Caverject Trockensub 10 Mcg M Solv (neu) Durchstf

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: alprostadilum.

Hilfsstoffe

Durchstechflasche mit sterilem Pulver: lactosum monohydricum, natrii citras, alfadexum (α-Cyclodextrin) pro vitro.

Spritze mit Solvens: conserv.: alcohol benzylicus 9.45 mg, aqua ad injectabilia q.s. ad solutionem pro 1 ml.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung zur intrakavernösen Anwendung.

Eine Durchstechflasche mit sterilem Pulver enthält 11.9 μg resp. 23.5 μg Alprostadil.

1 ml gebrauchsfertige Injektionslösung enthält 10 μg resp. 20 μg Alprostadil sowie 8.4 mg Benzylalkohol.

Die Solvensspritze enthält 1 ml.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Behandlung der erektilen Dysfunktion verschiedener Ursachen mittels intrakavernöser Injektion.

Dosierung/Anwendung

Caverject wird direkt in das Corpus cavernosum des Penis injiziert. Die Dosis wird für jeden Patienten unter Aufsicht des behandelnden Arztes individuell ermittelt. Grundsätzlich soll immer die niedrigst wirksame Dosis verwendet werden.

Übliche Dosierung

Die empfohlene Dosierung liegt zwischen 2.5 bis 20 µg Alprostadil. Eine Dosierung über 60 µg wird nicht empfohlen. Caverject soll nicht mehr als einmal täglich und nicht häufiger als dreimal in der Woche injiziert werden.

1. Dosistitration

Die Dosis soll so gewählt werden, dass eine für die Penetration ausreichende Erektion, die nicht länger als 1 Stunde andauern soll, resultiert.

Spricht der Patient nicht auf Caverject an, wird die nächst höhere Dosis innerhalb von einer Stunde verabreicht. Spricht der Patient auf die Behandlung an, soll die nächste Injektion frühestens nach einem Tag erfolgen. Der Patient muss bis zur vollständigen Detumeszenz in der Praxis bleiben.

Erektile Dysfunktion mit vaskulärer, psychogener oder unbekannter Ursache

Initial wird eine Dosis von 2.5 µg verwendet. Bei ungenügender Wirkung wird auf 5 µg erhöht und anschliessend in Schritten von 5 µg bis zur gewünschten Wirkung. Wenn auf die Initialdosis überhaupt keine Wirkung eintritt, wird eine zweite Injektion mit 7.5 µg durchgeführt und anschliessend kann die Dosis in Inkrementen von 5-10 µg erhöht werden.

Erektile Dysfunktion neurogener Ursache

Initial wird eine Dosis von 1.25 µg verwendet. Bei partieller Wirkung wird die Dosis auf 2.5 µg erhöht. Bei noch ungenügender Wirkung wird 5 µg verabreicht und weiter in Schritten von 5 µg bis zur gewünschten Wirkung.

2. Erhaltungstherapie/Autoinjektion

Die erste Injektion muss von einer medizinisch geschulten Person in der Arztpraxis durchgeführt werden. Nach der Einstellung der Dosierung wird der Patient frühestens am darauffolgenden Tag in die Technik der Selbstinjektion eingeführt. Dazu ist eine sorgfältige Instruktion durch den behandelnden Arzt notwendig. Die Fähigkeit des Patienten zur Selbstinjektion muss überprüft werden. Die Autoinjektion wird mit der festgelegten Dosis durchgeführt. Die gewählte Dosis für die Autoinjektion sollte dem Patienten für den Geschlechtsverkehr zu einer zufriedenstellenden Erektion, die nicht länger als 1 Stunde dauert, verhelfen. Dauert die Erektion länger, sollte die Dosis reduziert werden. Sollte eine Anpassung der Dosierung nötig sein, soll diese nach den beschriebenen Anweisungen und nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt durchgeführt werden. Der Patient muss angewiesen werden, Erektionen, die länger als 4 Stunden dauern, unverzüglich dem Arzt zu melden, da eine prolongierte Erektion irreparable Impotenz durch Schädigung des Schwellkörpergewebes zur Folge haben kann.

Ein sorgfältiger und kontinuierlicher Follow‑up des Patienten ist unerlässlich, v.a. zu Beginn der Autoinjektionstherapie, da Dosisanpassungen nötig sein können.

Zur Überprüfung der Technik der Autoinjektion und der Wirksamkeit und Sicherheit werden dreimonatliche Kontrollen empfohlen. Sollte eine Anpassung der Dosierung nötig sein, soll diese nach den beschriebenen Anweisungen und nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt durchgeführt werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Frauen und Kinder: Caverject ist bei Frauen und Kindern/Jugendlichen nicht indiziert.

Kontraindikationen

Intrakavernöses Caverject darf bei bekannter Überempfindlichkeit auf Alprostadil oder auf andere Inhaltstoffe nicht verabreicht werden, ebenso nicht bei Patienten, die durch Erkrankungen wie Sichelzellanämie, multiples Myelom oder Leukämie für Priapismen prädisponiert sein können.

Caverject darf bei Patienten, welche mit Antikoagulantien, wie Cumarin oder Heparin behandelt werden, nicht verwendet werden, da eine erhöhte Blutungsneigung nach der intrakavernösen Injektion besteht.

Caverject ist ebenfalls kontraindiziert bei Patienten mit Penisimplantaten, anatomischen Deformationen des Penis (wie Angulation, kavernöser Fibrose oder Peyronie-Krankheit [Induratio penis plastica]) oder bei Patienten, für die sexuelle Aktivitäten nicht empfohlen werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Caverject soll nur von Ärzten verschrieben werden, welche Erfahrungen in der Handhabung des Präparates und mit der Diagnose und Behandlung von Komplikationen (Priapismus) haben.

Der Erektionsstörung zugrundeliegende Krankheiten sollten vor einer Behandlung mit Caverject diagnostiziert und behandelt werden.

Verlängerte Erektion und/oder Priapismus können nach der Injektion von vasoaktiven Substanzen, einschliesslich Caverject, auftreten. Die Behandlung eines Priapismus kann mittels verschiedener Methoden, wie z.B. Aspiration, intrakavernöser Verabreichung von sympathomimetischen Substanzen oder chirurgischem Eingriff erfolgen. Bereits bei der Einleitung der Behandlung mit Caverject soll der Arzt die eventuell nötige Intervention bestimmen. Die Patienten müssen angewiesen werden, Erektionen, die länger als 4 Stunden dauern, unverzüglich dem Arzt zu melden, da eine prolongierte Erektion zu irreparabler Impotenz führen kann.

Penisfibrose, inklusive Angulation, fibrotische Knoten und Peyronie-Krankheit können, verursacht durch die intrakavernöse Verabreichung von Caverject auftreten. Das Vorkommen einer Fibrose kann bei ausgedehnter Behandlungsdauer mit Caverject zunehmen. Eine regelmässige Kontrolle zur Untersuchung des Penis auf fibröse Veränderungen oder Peyronie-Krankheit wird empfohlen. Die Behandlung mit Caverject soll bei Patienten, bei denen sich eine Angulation, kavernöse Fibrose oder Peyronie-Krankheit bilden, abgesetzt werden.

Durch die Injektion kann eine kleine Blutung an der Einstichstelle verursacht werden. Patienten, die an einer durch Blut übertragbaren Krankheit leiden, sollen über das erhöhte Infektionsrisiko für ihren Partner informiert werden. Der Patient soll auch darüber unterrichtet sein, dass die gleichen Vorsichtsmassnahmen zur Verhinderung sexuell übertragbarer Krankheiten anzuwenden sind, wie ohne Injektion.

Der Patient muss ausführlich über die Technik der Selbstinjektion instruiert werden und soll auf die Fähigkeit überprüft werden. Auch während der Behandlung soll die Selbstinjektionstechnik regelmässig mit dem Patienten besprochen werden.

Benzylalkohol als Konservierungsmittel wurde mit schwerwiegenden unerwünschten Wirkungen, einschliesslich „Gasping syndrome“ und Tod in pädiatrischen Patienten in Verbindung gebracht. Die Minimalmenge von Benzylalkohol, ab welcher Toxizität auftreten kann, ist nicht bekannt. Das Risiko einer Benzylalkohol-Toxizität ist abhängig von der verabreichten Menge sowie der Detoxifizierungskapazität der Leber. Frühgeborene und untergewichtige Säuglinge sind möglicherweise einem höheren Toxizitätsrisiko ausgesetzt.

Interaktionen

Bisher sind keine Interaktionen bekannt. Caverject ist nicht für die gleichzeitige Verabreichung mit anderen Mitteln zur Behandlung der erektilen Dysfunktion vorgesehen. Vorsicht bei Patienten unter Antihypertensiva.

Schwangerschaft/Stillzeit

Nicht zutreffend.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt.

Unerwünschte Wirkungen

Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen nach der intrakavernösen Injektion von Caverject sind Penisschmerzen (37%), die in der Mehrzahl als leicht oder mässig beschrieben wurden und bei 3% der Patienten zum Therapieabbruch führten.

Häufig werden auch Hämatome und Ekchymosen an der Einstichstelle (3 bzw. 2%) beobachtet, wobei diese von der Injektions-Technik und weniger von Caverject abhängen.

In den klinischen Studien traten häufig verlängerte Erektionen (definiert als Erektion, die vier bis sechs Stunden dauert) auf (4%); die Inzidenz von Priapismen (Erektion, die länger als sechs Stunden dauert) war 0.4%. In den meisten Fällen tritt spontane Detumeszenz auf; nur bei 0.2% der Fälle waren therapeutische Massnahmen notwendig.

Haemodynamische Veränderung, manifestiert als Blutdrucksenkung und Erhöhung der Pulsrate, wurden in klinischen Studien bei Dosierungen über 20 µg beobachtet und scheinen dosisabhängig zu sein. Diese Veränderungen waren gewöhnlich klinisch nicht relevant und nur eine kleine Zahl von Patienten brach wegen symptomatischer Hypotonie die Behandlung ab.

In der nachfolgenden Auflistung sind die Häufigkeitsangaben wie folgt definiert:

Sehr häufig >1/10, häufig >1/100 und <1/10, gelegentlich >1/1000 und <1/100 und selten <1/1000.

Nervensystem

Häufig: Kopfschmerzen, Schwindel.

Gelegentlich: Hypästhesie, Vagus-Schock und Kollaps.

Augen

Gelegentlich: Mydriasis.

Herz und Gefässe

Häufig: Hypertonie.

Gelegentlich: Hypotonie, Vasodilatation, supraventrikuläre Extrasystole, periphere vaskuläre Erkrankungen.

Atmungsorgane

Häufig: Infektionen im oberen Respirationstrakt, Grippe-Syndrom, Sinusitis, nasale Kongestion, Husten.

Gastrointestinale Störungen

Gelegentlich: Übelkeit, Mundtrockenheit.

Haut

Häufig: Hämatome und Ekchymosen an der Einstichstelle.

Gelegentlich: Rash, Pruritus unabhängig vom Injektionsort.

Muskelskelettsystem

Häufig: Rückenschmerzen.

Gelegentlich: Wadenkrämpfe.

Nieren und Harnwege

Häufig: Störungen der Prostata (Prostatitis, Schmerzen, Hypertrophie, Vergrösserung).

Gelegentlich: Urethrale Blutungen, Hämaturie, Miktionsstörungen, wie verstärkter Drang und/oder erhöhte Frequenz.

Reproduktionssystem und Brust

Sehr häufig: Penisschmerzen (37%).

Häufig: Verlängerte Erektionen, Fibrose, inklusive Angulation, fibrotische Knoten und Peyronie‑Krankheit (siehe auch unter “Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen”).

Gelegentlich: Priapismen, peniler Rash, Balanitis, Phimose, schmerzhafte Erektionen, abnorme Ejakulation, testikuläre Schmerzen und Schwellungen, Skrotumerythem, Schmerzen oder Ziehen, Skrotumödem.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Häufig: Lokale Schmerzen in verschiedenen anatomischen Strukturen ausserhalb des Injektionsortes (im Gesäss, den Beinen, den Genitalien, im Abdomen), Trauma (Verletzungen, Brüche, Schürfungen, Risswunden, Verrenkungen).

Gelegentlich: Lokale Reaktionen wie Oedeme, Hämorrhagien, Infektion, Schwellung oder Jucken an der Einstichstelle, Wärmegefühl, Gefühllosigkeit, Pilzinfektionen, Irritationen, erhöhte Empfindlichkeit, Pruritus, Erytheme, venöses Leck. Schwäche im Gesäss, Beckenschmerzen, Diaphorese.

Untersuchungen

Gelegentlich: Erhöhtes Serumkreatinin.

Überdosierung

Verlängerte Erektion und/oder Priapismus können nach der Injektion von vasoaktiven Substanzen, einschliesslich Caverject, auftreten. Die Behandlung eines Priapismus kann mittels verschiedener Methoden, wie z.B. Aspiration, intrakavernöser Verabreichung von sympathomimetischen Substanzen oder chirurgischem Eingriff erfolgen. Die Patienten müssen angewiesen werden, Erektionen, die länger als 4 Stunden dauern, unverzüglich dem Arzt zu melden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: G04BE01

Wirkungsmechanismus

Alprostadil entspricht dem physiologischen Prostaglandin E1 (PGE1). Es besitzt verschiedene pharmakologische Eigenschaften; die wichtigsten sind Vasodilatation, Hemmung der Thrombozytenaggregation, Hemmung der Magensäuresekretion und Stimulation der intestinalen und uterinen glatten Muskulatur.

Es wird angenommen, dass die Wirkung von Caverject auf der Hemmung der Aktivität des alpha-adrenergen-Systems im Penisgewebe beruht und auf dem relaxierenden Effekt auf die glatte Muskulatur im Corpus cavernosum.

Pharmakodynamik

Nach der intrakavernösen Verabreichung von Caverject wird eine Erektion ausgelöst. Diese beginnt innerhalb von 10 bis 30 Minuten nach der Injektion; die Rigidität des erigierten Penis ist dosisabhängig.

Pharmakokinetik

Metabolismus/Elimination

Nach einer i.v.-Gabe wird Alprostadil mit einer Halbwertszeit von weniger als einer Minute zu inaktiveren Metaboliten umgewandelt.

Nach intrakavernöser Injektion steigen die Konzentrationen von Alprostadil im Corpus cavernosum an, fallen jedoch schnell wieder ab. Die Konzentration des primären Metaboliten 15-Keto-13,14-dihydro-PGE1 ist im Corpus cavernosum erhöht. Nach der intrakavernösen Verabreichung von Alprostadil wird im peripheren Blutkreislauf keine signifikante Erhöhung von intaktem Alprostadil oder seiner Metaboliten nachgewiesen.

Präklinische Daten

Mutagenes und kanzerogenes Potential

PGE1 wird als körpereigener Stoff hinsichtlich möglicher mutagener und kanzerogener Wirkungen als unbedenklich angesehen.

Reproduktionstoxikologie

In einer Reproduktionsstudie an der Ratte mit Dosen bis zu 0.2 mg/kg/Tag s.c. wurde die Spermatogenese durch Alprostadil nicht beeinträchtigt.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Nicht über 25 °C und ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.

Caverject darf nur bis zu dem auf der Packung mit „EXP“ bezeichneten Datum verwendet werden.

Die rekonstituierte Caverject-Lösung ist zur sofortigen Verwendung bestimmt. Die Lösung soll nicht eingefroren werden.

Hinweise für die Handhabung

Parenteral injizierte Arzneimittel sollen vor Gebrauch visuell auf Fremdkörper und Verfärbungen untersucht werden.

Anwendungsanleitung

Das sterile Pulver wird mit dem Inhalt der Solvensspritze rekonstituiert. Die gebrauchsfertige Lösung ist zur sofortigen Verwendung bestimmt.

Caverject wird unter sterilen Bedingungen intrakavernös verabreicht. Die Injektionsstelle liegt in der dorso-lateralen Achse im proximalen Drittel des Penis; die Seiten sollen alternieren und vor der Injektion desinfiziert werden; sichtbare Venen sollten vermieden werden. Es wird die Verwendung einer 27-30 Gauge-Nadel empfohlen. Der Patient soll angewiesen werden nur einmal aus der Ampulle zu entnehmen und einen allfälligen Rest zu verwerfen.

Zulassungsnummer

52510 (Swissmedic)

Zulassungsinhaberin

Pfizer AG, Zürich

Stand der Information

Februar 2014

LLD V004

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