Risedronat Mepha Lactabs 35 Mg 12 Stk

Risedronat Mepha Lactabs 35 Mg 12 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Natrium Risedronat.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Lactab zu 5 mg, zu 30 mg und zu 35 mg (Wochentabletten) natrii risedronas, ut Natrii risedronas hemipentahydricus.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Behandlung und Prävention der Osteoporose bei Frauen nach der Menopause.

Behandlung der Osteoporose bei Männern.

Behandlung und Prävention der corticosteroid-induzierten Osteoporose bei Männern und Frauen.

Behandlung von Patienten mit Paget-Krankheit der Knochen.

Voraussetzung für die Einleitung einer Präventionsbehandlung der postmenopausalen Osteoporose ist ein densitometrisch (DXA) festgehaltener T-Wert von ≤-1 an der Wirbelsäule oder am distalen Vorderarm, d.h. eine Reduktion der Bone Mineral Density (BMD) um mindestens eine Standardabweichung des Referenzwertes für eine Normalpopulation. Eine Behandlung der Osteoporose wird ab einem T-Wert von ≤-2,5 oder dem Vorliegen manifester atraumatischer Frakturen eingeleitet.

Dosierung/Anwendung

Die empfohlene Dosis zur Prävention und Behandlung der Osteoporose beträgt bei Erwachsenen ein Lactab zu 5 mg/Tag oder eine Wochentablette zu 35 mg jede Woche. Die Wochentabletten müssen stets am selben Wochentag eingenommen werden.

Die optimale Dauer der Behandlung einer Osteoporose mit Biphosphonaten ist nicht geklärt. Der Bedarf für eine Fortsetzung einer Behandlung mit Risedronat-Mepha sollte unter Berücksichtigung des Nutzens und der möglichen Risiken für den individuellen Patienten in regelmässigen Abständen erneut geprüft werden. Insbesondere nach einer Anwendungsdauer von fünf oder mehr Jahren.

Die empfohlene Tagesdosis für Erwachsene mit Paget-Krankheit beträgt ein Lactab zu 30 mg während 2 Monaten. Eine Wiederbehandlung ist in der Regel nach einer behandlungsfreien Beobachtungszeit von mindestens 6 Monaten angezeigt; Dosierung und Dauer der Therapie sind gleich wie bei der Erstbehandlung.

Die Absorption von Natrium-Risedronat wird durch Nahrungsaufnahme beeinflusst. Um eine genügende Absorption sicherzustellen, müssen die Patienten Risedronat-Mepha:

Vor dem Frühstück: mindestens 30 Minuten vor dem ersten Essen, anderen Arzneimitteln oder Trinken (ausser Wasser) einnehmen (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

Ist in besonderen Fällen die Einnahme am Morgen nicht praktikabel, so kann Risedronat-Mepha zwischen den Mahlzeiten oder am Abend, stets zur selben Tageszeit, eingenommen werden. Dabei sind die folgenden Anweisungen strikt einzuhalten, um sicherzustellen, dass Risedronat-Mepha auf den leeren Magen genommen wird:

Zwischen den Mahlzeiten: mindestens 2 Stunden vor und mindestens 2 Stunden nach Aufnahme von Nahrung, anderen Arzneimitteln oder Getränken (ausser Wasser).

Am Abend: mindestens 2 Stunden nach dem letzten Essen, anderen Arzneimitteln oder Getränken (ausser Wasser) spätestens jedoch 30 Minuten vor dem Zubettgehen.

Wird die Risedronat-Mepha Einnahme vergessen, kann die Lactab entsprechend den oben genannten Anweisungen statt vor dem Frühstück auch zwischen den Mahlzeiten oder am Abend eingenommen werden. Danach soll wieder zum urspünglichen Einnahmeschema gewechselt werden. Es sollen nicht 2 Lactab am selben Tag eingenommen werden. Die Einnahme vor dem Frühstück wird empfohlen.

Die Lactab müssen ganz geschluckt und sollen nicht gelutscht oder gekaut werden.

Die Patienten müssen Risedronat-Mepha in aufrechter Körperhaltung mit einem Glas Wasser (mindestens 2 dl) einnehmen, um den Transport in den Magen zu erleichtern. Nach der Lactab Einnahme dürfen sich die Patienten während 30 Minuten nicht hinlegen (siehe «Kontraindikationen» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Spezielle Dosierungsanweisungen

Ältere Personen: Es ist keine Dosisanpassung notwendig, weil Bioverfügbarkeit und Verteilung bei älteren (>60-jährigen) und jüngeren Personen ähnlich waren.

Niereninsuffizienz: Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance von >30 ml/min ist keine Dosisanpassung notwendig. Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz ist die Behandlung mit Risedronat kontraindiziert.

Kinder: Die Sicherheit und Wirksamkeit von Risedronat-Mepha ist bei Kindern und Jugendlichen nicht untersucht worden und Risedronat-Mepha wird nicht empfohlen.

Kontraindikationen

Bekannte Überempfindlichkeit auf einen Inhaltsstoff des Präparates.

Hypokalzämie.

Unvermögen während mindestens 30 Min. eine aufrechte Körperhaltung (stehend oder sitzend) einzunehmen.

Schwere Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <30 ml/min).

Schwangerschaft und Stillzeit.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Nahrungsmittel, Getränke (ausser Wasser) und Arzneimittel die polyvalente Kationen enthalten (wie Calcium, Magnesium, Eisen und Aluminium) können die Absorption von Bisphosphonaten beeinträchtigen und dürfen nicht gleichzeitig mit Risedronat-Mepha eingenommen werden. Um den nachgewiesenen Nutzen von Risedronat-Mepha zu erzielen, müssen die Dosierungsanweisungen strikt eingehalten werden (s. «Dosierung/Anwendung»).

Oral verabreichte Bisphosphonate können lokale Reizungen der oberen Magenschleimhaut verursachen. Wegen dieser möglichen Reizwirkungen und eines Potenzials für eine Verschlechterung der zugrunde liegenden Erkrankung ist bei der Verabreichung von Risedronat-Mepha an Patientinnen mit aktiven Problemen im oberen Gastrointestinaltrakt (z.B. Barrett-Ösophagus, Dysphagie, andere ösophageale Erkrankungen, Gastritis, Duodenitis oder Ulkus) Vorsicht geboten.

Einige Bisphosphonate sind mit dem Auftreten von Oesophagitis und Oesophagusulzera in Zusammenhang gebracht worden. Die Patienten müssen daher die Dosierungsanweisung beachten (siehe «Dosierung/Anwendung»). Bei Patienten mit Oesophaguserkrankungen (z.B. Strikturen oder Achalasie) in der Vorgeschichte müssen die Verschreiber die Wichtigkeit der Dosierungsanweisung besonders betonen.

Der Arzt soll auf Anzeichen oder Symptome einer möglichen Reaktion des Ösophagus achten und die Patienten sollen angewiesen werden, bei Auftreten von Schluckbeschwerden, Schluckschmerzen, retrosternalen Schmerzen bzw. Verschlechterung von Sodbrennen Risedronat-Mepha abzusetzen und sich an den Arzt zu wenden.

Hypokalzämie muss behandelt werden, bevor die Risedronat-Mepha Therapie eingeleitet wird. Andere Störungen des Knochen- und Mineralstoffwechsels (z.B. Funktionsstörungen der Nebenschilddrüse, Vitamin D-Mangel) müssen bei Beginn der Risedronat-Mepha Therapie behandelt werden.

Der Arzt soll die Verabreichung von zusätzlichem Calcium und Vitamin D in Betracht ziehen, falls die Aufnahme mit der Nahrung nicht ausreichend ist. Dies gilt besonders bei der Paget-Krankheit, wo der Knochenumbau signifikant erhöht ist.

Eine Kiefer-Osteonekrose, im Allgemeinen im Zusammenhang mit einer Zahnextraktion und/oder einer lokalen Infektion (einschliesslich Osteomyelitis) wurde bei Krebspatienten beobachtet, die Behandlungen mit vorwiegend intravenösen Injektionen von Bisphosphonaten erhielten. Ein grosser Anteil dieser Patienten erhielt auch eine Chemotherapie und Kortikosteroide. Eine Nekrose des Kieferknochens wurde auch bei osteoporotischen Patienten unter Behandlung mit oralen Bisphosphonaten beobachtet. Vor der Einleitung einer Behandlung mit Bisphosphonaten sollte bei Patienten mit Risikofaktoren (z.B. Krebs, Chemotherapie, Strahlentherapie, Kortikosteroide, ungenügende Mundhygiene) eine zahnärztliche Untersuchung mit geeigneten vorbeugenden odontologischen Massnahmen ins Auge gefasst werden.

Während der Behandlung sollten die Patienten so weit wie möglich invasive zahnärztliche Eingriffe vermeiden. Bei Patienten, die während der Behandlung mit Bisphosphonaten eine Kiefer-Osteonekrose entwickeln, kann sich diese durch zahnchirurgische Massnahmen noch verschlimmern. Es liegen keine Daten vor, denen zufolge ein Abbruch der Behandlung mit Bisphosphonaten das Risiko für Kiefer-Osteonekrose bei Patienten reduziert, die eine zahnärztliche Intervention benötigen.

Die klinische Beurteilung durch den behandelnden Arzt muss die Handhabung eines jeden Falls anhand der individuellen Beurteilung des Risiko/Nutzen-Verhältnisses ermöglichen.

Atypische Femurfrakturen

Unter der Therapie mit Biphosphonaten wurden atypische subtrochanterische und diaphysäre Femurfrakturen berichtet, hauptsächlich bei Patienten, die über längere Zeit gegen Osteoporose behandelt wurden. Diese transversalen Frakturen oder kurzen Schrägfrakturen können an jeder Stelle entlang des Femurs von knapp unterhalb des Trochanter minor bis zu den Kondylen auftreten. Diese Frakturen treten nach einem minimalen Trauma oder ohne Trauma auf und manche Patienten verspüren bereits Wochen bis Monate vor der Ausbildung einer vollständigen Femurfraktur Schmerzen im Oberschenkel oder im Bereich der Leiste, oftmals verbunden mit röntgenologischen Merkmalen einer Stressfraktur. Die Frakturen treten häufig bilateral auf; daher sollte bei Patienten, die mit Biphosphonaten behandelt werden und eine Femurschaftfraktur erleiden, auch der kontralaterale Femur untersucht werden. Auch wurde eine schlechte Heilung dieser Frakturen berichtet. Bei Patienten mit Verdacht auf eine atypische Femurfraktur sollte bis zu einer Beurteilung des Patienten auf der Grundlage einer individuellen Nutzen-Risiko-Bewertung ein Abbruch der Therapie mit Biphosphonaten erwogen werden.

Diese Frakturen wurden auch bei Patienten mit Osteoporose berichtet, die nicht mit Biphosphaten behandelt wurden.

Dieses Arzneimittel enthält Laktose. Patienten mit Galaktoseintoleranz, Laktasemangel oder Glucose-Galaktose Malabsorption, sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

Interaktionen

In klinischen Studien wurden Patienten einem breiten Spektrum häufig verwendeter Komedikationen ausgesetzt (z.B. NSAIDs, Aspirin, H2-Blocker, Protonenpumpeninhibitoren, Antazida, Kalziumkanalblocker, Thiazide, Glukokortikoide, Antikoagulantien, Antikonvulsiva, Herzglykoside) ohne Anzeichen für klinisch relevante Interaktionen zu finden. Von den Frauen in Risedronatstudien (5 mg/Tag resp. 35 mg/Woche) zur Behandlung der postmenopausalen Osteoporose verwendeten 29% resp. 57% Aspirin und 37% resp. 40% NSAIDs. Unter den regelmässigen Benutzerinnen (3 oder mehr Tage pro Woche) war die Häufigkeit unerwünschter Ereignisse im oberen Gastrointestinaltrakt bei Risedronat-behandelten Patientinnen ähnlich wie bei Kontrollpatientinnen.

Risedronat, 30 mg/Tag für 2 Wochen, alle 12 Wochen (während insgesamt 96 Wochen) erhöhte die BMD in Lendenwirbeln bei Frauen mit artifizieller Menopause infolge Chemotherapie von primärem Brustkrebs signifikant gegenüber Placebo. Unter den Risedronat-behandelten Frauen erhielten 11 gleichzeitig Tamoxifen und 9 nicht. Die Tamoxifen-behandelten Patientinnen zeigten im Vergleich zum Ausgangswert eine geringe Abnahme in der BMD im Vergleich zu einer ebenfalls geringen Zunahme bei den nicht Tamoxifen-behandelten. Dieser Unterschied zwischen den beiden Subgruppen war jedoch nicht statistisch signifikant und lässt keinen Schluss auf eine Tamoxifen/Risedronat-Interaktion zu.

Hormon-Ersatztherapie: In einer Studie an rund 500 frühen postmenopausalen Frauen, wurde Risedronat (5 mg/Tag) plus Östrogen-Ersatztherapie mit Östrogen-Ersatztherapie allein verglichen. Die Behandlungsdauer betrug 12–18 Monate. Wenn es angemessen erscheint, kann Risedronat gleichzeitig mit einer Hormon-Ersatztherapie gegeben werden.

Die Absorption von Risedronat wird durch die gleichzeitige Einnahme von Arzneimitteln mit polyvalenten Kationen (z.B. Calcium, Magnesium, Eisen und Aluminium) reduziert (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Nahrungsmittel mit hohem Ca-Gehalt (z.B. Milchprodukte) sowie Vitamin- und Mineralpräparate könnten einen ähnlichen Effekt haben (Dosierungsempfehlung und Vorsichtsmassnahmen beachten).

Risedronat wird im Körper nicht metabolisiert, induziert die Cytochrom P450-Enzyme nicht und bindet nur schwach an Proteine.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es existieren keine Studien mit Risedronat-Mepha bei schwangeren Frauen. Studien bei Ratten legen nahe, dass beim Muttertier eine Hypokalzämie und bei den Foeten Ossifikationsstörungen auftreten können (siehe «Präklinische Daten»). Das potentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt. Risedronat-Mepha soll während der Schwangerschaft nicht angewendet werden.

Stillzeit: Natrium-Risedronat wurde nach 24 Stunden bei gestillten jungen Ratten nachgewiesen, deren Mütter zuvor behandelt worden waren, was auf einen geringen Übertritt in die Muttermilch hinweist. Studien beim Menschen liegen nicht vor. Risedronat-Mepha soll während der Stillzeit nicht angewendet werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Risedronat-Mepha hat keinen Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen.

Unerwünschte Wirkungen

Risedronat ist in klinischen Studien der Phase III an mehr als 15'000 Patienten geprüft worden.

Die Mehrzahl der in klinischen Studien beobachteten unerwünschten Wirkungen waren leicht bis mässig und erforderten in der Regel keinen Behandlungsabbruch.

Die Häufigkeiten werden wie folgt angegeben: «sehr häufig» (>10%), «häufig» (>1%, <10%), «gelegentlich» (>0,1%, <1%), «selten» (>0,01%, <0,1%) und «sehr selten» (<0,01%).

Infektionen

Bei einzelnen Paget-Patienten: Sinusitis und grippeähnliches Syndrom.

Tumorerkrankungen

Bei einzelnen Paget-Patienten: Neoplasmen.

Störungen des Immunsystem

Sehr selten: Überempfindlichkeits- und Hautreaktionen einschliesslich Angioödem, generalisierter Hautausschlag und bullöse Hautreaktion, welche vereinzelt schwerwiegend sein können. Bei einzelnen Paget-Patienten: periphere Ödeme.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Bei einzelnen Paget-Patienten: Gewichtsabnahme.

Störungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen. Bei einzelnen Paget-Patienten: Benommenheit.

Augenleiden

Gelegentlich: Iritis.

Sehr selten: Uveitis.

Bei einzelnen Paget-Patienten: Augentrockenheit, Amblyopie, Cornealäsion.

Funktionsstörungen des Ohrs und des Innernohrs

Bei einzelnen Paget-Patienten: Tinnitus.

Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen

Bei einzelnen Paget-Patienten: Brustschmerzen, Bronchitis, Apnoe.

Gastrointestinale Beschwerden

Häufig: Verstopfung, Dyspepsie, Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall.

Gelegentlich: Gastritis, Oesophagitis, Dysphagie, Duodenitis, Oesophagus-Ulkus.

Selten: Glossitis, Oesophagusstriktur. Bei einzelnen Paget-Patienten: Colitis.

Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, des Bindegewebes und der Knochen

Häufig: Muskuloskelettäre Schmerzen. Bei Paget-Patienten: Arthralgie und vereinzelt Beinkrämpfe, Myasthenie.

Sehr selten: Kiefer-Osteonekrose. Atypische subtrochanterische und diaphysäre Femurfrakturen (Klasseneffekt der Biphosphonate wurden berichtet (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Funktionsstörungen der Nieren und ableitenden Harnwege

Bei einzelnen Paget-Patienten: Nycturie.

Funktionsstörungen des Genitalsystems

Sehr selten: Fertilitätsstörungen beim Mann.

Untersuchungen

Selten: Abnorme Leberfunktionswerte.

Asymptomatische Hypokalzämie.

Überdosierung

Zur Behandlung einer Überdosierung mit Risedronat-Mepha liegen keine spezifischen Informationen vor.

Nach massiver Überdosierung kann ein Absinken der Kalziumwerte im Serum erwartet werden. Bei einigen dieser Patienten können auch Anzeichen und Symptome einer Hypokalzämie und Hypophosphatämie auftreten.

Milch oder Antazida welche Magnesium, Calcium oder Aluminium enthalten sollen gegeben werden um Risedronat zu binden und die Absorption des Natrium-Risedronats zu vermindern. In Fällen von massiver Überdosierung kann eine Magenspülung in Erwägung gezogen werden, um nicht absobiertes Risedronat zu eliminieren.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: M05BA07

Wirkungsmechanismus

Natrium-Risedronat ist ein Pyridinyl-Bisphosphonat, das sich an das Hydroxy-apatit der Knochen anlagert und die Osteoklasten-vermittelte Knochenresorption vermindert, während die Knochenneubildung auf verringertem Niveau erhalten bleibt.

In präklinischen Studien zeigte Risedronat eine starke Anti-Osteoklasten, antiresorptive Wirkung, welche dosisabhängig zu einer Zunahme der Bone Mineral Density und biomechanischen Knochenstärke führte. Histomorphometrisch wurde bei Ratten und Hunden gezeigt, dass die Natrium-Risedronatbehandlung den Knochenturnover (Knochenresorption und Knochenbildung) am Ort des Knochenumbaus vermindert.

Pharmakodynamik

Die biologische Aktivität von 5 mg Natrium-Risedronat wurde durch Messung von Knochenmarkern während pharmakodynamischer und klinischer Studien bestätigt. Mit Risedronat 5 mg wurde bei postmenopausalen Frauen eine Reduktion in biochemischen Markern des Knochenumbaus innerhalb des ersten Behandlungsmonats beobachtet, diese erreichte nach 3–6 Monaten ein Maximum und blieb im Verlauf der weiteren Behandlung konstant. Die Reduktion der biochemischen Marker des Knochenumbaus war gleich mit Rise-dronat 35 mg Wochentabletten und Risedronat 5 mg/Tag. Diese Resultate zeigen, dass Natrium-Risedronat eine mässige Reduktion der Knochenresorption und des Knochenturnovers bewirken, während die Knochenneubildung, die ebenfalls vermindert ist, erhalten bleibt.

Bei Männern, die mit Risedronat 35 mg, Wochentabletten behandelt wurden, fand sich nach drei Behandlungsmonaten und nach 24 Monaten eine Reduktion der biochemischen Marker des Knochenumbaus.

Klinische Wirksamkeit

Vergleich der Dosis 5 mg/Tag und 35 mg/Woche

Basierend auf der Knochendichte von Lendenwirbeln bei postmenopausalen Frauen mit Osteoporose, waren in einer klinischen Studie Risedronat 35 mg Wochentabletten und Risedronat 5 mg/Tag nach einem Jahr therapeutisch äquivalent. Ebenso war die Zunahme der Knochendichte im proximalen Femur, im Schenkelhals und im Trochanter bei beiden Gruppen gleich.

Behandlung und Prävention der postmenopausalen Osteoporose

Das klinische Programm schloss einen weiten Bereich von Frauen in früher und später Postmenopause mit oder ohne Frakturen ein. Die Resultate dieser Studien zeigen:

Täglich 5 mg Risedronat verminderte die Häufigkeit von Wirbelfrakturen bei postmenopausalen Frauen mit Osteoporose im Vergleich zur Kontrolle signifikant (beide Patientengruppen erhielten Calcium und bei tiefen Ausgangswerten Vitamin D). Dieser Effekt wurde bereits am Ende des ersten Behandlungsjahres gefunden. Ein signifikanter Nutzen wurde auch bei Frauen mit mehrfachen Frakturen vor Beginn gezeigt.

Gemäss den Resultaten einer Studie verminderte 2,5 oder 5 mg Risedronat/Tag im Vergleich zur Kontrolle (Placebo) bei 70–79-jährigen postmenopausalen Frauen nach 3 Jahren das Risiko von Hüftfrakturen signifikant.

Täglich 5 mg Risedronat verminderte im Vergleich zur Kontrolle nach 3 Jahren auch die Gesamthäufigkeit des zusammengesetzten Endpunktes von nichtvertebralen, osteoporosebedingten Frakturen an Hüfte, Handgelenk, Oberarm, Becken, Schlüsselbein und Bein.

Täglich 5 mg Risedronat erhöhte im Vergleich zur Kontrolle die Knochendichte (Bone Mineral Density) von Lendenwirbeln, Schenkelhals, Trochanter sowie Handgelenk signifikant und verhinderte einen Knochenverlust des mittleren Radiusschaftes. In einer Studie wurde eine signifikante Erhöhung bei Lendenwirbeln, Femurhals und Trochanter bereits 3 Monate nach Behandlungsbeginn gefunden und hielt bis zum Ende der Behandlungsdauer an. Die Wirkung am distalen Radius war nicht zu allen Zeitpunkten signifikant.

Täglich 5 mg Risedronat reduzierte bei postmenopausalen Frauen die Körpergrössenabnahmen nach 3 Jahren im Vergleich zur Kontrolle signifikant. Dies war im Einklang mit der signifikant verminderten Progression der Indices für Wirbeldeformationen.

Knochenbiopsien von postmenopausalen Frauen, welche während 2–3 Jahren täglich mit 5 mg Risedronat behandelt wurden, zeigten die erwartete mässige Abnahme im Knochenumbau. Die Knochenbildung während der Risedronatbehandlung war normal hinsichtlich lamellarer Struktur und Knochenmineralisation.

Endoskopische Befunde von Patientinnen mit mittleren bis schweren gastrointestinalen Beschwerden in Risedronat- und Kontrollgruppen ergaben unter Einhaltung der empfohlenen Vorsichtsmassnahmen bei der Dosierung/Anwendung keine Hinweise auf Magen-, Duodenal- oder Oesophagusulcera in Zusammenhang mit der Behandlung, obwohl in der Risedronat Gruppe Duodenitis selten beobachtet wurde.

Bei Frauen mit postmenopausaler Osteoporose war die Zunahme der Knochendichte (BMD) an den Lendenwirbeln signifikant grösser, wenn Risedronat vor dem Frühstück statt zu einer anderen Tageszeit eingenommen wurde.

Behandlung der Osteoporose bei Männern

In einer doppelblinden, placebokontrollierten Studie mit 285 Männern mit Osteoporose (T-Score LWS –3,21) zeigte sich bei Behandlung mit Risedronat 35 mg pro Woche mit gleichzeitiger Gabe von Ca und Vitamin D eine signifikante Zunahme der Knochendichte der Lendenwirbelsäule, des Schenkelhalses und des Trochanters im Vergleich mit Placebo nach 6 und 24 Monaten.

Ebenfalls zeigte sich ein Trend zur Reduktion klinischer Frakturen.

Kortikosteroid-induzierte Osteoporose

Das klinische Programm untersuchte die Behandlung und Prävention der Kortikosteroid-induzierten Osteoporose. Es umfasste Patienten, welche die Kortikosteroidtherapie (≥7,5 mg Prednison/Tag oder Äquivalent) innerhalb der vorangegangenen 3 Monate begonnen hatten und solche, die Kortikosteroide seit mehr als 6 Monaten einnahmen. Die Resultate dieser Studien zeigen:

Täglich 5 mg Risedronat erhält oder erhöht die Bone Mineral Density von Lendenwirbeln, Femurhals und Trochanter im Vergleich zu Placebo.

Täglich 5 mg Risedronat verminderte die Häufigkeit von Wirbelbrüchen bei Patienten mit kortikosteroid-induzierter Osteoporose im Vergleich zu Kontrollen nach einem Jahr. Dies war über die Gesamtheit aller Studien statistisch signifikant.

Histologische Untersuchungen der Knochenbiopsien von Patienten mit Kortikosteroid- und Risedronat Behandlung zeigten, dass eine normale Knochenstruktur und Knochenbildung vorlag und der Knochenumbau unverändert erhalten wurde.

Paget-Krankheit (Osteodystrophia deformans)

Im klinischen Porgramm wurde Risedronat bei Patienten mit Paget-Krankheit untersucht. Nach 2-monatiger Behandlung mit 30 mg Risedronat/Tag:

War die alkalische Serumphosphatase bei 77% der Patienten normalisiert, gegenüber 11% bei der Vergleichstherapie (400 mg Etidronat/Tag während 6 Monaten). Signifikante Reduktionen wurden gefunden für Hydroxyprolin/Kreatinin und Deoxypyridinolin/Kreatinin im Urin, sowie für die alkalische Serumphosphatase.

Röntgenuntersuchungen zu Therapiebeginn und nach 6 Monaten zeigten eine Abnahme im Ausmass der osteolytischen Läsionen sowohl im appendikulären wie im axialen Skelett. Osteolytische Läsionen der unteren Extremitäten besserten sich oder blieben unverändert. Es wurden keine neuen Frakturen beobachtet.

Der beobachtete Effekt war bei allen Paget-Patienten ähnlich, unabhängig von einer allfälligen Vorbehandlung und vom Schweregrad der Krankheit. Bis jetzt liegen Erfahrungen nur für eine Behandlung während 3 Jahren vor.

Pharmakokinetik

Absorption

Die Absorption nach oraler Gabe erfolgt relativ rasch (tmax ~1 Std.) im oberen Gastrointestinaltrakt. Im untersuchten Bereich (Einzeldosis 2,5–30 mg; wiederholte Gabe von 2,5–5 mg/Tag und bis 50 mg wöchentlich) ist die Absorption unabhängig von der Dosierung. Die mittlere orale Bioverfügbarkeit der Lactab beträgt <1%. Sie wird halbiert, falls Natrium-Risedronat mit Nahrung oder weniger als 30 Min. vor dem Frühstück verabreicht wird. Die Bioverfügbarkeit bei Männern und Frauen war ähnlich.

Distribution

Studien bei Ratten und Hunden, denen eine Einzeldosis von 14C-Risedronat intravenös verabreicht wurde, haben gezeigt, dass ca. 60% der Dosis in den Knochen wiedergefunden wird. Beim Menschen beträgt das mittlere Verteilungsvolumen im Steady State 6,3 l/kg. Im menschlichen Plasma wird die Substanz zu etwa 24% an Proteine gebunden.

Metabolismus

Es gibt keine Hinweise, dass Natrium-Risedronat im Körper oder durch die Darmflora metabolisiert wird.

Elimination

Etwa die Hälfte der absorbierten Dosis wird innerhalb von 24 Stunden im Urin ausgeschieden und 90% einer oral verabreichten Dosis wird innerhalb von 10 Tagen im Urin wiedergefunden. Die mittlere renale Clearance beträgt 0,0677 l/h/kg und die mittlere orale Clearance 14,9 l/h/kg. Die Differenz beruht primär auf der nicht-renalen Clearance oder der Clearance durch Adsorption an die Knochen. Die renale Clearance ist nicht konzentrationsabhängig.

Nicht absorbiertes Risedronat wird unverändert mit den Faeces ausgeschieden. Ist Natrium-Risedronat absorbiert, so zeigt das Serumkonzentrationsprofil einen mehrphasischen Zeitverlauf: die initiale Eliminationshalbwertszeit beträgt etwa 1½ Stunden und die terminale exponentiale Halbwertszeit 480 Stunden.

Kinetik in besonderen klinischen Situationen

Ältere Personen: Die Bioverfügbarkeit und Verteilung war bei älteren (>60-jährigen) und jüngeren Personen ähnlich.

Niereninsuffizienz: Klinische Daten von Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <30 ml/min) sind beschränkt. Im untersuchten Bereich wurde ein linearer Zusammenhang zwischen renaler Clearance und Kreatinin-Clearance gefunden. Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance ≥30 ml/min ist keine Dosisanpassung nötig.

Präklinische Daten

In reproduktionstoxikologischen Studien an Ratten wurden eine peripartale, mütterliche Hypokalzämie und foetale Ossifikationsstörungen (Sternebrae und Schädel) gefunden.

In den üblichen in vitro und in vivo Untersuchungen (Ames-Test, Säugerzellkulturen, Chromosomenaberrationstests) zeigte Risedronat keine Mutagenität und Studien bei Mäusen und Ratten ergaben auch keine Hinweise auf eine Karzinogenität.

In Studien zur chronischen Toxizität bei Ratten und Hunden wurden Effekte auf die Hoden nach der Exposition auf systemisch toxischen Dosen beobachtet.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15–25 °C) und ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

62'166 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Mepha Pharma AG, Basel.

Stand der Information

Februar 2013.

A4129

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