Calobalin Sandoz Kapseln 60mg 126 Stück

Calobalin Sandoz Kapseln 60mg 126 Stück

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Orlistat.

Hilfsstoffe: Color.: E 132; excip. pro caps.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Kapseln zu 60 mg.

Hartkapsel: Türkisfarbene Kappe und türkisfarbener Boden.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Calobalin Sandoz ist in Verbindung mit einer leicht hypokalorischen fett-reduzierten Ernährungsweise zur Behandlung von übergewichtigen Erwachsenen mit einem Körpermassenindex (body mass index – BMI) von ≥28 kg/m² indiziert.

Dosierung/Anwendung

Erwachsene (18 und älter)

Die empfohlene Dosis von Calobalin Sandoz ist eine Kapsel zu 60 mg zu jeder Hauptmahlzeit (unmittelbar vor, während oder bis zu einer Stunde nach dem Essen). Falls eine Mahlzeit nicht eingenommen wird oder kein Fett enthält, sollte auf die jeweilige Einnahme verzichtet werden.

Es sollten nicht mehr als drei Kapseln zu 60 mg pro 24 Stunden eingenommen werden.

Die Behandlung mit Orlistat kann die Absorption von fettlöslichen Vitaminen (A, D, E und K) beeinträchtigen (siehe Kapitel «Interaktionen»). Aus diesem Grund sollte vor dem Schlafen gehen ein Multivitaminpräparat zur Vitaminsub­stitution (A, D, E, K) eingenommen werden.

Die Behandlung soll nicht länger als 6 Monate andauern.

Die stärkste Gewichtsabnahme findet in den ersten 6 Monaten der Behandlung statt. In dieser Zeit sollte der Fortschritt gegenüber den festgelegten Vorgaben der Gewichtsabnahme mit einem Arzt oder Apotheker besprochen werden.

Falls Patienten nach 12 Wochen Behandlung mit Calobalin Sandoz keine Gewichtsabnahme erreicht haben, sollte ein Arzt bzw. eine Ärztin oder ein Apotheker bzw. eine Apothekerin aufgesucht werden. Möglicherweise müssen sie die Einnahme von Calobalin Sandoz beenden.

Diät und körperliche Betätigung sind wichtige Bestandteile eines Programms zur Gewichtsabnahme. Es wird empfohlen, vor Beginn der Behandlung mit Calobalin Sandoz eine Diät und ein Bewegungsprogramm aufzunehmen.

Das Diät- und Trainingsprogramm sollte nach Absetzen der Behandlung mit Calobalin Sandoz weitergeführt werden.

Während der Einnahme von Calobalin Sandoz sollte der Patient eine ernährungsphysiologische ausgewogene, leicht hypokalorische Kost zu sich nehmen, deren Kalorienanteil ca. aus 30% Fett (z.B. bei einer Diät mit 2’000 kcal/Tag entspricht dies etwa <67 g Fett) bestehen sollte, einhalten. Die Nahrung sollte reichlich Früchte und Gemüse enthalten. Die tägliche Aufnahme von Fett, Kohlenhydraten und Eiweiss sollte auf drei Hauptmahlzeiten verteilt werden.

Die Wirkung von Orlistat führt 24–48 Stunden nach der Einnahme zu einer Zunahme der fäkalen Fettausscheidung. Nach Unterbrechung der Therapie kehrt die fäkale Fettausscheidung üblicherweise innerhalb von 48–72 Stunden auf die vor Behandlungsbeginn bestehenden Werte zurück.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Calobalin Sandoz darf nicht von Kindern oder Jugendlichen unter 18 Jahren angewendet werden, da nicht genügend Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit vorliegen.

Die Verträglichkeit und Wirksamkeit von Calobalin Sandoz, bei älteren Patienten und bei Patienten mit Leber- und/oder Nierenfunktionsstörungen wurde nicht untersucht.

Kontraindikationen

Calobalin Sandoz ist kontraindiziert:

bei Patienten mit chronischem Malabsorptionssyndrom,

bei Patienten mit Cholestase,

bei Patienten, die gleichzeitig mit Cyclosporin behandelt werden (siehe Kapitel «Interaktionen»),

bei Patienten, die schwanger sind,

während der Stillzeit und

bei Patienten mit Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss «Zusammensetzung».

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Die Patienten sollten über die Möglichkeit des Auftretens gastrointestinaler Nebenwirkungen informiert werden sowie darüber, wie man diese am besten beherrscht, wie z.B. durch Beachtung der Nahrungszusammensetzung, insbesondere des prozentualen Fettanteils. Die Aufnahme von fettarmer Nahrung senkt die Wahrscheinlichkeit gastro-intestinaler Nebenwirkungen. Dies kann die Patienten dabei unterstützen, die Fettaufnahme zu beobachten und zu regulieren.

Den Patienten sollte empfohlen werden, sich an die Ernährungsempfehlungen zu halten (siehe Kapitel «Dosierung/Anwendung»). Die Einnahme von Orlistat mit einer fettreichen Mahlzeit kann die Wahrscheinlichkeit von gastrointestinalen Nebenwirkungen erhöhen (siehe Kapitel «Unerwünschte Wirkungen»). Die tägliche Aufnahme von Fett sollte auf 3 Hauptmahlzeiten verteilt werden.

Die Behandlung mit Orlistat kann potentiell die Resorption von fettlöslichen Vitaminen (A, D, E, K) beeinträchtigen. Aus diesem Grund sollte vor dem Schlafen gehen ein ergänzendes Multivitaminpräparat eingenommen werden.

Aufgrund der Verbesserung der glykämischen Kontrolle muss unter Umständen die Dosis der oralen Antidiabetika oder des Insulins angepasst werden.

In klinischen Studien war die Gewichtsabnahme mit einer Orlistat-Behandlung bei Patienten mit einem Typ-2-Diabetes geringer als bei Nicht-Diabetikern. Die Behandlung mit Antidiabetika sollte bei Einnahme von Orlistat engmaschig überwacht werden.

Patienten, die ein Antidiabetikum nehmen müssen, sollten vor Beginn der Therapie mit Calobalin Sandoz einen Arzt oder Apotheker konsultieren, da die Dosierung von Antidiabetika gegebenenfalls anzupassen ist.

Bei der gleichzeitigen Gabe von Orlistat und Cyclosporin A wurde eine Reduktion des Cyclosporin A-Plasmaspiegels beobachtet. Die gleichzeitige Anwendung von Calobalin Sandoz und Cyclosporin ist kontraindiziert (siehe Kapitel «Kontraindikationen»).

Patienten, die Antikoagulanzien wie Phenprocoumon und Acenocoumarol einnehmen, sollten vor Beginn einer Therapie mit Calobalin Sandoz einen Arzt bzw. eine Ärztin oder einen Apotheker bzw. eine Apothekerin konsultieren (siehe Kapitel «Interaktionen»), weil die Dosierung des Antikoagulanz gegebenenfalls angepasst werden muss (siehe Kapitel «Interaktionen»).

Patienten, die Amiodaron einnehmen, sollten vor Beginn einer Therapie mit Calobalin Sandoz einen Arzt oder Apotheker konsultieren (siehe Kapitel «Interaktionen»).

Patienten mit einer Nierenerkrankung sollten vor Beginn einer Therapie mit Calobalin Sandoz einen Arzt bzw. Ärztin befragen, da die Einnahme von Orlistat in seltenen Fällen mit Hyperoxalurie und Oxalat-Nephropathie verbunden sein kann.

Patienten, die Symptome wie gelbliche Verfärbungen der Augen oder Haut, Juckreiz, dunkler Urin und Appetitlosigkeit entwickeln, sollten die Einnahme von Calobalin Sandoz beenden und einen Arzt bzw. eine Ärztin konsultieren. Es wurden in seltenen Fällen von Hepatitis im Zusammenhang mit der Einnahme von Orlistat berichtet.

Interaktionen

Da keine pharmakokinetischen und pharmakodynamischen Studien zu Wechselwirkungen vorliegen, wird eine gleichzeitige Verabreichung von Orlistat mit Acarbose, Thiazolidindionen (Glitazone), Gliniden oder Anorektika nicht empfohlen.

In einer Studie zur Ermittlung von Arzneimittel-Interaktionen wurde eine Absenkung der Cyclosporin im Plasma beobachtet; eine solche Abnahme wurde auch von verschiedenen anderen Fällen gemeldet, in denen gleichzeitig Orlistat verabreicht worden war. Dies könnte zu einer Abnahme der immunsuppressiven Wirkung von Ciclosporin führen. Die gleichzeitige Anwendung von Calobalin Sandoz und Cyclosporin ist kontraindiziert (siehe Kapitel «Kontraindikationen»).

Orale Antikoagulanzien

Bei Verabreichung von oralen Antikoagulantien wie Phenprocoumon und Acenocoumarol in Kombination mit Orlistat (in hoher Dosierung oder als Langzeitbehandlung) sollten die INR-Werte (Quick-Werte) überwacht werden.

Eine gleichzeitige Anwendung von Calobalin Sandoz und Phenprocoumon und Acenocoumarol oder anderen Antikoagulantien sollte nur nach Rücksprache mit einem Arzt bzw. einer Ärztin oder einem Apotheker bzw. einer Apothekerin erfolgen (siehe Kapitel «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Fettlösliche Vitamine

Orlistat kann die Resorption von fettlöslichen Vitaminen (A, D, E und K) beeinträchtigen. Bei den meisten Patienten, die in klinischen Studien bis zu 4 Jahren mit Orlistat behandelt worden waren, blieben die Konzentrationen der Vitamine A, D, E und K sowie von Beta-Carotin im Normbereich. Allerdings sollte den Patienten empfohlen werden, vor dem Schlafengehen ein ergänzendes Multivitaminpräparat einzunehmen, um eine ausreichende Vitaminaufnahme sicherzustellen (siehe Kapitel «Dosierung/Anwendung» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Amiodaron

Eine pharmakokinetische Studie, in der Amiodaron während einer Therapie mit Orlistat oral verabreicht wurde, zeigte eine Reduktion der systemischen Exposition gegenüber Amiodaron und Desethylamiodaron um 25–30%. Aufgrund der komplexen Pharmakokinetik von Amiodaron sind die klinischen Auswirkungen in diesem Zusammenhang nicht klar. Die Auswirkungen einer Behandlungsaufnahme mit Orlistat bei Patienten mit stabiler Amiodaron-Therapie wurden nicht untersucht. Es besteht die Möglichkeit einer reduzierten therapeutischen Wirkung von Amiodaron. Die gleichzeitige Anwendung von Calobalin Sandoz und Amiodaron sollte nur nach Absprache mit einem Arzt oder Apotheker erfolgen.

Keine Interaktionen

Es wurden keine Interaktionen beobachtet mit Amitriptylin, Atorvastatin, Biguaniden, Glibenclamid, Digoxin, Fibraten, Fluoxetin, Losartan, Furosemid, Captopril, Atenolol, Phenytoin, oralen Kontrazeptiva, Phentermin, Pravastatin, Nifedipin, Sibutramin oder Alkohol. Spezielle Studien zur Ermittlung von Arzneimittel-Interaktionen haben bestätigt, dass es mit diesen Substanzen zu keinen Wechselwirkungen kommt.

Schwangerschaft/Stillzeit

Für Orlistat liegen keine klinischen Daten über exponierte Schwangere vor.

Tierexperimentelle Studien lassen nicht auf direkte oder indirekte schädliche Auswirkungen auf Schwangerschaft, embryonale/fetale Entwicklung, Geburt oder postnatale Entwicklung schliessen (siehe Kapitel «Präklinische Daten»).

Calobalin Sandoz ist während der Schwangerschaft kon­traindiziert.

Da nicht bekannt ist, ob Orlistat in die Muttermilch übertritt, ist Calobalin Sandoz während der Stillzeit kontraindiziert.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Eine Beeinträchtigung der Verkehrstüchtigkeit und des Bedienens von Maschinen durch Calobalin Sandoz ist nicht zu erwarten.

Unerwünschte Wirkungen

Nebenwirkungen von Calobalin Sandoz sind hauptsächlich gastrointestinaler Natur und hängen mit der pharmakologischen Wirkung des Arzneimittels zusammen, da die Absorption von aufgenommenem Fett verhindert wird.

Die gastrointestinalen Nebenwirkungen wurden aus klinischen Studien mit Orlistat 60 mg über eine Dauer von 18 Monaten bis 2 Jahren ermittelt und waren im Allgemeinen leicht und vorübergehend. Sie traten in der Regel früh in der Behandlung (innerhalb der ersten 3 Monate) und bei den meisten Patienten nur einmal auf. Die Einnahme von fettarmer Nahrung senkt die Wahrscheinlichkeit gastrointestinaler Nebenwirkungen (siehe Kapitel «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Die Nebenwirkungen sind nachfolgend nach Systemorganklasse und Häufigkeit aufgelistet. Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1’000, <1/100), selten (≥1/10’000, <1/1’000) und sehr selten (<1/10’000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Die Häufigkeit der bekannt gewordenen Nebenwirkungen, die nach der Markteinführung von Orlistat festgestellt wurden, ist nicht bekannt, da diese Ereignisse freiwillig von einer Population ungewisser Grösse berichtet wurden.

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Nicht bekannt: Verringerung des Prothrombin und erhöhte INR (siehe Kapitel «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Interaktionen»).

Erkrankungen des Immunsystems

Nicht bekannt: Überempfindlichkeitsreaktionen einschliesslich Pruritus, Rash, Urtikaria, Angioödem, Bronchospasmus und anaphylaktischer Schock.

Erkrankungen des Gastroingestinaltrakts

Sehr häufig: Ölige Flecken, Flatulenz mit Stuhlabgang, Stuhldrang, fettiger öliger Stuhl, Abgang öligen Sekrets.

Häufig: Unterbauchschmerzen, Stuhlinkontinenz, flüssige Stühle, vermehrter Stuhlgang.

Funktionsstörungen der Leber und der Galle

Nicht bekannt: Cholelithiasis. Hepatitis. Erhöhung der Transaminasen und der alkalischen Phosphatase.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Nicht bekannt: Bullöses Exanthem.

Überdosierung

Bei den nach der Markteinführung aufgetretenen Fällen von Überdosis wurden über keine Nebenwirkungen oder über Nebenwirkungen, die ähnlich der gemeldeten Nebenwirkungen bei empfohlener Dosis sind, berichtet.

Im Falle einer Überdosierung sollte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Im Falle einer signifikanten Überdosierung von Calobalin Sandoz sollte der Patient über 24 Stunden beobachtet werden. Tierversuche und klinische Untersuchungen lassen den Schluss zu, dass ein systemischer Effekt, der auf die lipasehemmende Wirkung des Orlistat zurückgeführt werden kann, schnell reversibel ist.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: A08AB01

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Orlistat ist ein potenter, spezifischer, langwirksamer Lipasehemmer. Es entfaltet seine therapeutische Wirkung im Lumen des Magens und des oberen Dünndarms, indem es eine kovalente Bindung mit dem aktiven Serin-Rest der gastrischen Lipasen und Pankreaslipasen eingeht. Das inaktivierte Enzym ist dadurch nicht mehr in der Lage, die in Form von Triglyceriden vorliegenden Nahrungsfette in leicht zu resorbierende freie Fettsäuren und Monoglyceride zu hydrolysieren. Da unverdaute Triglyceride nicht resorbiert werden können, entsteht ein kalorisches Defizit mit einem positiven Effekt auf die Gewichtskontrolle. Eine systemische Resorption von Orlistat ist aus diesem Grund für seine Wirkung nicht notwendig.

Aus klinischen Studien wurde abgeschätzt, dass Orlistat dreimal täglich eingenommen die Absorption von ungefähr 25% des Nahrungsfetts blockiert.

Klinische Wirksamkeit

Drei klinische Studien belegen die Wirksamkeit von dreimal täglich eingenommenem Orlistat in Kombination mit einer hypokalorischen Ernährung. Dabei handelte es sich um doppelblinde, randomisierte, placebokontrollierte Studien mit Parallelgruppendesign an Erwachsenen mit einem BMI ≥28 kg/m² (Studien 1 und 2) oder BMI 25–28 kg/m² (Studie 3). Die Behandlungsdauer in den Studien 1 und 2 betrug 2 Jahre. Das erste Behandlungsjahr war darauf ausgelegt, den Gewichtsverlust zu ermitteln. In den Studien 1 und 2 gab es eine 4-wöchige Lead-in-Periode mit kalorienreduzierter Ernährung. Die Behandlungsdauer in Studie 3 betrug 16 Wochen, wobei es keine Lead-in-Periode gab. Der primäre Parameter in allen drei Studien war die Veränderung des Körpergewichts gegenüber dem Ausgangswert zu Beginn der Studie. Hierzu wurde die Gewichtsveränderung während des Studienverlaufes, sowie der prozentuale Anteil der Patienten, die ≥5% oder ≥10% ihres Ausgangs-Körpergewichts verloren hatten, beurteilt.

Die Analysen der Studien zeigten, dass es nach einer Behandlung von 6 Monaten (Studien 1 und 2) beziehungsweise 4 Monaten (Studie 3) statistisch signifikante Unterschiede im Gewichtsverlust zwischen den Placebo- und Orlistatgruppen gab.

Bei den mit Orlistat behandelten Patienten wurde eine signifikante Gewichtsabnahme erstmals nach zweiwöchiger Behandlung beobachtet. Der Unterschied zwischen Orlistat und Placebo nach 2 Wochen war in allen drei Studien statistisch signifikant.

Die Studien 1 und 2 zeigen nach einer 6-monatigen Behandlung mit dreimal täglich 60 mg Orlistat eine statistisch signifikante und konsistente Gewichtsabnahme von ungefähr 5% bezogen auf das Ausgangs-Körpergewicht. Eine Gewichtsabnahme von ca. 5% konnte auch in Studie 3 nach 4-monatiger Behandlung mit Orlistat bei Patienten mit einem BMI von 25–28 kg/m² verzeichnet werden.

Die Ergebnisse der Studien zeigen, dass in Verbindung mit einer Diät für jede Reduktion des Körpergewichts um 1 kg in der Placebogruppe eine um ungefähr 0,5 kg grössere Gewichtsabnahme in den Orlistatgruppen einherging. Dies entspricht einer um relativ 50% grösseren Gewichtsabnahme in der Orlistatgruppe.

Zudem konnte in den Studien 1 und 2 gezeigt werden, dass nach 6 Monaten unter Orlistat im Vergleich zu Placebo signifikant mehr Patienten ≥5% oder ≥10% ihres Körpergewichtes verloren hatten. 47% der Patienten, die Orlistat einnahmen, konnten eine Gewichtsabnahme von ≥5% verzeichnen (Placebo 26%).

Zusätzlich zum Gewichtsverlust bewirkte Orlistat weitere wichtige gesundheitliche Vorteile wie die Reduktion des Taillenumfangs, des Gesamtcholesterins, sowie des «Low Density Lipoprotein»-(LDL)-Cholesterins. Nach 6-monatiger Behandlung mit Orlistat war das durchschnittliche Gesamtcholesterin um 2,4% niedriger, während das durchschnittliche LDL-Cholesterin um 3,5% niedriger war.

Ausserdem verringerte sich nach 6 Monaten der mittlere Taillenumfang um 4,5 cm; nach 1-jähriger Behandlung stieg die Reduktion des mittleren Taillenumfanges auf 5,2 cm an. Sämtliche Vergleiche waren statistisch signifikant gegenüber Placebo.

Pharmakokinetik

Absorption

Untersuchungen an normalgewichtigen und übergewichtigen Probanden haben gezeigt, dass das Ausmass der Absorption von Orlistat und dessen Metaboliten minimal (≤3%) war. Plasmakonzentrationen von nicht metabolisiertem Orlistat waren 8 Stunden nach der oralen Einnahme von 360 mg Orlistat nicht messbar (<5 ng/ml).

Im Allgemeinen konnte bei therapeutischen Dosierungen nicht metabolisiertes Orlistat nur sporadisch und in sehr niedrigen Konzentrationen (unter 10 ng/ml oder 0,02 µmol) nachgewiesen werden, dies ist konstant mit der beobachteten minimalen Absorption.

Distribution

Das Verteilungsvolumen kann wegen der minimalen Resorption und der nicht untersuchten systemischen Pharmakokinetik der Substanz nicht bestimmt werden. In vitro wird Orlistat zu mehr als 99% an Plasmaproteine gebunden (vor allem an Lipoproteine und Albumin). Orlistat wird nur in geringem Ausmass in Erythrozyten aufgenommen.

Metabolismus

Tierexperimentelle Daten legen nahe, dass Orlistat vor allem in der Darmwand metabolisiert wird.

In einer Studie mit adipösen Patienten, denen die minimal systemisch resorbierte Dosis verabreicht wurde, konnten 2 Hauptmetaboliten, nämlich M1 (in Position 4 hydrolisierter Lactonring) und M3 (M1 nach Abspaltung der M-Formyl-Leucin-Gruppe) identifiziert werden, die annähernd 42% der Gesamtplasmakonzentration darstellen.

M1 und M3 haben einen offenen β-Lactonring und eine extrem schwache lipasehemmende Aktivität (1’000fach bzw. 2’500fach schwächer als Orlistat). In Anbetracht der geringen inhibitorischen Wirkung und der niedrigen Plasmaspiegel bei therapeutischer Dosierung (durchschnittlich 26 ng/ml bzw. 108 ng/ml) werden diese Metabolite als pharmakologisch unwirksam betrachtet.

Elimination

Untersuchungen bei normalgewichtigen und übergewichtigen Personen haben gezeigt, dass der nicht resorbierte Wirkstoff hauptsächlich über den Stuhl eliminiert wird.

Ungefähr 97% der verabreichten Dosis wurden mit dem Stuhl ausgeschieden, 83% davon als unverändertes Orlistat.

Die kumulative renale Ausscheidung von Orlistat und seiner Derivate betrug weniger als 2% der applizierten Dosis.

Der Zeitraum bis zur vollständigen Ausscheidung (fäkal und renal) betrug 3–5 Tage. Dies schien bei Normalgewichtigen und Übergewichtigen ähnlich zu sein. Orlistat, M1 und M3 werden biliär ausgeschieden.

Präklinische Daten

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter Gabe, Genotoxizität, karzinogenem Potential und Reproduktionstoxizität lassen die präklinischen Daten keine besondere Gefahr für den Menschen erkennen.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Keine Angaben.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Das Arzneimittel in der Originalpackung, bei Raumtemperatur (15–25 °C), vor Licht und Feuchtigkeit geschützt und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

62163 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Sandoz Pharmaceuticals AG, Risch.

Domizil

Rotkreuz.

Stand der Information

April 2011.

Verwendung dieser Informationen

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