Atarax Sirup 2 Mg/ml 200 Ml

Atarax Sirup 2 Mg/ml 200 Ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Hydroxyzin-dihydrochlorid.

Hilfsstoffe:

Filmtabletten: Mikrokristalline Zellulose, Laktose-Monohydrat, hochdisperses Siliziumdioxid, Magnesiumstearat, und Opadry Y-1-7000 (Hypromellose E464, Titandioxid E 171 und Macrogol 400).

Sirup: Ethanol, Saccharose, Konservierungsmittel: Natriumbenzoat (E 211), Aromastoffe: Menthol, Haselnussaroma mit Vanillin und Ethylvanillin, Wasser.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Filmtablette enthält 25 mg Hydroxyzin-dihydrochlorid.

1 ml Sirup enthält 2 mg Hydroxyzin-dihydrochlorid resp.

12.5 ml Sirup enthalten 25 mg Hydroxyzin-dihydrochlorid.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Hydroxyzin ist indiziert bei:

  • der symptomatischen Behandlung von Angststörungen bei Erwachsenen
  • der symptomatischen Behandlung von Pruritus

Dosierung/Anwendung

Erwachsene

Hydroxyzin sollte in der geringsten wirksamen Dosis und über den kürzestmöglichen Zeitraum gegeben werden.

  • Zur symptomatischen Behandlung von Angststörungen:50 mg/Tag in 3 Einzeldosen von 12,5 – 12,5 – 25 mg; in schwereren Fällen können Dosen bis 100 mg/Tag gegeben werden.
  • Zur symptomatischen Behandlung von Pruritus:Anfangsdosis von 25 mg vor dem Schlafengehen und, falls erforderlich, dann bis zu 25 mg 3–4× täglich.

Bei Erwachsenen beträgt die Tageshöchstdosis 100 mg/Tag.

Die Dosierung sollte je nach Ansprechen des Patienten auf die Behandlung innerhalb des empfohlenen Dosierungsbereichs angepasst werden.

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten wird die Verordnung von Hydroxyzin nicht empfohlen. Ist sie jedoch erforderlich, ist es ratsam, wegen der verlängerten Wirkungsdauer mit der Hälfte der empfohlenen Dosis zu beginnen. Bei älteren Patienten beträgt die Tageshöchstdosis 50 mg/Tag (vgl. Abschnitt «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Niereninsuffizienz

Die Dosierung sollte bei Patienten mit mässig oder schwerwiegend eingeschränkter Nierenfunktion reduziert werden, da der Metabolit Cetirizin verringert ausgeschüttet wird.

Eingeschränkte Leberfunktion

Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion wird empfohlen, die Tagesdosis um 33% zu reduzieren.

Kinder und Jugendliche (Kinder ab 12 Monaten)

Zur symptomatischen Behandlung von Pruritus:

Ab 12 Monaten: 1 mg/kg/Tag bis 2 mg/kg/Tag in mehreren Einzeldosen.

Bei Kindern mit einem Körpergewicht bis 40 kg beträgt die Tageshöchstdosis 2 mg/kg/Tag. Bei Kindern mit einem Körpergewicht von über 40 kg beträgt die Tageshöchstdosis 100 mg.

Therapiedauer

Atarax sollte über den kürzestmöglichen Zeitraum, bis zum Abklingen der Symptome eingenommen werden.

Korrekte Art der Einnahme

Die Filmtabletten mit etwas Flüssigkeit und den Sirup unverdünnt oder in Fruchtsaft einnehmen.

Der Sirup enthält einen Messbecher mit 4 Graduierungen auf der einen Seite: 6,25 ml (entsprechend 12,5 mg Hydroxyzin-Dihydrochlorid), 12,5 ml (entsprechend 25 mg Hydroxyzin-Dihydrochlorid), 18,75 ml (entsprechend 37,5 mg Hydroxyzin-Dihydrochlorid) und 25 ml (entsprechend 50 mg Hydroxyzin-Dihydrochlorid).

Die andere Seite weist eine Graduierung von 2, 5, 10, 15, 20 und 25 ml auf.

Kontraindikationen

Atarax ist kontraindiziert bei:

  • bekannter Überempfindlichkeit auf Hydroxyzin-Dihydrochlorid, Cetirizin und anderen Piperazinderivaten, Aminophyllin oder Ethylendiamin oder einem Hilfsstoff gemäss Zusammensetzung
  • schwerer Leber- oder Niereninsuffizienz
  • Prostataadenom mit Restharnbildung,
  • Engwinkelglaukom,
  • An Porphyrie erkrankten Patienten,
  • Kindern unter 1 Jahr,
  • gleichzeitiger Therapie mit MAO–Hemmern (siehe «Interaktionen»),
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Patienten mit vorbestehender erworbener oder kongenitaler Verlängerung des QT-Intervalls.
  • Patienten mit vorbestehendem Risikofaktor einer Verlängerung des QT-Intervalls, einschliesslich einer vorbestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankung, einem erheblich gestörten Elektrolytgleichgewicht (Hypokaliämie, Magnesiummangel), plötzlichem Herztod in der Familienvorgeschichte, einer signifikanten Bradykardie, bei konkomitanter Gabe von Arzneimitteln, von denen bekannt ist, dass sie das QT-Intervall verlängern und/oder eine Torsade de Pointes verursachen (vgl. die Abschnitte «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Interaktionen»).

Atarax Sirup enthält Saccharose als Hilfsstoff. Patienten mit Fructoseintoleranz, Glukose-Galaktose-Malabsorption oder Sucrase-Isomaltase-Mangel (seltene Stoffwechselerkrankungen), sollten deshalb Atarax Filmtabletten anstelle des Sirups einnehmen.

Atarax Filmtabletten enthalten Laktose. Patienten mit Galaktose-Intoleranz, Lapp-Lactase Mangel oder Glukose-Galaktose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Bei Patienten mit erhöhter Anfälligkeit für Konvulsionen sollte Atarax vorsichtig angewendet werden.

Kinder und Jugendliche

Kinder sind anfälliger für die Entwicklung von unerwünschten Wirkungen in Verbindung mit dem Zentral Nervösen System (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Bei Kindern wurden häufiger von Konvulsionen berichtet als bei Erwachsenen.

Bei Kindern Dosis genau einhalten (zentrale Erregung möglich).

Ältere Patienten

Für ältere Patienten ist Hydroxyzin wegen einer verringerten Hydroxyzin-Eliminierung bei diesem Patientenkreis im Vergleich zu jüngeren Erwachsenen und des grösseren Risikos unerwünschter Reaktionen (z.B. anticholinerge Wirkungen) nicht empfohlen (vgl. die Abschnitte «Dosierung/Anwendung» und «Unerwünschte Wirkungen»).

Vorsicht ist geboten bei Patienten mit obstruktiven Atembeschwerden (z.B. Asthma), Hyperthyreoidie, Hypotonie, Leberinsuffizienz, Behinderung des Blasenausfluss, Glaukom, reduzierter Darmmotilität, Myasthenia gravis, Demenz sowie Patienten mit Krampfanfällen in der Anamnese.

Bei Patienten mit Phäochromozytom ist Vorsicht geboten, da es durch die Gabe von Antihistaminika zu einer Katecholamin-Freisetzung kommen kann.

Eingeschränkte Nieren- und Leberfunktion

Die Dosierung von Atarax sollte bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion oder mit leichter bis schwerer Niereninsuffizienz reduziert werden (siehe «Spezielle Dosierungsanweisungen»).

Bei gleichzeitiger Anwendung anderer zentral dämpfender Arzneimittel bzw. Arzneimittel mit anticholinerger Wirkung ist gegebenenfalls eine Dosisanpassung vorzunehmen.

Die gleichzeitige Einnahme von Atarax und Alkohol oder anderen sedierenden Arzneimitteln ist zu vermeiden.

Kreislaufwirkungen

Hydroxyzin wurde mit einer Verlängerung der QT-Zeit im Elektrokardiogramm in Verbindung gebracht. Im Zuge der Anwendungsbeobachtung nach Markteinführung sind Fälle von verlängerten QT-Zeiten und von Torsade de Pointes bei Patienten, die Hydroxyzin einnehmen, aufgetreten. Bei den meisten dieser Patienten bestanden weitere Risikofaktoren, Störungen des Elektrolythaushalts und Begleitbehandlungen, die darauf Einfluss gehabt haben können.

Hydroxyzin sollte in der geringsten wirksamen Dosis und über den kürzestmöglichen Zeitraum gegeben werden.

Die Behandlung mit Hydroxyzin sollte unterbrochen werden, wenn Anzeichen oder Symptome auftreten, die auf kardiale Arrhythmie hindeuten, und die Patienten sollten unverzüglich einen Arzt konsultieren.

Den Patienten ist anzuraten, kardiale Symptome sofort zu berichten.

Bei einzelnen Antihistaminika der sogenannten zweiten Generation wurden selten bei Überdosierung QT-Verlängerungen mit lebensgefährlichen und zum Teil tödlichen Rhythmusstörungen beobachtet. Das vorliegende Präparat gehört zu den Antihistaminika der ersten Generation, bei denen bis anhin keine derartigen Nebenwirkungen beobachtet worden sind. Die Sicherheit des vorliegenden Präparates wurde aber für Rhythmusstörungen nicht speziell untersucht. Bei Anwendung bei Patienten mit Prädisposition für kardiale Arrhythmie, einschliesslich gestörtem Elektrolytgleichgewicht (Kalium-. Magnesiummangel im Blut) bei vorbestehender Herzerkrankung, oder die gleichzeitig mit potentiellen Antiarrhythmika behandelt werden, ist Vorsicht geboten. Bei diesen Patienten sollte eine alternative Behandlungsmethode erwogen werden.

Bei höheren Dosen als 6,5 ml Atarax Sirup sollte der Saccharosegehalt bei Patienten mit Diabetes mellitus in Betracht gezogen werden. Atarax Sirup enthält 7,5 g Saccharose pro 10 ml Sirup (dies entspricht ca. 0,6 Broteinheiten). Saccharose kann den Zähnen schaden.

Atarax Sirup enthält kleine Mengen Alkohol (0,1 Vol% Ethanol). Die Alkoholkonzentration nach der Aufnahme von 100 ml Sirup entspricht der Einnahme von 2 ml Bier oder 1 ml Wein. Dies muss bei Personen, die an Alkoholkrankheit leiden, bei Kindern sowie bei Hochrisikogruppen wie Patienten mit Lebererkrankungen, oder bei Epilepsie in Betracht gezogen werden.

Interaktionen

Die Wirkung von Atarax wird durch Alkohol verstärkt.

Bei Anwendung gemeinsam mit anderen Arzneimitteln mit das zentral Nervensystem dämpfenden oder anticholinergen Eigenschaften ist die verstärkende Wirkung von Hydroxyzin zu berücksichtigen. Die Dosis sollte individuell angepasst werden.

Durch die gleichzeitige Einnahme von Hemmstoffen der Monoaminoxidase kann die anticholinerge Wirkung von Hydroxyzin-dihydrochlorid ebenfalls verstärkt werden. Dies kann sich z. Bsp. durch paralytischen Ileus, Harnretention oder Glaukomanfall äussern. Durch kombinierte Anwendung von Hydroxyzin-dihydrochlorid mit MAO–Hemmern kann es ausserdem zu Hypotension und einer verstärkten Depression von ZNS und Atemfunktion kommen, so dass von einer gleichzeitigen Therapie mit beiden Substanzen Abstand zu nehmen ist.

Atarax antagonisiert die Wirkung von Betahistin und Cholinergika.

Hydroxyzin-dihydrochlorid wirkt dem pressorischen Effekt von Adrenalin entgegen.

Bei gleichzeitiger Gabe von Hydroxyzin-dihydrochlorid und Phenytoin wird die Phenytoin-Wirkung in Ratten abgeschwächt.

Bei gleichzeitiger Gabe von Cimetidin (2× 600 mg täglich) wird die Plasmakonzentration von Hydroxyzin-dihydrochlorid um 36% erhöht, während der maximale Plasmaspiegel des Metaboliten Cetirizin um 20% verringert wird.

Hydroxyzin-dihydrochlorid ist ein CYP 2D6-Inhibitor und kann daher in hohen Dosen Wechselwirkungen mit CYP 2D6-Substraten (z.B. Fluoxetin) verursachen.

Bei einer Konzentration von 100 µM bewirkt Atarax keine Hemmung der beiden Isoformen der UDP-Glucuronyl Transferase, 1A1 und 1A6, in humanen Lebermicrosomen. Es hemmt die Cytochrom-Isoformen P450 2C9, 2C19 und 3A4 bei Konzentrationen über der Peak-Plasma Konzentration (IC50: 103-140 µM 46-52 µM ). Deshalb ist es unwahrscheinlich, dass Atarax den Metabolismus von Arzneimitteln beeinflusst die Substrate dieser Enzyme sind.

Bei einer Konzentration von 100 µM hat der Metabolit Cetirizine keinen hemmenden Einfluss auf humanes Lebercytochrom P450 (1A2, 2A6, 2C9, 2C19, 2D6, 2E1 und 3A4) und die Isoformen der UDP-Glucuronyl Transferase.

Da Hydroxyzin-dihydrochlorid von der Alkohol-Dehydrogenase und CYP3A4/5 metabolisiert wird, ist ein Anstieg der Hydroxyzin-dihydrochlorid Konzentrationen im Blut zu erwarten, wenn diese Substanz mit Arzneimitteln gemeinsam verabreicht wird, die als Inhibitoren dieser Enzyme bekannt sind. Wenn allerdings nur ein Metabolisierungsweg gehemmt ist, kompensiert der andere teilweise.

Die Anwendung von Hydroxyzin-dihydrochlorid mit Antihypertensiva kann zu einer verstärkten Sedierung führen.

Die gleichzeitige Verabreichung von Hydroxyzin mit Arzneimitteln, von denen bekannt ist, dass sie die QT-Zeit verlängern und/oder Torsade de Pointes auslösen, wie z.B. Antiarrhythmika der Klasse IA (z.B. Chinidin. Disopyramid) und der Klasse III (Amiodaron, Sotalol), einige Antihistamine, einige Antipsychotika (z.B. Haloperidol), einige Antidepressiva (z.B. Citalopram, Escitalopram), einige Arzneimittel zur Prophylaxe und Behandlung von Malaria (z.B. Mefloquin), einige Antibiotika (z.B. Erythromycin, Levofloxacin, Moxifloxacin), einige antimykotische Wirkstoffe (z.B. Pentamidin), einige Medikamente zur Behandlung von Gastrointestinalerkrankungen, einige Medikamente zur Krebsbehandlung (Toremifen, Vandetanib), Methadon, erhöhen das Risiko von kardialer Arrhythmie. Daher ist die Kombination kontraindiziert (vgl. Abschnitt «Kontraindikationen»).

Vorsicht ist bei Arzneimitteln geboten, die eine Bradykardie und Hypokaliämie auslösen können.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine kontrollierten klinischen Studien vor, und tierexperimentelle Studien zeigten, dass Hydroxyzin-dihydrochlorid in hohen Dosen ein teratogenes Potenzial besitzt (siehe «Präklinische Daten»).

In Neugeborenen, deren Mütter Atarax während der späten Schwangerschaft und/oder während der Geburt erhielten, wurde gleich nach der Geburt oder erst einige Stunden danach Hypotonie, Bewegungsstörungen einschliesslich extrapyramidaler Störungen, Krampfbewegungen, Dämpfung des ZNS, neonatale Hypoxie oder Urinretention beobachtet.

In einer Studie wurde bei Kindern, deren Mütter während der Schwangerschaft Hydroxyzin-dihydrochlorid erhalten hatten, im Alter von 5 Jahren eine gestörte Entwicklung des Wahrnehmungsempfindens beobachtet.

Hydroxyzin-dihydrochlorid passiert die Plazenta und führt zu höheren Konzentrationen im Foetus als in der Mutter.

Aus diesen Gründen ist Hydroxyzin-dihydrochlorid während der Schwangerschaft und des Geburtsvorgangs sowie in Anbetracht der nicht vitalen Indikationen kontraindiziert.

Stillzeit

Cetirizin. der Hauptmetabolit von Hydroxyzin-Dihydrochlorid, geht in die Muttermilch über. Obwohl keine konkreten Studien zum Übergang von Hydroxyzin-dihydrochlorid in die Muttermilch durchgeführt wurden, haben gestillte Neugeborene/Säuglinge von Müttern, die mit Hydroxyzin-dihydrochlorid behandelt wurden, schwere Nebenwirkungen gezeigt.

Aus diesem Grund ist Hydroxyzin-dihydrochlorid während der Stillzeit kontraindiziert. Das Stillen muss sofort unterbrochen werden, wenn eine Behandlung mit Hydroxyzin-dihydrochlorid erforderlich sein sollte.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zur Auswirkung auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen durchgeführt. Hydroxyzin kann Müdigkeit, Schwindel, Sedierung und Sehstörungen verursachen und dadurch, insbesondere in höheren Dosen und/oder bei gleichzeitiger Anwendung von Alkohol oder Beruhigungsmitteln, einen mässigen bis starken Einfluss auf die Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit ausüben. Patienten müssen vor dieser Möglichkeit gewarnt und darauf hingewiesen werden, dass beim Steuern eines Fahrzeugs oder beim Bedienen von Maschinen Vorsicht geboten ist.

Unerwünschte Wirkungen

Unerwünschte Wirkungen werden nach Systemorganklassen gemäss MedDRA und nach der geschätzten Häufigkeit aufgeführt.

Häufigkeitsangaben: sehr häufig (≥1/10); häufig (≥1/100 bis <1/10); gelegentlich (≥1/1'000 bis <1/100); selten (≥1/10'000 bis <1/1'000); sehr selten (<1/10'000); nicht bekannt (kann aufgrund der verfügbaren Daten nicht abgeschätzt werden).

Orale Verabreichung von Hydroxyzin: Die folgende Tabelle zeigt die unerwünschten Wirkungen bei plazebokontrollierten klinischen Studien mit Hydroxyzin, die zu mindestens 1% auftraten. 735 Personen sind mit bis zu 50 mg Hydroxyzin täglich und 630 Personen mit Plazebo behandelt worden.

Unerwünschte Ereignisse (UE)Häufigkeitsklasse(% UE)HydroxyzinHäufigkeitsklasse(% UE)Plazebo

Störungen des zentralen Nervensystems

SomnolenzSehr häufig (13,74)Häufig (2,70)
KopfschmerzenHäufig (1,63)Häufig (1,90)

Magen-Darm-Störungen

Trockener MundHäufig (1,36)Gelegentlich (0,63)

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

MüdigkeitHäufig (1,22)Gelegentlich (0,63)

Sicherheitsdaten aus Marktbeobachtung (PMS):

Zusätzlich zu den Nebenwirkungen, die während klinischer Studien berichtet wurden und oben aufgeführt sind, sind folgende Nebenwirkungen in der Zeit nach der Zulassung aufgetreten. Eine zuverlässige Schätzung der Häufigkeit ihres Auftretens bei der zu behandelnden Population ist nicht immer möglich.

Störungen des Immunsystems

Hypersensitivitätsreaktion, anaphylaktischer Schock.

Psychische Störungen

Erregungszustände, Verwirrtheit, Desorientierung, Halluzination.

Störungen des Nervensystems

Somnolenz (13,74%), Kopfschmerzen, Sedation.

Schwindel, Schlaflosigkeit, Tremor, Ataxie, Konvulsionen, Dyskinesie.

Augenleiden

Akkommodationsstörungen, verschwommenes Sehen, Erhöhung des Augeninnendrucks.

Funktionsstörungen des Herzens

Tachykardie, Verlängerung der QT-Zeit, ventrikuläre Arrhythmien (z.B. Torsade de Pointes) (vgl. Abschnitt «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Funktionsstörungen der Gefässe

Hypotonie.

Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen

Bronchospasmen.

Gastrointestinale Beschwerden

Mundtrockenheit, Übelkeit, Verstopfung, Erbrechen.

Funktionsstörungen der Leber und der Galle:

Hepatische und cholestatischer Ikterus, abnormaler Leberfunktionstest, Hepatitis.

Störungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Pruritus, erythematöser Hautausschlag, makulo-papullärer Hautausschlag, Urtikaria, Dermatitis, Stevens-Johnson Syndrom, Erythema multiforma. akute generelle Exanthema pustulosis, Angioneurotisches Ödem, Arzneimittelexanthem, erhöhte Schweissbildung.

Funktionsstörungen der Nieren und ableitenden Harnwege

Urinretention.

Allgemeine Störungen

Müdigkeit, Unbehagen, Fieber.

Die folgenden unerwünschte Wirkungen wurden mit Cetirizin, dem Hauptmetaboliten von Hydroxyzin-dihydrochlorid beobachtet und könnten eventuell auch bei Hydroxyzin-dihydrochlorid auftreten: Thrombozytopenie, Aggression, Depression, Tic, Dystonie, Parästhesie, Oculogyration, Diarrhoe, Dysurie, Enuresis, Asthenie, Ödem, Gewichtszunahme.

Überdosierung

Symptome:

Die Symptome, die nach einer Überdosierung beobachtet werden, sind hauptsächlich mit einer hohen anticholinergen Wirkung und einer depressiven oder paradoxen Stimulation des ZNS verbunden.

Anzeichen einer Überdosierung können eine starke Sedierung, Übelkeit, Erbrechen, Tachykardie, Fieber, Mydriasis, Tremor, Verwirrtheit oder Halluzination sein; gefolgt von Bewusstseinsstörungen, Atemdepression, Krampfanfällen, Hypotonie, kardialen Arrhythmien bis hin zu Koma und kardiorespiratorischem Kollaps.

Massnahmen bei Überdosierung:

Bei einer Überdosierung den Magen spülen und die üblichen Massnahmen einsetzen. Bei Atmungsstörungen kann die assistierte Beatmung notwendig sein.

Hypotonie ist mit Ersatzflüssigkeiten zu behandeln, gegebenenfalls ist Norepinephrin oder Metaraminol anzuwenden. Kein Epinephrin (Adrenalin) verwenden, da die Gabe von Adrenalin zu einem weiteren Blutdruckabfall führen kann (Adrenalinumkehr). Schwere Schockzustände können jedoch mit Noradrenalin behandelt werden.

Herzfunktion und Blutdruck sollten überwacht werden, bis der Patient über 24 Stunden symptomfrei ist. Die Atemwege, der Status der Atmung und der Blutzirkulation sollten mit einem kontinuierlichen EKG streng überwacht werden, und eine adäquate Sauerstoffversorgung sollte verfügbar sein. Patienten mit mentaler Beeinträchtigung sollten hinsichtlich gleichzeitiger Einnahme anderer Arzneimittel oder Alkohol untersucht und nötigenfalls mit Sauerstoff, Glucose, Thiamin und Naloxon versorgt werden.

Es ist zweifelhaft, ob eine Hämodialyse oder Hämoperfusion von Nutzen sind.

Ein spezifisches Antidot ist nicht bekannt. Ein Therapieversuch mit Physostigmin kann unternommen werden, wenn supraventrikuläre Tachyarrhythmie und Krampfanfälle mit anderen Mitteln nicht zu beherrschen sind. Physostigmin sollte nicht gegeben werden, um den Patienten lediglich wach zu halten. Falls zyklische Antidepressiva gleichzeitig eingenommen wurden, kann die Physostigmin-Gabe Krampfanfälle und nicht behandelbaren Herzstillstand herbeiführen. Bei Patienten mit intrakardialen Reizleitungsstörungen sollte die Physostigmin-Gabe vermieden werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N05BB01

Wirkungsmechanismus

Hydroxyzin-dihydrochlorid ist kein kortikaler Inhibitor. Vielmehr hemmt es die Aktivität gewisser Schlüsselregionen im subkortikalen Bereich des zentralen Nervensystems.

Pharmakodynamik

Hydroxyzin-dihydrochlorid ist ein Piperazinderivat mit blockierender Wirkung am H1-Histaminrezeptor; es vermindert dadurch die Wirkung des Histamins an diesem Rezeptortyp.

Atarax zeichnet sich durch verschiedene pharmakologische Effekte aus: Neben seinen sedierenden und gewissen anxiolytischen Eigenschaften zeigt Atarax antihistaminische, anticholinerge, antiemetische, spasmolytische, analgetische und blutdrucksenkende Eigenschaften. In therapeutischen Dosen erhöht Hydroxyzin-dihydrochlorid nicht die gastrale Säuresekretion.

Pharmakokinetik

Absorption

Erwachsene Patienten im Alter von 29 ± 9 Jahren mit atopischer Dermatitis wiesen nach einer oralen Gabe von 0.7 mg/kg Körpergewicht nach 120 Min. (tmax) eine maximale Plasmakonzentration (Cmax) von 72.5 ± 11 ng/ml auf, die Halbwertszeit (t½β ) betrug 13 ± 4 Stunden.

Kinder im Alter von 6.1 ± 4.7 Jahren mit atopischer Dermatitis wiesen nach einer oralen Gabe von 0.7 mg/kg/Körpergewicht nach ca. 120 Minuten (tmax) eine maximale Plasmakonzentration (Cmax) von 47 ± 17 ng/ml auf, die Halbwertszeit (t½β ) lag bei 7 Stunden.

Der Wirkungseintritt erfolgt bereits 15-30 Min. nach der Einnahme. Die absolute Bioverfügbarkeit ist nicht bekannt.

Distribution

Das Verteilungsvolumen lag bei Kindern mit atopischer Dermatitis bei 18.5 ± 8.6 l/kg. Hydroxyzin-dihydrochlorid passiert die Plazenta. In Versuchen an der Ratte wurde festgestellt, dass Hydroxyzin-dihydrochlorid in die Muttermilch sezerniert wird.

Metabolismus

Hydroxyzin-dihydrochlorid wird vollständig metabolisiert, wobei 5 Metaboliten entstehen, vorwiegend Glukuronide. Der Hauptmetabolit ist Cetirizin (45% der Dosis), welcher periphere H1–Antagonistaktivität hat. Hydroxyzin-dihydrochlorid wird hauptsächlich in der Leber metabolisiert.

Elimination

Hydroxyzin-dihydrochlorid wird hauptsächlich (ca. 70%) biliär und nur in geringem Masse renal ausgeschieden. Im Urin werden praktisch nur Metaboliten gefunden. Ca. 75-80% der Dosis werden in Urin und Fäzes gefunden. Die Halbwertszeit von Hydroxyzin-dihydrochlorid bei Erwachsenen beträgt etwa 14 Stunden (Bereich: 7-20 Stunden). Nur 0.8% der verabreichten Dosis werden unverändert mit dem Urin ausgeschieden. Der Hauptmetabolit Cetirizin wird vorwiegend unverändert mit dem Urin ausgeschieden (25% einer oral verabeichten Dosis).

Die Plasma-Clearance betrug bei den erwachsenen Patienten mit atopischer Dermatitis 9.78 ± 3.25 ml/Min./kg und bei Kindern mit diesem Krankheitsbild 32.08 ± 11.05 ml/Min./kg.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Ältere Patienten

Die Pharmakokinetik von Hydroxyzin-dihydrochlorid wurde an 9 gesunden älteren Patienten (69.5 ±3.7) nach einer oralen Gabe von 0.7 mg/kg/Körpergewicht untersucht. Die Eliminationshalbwertszeit von Hydroxyzin-dihydrochlorid war auf 29 Stunden verlängert und das Verteilungsvolumen war auf 22.5 l/kg erhöht. Es wird empfohlen, die tägliche Dosis von Atarax bei älteren Patienten zu reduzieren.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion nach sekundärer bis primärer Leberzirrhose betrug die totale Clearance ca. 66% von gesunden Probanden. Die Halbwertszeit war auf 37 Std. erhöht und die Serumkonzentrationen des Metaboliten Cetirizin waren höher als bei jungen Patienten mit einer normalen Leberfunktion. Es wird empfohlen, die tägliche Dosis von Atarax bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion zu reduzieren.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Die Pharmakokinetik von Hydroxyzin-dihydrochlorid wurde bei 8 Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance: 24 ± 7 ml/min.) untersucht. Die AUC von Hydroxyzin-dihydrochlorid wies keine relevante Veränderung auf, jedoch war die AUC des Metaboliten Cetirizin erhöht. Dieser Metabolit wird durch Hämodialyse nicht wirkungsvoll eliminiert. Um eine grössere Cetirizin-Akkumulation nach mehrmaliger Verabreichung von Atarax zu verhindern, sollte die tägliche Dosis bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion reduziert werden.

Präklinische Daten

Untersuchungen zur Reproduktionstoxizität haben bei zwei Spezies (Ratte, Hund) teratogene Effekte hoher Dosen (50 mg/kg/Tag) gezeigt. Bisherige Erfahrungen am Menschen (ca. 150 Mutter-Kind-Paare) haben keine vergleichbaren Schädigungen ergeben.

Bei Ratten wurde mit Dosen bis zu 50 mg/kg/Tag keine Beeinträchtigung der Fertilität beobachtet. Im Ames-Test zeigte Hydroxyzin-dihydrochlorid keine mutagene Aktivität. Das zytotoxische Potential von Hydroxyzin-dihydrochlorid wird als schwach betrachtet. Es konnte kein karzinogener Effekt nachgewiesen werden.

Sonstige Hinweise

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Bei der Durchführung eines Allergie-Hauttests oder eines Methacholin-Tests sollte Atarax mindestens 5 Tage vorher abgesetzt werden um die Beeinflussung der Testresultate zu vermeiden.

Haltbarkeit

Atarax darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Zulassungsnummer

21871, 27096 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

UCB-Pharma AG, Bulle.

Stand der Information

Januar 2016.

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