Androcur Depot Inj Loes 300 Mg/3ml I.m. 3 Amp 3 Ml

Androcur Depot Inj Loes 300 Mg/3ml I.m. 3 Amp 3 Ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Cyproteroni acetas (CPA).

Hilfsstoffe: Benzylis benzoas, Ricini oleum.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Ölige Lösung zur intramuskulären Injektion.

1 ml enthält 100 mg Cyproteronacetat.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Triebdämpfung bei Sexualdeviationen des Mannes; inoperables Prostatakarzinom.

Dosierung/Anwendung

Wie alle öligen Lösungen muss Androcur Depot streng intramuskulär und sehr langsam injiziert werden. Die intravasale Injektion ist unbedingt zu vermeiden. Die seltenen Fälle während oder unmittelbar nach der Injektion öliger Lösungen auftretenden Reaktionen lassen sich erfahrungsgemäss durch betont langsames Injizieren vermeiden (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Triebdämpfung bei Sexualdeviationen des Mannes

Im Allgemeinen wird alle 10–14 Tage 1 Ampulle tief intramuskulär injiziert. Ist in Ausnahmefällen die Wirkung ungenügend, können alle 10–14 Tage 2 Ampullen gegeben werden, und zwar am besten je 1 Ampulle in den rechten und linken Glutäus. Hat sich ein befriedigender Behandlungserfolg eingestellt, sollte der Versuch einer Dosisreduktion gemacht werden, indem man die Injektionsintervalle allmählich vergrössert.

Um den Therapieeffekt zu stabilisieren, ist es erforderlich, Androcur Depot über längere Zeit zu geben, wenn möglich unter gleichzeitiger Anwendung psychotherapeutischer Massnahmen.

lnoperables Prostatakarzinom

Wöchentlich 1 Ampulle tief intramuskulär.

Wenn es zur Besserung oder Remission gekommen ist, soll weder die Therapie abgesetzt noch die Dosis reduziert werden.

Spezielle Dosierungsempfehlungen

Kinder/Jugendliche: Androcur wurde bei Kindern und Jugendlichen nicht untersucht. Bei Kindern vor der Pubertät besteht keine Indikation, bei Jugendlichen unter 18 Jahren wird eine Anwendung nicht empfohlen.

Ältere Patienten: Eine Dosisanpassung in Abhängigkeit vom Alter ist nicht erforderlich.

Kontraindikationen

Triebdämpfung bei Sexualdeviationen

Lebererkrankungen.

Dubin-Johnson-Syndrom, Rotor-Syndrom.

Vorausgegangene oder bestehende Lebertumore.

Vorausgegangenes oder bestehendes Meningeom.

Konsumierende Krankheiten.

Vorausgegangene oder bestehende thromboembolische Ereignisse.

Schwere chronische Depression.

Schwerer Diabetes mit Gefässveränderungen.

Sichelzellanämie.

Überempfindlichkeit gegenüber einem der Bestandteile von Androcur.

Antiandrogen-Behandlung des inoperablen Prostatakarzinoms

Lebererkrankungen.

Dubin-Johnson-Syndrom, Rotor-Syndrom.

Vorausgegangene oder bestehende Lebertumore (nur bei nicht durch das Prostatakarzinom bedingten Metastasen).

Vorausgegangenes oder bestehendes Meningeom.

Konsumierende Krankheiten (mit Ausnahme des inoperablen Prostatakarzinoms).

Schwere chronische Depression.

Thromboembolie.

Überempfindlichkeit gegenüber einem der Bestandteile von Androcur.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Bei Patienten mit inoperablem Prostatakarzinom, thromboembolischen Ereignissen in der Anamnese oder Patienten, die an Sichelzellanämie oder schwerem Diabetes mit Gefässveränderungen leiden, ist vor der Verordnung von Androcur in jedem Einzelfall eine sorgfältige Risiko-Nutzen-Bewertung durchzuführen.

Während der Behandlung sind die Funktion der Leber, der Nebennierenrinde sowie die Erythrozytenzahl regelmässig zu überwachen, bei Diabetikern auch besonders sorgfältig der Kohlenhydratstoffwechsel.

Vor Abschluss der Pubertät soll Androcur Depot nicht gegeben werden, weil ein ungünstiger Einfluss auf das Längenwachstum und die noch nicht stabilisierten endokrinen Funktionskreise nicht auszuschliessen ist.

Hepatotoxische Wirkungen von CPA

Unter Behandlung mit Androcur wurde über hepatotoxische Effekte wie Ikterus, Hepatitis oder Leberinsuffizienz berichtet, bei Dosierungen von 100 mg/Tag oder höher wurde auch über Fälle mit letalem Ausgang. Die Mehrzahl dieser fatalen Fälle trat bei Männern mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom auf. Diese toxischen Wirkungen sind dosisabhängig, und sie treten üblicherweise mehrere Monate nach Beginn der Behandlung auf. Deshalb sollten vor und während der Behandlung beim Auftreten von Anzeichen hepatotoxischer Wirkungen Leberfunktionsprüfungen durchgeführt werden. Lässt sich die Hepatotoxizität bestätigen, ist das Präparat abzusetzen. Ausnahme hiervon sind Patienten mit Prostatakarzinom, bei welchen die Hepatotoxizität auf andere Ursachen wie z.B. Tumormetastasen zurückgeführt werden kann. Auch in solchen Fällen soll die Behandlung mit dem Präparat jedoch nur fortgesetzt werden, wenn der erwartete klinische Nutzen das Risiko übersteigt.

In Einzelfällen wurde, wie auch bei anderen Sexualsteroiden, über gutartige und bösartige Lebertumoren berichtet. Lebertumore können vereinzelt zu lebensgefährlichen Blutungen in die Bauchhöhle führen. Wenn starke Oberbauchbeschwerden, eine Lebervergrösserung oder Anzeichen einer intraabdominalen Blutung auftreten, sollte ein Lebertumor in die differentialdiagnostischen Überlegungen einbezogen und gegebenenfalls das Präparat abgesetzt und eine geeignete Therapie eingeleitet werden.

Meningeom

In Verbindung mit einer Langzeitanwendung (Jahre) von Cyproteronacetat in Dosen von 25 mg/Tag oder höher (meist über mehrere Jahre) wurde über das Auftreten von Meningeomen berichtet. Bei einem Teil der Fälle handelte es sich um multiple Meningeome, ohne dass bei diesen Patienten andere Hinweise für eine Neurofibromatose vorlagen. Wenn bei einem Patienten unter der Behandlung mit Androcur ein Meningeom diagnostiziert wird, muss die Behandlung mit Androcur abgebrochen werden.

Während oder unmittelbar nach der Injektion öliger Lösungen kann es als Folge pulmonaler Mikroembolien zum Auftreten von Reaktionen wie Husten, Dyspnoe oder Thoraxschmerz kommen. Darüber hinaus können weitere Symptome einschliesslich vasovagaler Reaktionen auftreten, wie z.B. Unwohlsein, Hyperhidrose, Schwindel, Parästhesien oder Synkopen. Diese Reaktionen sind üblicherweise reversibel, schwerere Überempfindlichkeitsreaktionen sind selten. Die Behandlung ist für gewöhnlich supportiv (z.B. Sauerstoffgabe).

Über das Auftreten thromboembolischer Ereignisse bei Patienten unter Androcur liegen Berichte vor, aber ein Kausalzusammenhang wurde bisher nicht mit Sicherheit bewiesen. Bei Patienten mit vorausgegangenen arteriellen oder venösen thrombotischen/thromboembolischen Ereignissen (z.B. tiefe Venenthrombose, Lungenembolie, Herzinfarkt), mit zerebrovaskulären Ereignissen in der Anamnese oder mit fortgeschrittenen malignen Erkrankungen besteht ein erhöhtes Risiko für weitere thromboembolische Ereignisse, vgl. auch «Kontraindikationen».

Bei gleichzeitigem Genuss von Alkohol ist wegen seines enthemmenden Einflusses eine Verminderung der triebdämpfenden Wirkung möglich.

Vereinzelt kann es unter hochdosierter Androcur Depot-Gabe zum Gefühl der Kurzatmigkeit kommen. Differentialdiagnostisch muss in solchen Fällen an den für Progesteron und synthetische Gestagene bekannten stimulierenden Effekt auf die Atmung gedacht werden, der mit Hypokapnie und kompensierter respiratorischer Alkalose einhergeht und nicht als behandlungsbedürftig gilt.

Unter Behandlung mit Androcur kommt es zu einer Dämpfung des Sexualtriebs und verminderter Potenz ebenso wie einer Hemmung der Gonadenfunktion. Diese Veränderungen sind nach Absetzen der Behandlung reversibel.

Nach mehrwöchiger Anwendung führt Androcur aufgrund seiner antiandrogenen und antigonadotropen Wirkung zu einer Hemmung der Spermatogenese. Innerhalb weniger Monate nach Absetzen der Behandlung kommt es zu einer allmählichen Erholung der Spermatogenese. Für eine Schädigung der Spermatozoen durch Cyproteronacetat ergab sich im Tierversuch kein Anhalt, entsprechende Daten beim Menschen liegen nicht vor. Um einen Ausgangsbefund zu haben, wird empfohlen, bei Männern, für welche eine spätere Fertilität von Bedeutung sein könnte, vor Behandlungsbeginn ein Spermatogramm anzufertigen.

Androcur kann zu Gynäkomastie führen (manchmal zusammen mit einer Berührungsempfindlichkeit der Brustwarzen), die sich nach Absetzen des Präparats gewöhnlich zurückbildet.

Wie bei anderen antiandrogenen Behandlungen kann der langfristige Androgenentzug durch Androcur zu Osteoporose führen.

Interaktionen

Obwohl keine klinischen Studien zu Interaktionen durchgeführt wurden, ist zu erwarten, dass Ketoconazol, Itraconazol, Clotrimazol, Ritonavir und andere starke CYP3A4-Hemmer den Metabolismus von Cyproteronacetat hemmen, da dieses Arzneimittel durch CYP3A4 metabolisiert wird. Andererseits können CYP3A4-Induktoren wie Rifampicin, Phenytoin und Produkte, die Johanniskraut enthalten, den Cyproteronacetat-Spiegel senken.

In vitro Inhibitionsuntersuchungen belegen eine potenzielle Hemmung der Zytochrom-P450-Enzyme CYP2C8, 2C9, 2C19, 3A4 und 2D6 bei hohen therapeutischen Dosen von 100 mg Cyproteronacetat dreimal pro Tag.

Der Bedarf an oralen Antidiabetika oder Insulin kann sich durch Verschlechterung der Glukosetoleranz ändern.

Bei gleichzeitiger Verabreichung von hochdosiertem Cyproteronacetat mit HMG-CoA-Reduktasehemmern (Statinen), welche hauptsächlich durch CYP3A4 metabolisiert werden (wie z.B. Atorvastatin, Simvastatin), kann das Risiko einer Myopathie oder Rhabdomyolyse erhöht sein.

Schwangerschaft/Stillzeit

Androcur Depot ist nur für die Behandlung männlicher Patienten vorgesehen.

Androcur Depot ist bei Frauen nicht indiziert. An Frauen wurden keine klinischen Studien mit diesem Arzneimittel durchgeführt. Cyproteronacetat darf bei schwangeren und stillenden Frauen auf keinen Fall verabreicht werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Patienten, deren Tätigkeit erhöhte Konzentration erfordert (z.B. Teilnahme am Strassenverkehr, Bedienen von Maschinen), müssen berücksichtigen, dass Androcur Depot zu Müdigkeit und Antriebsminderung führen sowie das Konzentrationsvermögen beeinträchtigen kann.

Unerwünschte Wirkungen

Nachfolgend sind die unerwünschten Wirkungen nach Organsystem und Häufigkeiten angegeben. Die Häufigkeitskategorien sind dabei wie folgt definiert:

Sehr häufig: ≥10%; häufig: ≥1–10%; gelegentlich: ≥0,1–1%; selten: ≥0,01–0,1%; sehr selten: <0,01%; nicht bekannt: basierend auf Spontanmeldungen aus der Marktüberwachung, genaue Inzidenz kann nicht angegeben werden.

Neoplasmen

Häufigkeit nicht bekannt: Meningeom (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Blut und Lymphe

Häufigkeit nicht bekannt: Anämie.

Immunsystem

Selten: Überempfindlichkeitsreaktionen.

Stoffwechsel und Ernährung

Häufig: Gewichtszunahme oder Gewichtsabnahme.

Psychiatrische Störungen

Sehr häufig: verminderte Libido.

Häufig: Antriebsminderung, zeitweise Unruhe.

Gefässe

Selten: thromboembolische Ereignisse.

Häufigkeit nicht bekannt: vasovagale Reaktionen, pulmonale Mikroembolien (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Respirationstrakt

Gelegentlich: Hypokapnie.

Leber, Galle

Häufig: Ikterus, Hepatitis, Leberinsuffizienz.

Sehr selten: gut- und bösartige Lebertumore.

Haut

Gelegentlich: Hautausschläge.

Muskelskelettsystem

Sehr selten: Osteoporose.

Reproduktionssystem und Brust

Sehr häufig: reversible Hemmung der Spermatogenese, erektile Dysfunktion

Häufig: Gynäkomastie.

Allgemeine Störungen

Häufig: Müdigkeit, Hitzewallungen und Schweissausbrüche.

Überdosierung

Studien zur akuten Toxizität nach Einzeldosen haben ergeben, dass Cyproteronacetat als wenig toxisch einzustufen ist. Eine akute Intoxikation nach einmaliger Applikation eines Vielfachen der therapeutischen Dosis (z.B. nach absichtlicher oder versehentlicher p.o. Aufnahme grösserer Mengen des Packungsinhaltes) ist kaum zu erwarten.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: G03HA01

Wirkungsmechanismus

Androcur ist ein antiandrogenes Hormonpräparat.

Cyproteronacetat hat eine zentrale Hemmwirkung. Die antigonadotrope Wirkung führt zu einer Reduktion der Testosteronsynthese in den Hoden und somit zu einer Verminderung der Serumkonzentration von Testosteron.

Unter höheren Dosen Cyproteronacetat wurde gelegentlich eine Tendenz zu leicht erhöhten Prolaktinspiegeln beobachtet.

Unter Androcur sind Sexualtrieb und Potenz vermindert und die Gonadenfunktion gehemmt. Diese Veränderungen sind nach Absetzen der Behandlung reversibel. Cyproteronacetat hemmt kompetitiv die Wirkung von Androgenen an androgenabhängigen Zielorganen, d.h. es schützt die Prostata vor Androgenen aus Gonaden und/oder Nebennierenrinde.

Pharmakokinetik

Absorption

Nach der intramuskulären Injektion in Form einer öligen Lösung wird Cyproteronacetat langsam und vollständig aus dem Depot freigegeben. Der maximale Plasmaspiegel wird nach 2–3 Tagen erreicht danach fällt die Cyproteronacetat-Konzentration mit einer Halbwertszeit von ca. 4 ± 1 Tagen ab. Es besteht jedoch kein direkter zeitlicher Zusammenhang zwischen Plasmaspiegel und therapeutischer Wirkung.

Distribution

Cyproteronacetat ist nahezu ausschliesslich an Plasmaalbumin gebunden. Der freie Anteil beträgt etwa 3,5–4%. Da die Proteinbindung unspezifisch ist, haben Änderungen der Spiegel des Sexualhormon-bindenden Globulins (SHBG) keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von CPA.

Aufgrund der langen Halbwertszeit in der terminalen Verteilungsphase aus dem Plasma und aufgrund des Dosierungsintervalls von 7 Tagen, kann eine Akkumulierung von CPA im Plasma nach wiederholter Anwendung erwartet werden.

Bei wiederholter intramuskulärer Injektion im Abstand von 7 Tagen ist nach etwa 5 Wochen ein Gleichgewicht zwischen der Freigabe des Wirkstoffs aus dem Depot und der Elimination des Cyproteronacetats durch Biotransformation und Ausscheidung zu erwarten.

Metabolismus

Cyproteronacetat wird auf unterschiedliche Weise, einschliesslich Hydroxylierung und Konjugation metabolisiert, wobei als quantitativ wichtigster Metabolit das 15β-Hydroxycyproteronacetat identifiziert wurde. Dieser Metabolit ist antiandrogen und gestagen wirksam (etwa 100% bzw. 10% der Aktivität der Muttersubstanz). Der Phase-1-Metabolismus von Cyproteronacetat wird hauptsächlich durch das Zytochrom-P450-Enzym CYP3A4 katalysiert.

Elimination

Die Cyproteronacetat Serumspiegel fallen nach intramuskulärer Injektion von Androcur Depot mit einer Halbwertszeit von etwa 4 Tagen ab. Der Hauptmetabolit 15β-Hydroxycyproteronacetat wird aus dem Plasma mit einer ähnlichen Halbwertszeit eliminiert. Ein geringer Anteil der verabreichten Dosis wird unverändert mit der Galle ausgeschieden. Der weitaus grösste Anteil wird in Form von freien oder konjugierten Metaboliten über Harn (ca. 35%) und Stuhl (ca. 65%) eliminiert.

Die scheinbare Clearance von Cyproteronacetat aus dem Plasma beträgt nach intramuskulärer Gabe von Androcur Depot 2,8 ± 1,4 ml/min/kg.

Wegen der hohen Lipophilie von Cyproteronacetat könnte die Eliminationshalbwertszeit bei adipösen Patienten verlängert sein.

Präklinische Daten

Systemische Toxizität

Basierend auf konventionellen Studien zur chronischen Toxizität lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.

Experimentelle Untersuchungen führten nach höheren Dosen bei Ratten und Hunden zu kortikoidähnlichen Wirkungen auf die Nebennieren, was auf ähnliche Wirkungen beim Menschen bei der höchsten verabreichten Dosis (300 mg/Tag) hinweisen könnte.

Fertilität

Die vorübergehende Fertilitätshemmung bei männlichen Ratten durch tägliche orale Behandlung mit Cyproteronacetat ergab keinen Hinweis darauf, dass nach Behandlung mit Androcur Depot Spermatozoen in einer Weise geschädigt wurden, die zu Fehlentwicklungen oder Fertilitätsstörungen bei den Nachkommen führen könnten.

Genotoxizität und Karzinogenität

Anerkannte Prüfmethoden der Genotoxizität von CPA ergaben negative Ergebnisse. In weitergehenden Prüfungen konnte jedoch nachgewiesen werden, dass CPA in Hepatozyten von Ratten und Affen sowie in frisch isolierten humanen Hepatozyten zur Adduktbildung mit DNS (und zu einem Ansteigen der DNS-Reparaturrate) führt.

Eine DNS-Adduktbildung in Leberzellen von Hunden war extrem niedrig.

Diese DNS-Adduktbildung trat bei systemischen Expositionen auf, die Dosierungen entsprechen, wie sie für CPA in der Klinik empfohlen werden. In vivo wurde als Folge der Behandlung mit Cyproteronacetat eine erhöhte Inzidenz fokaler, potenziell präneoplastischer Leberläsionen mit veränderten zellulären Enzymen bei weiblichen Ratten festgestellt und ausserdem eine erhöhte Mutationshäufigkeit bei transgenen Ratten mit einem bakteriellen Gen als Mutationsmarker.

Die klinische Erfahrung und gut gemachte epidemiologische Studien sprechen bisher nicht für eine Erhöhung der Inzidenz hepatischer Tumoren beim Menschen.

Untersuchungen zur Karzinogenität von Cyproteronacetat an Nagetieren ergaben keine Hinweise auf ein spezifisches tumorigenes Potenzial. Dennoch ist zu bedenken, dass Sexualsteroide das Wachstum bestimmter hormonabhängiger Gewebe und Tumoren fördern können.

Sonstige Hinweise

Da keine entsprechenden Studien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Arzneimittel sind sorgfältig aufzubewahren und vor Kindern zu sichern.

Besondere Lagerungshinweise

Nicht über 30 °C lagern.

Zulassungsnummer

40881 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Bayer (Schweiz) AG, 8045 Zürich.

Stand der Information

August 2011.

Verwendung dieser Informationen

Die Informationen auf dieser Seite sind für Fachpersonal gedacht. Bei Fragen lassen Sie sich von einer Fachperson (z.B. Arzt oder Apotheker) beraten.