wird grösstenteils in der Leber durch Glucuronidierung (50–60%), Reduktion und Re-Oxidation (20–30%), Oxidation zum Pyridinmetabolit und durch N-Desalkylierung metabolisiert. Reduziertes Haloperidol wird in Haloperidol umgewandelt. Oxidative Prozesse werden durch CYP3A4 und in einem geringeren Ausmass durch CYP2D6 katalysiert.

CYP2D6 Polymorphismus: Obwohl in-vitro der Beitrag des Enzyms CYP2D6 begrenzt ist, haben klinische Studien ergeben, dass die Clearance von Haloperidol und reduziertem Haloperidol bei Patienten mit einer tiefen CYP2D6-Kapazität um ca. 30% tiefer ist im Vergleich zu den sogenannten «Extensive-Metabolizer».

Elimination

Die Eliminations-Halbwertszeit beträgt ca. 3 Wochen.

Die Metaboliten werden zu etwa gleichen Teilen mit dem Urin (40%) und den Faeces (60%) eliminiert. Etwa 1% der Dosis wird unverändert mit dem Urin ausgeschieden.

Präklinische Daten

Akute toxikologische Wirkungen von Haloperidol betreffen vorwiegend das zentrale Nervensystem und das Herz-Kreislaufsystem. Untersuchungen zur chronischen Toxizität an Ratten und Hunden ergaben keine Hinweise auf klinisch relevante toxische Effekte.

In in-vitro-Tests wurde nachgewiesen, dass Haloperidol exprimierte hERG-Kanäle blockiert. In weiteren in-vivo Studien führte die intravenöse Verabreichung von Haloperidol in einigen Tiermodellen zu einer signifikanten QTc-Verlängerung jedoch ohne Arrhythmien hervorzurufen. In Studien, in denen höhere Haloperidol-Dosen injiziert wurden, wurden QTc-Verlängerungen und/oder ventrikuläre Arrhythmien beobachtet. Die Plasmaspiegel lagen in diesem Fall 19–68-mal höher als die Cmax beim Menschen.

Die Haloperidoldecanoat-Formulierung wird nach Injektion in den Muskel langsam hydrolysiert und setzt dabei das aktive Haloperidol-Molekül in den Körperkreislauf frei. Präklinische Untersuchungen zur Sicherheit von Haloperidol stützen somit auch die Decanoat-Formulierung. Präklinische Daten zur Decanoat-Formulierung ergaben keine signifikanten neuen Beobachtungen gegenüber den anderen Haloperidol-Formulierungen, abgesehen von Irritationen an der Injektionsstelle.

Mutagenität

Mehrere In-vitro- und In-vivo-Tests zur Mutagenizität von Haloperidol erbrachten keine relevanten Hinweise auf eine mutagene Wirkung. Kurzzeitige (6–12 Monate) Karzinogenitätsstudien in verschiedenen Mausmodellen ergaben keine Hinweise auf ein krebserregendes Potenzial. Langzeitstudien (18–24 Monate) auf ein tumorerzeugendes Potential von Haloperidol ergaben bei Ratten keine Hinweise auf Kanzerogenität, jedoch wurde bei weiblichen Mäusen ein Anstieg an Tumoren der Mamma und der Hypophyse (letzteres nur bei Hochdosis) sowie ein erhöhtes Gesamtrisiko für Neoplasien beobachtet. Mammatumoren können die Folge erhöhter Prolaktinkonzentrationen im Blut sein. Zahlreiche Antipsychotika rufen auch beim Menschen eine Hyperprolaktinämie hervor.

Reproduktionstoxizität

Bei Nagern wurde nach Verabreichung von Haloperidol eine Abnahme der Fertilität, eine limitierte Teratogenität sowie eine embryotoxische Wirkung beobachtet.

Im Nagetiermodell zeigte die Verabreichung von Haloperidol sowohl teratogene als auch embryo- und fetotoxische Wirkungen. Die Behandlung mit Haloperidol während der peri-/postnatalen Phase führte bei Ratten zu Verhaltensänderungen. Nach Haloperidol-Gabe wurde die Fertilität weiblicher Mäuse und Ratten sowie die Fertilität männlicher Hunde und Ratten beeinträchtigt.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Haldol decanoas darf mit keinem anderen Arzneimittel gemischt werden.

Haltbarkeit

Bitte aufgedrucktes Verfalldatum beachten.

Bei Raumtemperatur (15–25 °C) und vor Licht geschützt aufbewahren.

Vor Gebrauch sollte die 100 mg/ml-Ampulle kurz durch Rollen zwischen den Handflächen erwärmt werden.

Ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

44008 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Janssen-Cilag AG, Zug, ZG.

Stand der Information

Dezember 2015.

Verwendung dieser Informationen

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