Haldol Inj Loes 5 Mg/ml I.m. 5 Amp 1 Ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Haloperidol.

Hilfsstoffe

Injektionslösung: Acidum Lacticum, Aqua ad iniectabilia q.s. ad solut. pro 1 ml.

Tabletten zu 1 mg: Excip. pro compresso.

Tabletten zu 10 mg: Color.: E 104, Excip. pro compresso.

Tropfen zu 2 mg/ml: Conserv.: E 218, Excip. ad solut. pro 1 ml.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Injektionslösung: Haloperidolum 5 mg pro 1 ml.

Tabletten zu 1 mg (weiss, rund, bikonvex, mit Kreuzbruchrille*, mit einseitigem Aufdruck «JANSSEN»): Haloperidolum 1 mg.

Tabletten zu 10 mg (gelb, rund, bikonvex, mit Bruchrille*, mit Aufdruck «JANSSEN» auf einer Seite und «H/10» auf der anderen Seite): Haloperidolum 10 mg.

Tropfen zu 2 mg/ml (klar, farblos): Haloperidolum 2 mg pro 1 ml corresp. 20 guttae.

* Die Bruchrillen auf den Tabletten sollen das Brechen der Tabletten und damit das Schlucken erleichtern; sie dienen nicht dazu, die Tablette in exakt gleiche Dosen zu teilen.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Psychotische Symptome

akute und chronische Schizophrenie;

paranoid-halluzinatorische Syndrome;

Manien und maniforme Zustände;

psychomotorische Erregungszustände;

zerebralsklerotisch bedingte Unruhe;

erethische Oligophrenie;

Erregungszustände beim Alkoholentzugssyndrom.

Hyperkinesien

Tic nerveux, die mit erheblicher Beeinträchtigung einhergehen;

Chorea Huntington, Chorea Sydenham;

Gilles-de-la-Tourette-Syndrom.

Übelkeit und Erbrechen verschiedener Ursache, wie z.B. postoperatives oder Zytostatika-bedingtes Erbrechen, falls die klassischen Arzneimittel gegen Übelkeit und Erbrechen ungenügend wirksam sind.

Dosierung/Anwendung

Die Haldol-Injektionslösung wird nur für die i.m.-Verabreichung empfohlen.

Übliche Dosierung

Die nachfolgenden Dosierungsangaben stellen lediglich Richtwerte dar. Grundsätzlich soll die Dosis jedoch individuell auf den Patienten abgestimmt werden. Dies bedarf oft einer schrittweisen Aufdosierung in der akuten Phase und einer allmählichen Reduktion im Rahmen der Erhaltungstherapie, bis schliesslich die minimale effektive Dosis feststeht. Hohe Dosen sollten nur an Patienten abgegeben werden, die ungenügend auf tiefere Dosierungen reagieren.

Akute schizophrene Schübe und Manien

1 Ampulle (= 5 mg) i.m. Falls nötig, kann diese Dosis stündlich wiederholt werden, bis der Akutzustand beherrscht wird oder bis zu einer Maximaldosis von 20 mg/Tag. Sobald als möglich sollte man auf die orale Medikation übergehen.

Chronische Psychosen bei Erwachsenen

Beispiele zur Ermittlung der adäquaten individuellen Dosis:

3× täglich 1–3 mg peroral. Falls erforderlich, kann die Dosis auf 20 mg täglich, aufgeteilt in mehrere Einzelgaben, erhöht werden.

Psychosen bei Alterspatienten, zerebralsklerotisch bedingte Unruhe

Sehr vorsichtige einschleichende Dosierung. Alte Patienten kommen meist bereits mit kleinen oralen Dosen von 1–1,5 mg/Tag aus, aufgeteilt in mehrere Einzelgaben (siehe auch unter «Spezielle Dosierungsanweisungen»).

Alkoholentzugssyndrom

Erhaltungsdosis bei chronischem Alkoholabusus: 2–3× täglich 2 mg p.o.

Hyperkinesien

Niedrige, einschleichende Dosen bis zu ca. 1–1,5 mg/Tag p.o.

Erbrechen

Per os: 2× täglich 1–1,5 mg.

Parenteral: ½–1 Ampulle (= 2,5–5 mg) i.m.

Therapieabbruch

Bei Therapieabbruch wird ein allmähliches Absetzen empfohlen.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Da Haldol vorwiegend in der Leber metabolisiert wird, ist bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion Vorsicht geboten und bei einer Langzeittherapie eine Dosisreduktion zu erwägen.

Ältere Patienten

Die Behandlung wird mit der halben Erwachsenendosis (0,5 mg) begonnen und je nach Wirkung weiter angepasst.

Kinder und Jugendliche

Haldol darf bei Kindern unter 3 Jahren nicht angewendet werden.

Die Dosis soll individuell auf das Kind abgestimmt werden. Kinder entwickeln bereits bei niedrigen Dosierungen Störungen des Bewegungsablaufs, daher ist die minimale effektive Dosis zu verabreichen.

Die nachfolgend empfohlenen Dosierungen entsprechen einer ungefähren Gesamtdosis von 0.03 bis 0.15 mg/kg Körpergewicht, bei einer oralen Gabe von 2× bis 3× täglich.

Kinder von 3 bis 12 Jahren

Die empfohlene tägliche Anfangsdosis beträgt insgesamt 0.5 mg, bevorzugt in Teildosen oral eingenommen.

Der empfohlene Dosierungsbereich liegt bei täglich 1 bis 4 mg, in Teildosen oral eingenommen.

Die empfohlene tägliche Maximaldosis beträgt 6 mg, in Teildosen oral eingenommen.

Jugendliche von 13 bis 17 Jahren

Die empfohlene tägliche Anfangsdosis beträgt insgesamt 0.5 mg, bevorzugt in Teildosen oral eingenommen.

Der empfohlene Dosierungsbereich liegt bei täglich 1 bis 6 mg, in Teildosen oral eingenommen.

Die empfohlene tägliche Maximaldosis beträgt 10 mg, in Teildosen oral eingenommen.

Bei Manie und Tic-Erkrankungen (wie z.B. Gilles-de-la-Tourette-Syndrom) sind niedrigere Dosen zur Behandlung der Krankheitsbilder ausreichend.

Tic-Erkrankungen (wie z.B. Gilles-de-la-Tourette-Syndrom)

Bei Kindern ab 3 Jahren Beginn mit 0,025 mg/kg/Tag, Steigerung auf höchstens 0,2 mg/kg/Tag, jeweils in geeigneten Darreichungsformen.

Für geringere Dosierungen stehen Haldol 1 mg Tabletten sowie Haldol Tropfen zum Einnehmen zur Verfügung.

Erregungszustände bei Kindern

Die nachfolgend empfohlenen Dosierungen entsprechen einer ungefähren Gesamtdosis von 0.02 bis 0.075 mg/kg Körpergewicht, bei einer oralen Gabe von 2-3× täglich.

Kinder von 3 bis 12 Jahren

Die empfohlene tägliche Anfangsdosis beträgt insgesamt 0.25 mg, in Teildosen oral eingenommen.

Der empfohlene Dosierungsbereich liegt bei täglich 0.5 bis 3 mg, in Teildosen oral eingenommen.

Die empfohlene tägliche Maximaldosis beträgt 3 mg, in Teildosen oral eingenommen.

Jugendliche von 13 bis 17 Jahren

Die empfohlene tägliche Anfangsdosis beträgt insgesamt 0.25 mg, in Teildosen oral eingenommen.

Der empfohlene Dosierungsbereich liegt bei täglich 2 bis 6 mg, in Teildosen oral eingenommen.

Die empfohlene tägliche Maximaldosis beträgt 6 mg, in Teildosen oral eingenommen.

Die 100 ml Glasflasche von Haldol Tropfen 2 mg/ml ist mit einem kindersicheren Verschluss versehen; eine separate Plastikpipette liegt bei.

Die Plastikflasche mit eingebautem Tropfenzähler von Haldol 2 mg/ml Tropfen 1× 30 ml ist ebenfalls mit einer kindersicheren Verschlusskappe ausgestattet. Diese lassen sich wie folgt öffnen: Plastikschraubverschluss nach unten drücken während man ihn im Gegenuhrzeigersinn dreht. Die genaue Handhabung der Tropfen ist in der Patienteninformation beschrieben.

Kontraindikationen

Komatöser Zustand, schwere toxische Depression des zentralnervösen Systems durch Alkohol oder zentraldämpfende Arzneimittel, Parkinson-Syndrom, Läsion der Basalganglien und bekannte Überempfindlichkeit auf einen der Inhaltsstoffe von Haldol.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Mortalität

Bei psychiatrischen Patienten, die mit Haloperidol behandelt wurden, sind seltene Fälle von plötzlichem Tod gemeldet worden.

Bei älteren Patienten mit demenzbedingter Psychose, die mit Antipsychotika behandelt werden, besteht ein erhöhtes Sterberisiko. Eine Analyse von 17 placebokontrollierten Studien (modale Dauer von 10 Wochen), überwiegend an Patienten unter atypischen Antipsychotika, hat gezeigt, dass das Sterberisiko bei den mit Verum behandelten Patienten um den Faktor 1,6 bis 1,7 höher lag als bei den Patienten unter Placebo. Im Verlauf einer typischen 10-wöchigen, kontrollierten Studie betrug die Todesrate bei den mit Verum behandelten Patienten etwa 4,5%, verglichen mit einer Rate von etwa 2,6% in der Placebogruppe. Obwohl die Todesursachen verschiedenartig waren, schienen die meisten Todesfälle entweder auf kardiovaskulären Ursachen (z.B. Herzversagen, plötzlicher Tod) oder auf Infektionen (z.B. Pneumonie) zu beruhen. Beobachtungsstudien weisen darauf hin, dass die Behandlung mit klassischen Antipsychotika ähnlich wie eine Therapie mit Atypika die Sterblichkeit erhöhen kann. Inwieweit die Befunde einer höheren Sterblichkeit in den Beobachtungsstudien auf das Antipsychotikum statt auf bestimmte Patientenmerkmale zurückzuführen sind, ist unklar.

Kardiovaskuläre Wirkungen

Neben den seltenen Fällen eines plötzlichen Todes wurde unter Haloperidol sehr selten auch über eine QT-Verlängerung und/oder Kammerarrhythmie berichtet. Diese Ereignisse dürften unter hohen Dosen sowie bei prädisponierten Patienten häufiger auftreten.

Da QT-Verlängerungen während der Behandlung mit Haldol beobachtet wurden, ist es ratsam, bei Patienten mit einer Prädisposition für QT-Verlängerungen (langes QT-Syndrom, Hypokaliämie, Hypomagnesiämie, Elektrolyt-Ungleichgewicht, Medikamente mit bekannter QT-Verlängerung [siehe «Interaktionen»], Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Hypothyreose, Vorkommen von QT-Verlängerungen in der familiären Anamnese) vorsichtig zu sein.

Das Risiko für QT-Verlängerung und/oder ventrikuläre Arrhythmien kann bei höheren Dosen (siehe «Interaktionen», «Unerwünschte Wirkungen» und «Überdosierung») und bei parenteraler Gabe, insbesondere bei intravenöser Verabreichung, erhöht sein.

Zur Feststellung einer QT-Intervall-Verlängerung und malignen schweren Herzrhythmusstörungen (wie z.B. Torsades de pointes) sollte ein kontinuierliches EKG-Monitoring durchgeführt werden, wenn Haldol intravenös verabreicht wird.

Die Haldol Injektionslösung wird nur zur i.m.-Verabreichung empfohlen.

Tachykardie und Hypotonie wurden ebenfalls gelegentlich beobachtet.

Zerebrovaskuläre Ereignisse

In randomisierten, placebokontrollierten klinischen Studien an Patienten mit Demenz war das Risiko für zerebrovaskuläre Ereignisse während der Anwendung von einigen atypischen Antipsychotika um etwa das 3-fache erhöht. Beobachtungsstudien zum Vergleich des Risikos für das Auftreten eines Schlaganfalls bei älteren Patienten über 65 Jahren zeigten, dass bei diesen Patienten unter der Behandlung mit Antipsychotika das Risiko für einen Schlaganfall, um etwa das 1,6- bis 1,8-fache erhöht war im Vergleich zu den Patienten, die keine Behandlung mit solchen Arzneimitteln erhalten hatten. Das erhöhte Risiko kann bei Patienten, die mit typischen Antipsychotika behandelt wurden (wie Butyrophenonen, einschliesslich Haloperidol), ausgeprägter sein.

Es ist nicht bekannt, welcher Mechanismus diesem erhöhten Risiko zugrunde liegt. Es ist nicht auszuschliessen, dass auch bei anderen Patientengruppen ein erhöhtes Risiko besteht.

Haldol muss bei Patienten mit Schlaganfallrisikofaktoren mit Vorsicht und unter sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden.

Malignes neuroleptisches Syndrom

Wie auch andere Antipsychotika wurde Haldol mit dem malignen neuroleptischen Syndrom, einem potentiell lebensbedrohlichen Zustand, in Verbindung gebracht: einer seltenen idiosynkratischen Reaktion, die mit Hyperthermie, generalisierter Muskelsteifigkeit, autonomer Instabilität und Bewusstseinsveränderungen einhergeht. Hyperthermie ist häufig ein Frühzeichen dieses Syndroms. Die Antipsychotika-Therapie muss unverzüglich abgesetzt werden; ferner sind eine geeignete unterstützende Behandlung sowie eine sorgfältige Überwachung des Patienten einzuleiten.

Spätdyskinesie

Wie bei allen Antipsychotika kann es bei manchen Patienten unter Langzeitbehandlung oder nach Absetzen des Arzneimittels zu einer Spätdyskinesie kommen. Das Syndrom äussert sich vorwiegend durch rhythmische unwillkürliche Bewegungen von Zunge, Gesicht, Mund oder Kiefer. Diese Manifestationen können bei manchen Patienten irreversibel sein. Wenn die Behandlung wieder aufgenommen bzw. die Dosis erhöht wird oder wenn eine Umstellung auf ein anderes Antipsychotikum erfolgt, kann das Syndrom maskiert werden. Die Behandlung ist so schnell wie möglich abzusetzen.

Extrapyramidale Symptome

Wie bei allen Antipsychotika können extrapyramidale Symptome auftreten, z.B. Tremor, Rigidität, Hypersalivation, Bradykinesie, Akathisie, akute Dystonie.

Anticholinerg wirkende Anti-Parkinson-Mittel sollten im Bedarfsfall, aber nicht routinemässig als Prophylaxe verschrieben werden. Falls eine gleichzeitige Anti-Parkinson-Medikation erforderlich ist, muss diese gegebenenfalls nach Absetzen von Haldol beibehalten werden, sofern deren Exkretion schneller erfolgt als diejenige von Haldol, um ein Auftreten bzw. eine Verschlimmerung extrapyramidaler Symptome auszuschliessen. Der Arzt sollte daran denken, dass der Augeninnendruck ansteigen kann, wenn Anticholinergika einschliesslich Anti-Parkinson-Mittel gemeinsam mit Haldol verabreicht werden.

Da Kinder bereits bei niedrigen Dosierungen Störungen des Bewegungsablaufs entwickeln, ist bei Kindern bis 12 Jahre, die mit Haldol behandelt werden, Vorsicht geboten.

Krampfanfälle/Konvulsionen

Haldol kann die Anfallsschwelle herabsetzen. Deshalb ist Vorsicht angezeigt bei Patienten, welche an Epilepsie leiden oder Zuständen, die Konvulsionen auslösen können (z.B. Alkoholentzug und Enzephalopathien).

Hepatobiliäre Störungen

Da Haldol in der Leber metabolisiert wird, ist bei Patienten mit Lebererkrankungen vorsichtig vorzugehen. Es wurden vereinzelte Fälle von Leberfunktionsstörungen oder Hepatitis gemeldet, die meist cholestatischer Natur waren.

Störungen des endokrinen Systems

Thyroxin kann die Toxizität von Haldol begünstigen. Bei Patienten mit Hyperthyreose sollte eine Antipsychotika-Behandlung nur unter grösster Vorsicht erfolgen und erfordert eine gleichzeitige thyreostatische Therapie.

In sehr seltenen Fällen wurde über Hypoglykämie und das Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion berichtet.

Wirkungen auf Prolaktin

Zu den hormonellen Wirkungen von neuroleptischen Antipsychotika zählt eine Hyperprolaktinämie, die wiederum eine Galaktorrhö, Gynäkomastie sowie eine Oligo- oder Amenorrhö herbeiführen kann. Nicht-klinische Studien haben darauf hingewiesen, dass das Zellwachstum bei Mamma-Tumoren beim Menschen durch Prolaktin stimuliert werden kann. Ein klarer Zusammenhang mit der Verabreichung von Antipsychotika wurde bisher in klinischen und epidemiologischen Studien nicht gezeigt. Vorsicht ist angezeigt bei Patienten mit entsprechender Anamnese. Haldol sollte bei Patienten mit vorbestehender Hyperprolaktinämie und bei Patienten mit möglicherweise Prolaktin-abhängigen Tumoren mit Vorsicht eingesetzt werden.

Venöse Thromboembolie

Im Zusammenhang mit der Anwendung von Antipsychotika sind Fälle von venösen Thromboembolien (VTE) berichtet worden. Da Patienten, die mit Antipsychotika behandelt werden, häufig erworbene Risikofaktoren für VTE aufweisen, sollten alle möglichen Risikofaktoren für VTE vor und während der Behandlung mit Haldol identifiziert und Präventivmassnahmen ergriffen werden.

Weitere Vorsichtsmassnahmen

Schizophrene Patienten sprechen eventuell erst mit einer gewissen Verzögerung auf die antipsychotische Therapie an. Auch nach Absetzen der Arzneimittel treten die Symptome unter Umständen erst nach mehreren Wochen oder Monaten wieder auf.

Selten wird von akuten Entzugssymptomen einschliesslich Übelkeit, Erbrechen und Schlaflosigkeit nach plötzlichem Absetzen von hochdosierten Antipsychotika berichtet. Da es unter Umständen zu Rückfällen kommen kann, ist es ratsam, das Arzneimittel nach und nach langsam abzusetzen.

Es gibt Hinweise, dass mit verminderter körperlicher Aktivität ein erhöhtes Thromboserisiko verbunden ist. Antipsychotika können über sedierende Effekte die körperliche Aktivität von Patienten vermindern. Die Patienten sollten deshalb speziell nach Zeichen einer venösen Thromboembolie befragt werden und angehalten werden sich körperlich zu bewegen.

Bei vorherrschend depressiven Zuständen sollen Haldol und andere Antipsychotika nicht als Monotherapie eingesetzt werden, sondern mit Antidepressiva kombiniert werden (siehe «Interaktionen»).

Interaktionen

Bei der Verschreibung von Haloperidol mit Arzneimitteln mit bekannter QT-Verlängerung ist Vorsicht geboten.

Haloperidol wird über mehrere Wege metabolisiert, inklusive Glucuronidierung und über das Cytochrom P450-System (speziell CYP 3A4 oder CYP 2D6). Eine Hemmung dieser Metabolisierungswege durch ein anderes Arzneimittel oder eine reduzierte CYP 2D6 Enzymaktivität (bei «Poor-Metabolizer») kann zu erhöhten Haloperidol-Konzentrationen und einem erhöhten Risiko unerwünschter Wirkungen einschliesslich einer QT-Verlängerung führen.

In Pharmakokinetik-Studien wurden geringe bis mässig erhöhte Haloperidol-Konzentrationen beobachtet, wenn Haloperidol zusammen mit Arzneimitteln verabreicht wurde, die als Substrate oder Inhibitoren der CYP 3A4 oder CYP 2D6-Isoenzyme bekannt sind, wie zum Beispiel Itraconazol, Nefazodon, Buspiron, Venlafaxine, Alprazolam, Fluvoxamin, Chinidin, Fluoxetin, Sertralin, Chlorpromazin und Promethazin. Eine reduzierte CYP 2D6 Enzymaktivität kann zu erhöhten Haloperidol-Konzentrationen führen. Erhöhte QTc wurden beobachtet, wenn Haloperidol zusammen mit den metabolischen Hemmstoffen Ketoconazol (400 mg pro Tag) oder und Paroxetin (20 mg pro Tag) verabreicht wurde. Es kann erforderlich sein, die Haloperidol-Dosis zu reduzieren.

Vorsicht ist geboten bei Kombinationen mit Medikamenten, die ein Elektrolyt-Ungleichgewicht hervorrufen können.

Wirkung von Haloperidol auf andere Arzneimittel

Haldol kann die Wirkung anderer zentralwirksamer Substanzen einschliesslich Alkohol, Hypnotika, Sedativa oder starker Analgetika (insbesondere Opiaten) verstärken. Auf die erhöhte Sedierung und unter Umständen auf das erhöhte Risiko einer Atemdepression ist bei Kombination von Antipsychotika mit anderen zentralnervös-dämpfenden Mitteln zu achten. Zudem wurden unerwünschte ZNS- und psychische Effekte bei der Kombination mit Methyldopa beobachtet.

Haldol kann die Antiparkinson-Wirkung von Levodopa abschwächen.

Haldol kann die Wirkung von Adrenalin und anderen Sympathomimetika antagonisieren und die blutdrucksenkenden Wirkungen von adrenerg blockierenden Substanzen wie Guanethidin umkehren.

Haloperidol ist ein CYP 2D6-Inhibitor. Haldol kann die Metabolisierung von trizyklischen Antidepressiva hemmen, wodurch deren Plasmaspiegel ansteigen. Dies kann eine erhöhte Toxizität von trizyklischen Antidepressiva zur Folge haben (anticholinerge Wirkungen, kardiovaskuläre Toxizität, Erniedrigung der Anfallsschwelle).

Wirkung von anderen Arzneimitteln auf Haloperidol

Wenn eine längerdauernde Behandlung mit enzyminduzierenden Substanzen wie Carbamazepin, Phenobarbital, Rifampicin mit einer Haldol-Therapie kombiniert wird, werden die Plasmaspiegel von Haldol signifikant gesenkt. Deshalb sollte in dieser Kombinationstherapie die Dosis von Haldol, wenn notwendig, angepasst werden. Nach Absetzen dieser Substanzen kann es dann notwendig sein, die Dosis von Haldol wieder zu reduzieren.

Natrium-Valproat, ein bekannter Hemmstoff der Glucuronidierung, hat keinen Einfluss auf die Haloperidol-Plasmakonzentrationen.

Andere Wechselwirkungen

In seltenen Fällen wurde während einer Kombinationstherapie mit Lithium über die folgenden Symptome berichtet:

Enzephalopathie, extrapyramidale Symptome, tardive Dyskinesien, neuroleptisches malignes Syndrom, Hirnstammsymptome, akutes Hirnstammsyndrom und Koma. Die meisten dieser Symptome waren reversibel. Es bleibt unklar, ob diese Fälle ein eigenständiges Krankheitsbild darstellen. Trotzdem sollte bei Patienten, die gleichzeitig mit Haldol und Lithium therapiert werden, die Behandlung sofort abgebrochen werden, sobald solche Symptome auftreten.

Schwangerschaft/Stillzeit

Haloperidol zeigte im Tierversuch eine teratogene und in hohen Dosen eine embryotoxische Wirkung.

Nicht-teratogene Effekte:

Bei Neugeborenen, deren Mütter während des dritten Trimenons der Schwangerschaft Antipsychotika (einschliesslich Haloperidol) einnahmen, besteht nach der Geburt das Risiko für extrapyramidal-motorische Symptome und/oder Entzugssymptome. Diese Symptome bei Neugeborenen können Agitation, ungewöhnlich erhöhten oder verminderten Muskeltonus, Tremor, Schläfrigkeit, Schwierigkeiten beim Atmen oder Probleme beim Füttern einschliessen.

Diese Komplikationen können einen unterschiedlichen Schweregrad aufweisen. Bei einigen Fällen waren sie selbst limitierend, in anderen Fällen benötigten die Neugeborenen eine Überwachung auf der Intensivstation oder eine längere Hospitalisation.

Es liegen keine kontrollierten klinischen Studien bei schwangeren Frauen vor. Studien an schwangeren Frauen haben jedoch keinen signifikanten Anstieg von fötalen Anomalien aufgezeigt. Es wurden vereinzelte Fälle von Geburtsgebrechen nach fötaler Exposition von Haldol meist in Kombination mit anderen Arzneimitteln beschrieben. Haldol soll während der Schwangerschaft nicht verabreicht werden, es sei denn, es ist eindeutig erforderlich.

Ist während der Schwangerschaft ein Absetzen der Behandlung erforderlich, soll dies womöglich nicht abrupt geschehen. Haloperidol geht in die Muttermilch über. Bei Kindern, die von mit Haldol behandelten Frauen gestillt wurden, sind extrapyramidale Symptome beobachtet worden. Muss das Arzneimittel während der Stillzeit eingenommen resp. angewendet werden, soll abgestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Speziell unter höheren Dosierungen und zu Beginn der Therapie kann es zu einer Sedierung oder Beeinträchtigung des Reaktionsvermögens kommen, und dies kann durch Alkohol verstärkt werden. Es ist den Patienten zu raten, während der Behandlung so lange keine Fahrzeuge zu lenken oder Maschinen zu bedienen, bis ihre Reaktionen bekannt sind.

Unerwünschte Wirkungen

Im folgenden Abschnitt werden die unerwünschten Wirkungen aufgeführt. Unerwünschte Wirkungen sind unerwünschte Ereignisse, bei denen auf Basis einer gründlichen Auswertung der verfügbaren Informationen über das unerwünschte Ereignis ein Zusammenhang mit der Anwendung von Haloperidol als möglich, wahrscheinlich oder sicher angenommen wird. Da klinische Studien unter verschiedenen Bedingungen durchgeführt werden, kann die Häufigkeit unerwünschter Wirkungen, die in klinischen Studien mit einem bestimmten Arzneimittel beobachtet wurden, nicht direkt mit der in klinischen Studien mit einem anderen wirkstoffgleichen Arzneimittel beobachteten Häufigkeit verglichen werden und entspricht nicht unbedingt der in der klinischen Anwendung nach der Markteinführung beobachteten Auftretenshäufigkeit.

Die Sicherheit von Haldol wurde anhand 284 mit Haloperidol behandelten Patienten beurteilt, die an drei placebokontrollierten Studien teilnahmen sowie anhand 1295 mit Haloperidol behandelten Patienten, die an 16 aktiv kontrollierten klinischen Doppelblindstudien teilnahmen. Die Sicherheit von Haldol Decanoat wurde anhand 410 Patienten beurteilt, die an drei vergleichenden Studien (eine vergleichende Studie zu Haloperidol vs. Fluphenazin und zwei Studien zum Vergleich der Decanoat-Formulierung mit der oralen Formulierung), neun Open-Label-Studien und einer Dosis-Wirkungsstudie teilnahmen. Basierend auf den gepoolten Sicherheitsdaten dieser klinischen Studien waren die am häufigsten berichteten (% Inzidenz) unerwünschten Arzneimittelwirkungen: Extrapyramidale Störungen (34), Schlaflosigkeit (19), Agitation (15), Hyperkinesie (13), Kopfschmerzen (12), psychotische Störungen (9), Depressionen (8), Gewichtszunahme (8), orthostatische Hypotonie (7) und Somnolenz (5).

Einschliesslich der o.g. unerwünschten Arzneimittelwirkungen wurden in klinischen Studien die folgenden unerwünschten Arzneimittelwirkungen unter Haldol und Haldol Decanoat beobachtet und die folgenden Erfahrungen nach der Markteinführung gemacht. Die Häufigkeitsangaben entsprechen dabei folgender Konvention:

Sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100 bis <1/10), gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100), selten (≥1/10'000 bis <1/1000), sehr selten (<1/10'000).

Unerwünschte Arzneimittelwirkung

Störungen des Blut- und Lymphsystems

Gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100): Leukopenie.

Sehr selten (<1/10'000): Eosinophilie, Agranulozytose, Neutropenie, Panzytopenie, Thrombozytopenie.

Störungen des Immunsystems

Gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100): Überempfindlichkeit.

Sehr selten (<1/10'000): Anaphylaktische Reaktion.

Endokrine Störungen

Selten (≥1/10'000 bis <1/1000): Hyperprolaktinämie.

Sehr selten (<1/10'000): Inadäquate Sekretion von antidiuretischem Hormon.

Stoffwechsel und Ernährungsstörungen

Sehr selten (<1/10'000): Hypoglykämie.

Psychiatrische Störungen

Sehr häufig (≥1/10): Agitation, Schlaflosigkeit.

Häufig (≥1/100 bis <1/10): Depressionen, psychotische Störungen.

Gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100): Verwirrtheitszustände, Libidoabnahme, Libidoverlust, Ruhelosigkeit.

Störungen des Nervensystems

Sehr häufig (≥1/10): Extrapyramidale Störungen, Hyperkinesie, Kopfschmerzen.

Häufig (≥1/100 bis <1/10): Tardive Dyskinesie, okulogyre Krise, Dystonie, Dyskinesie, Akathisie, Bradykinesie, Hypokinesie, ungewöhnlich erhöhter Muskeltonus, Somnolenz, Maskengesicht, Tremor, Benommenheit, Vertigo.

Gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100): Krämpfe, Parkinsonismus, Akinesie, Zahnradphänomen, Sedation, unwillkürliche Muskelkontraktionen.

Selten (≥1/10'000 bis <1/1000): Motorische Störungen, malignes neuroleptisches Syndrom, Nystagmus.

Augenleiden

Häufig (≥1/100 bis <1/10): Sehstörungen.

Gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100): Verschwommenes Sehen.

Funktionsstörungen des Herzens

Gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100): Tachykardie.

Sehr selten (<1/10'000): Kammerflimmern, Torsade de pointes, ventrikuläre Tachykardie, Extrasystolen.

Funktionsstörungen der Gefässe

Häufig (≥1/100 bis <1/10): Orthostatische Hypotonie, Hypotonie.

Atmungsorgane (Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen)

Gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100): Dyspnoe.

Selten (≥1/10'000 bis <1/1000): Bronchospasmus.

Sehr selten (<1/10'000): Kehlkopfödem, Laryngospasmus.

Gastrointestinale Störungen

Häufig (≥1/100 bis <1/10): Verstopfung, Mundtrockenheit, übermässige Speichelbildung, Übelkeit, Erbrechen.

Gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100): Appetitlosigkeit, Sodbrennen.

Sehr selten (<1/10'000): Paralytischer Ileus.

Funktionsstörungen der Leber und der Galle

Häufig (≥1/100 bis <1/10): Abnorme Leberfunktionstests.

Gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100): Hepatitis, Ikterus.

Sehr selten (<1/10'000): Akutes Leberversagen, Cholestase.

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig (≥1/100 bis <1/10): Hautausschlag.

Gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100): Lichtempfindlichkeitsreaktionen, Urtikaria, Juckreiz, übermässiges Schwitzen.

Sehr selten (<1/10'000): Leukozytoklastische Vaskulitis, Dermatitis exfoliativa.

Muskelskelettsystem (Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, des Bindegewebes und der Knochen)

Gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100): Torticollis, Muskelrigidität, Muskelkrämpfe, muskuloskelettale Steifigkeit.

Selten (≥1/10'000 bis <1/1000): Kieferklemme, Muskelzucken.

Sehr selten (<1/10'000): Rhabdomyolyse.

Funktionsstörungen der Nieren und ableitenden Harnwege

Häufig (≥1/100 bis <1/10): Urinretention.

Schwangerschafts-, Wochenbett- und Perinatalbeschwerden

Sehr selten: Extrapyramidal-motorische Symptome und/oder Entzugserscheinungen beim Neugeborenen. In utero Exposition wurde mit unerwünschten Wirkungen beim Neugeborenen assoziiert, wie Agitation, ungewöhnlich erhöhtem oder vermindertem Muskeltonus, Tremor, Schläfrigkeit, Schwierigkeiten beim Atmen oder Problemen beim Füttern.

Funktionsstörungen des Reproduktionssystems und der Brust

Häufig (≥1/100 bis <1/10): Erektile Dysfunktion.

Gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100): Amenorrhö, Dysmenorrhö, Galaktorrhö, Brustbeschwerden, Brustschmerzen.

Selten (≥1/10'000 bis <1/1000): Menorrhagie, Menstruationsstörungen, sexuelle Funktionsstörungen.

Sehr selten (<1/10000): Gynäkomastie, Priapismus.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100): Gangstörungen, Hyperthermie, Ödeme.

Sehr selten (<1/10'000): Plötzlicher Tod, Gesichtsödem, Hypothermie.

Untersuchungen

Häufig (≥1/100 bis <1/10): Gewichtszunahme, Gewichtsabnahme.

Selten (≥1/10'000 bis <1/1000): QT-Verlängerung im EKG.

Malignes neuroleptisches Syndrom: Haldol kann ein malignes neuroleptisches Syndrom auslösen. Das Syndrom wiederspiegelt ein seltenes idiosynkratisches Geschehen, charakterisiert durch Hyperthermie, generalisierte Muskelsteifheit, autonome Instabilität, erhöhte CPK-Spiegel, getrübtes Bewusstsein. Anzeichen einer autonomen Dysfunktion wie Tachykardie, schwankender Arteriendruck und Schwitzen können einer Hyperthermie vorausgehen und als frühe Warnsignale dienen. Bei Auftreten des malignen neuroleptischen Syndroms sollte eine antipsychotische Therapie sofort beendet, und geeignete symptomatische Massnahmen mit sorgfältiger Überwachung eingeleitet werden.

Überdosierung

Symptome

Die Symptome einer Haloperidol-Überdosierung manifestieren sich in Form von verstärkten bekannten pharmakologischen und unerwünschten Wirkungen. Die deutlichsten Symptome sind: schwere extrapyramidale Reaktionen, Hypotonie, Sedation. Eine extrapyramidale Reaktion zeichnet sich durch Muskelrigidität und durch einen generalisierten oder lokalen Tremor aus. Bluthochdruck kann auch auftreten. In extremen Fällen kann der Patient komatös erscheinen, begleitet von einer Atemdepression und Hypotonie, welche stark genug sein können, um einen schockähnlichen Zustand hervorzurufen. Ebenfalls können epileptische Anfälle auftreten.

Zudem sollte das Risiko ventrikulärer Arrhythmien (z.B. Torsades de pointes), möglicherweise in Kombination mit einer QT-Verlängerung, in Betracht gezogen werden.

Behandlung

Es gibt kein spezifisches Antidot. Die Behandlung ist hauptsächlich symptomatisch. Die therapeutische Wirkung von Aktivkohle bei einer Überdosierung mit oralem Haloperidol ist nicht belegt. Bei komatösen Patienten sollten die Luftwege durch einen oropharyngealen oder endotrachealen Tubus offen gehalten werden. Bei Atemdepression ist künstliche Beatmung angezeigt. EKG und die Vitalfunktionen sind ständig zu überwachen, bis das EKG wieder normal ist. Schwere Arrhythmien sollen mit geeigneten antiarrhythmischen Massnahmen behandelt werden.

Einem Blutdruckabfall und Kreislaufkollaps kann durch die Verabreichung von Infusionslösungen, Plasma oder konzentriertem Albumin und Vasopressoren wie Dopamin oder Noradrenalin (Norepinephrin) entgegengewirkt werden. Adrenalin (Epinephrin) sollte nicht eingesetzt werden, da es in Anwesenheit von Haldol eine starke Hypotonie verursachen kann.

Bei starken extrapyramidalen Reaktionen sollten Antiparkinson-Mittel vom Typ der Anticholinergika parenteral verabreicht werden. Sie müssen sehr vorsichtig abgesetzt werden, da extrapyramidale Symptome entstehen können.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N05AD01

Haloperidol ist ein Antipsychotikum aus der Substanzgruppe der Butyrophenone. Wegen seiner starken zentralen antidopaminergen Wirkung wird es den hochpotenten Antipsychotika zugeordnet.

Haloperidol besitzt geringe antihistaminerge oder anticholinerge Eigenschaften. Es entfaltet eine ausgeprägte Wirkung gegen Wahnvorstellungen und Halluzinationen, wahrscheinlich aufgrund einer Dopaminrezeptorblockade im Mesocortex und limbischen System. Zudem wirkt es in den Basalganglien (nigrostriatales System), was wahrscheinlich die Ursache für extrapyramidal-motorische Störungen (Dystonien, Akathisie und Parkinsonismus) darstellt.

Haloperidol führt zu einer starken psychomotorischen Dämpfung. Dadurch werden Manien und Erregungszustände günstig beeinflusst.

Die peripheren antidopaminergen Effekte von Haloperidol erklären die Wirksamkeit bei Übelkeit und Erbrechen (via Chemorezeptor-Triggerzone), sowie die Relaxation der gastrointestinalen Sphinkter und die erhöhte Prolaktinausschüttung (Hemmung des Prolaktin-Inhibiting-Faktors in der Adenohypophyse).

Pharmakokinetik

Absorption

Maximale Plasmaspiegel werden nach oraler Gabe innerhalb von 3–6 Stunden und nach intramuskulärer Applikation nach durchschnittlich 20 Minuten gemessen. Die Bioverfügbarkeit von Haldol Tabletten und Tropfen beträgt 60–70%.

Distribution

Die Blut-Hirnschranke wird gut passiert. Die Plasmaproteinbindung liegt bei 92% und das Verteilungsvolumen im Steady-state (VDSS) beträgt 7,9 ± 2,5 l/kg.

Für eine therapeutische Wirkung sind Plasmakonzentrationen von 4 µg/l bis maximal 20–25 µg/l erforderlich. Die Plasmaspiegel und die meisten pharmakokinetischen Parameter von Haloperidol unterliegen einer starken interindividuellen, aber nur einer kleinen intraindividuellen Variabilität.

Metabolismus

Haloperidol wird grösstenteils in der Leber durch Glucuronidierung (50–60%), Reduktion und Re-Oxidation (20–30%), Oxidation zum Pyridinmetabolit und durch N-Desalkylierung metabolisiert. Reduziertes Haloperidol wird in Haloperidol umgewandelt. Oxidative Prozesse werden durch CYP3A4 und in einem geringeren Ausmass durch CYP2D6 katalysiert.

CYP2D6 Polymorphismus: Obwohl in-vitro der Beitrag des Enzyms CYP2D6 begrenzt ist, haben klinische Studien ergeben, dass die Clearance von Haloperidol und reduziertem Haloperidol bei Patienten mit einer tiefen CYP2D6-Kapazität um ca. 30% tiefer ist im Vergleich zu den sogenannten «Extensive-Metabolizer».

Elimination

Die terminale Eliminationshalbwertszeit beträgt nach oraler Gabe im Mittel 24 Stunden (Bereich: 12–38 Stunden) und nach intramuskulärer Verabreichung im Mittel 21 Stunden (Bereich: 13–36 Stunden).

Die Metaboliten werden zu etwa gleichen Teilen mit dem Urin (40%) und den Faeces (60%) eliminiert. Etwa 1% der Dosis wird unverändert mit dem Urin ausgeschieden.

Therapeutische Konzentrationen

Die Angaben der für eine therapeutische Antwort notwendigen Plasmakonzentrationen von Haloperidol liegen im Bereich 4 µg/l bis zur Obergrenze 20–25 µg/l.

Präklinische Daten

Toxizität

Akute toxikologische Wirkungen von Haldoperidol betreffen vorwiegend das zentrale Nervensystem und das Herz-Kreislaufsystem. Untersuchungen zur chronischen Toxizität an Ratten und Hunden ergaben keine Hinweise auf klinisch relevante toxische Effekte.

In in-vitro-Tests wurde nachgewiesen, dass Haloperidol exprimierte hERG-Kanäle blockiert. In weiteren in-vivo Studien führte die intravenöse Verabreichung von Haloperidol in einigen Tiermodellen zu einer signifikanten QTc-Verlängerung jedoch ohne Arrhythmien hervorzurufen. In Studien, wo höhere Haloperidol Dosen injiziert wurden, wurden QTc-Verlängerungen und/oder ventrikuläre Arrhythmien beobachtet. Die Plasmaspiegel lagen in diesem Fall 19–68-mal höher als die Cmax beim Menschen.

Mutagenität

In-vitro- und In-vivo-Tests zur Mutagenizität von Haloperidol erbrachten keine relevanten Hinweise auf eine mutagene Wirkung. Kurzzeitige (6–12 Monate) Karzinogenitätsstudien in verschiedenen Mausmodellen ergaben keine Hinweise auf ein krebserregendes Potenzial. Langzeitstudien (18–24 Monate) auf ein tumorerzeugendes Potential von Haloperidol ergaben bei Ratten keine Hinweise auf Kanzerogenität, jedoch wurde bei weiblichen Mäusen ein Anstieg an Tumoren der Mamma und der Hypophyse (letzteres nur bei Hochdosis) sowie ein erhöhtes Gesamtrisiko für Neoplasien beobachtet. Mammatumoren können die Folge erhöhter Prolaktinkonzentrationen im Blut sein. Zahlreiche Antipsychotika rufen auch beim Menschen eine Hyperprolaktinämie hervor.

Reproduktionstoxizität

Bei Nagern wurde nach Verabreichung von Haloperidol eine Abnahme der Fertilität, eine limitierte Teratogenität sowie eine embryotoxische Wirkung beobachtet. Im Nagetiermodell zeigte die Verabreichung von Haloperidol sowohl teratogene als auch embryo- und fetotoxische Wirkungen. Die Behandlung mit Haloperidol während der peri-/postnatalen Phase führte bei Ratten zu Verhaltensänderungen. Nach Haloperidol-Gabe wurde die Fertilität weiblicher Mäuse und Ratten sowie die Fertilität männlicher Hunde und Ratten beeinträchtigt.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Haldol Injektionslösung soll nicht mit alkalischen oder gepufferten Lösungen gemischt werden.

Haltbarkeit

Bitte aufgedrucktes Verfalldatum beachten.

Haldol Tabletten, Tropfen und Ampullen sollten bei Raumtemperatur (15–25 °C) aufbewahrt werden.

Die Ampullen sollten vor Licht geschützt werden. Die Tropfen nicht einfrieren.

Ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

26891, 26892, 27304 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Janssen-Cilag AG, Zug, ZG.

Stand der Information

Dezember 2015.

Verwendung dieser Informationen

Die Informationen auf dieser Seite sind für Fachpersonal gedacht. Bei Fragen lassen Sie sich von einer Fachperson (z.B. Arzt oder Apotheker) beraten.