Ringerlact Gluc Bichsel 1 % O Be Cryov Btl 250 Ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Ringer-Lactat «Bichsel» ohne Glucose

Wirkstoffe: Natriumchlorid, Kaliumchlorid, Calciumchlorid, Natriumlactat.

Hilfsstoff: Wasser für Injektionszwecke.

Ringer-Lactat «Bichsel» mit Glucose 1%, 2%, 5%

Wirkstoffe: Natriumchlorid, Kaliumchlorid, Calciumchlorid, Natriumlactat, Glucose.

Hilfsstoff: Wasser für Injektionszwecke.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Infusionslösung.

1000 ml enthalten:

ohneGlucose1%Glucose2%Glucose5%Glucose
Natriumchlorid (g/l)6666
Kaliumchlorid (g/l)0,300,300,300,30
Calciumchlorid-Dihydrat (g/l)0,220,220,220,22
Natriumlactat (g/l)3,143,143,143,14
Glucose wasserfrei (g/l)10,0020,0050,00
Wasser für Injektionszwecke q.s. ad1000 ml1000 ml1000 ml1000 ml

Elektrolyte:

Na+ (mmol/l)131,00131,00130,00130,00
K+ (mmol/l)4,004,004,004,00
Ca++ (mmol/l)1,501,501,501,50
Cl(mmol/l)110,00110,00109,00109,00
Lactat(mmol/l)28,0028,0028,0028,00
Theor. Osmolarität mosm/l276330384550

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Ringer-Lactat mit/ohne Glucose kann angewendet werden:

zur Zufuhr von Elektrolyten, Wasser;

als Flüssigkeitsersatz z.B. bei hypotoner und isotoner Dehydratation, bei Verbrennungen, Hypovolämie, Schock, Verlust von alkalisierenden Verdauungssäften bei Diarrhöe;

bei leichter metabolischer Acidose.

Zusätzlich wird Ringer-Lactat mit Glucose zur Zufuhr von leicht verwertbaren Kohlenhydraten eingesetzt.

Dosierung/Anwendung

Ringer-Lactat mit/ohne Glucose

Die Dosierung richtet sich nach dem klinischen Zustand, dem Alter und dem Gewicht des Patienten.

Ringer-Lactat mit/ohne Glucose - Infusionslösungen werden intravenös verwendet.

Erwachsene

Die empfohlene Infusionsgeschwindigkeit für Erwachsene beträgt 9 ml/min bzw. ca. 540 ml/h (30 ml/kg Körpergewicht und Tag).

Die Tageshöchstdosis von 2000 ml/Tag sollte in der klinischen Routine nicht überschritten werden.

Bei der Behandlung von Schockzuständen können signifikant höhere Menger der glucosefreien Lösung bis zu einem Maximum von 2000 ml/h verabreicht werden.

Ringer-Lactat mit Glucose

Eine Glucose-Zufuhr von 0,5 g Glucose pro kg Körpergewicht und Stunde darf nicht überschritten werden.

Maximale Tagesdosis: 4–6 g Glucose pro kg Körpergewicht.

Kinder und Jugendliche

Die Anwendung und Sicherheit von Ringer-Lactat «Bichsel» mit/ohne Glucose, Infusionslösungen bei Kindern und Jugendlichen ist bisher nicht geprüft worden.

Kontraindikationen

Ringer-Lactat mit/ohne Glucose ist kontraindiziert bei:

Hyperhydratationszuständen wie Wasserintoxikationen, Ödemen,

hypertoner Dehydratation,

Hypernatriämie, Hyperkaliämie, Hyperchlorämie,

Alkalose,

schweren Leberschäden,

schwerer Niereninsuffizienz,

dekompensierter Herzinsuffizienz,

Hyperlactatämie,

Hyperglykämie (bei Anwendung von Ringer-Lactat mit Glucose).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Eine regelmässige Überprüfung des Elektrolythaushaltes, der Wasserbilanz und des Säure-Basen-Haushaltes ist bei jeder Anwendung erforderlich.

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion kann die Anwendung von Ringer-Lactat mit/ohne Glucose zu einer übersteigerten Natriumchloridretention führen. Bei Niereninsuffizienz besteht zudem das Risiko einer Hyperkaliämie.

Natriumchlorid-haltige Lösungen sind mit besonderer Vorsicht anzuwenden bei Patienten, die mit Corticoiden behandelt werden, sowie bei Acidose.

Bei Anwendung von Ringer-Lactat mit Glucose soll die Glykämie überwacht werden, vor allem bei Patienten mit Diabetes mellitus/oder posttraumatisch.

Interaktionen

Corticosteroide und ACTH können eine Natriumretention mit kardialer Dekompensation, Hypervolämie, Ödemen und/oder Hypernatriämie begünstigen. Bei gleichzeitiger Behandlung mit kaliumsparenden Diuretika (Amilorid, Spironolacton, Triamteren) oder mit ACE-Hemmern (Enalapril, Captopril) ist infolge erhöhtem Hyperkaliämie-Risiko Vorsicht geboten.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es liegen keine klinischen Daten vor. Es liegen keine tierexperimentellen Studien vor. Bei der Anwendung in der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es liegen keine Daten vor.

Unerwünschte Wirkungen

Bei vorschriftsgemässer Anwendung von Ringer-Lactat mit/ohne Glucose und bei Beachtung der Vorsichtsmassnahmen sind keine unerwünschten Wirkungen zu erwarten (siehe auch Kapitel «Überdosierung»).

Mögliche Nebenwirkungen sind bedingt durch die periphervenöse Infusion.

Wie bei allen periphervenös infundierten Substanzen kann es zu folgenden Nebenwirkungen kommen:

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

  • lokale Hautreaktionen (Rötung, Hämatom, Entzündung, Blutung)
  • Schmerzen an der Applikationsstelle.

Überdosierung

Symptome

Je nach Infusionsvolumen und Patienten können folgende Symptome einer Überdosierung auftreten:

Ringer-Lactat mit/ohne Glucose: Hyperhydratation, Hypervolämie, kardiale Dekompensation, Hypernatriämie, Hyperkaliämie, Hyperlactatämie.

Ringer-Lactat mit Glucose: Hyperglykämie, Säure-Basen-Ungleichgewicht.

Therapeutische Massnahmen

Bei Auftreten von Symptomen der Überdosierung ist die Infusion sofort zu unterbrechen, die physiologischen Parameter des Patienten sind zu bestimmen und therapeutische Massnahmen einzuleiten:

Hyperhydratation, Hypervolämie, Hypernatriämie: For­cierte Diurese mittels eines passenden Diuretikums (z.B. Furosemid).

Hyperglykämie: Insulin-Gabe. Es besteht die Möglichkeit einer sekundären Hypoglykämie.

Hyperkaliämie: Calciumsalze und/oder Glucoseinfusionen mit oder ohne Insulin beeinflussen die Hyperkaliämie günstig.

Bei Störungen des Säure-Basen-Gleichgewichts bzw. bei Hyperlactatämie sind die Massnahmen individuell zu bestimmen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: B05BB02/B05BB01

Ringer-Lactat mit/ohne Glucose ist eine sterile und pyrogenfreie, physiologische Elektrolytlösung mit/ohne Glucose zur intravenösen Anwendung, deren Ionengehalt dem des normalen Plasmas angenähert ist. Lactat wird zu Bicarbonat abgebaut und hat durch Erhöhung der Bicarbonatkonzentration im Blut einen leicht alkalisierenden Effekt. Die Zufuhr von Glucose vermindert bei einer bestehenden Kohlenhydratmangelsituation den Stickstoffverlust und reduziert den Abbau des Leberglykogens.

Zusätzlich wird leicht verwertbare Energie zugeführt.

Pharmakokinetik

Nach intravasaler Zufuhr erfolgt die Äquilibrierung mit dem Extrazellulärraum innerhalb 20–30 Minuten. Nach einer Stunde befinden sich beim Gesunden noch 25% des Infusates im Intravasalraum, beim kritisch Kranken oder Traumatisierten beträgt dieser Anteil nur 20% oder weniger.

Lactat wird in der Leber über den oxidativen Stoffwechsel zu CO2 und Wasser metabolisiert.

Glucose wird über den Zitronensäurezyklus abgebaut und kann pro Mol Glucose bis zu 48 Mol Adenosin-Triphosphat ergeben (Brennwert: ca. 4 kcal/g, Oxidationswasser: 0,6 ml/g).

Die Elektrolyte werden über die normalen Ausscheidungswege (renal) eliminiert.

Präklinische Daten

Es liegen keine Daten vor.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Die Zugabe von Arzneimitteln zu Infusionslösungen kann zu Inkompatibilitätsreaktionen führen. Während manche Reaktionen sofort auffallen, muss jedoch auch mit subtileren physikalischen, chemischen oder pharmakologischen Unverträglichkeiten gerechnet werden.

Der Zusatz von phosphat- und/oder carbonathaltigen Lösungen zu Ringer-Lactat mit/ohne Glucose ist wegen der Ausfällung von unlöslichen Calciumsalzen zu vermeiden.

Die Zugabe von medikamentösen Zusätzen muss auf aseptischem Weg erfolgen. In jedem Fall ist darauf zu achten, dass eine vollständige Mischung des Zusatzes mit der Lösung gewährleistet ist.

Eine Lagerung solcher Lösungen muss vermieden werden.

Auf die Kompatibilität muss auch geachtet werden, wenn mehrere Infusionen durch das gleiche Infusionsbesteck wie Ringer-Lactat mit/ohne Glucose verabreicht werden.

Ringer-Lactat mit Glucose sollte nicht gleichzeitig, vor oder nach Verabreichung von Blut oder Blutkomponenten durch das gleiche Infusionsbesteck infundiert werden, da die Gefahr einer Pseudoagglutination besteht.

Haltbarkeit

Ringer-Lactat mit/ohne Glucose Infusionslösungen dürfen nur bis zu dem auf dem Behältnis aufgedruckten Verfalldatum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15–25 °C) aufbewahren, nicht einfrieren.

Für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Hinweise für die Handhabung

Nur klare Lösungen und unbeschädigte Behältnisse verwenden.

Restmengen verwerfen.

Zulassungsnummer

50460, 50461 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Grosse Apotheke Dr. G. Bichsel AG, 3800 Interlaken.

Stand der Information

April 2016.

Verwendung dieser Informationen

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