Nimotop Inf Loes 10 Mg/50ml 5 Amp 50 Ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Nimodipin.

Hilfsstoffe: Ethanol, Macrogol 400, Natriumcitrat, Wasser für Infusionen.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Infusionslösung.

Eine Infusionsflasche mit 50 ml enthält:

Nimodipin: 10 mg.

Ethanol: 10 g (entsprechend 23,7 Vol.-%).

Natrium (aus Natriumcitrat) 0,1 g ≅ 0,4 mmol.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Zur Prophylaxe und Therapie ischämischer neurologischer Defizite infolge zerebraler Vasospasmen nach Subarachnoidalblutung aus Aneurysmen.

Eine günstige Wirkung ist bisher nur bei Patienten bzw. Patientinnen nachgewiesen worden, die operiert wurden und denen das Arzneimittel prophylaktisch verabreicht wurde.

Es gibt Hinweise auf eine günstige Wirkung bei therapeutischer Applikation, d.h. nach bereits eingetretenem Vasospasmus.

Dosierung/Anwendung

Die Dosierung muss individuell nach dem Schweregrad der Erkrankung erfolgen. Soweit vom Arzt nicht anders verordnet, werden folgende Richtdosen empfohlen.

Intravenöse Dauerinfusion

Zu Beginn der Behandlung für die Dauer von 2 Stunden 1 mg Nimodipin (= 5 ml Nimotop-Infusionslösung/Std. = ca. 15 µg/kg Körpergewicht/Std.) zusammen mit 20 ml/Std. einer Ko-Infusion (siehe unten). Bei guter Verträglichkeit, insbesondere beim Fehlen von stärkeren Blutdrucksenkungen, Erhöhung der Dosis nach der 2. Stunde auf 2 mg Nimodipin (= 10 ml Nimotop-Infusionslösung/Std. = ca. 30 µg/kg Körpergewicht/Std.) mit einem korrespondierenden Anstieg der Rate der Ko-Infusion auf 40 ml/Std. Bei Patienten bzw. Patientinnen mit deutlich niedrigerem Körpergewicht als 70 kg oder labilen Blutdruckverhältnissen sollte mit einer Dosierung von 0,5 mg Nimodipin (= 2,5 ml Nimotop-Infusionslösung/Std.) mit korrespondierender Reduktion der Rate der Ko-Infusion auf 10 ml/Std. begonnen und die Dosis anschliessend nicht über 1 mg/Std. erhöht werden.

Bei Patienten bzw. Patientinnen mit Unverträglichkeitszeichen ist die Dosis gegebenenfalls zu reduzieren. Bei schweren Nieren- oder Leberfunktionsstörungen, speziell Leberzirrhose, kann die Bioverfügbarkeit erhöht sein, und können somit Wirkungen und Nebenwirkungen – z.B. Blutdrucksenkung – stärker ausgeprägt sein; in solchen Fällen sollte die Dosis in Abhängigkeit von Blutdruckkontrollen gegebenenfalls verringert werden.

Intrazisternale Instillation

Während eines operativen Eingriffs kann eine frisch zubereitete, verdünnte, körperwarme Nimotop-Lösung (1 ml Nimotop-Infusionslösung und 19 ml Ringer-Lösung) intrazisternal instilliert werden. Diese verdünnte Nimotop-Lösung soll sofort nach Zubereitung verwendet werden.

Die intravenöse Behandlung sollte nicht später als 4 Tage nach der Blutung beginnen und während der Periode der grössten Gefahr der Entwicklung eines Vasospasmus, d.h. bis zum 10. bis 14. Tag nach der Subarachnoidalblutung fortgesetzt werden. Bei bereits bestehenden, durch Vasospasmus bedingten ischämischen neurologischen Störungen nach einer Subarachnoidalblutung sollte die Behandlung so früh wie möglich beginnen und für mindestens 5 bis maximal 14 Tage fortgesetzt werden.

Nach Abschluss der Infusionsbehandlung wird für etwa 7 weitere Tage die orale Gabe von 6 x täglich 60 mg Nimodipin (6× 2 Lacktabletten) im Abstand von 4 Std. empfohlen.

Wenn während der therapeutischen oder prophylaktischen Nimotop-Anwendung die Blutungsquelle chirurgisch versorgt wird, sollte die intravenöse Behandlung mit Nimotop für mindestens 5 Tage postoperativ fortgesetzt werden.

Bei einer intravenösen Dauerinfusion wird Nimotop mit einer Infusionspumpe im Bypass über einen zentralen Katheter verabreicht. Nimotop soll über einen 3-Wege-Hahn im Verhältnis 1:4 mit einer der folgenden kompatiblen Infusionslösungen gegeben werden:

– Glucose 5%,

– NaCl 0,9%,

– Ringer-Lactat,

– Ringer-Lactat mit Magnesium,

– Dextran 40 - Lösung,

– Poly (0-2-Hydroxyethyl) Stärke 6% = sterile HES-Lösung 6%,

– Mannitol,

– Human-Albumin 5%,

– Blut.

Um eine ausreichende Verdünnung von Nimotop zu gewährleisten, wird empfohlen, beim Volumen der Begleitinfusion 1000 ml/Tag nicht zu unterschreiten.

Nimotop darf nicht einem Infusionsbeutel od. einer -flasche beigefügt werden oder mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

Es ist zu empfehlen, Nimotop-Infusionslösung auch während Narkose, Operation und Angiographie weiter zu verabreichen. Da der Wirkstoff von Nimotop von Polyvinylchlorid (PVC) absorbiert wird, sollten nur Infusionsleitungen aus Polyethylen (PE) verwendet werden.

Nimotop-Infusionslösung ist in gewissem Grad lichtempfindlich. Deshalb soll die Anwendung bei direkter Sonnenlicht-Einwirkung vermieden werden. Es empfiehlt sich, gegebenenfalls Infusionspumpe und -leitungen durch lichtundurchlässige Umhüllungen zu schützen oder schwarz bzw. braun, gelb oder rot eingefärbte Infusionsspritzen und -leitungen zu verwenden. Bei Anwendung in diffusem Tageslicht oder Kunstlicht ist Nimotop-Infusionslösung jedoch ohne Lichtschutz bis zu 10 Stunden einsetzbar.

Kontraindikationen

Nimodipin Infusionslösung soll nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegenüber Nimodipin oder einen der Hilfsstoffe.

Die gleichzeitige Gabe von Nimodipin und Rifampicin ist kontraindiziert, da dadurch die Wirksamkeit der Nimodipin Infusionslösung signifikant vermindert werden kann (siehe «Interaktionen»).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Eine Anwendung von Nimodipin bei Kindern und Jugendlichen ist mangels Erfahrung mit der Therapie nicht vorgesehen.

Besondere Vorsicht ist bei alten, multimorbiden Patienten angezeigt.

Obwohl die Behandlung mit Nimodipin bis anhin nicht mit vermehrt auftretendem intrakranialen Druck assoziiert werden konnte, wird in diesen Fällen eine strenge Überwachung empfohlen. Gleiches gilt bei erhöhtem Wassergehalt im Hirngewebe (generalisiertes zerebrales Ödem).

Bei bestehenden Leberschädigungen sind die Leberparameter zu kontollieren.

Vorsicht ist geboten bei Patienten mit Hypotonie (systolischer Blutdruck <100 mm Hg).

Unerwünschte Wirkung

Herzfrequenzabnahme (Bradykardie), selten auch Herzfrequenzzunahme (Tachykardie).

Bei Patienten mit instabiler Angina pectoris oder während der ersten 4 Wochen nach einem akuten Myokardinfarkt, sollte der Arzt die möglichen Risiken (z.B. reduzierte Durchblutung der Koronararterien und myokardiale ­Ischämie) gegenüber den Vorteilen (z.B. verbesserte Durchblutung des Hirns) abwägen.

Nimodipin wird über das Cytochrom P450 3A4 Enzymsystem metabolisiert. Arzneimittel, welche entweder als Inhibitoren oder Induktoren dieses Enzymsystems bekannt sind, können daher die Clearance von Nimodipin beeinflussen (siehe «Interaktionen»).

Aus diesem Grund können Arzneimittel, welche als Inhibitoren vom Cytochrom P450 3A4 bekannt sind, die Plasmakonzentrationen von Nimodipin erhöhen, z.B.:

– Makrolid-Antibiotika (z.B. Erythromycin),

– Anti-HIV Protease-Inhibitoren (z.B. Ritonavir),

– Azol-Antimykotika (z.B. Ketoconazol),

– die Antidepressiva Nefazodon und Fluoxetin,

– Quinupristin/Dalfopristin,

– Cimetidin,

– Valproinsäure.

Bei gleichzeitiger Verabreichung mit diesen Arzneimitteln sollte der Blutdruck kontrolliert werden und, falls notwendig, eine Dosisreduktion von Nimodipin erwogen werden.

Bei einzelnen Fällen von in-vitro Befruchtungen wurden Calcium-Antagonisten in Verbindung gebracht mit reversiblen biochemischen Veränderungen im Kopfbereich der Spermatozoen, was in einer verminderten Spermium-Funktion resultierte.

Interaktionen

Durch den als Lösungsmittel verwendeten Alkohol sind Interaktionen mit alkohol-unverträglichen Arzneimitteln zu beachten.

Nimodipin ist inkompatibel mit PVC.

Wirkungen von anderen Arzneimitteln auf Nimodipin

Nimodipin wird über das Cytochrom P450 3A4 metabolisiert, welches sich in der intestinalen Mukosa und in der Leber befindet. Arzneimittel, welche entweder als Inhibitoren oder Induktoren dieses Enzymsystems bekannt sind, können daher die Clearance von Nimodipin verändern.

Das Ausmass wie auch die Dauer der Interaktionen sollten berücksichtigt werden, wenn Nimodipin mit einem der folgenden Arzneimittel zusammen verabreicht wird:

Rifampicin

Aufgrund der Erfahrung mit anderen Calcium-Antagonisten ist als Folge der Enzyminduktion durch Rifampicin mit einer Beschleunigung des Nimodipin-Metabolismus zu rechnen. Deshalb kann die Wirksamkeit von Nimodipin bei gleichzeitiger Verabreichung von Rifampicin signifikant erniedrigt werden. Daher ist die Kombination von Rifampicin und Nimodipin kontraindiziert (siehe «Kontraindikatio­nen»).

Ausreichende Erfahrungen über gleichzeitige Anwendung von Nimodipin mit Neuroleptika und Antidepressiva liegen nicht vor.

Bei gleichzeitiger Behandlung mit potentiell nephrotoxischen Arzneimitteln (z.B. Aminoglykoside und/oder Cephalosporine in Kombination mit Fuosemid) sowie bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion kann sich die Nierenfunktion verschlechtern. Eine sorgfältige Überwachung der Nierenfunktion ist in solchen Fällen angezeigt. Bei Verschlechterung der Nierenfunktion sollte ein Abbruch der Behandlung erwogen werden.

Bei gleichzeitiger Verabreichung mit folgenden Cytochrom P450 3A4 Inhibitoren sollte der Blutdruck kontrolliert werden und, falls notwendig, eine Anpassung der Nimodipin-Dosis erwogen werden (siehe «Dosierung/Anwendung»):

Makrolid-Antibiotika (z.B. Erythromycin)

Eine Interaktionsstudie mit Nimodipin und Makrolid-Antibiotika wurde nicht durchgeführt. Von bestimmten Makrolid-Antibiotika weiss man, dass sie als Inhibitoren des Cytochrom P450 3A4 Systems wirken. Daher kann zum heutigen Zeitpunkt die Möglichkeit dieser Interaktion nicht ausgeschlossen werden. Aus diesem Grund sollten Makrolid-Antibiotika nicht in Kombination mit Nimodipin eingesetzt werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Trotz der strukturellen Ähnlichkeit mit der Gruppe der Makrolid-Antibiotika, hat Azithromycin keinen inhibitorischen Effekt auf CYP3A4.

Anti-HIV Protease-Inhibitoren (z.B. Ritonavir)

Es wurden keine Studien durchgeführt, welche die potentiellen Interaktionen zwischen Nimodipin und Anti-HIV Protease-Inhibitoren untersuchen. Berichten zufolge gibt es in dieser Arzneimittel-Klasse potente Cytochrom P450 3A4-Inhibitoren. Daher kann die Möglichkeit einer deutlichen und klinisch relevanten Erhöhung der Nimodipin-Plasmakonzentration bei gleichzeitiger Verabreichung mit diesen Protease-Inhibitoren nicht ausgeschlossen werden (siehe »Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Azol-Antimykotika (z.B. Ketoconazol)

Eine Interaktionsstudie zwischen Nimodipin und Ketoconazol wurde nicht durchgeführt. Azol-Antimykotika sind bekannte Inhibitoren des Cytochrom P450 3A4 Enzymsystems. Zudem existieren verschiedene Berichte über Interaktionen mit anderen Dihydropyridin Calcium-Antagonisten (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Nefazodon

Es wurden keine Studien durchgeführt zur Untersuchung einer möglichen Interaktion zwischen Nimodipin und Nefazodon. Berichten zufolge ist dieses Antidepressivum ein potenter Inhibitor des Cytochrom P450 3A4. Daher kann ein möglicher Anstieg der Nimodipin Plasmakonzentration bei gleichzeitiger Verabreichung mit Nefazodon nicht ausgeschlossen werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Fluoxetin

Die gleichzeitige Verabreichung von Nimodipin und dem Antidepressivum Fluoxetin im Steady-state führte zu Nimodipin Plasmakonzentrationen, welche um ungefähr 50% erhöht waren. Die Fluoxetin-Exposition war deutlich erniedrigt, während dessen aktiver Metabolit Norfluoxetin nicht beeinträchtigt war.

Quinupristin/Dalfopristin

Basierend auf der Erfahrung mit dem Calcium-Antagonisten Nifedipin kann die gleichzeitige Verabreichung mit Quinupristin/Dalfopristin zu erhöhten Nimodipin-Plasmakonzentrationen führen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Cimetidin

Die gleichzeitige Verabreichung des H2-Antagonisten Cimetidin kann zu einer Erhöhung der Plasmakonzentration von Nimodipin führen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Valproinsäure

Die gleichzeitige Verabreichung des Antikonvulsivums Valproinsäure kann zu einer Erhöhung der Plasmakonzentration von Nimodipin führen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Weitere Arzneimittel-Interaktionen

Nortriptylin

Die gleichzeitige Verabreichung von Nimodipin und Nor­triptylin im Steady-state führte zu einem leichten Abfall der Nimodipin Exposition. Der Nortriptylin Plasmaspiegel war unverändert.

Wirkungen von Nimodipin auf andere Arzneimittel

Antihypertensiva

Nimodipin kann die blutdrucksenkende Wirkung gleichzeitig verabreichter Antihypertensiva verstärken, z.B.:

Diuretika,

Beta-Blocker,

ACE-Hemmer,

Alpha1-Antagonisten,

andere Calcium-Antagonisten,

Alpha-adrenerge Inhibitoren,

PDE5-Inhibitoren,

Alpha-Methyldopa.

Sollte jedoch eine solche Kombination notwendig sein, muss der Patient besonders vorsichtig überwacht werden.

Zidovudin

In einer Studie an Affen resultierte die gleichzeitige Verabreichung des Virostatikums Zidovudin i.v. mit Nimodipin i.v. (Bolus) in einem signifikant höheren AUC-Wert für Zidovudin, während das Verteilungsvolumen und die Clearance signifikant verringert waren. Die gleichzeitige Anwendung beim Menschen sollte daher mit Vorsicht erfolgen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Tierstudien haben unerwünschte Effekte auf den Fötus gezeigt (Fötotoxizität o.a.) und es existieren keine kontrollierten Humanstudien.

Nimotop sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn es ist klar notwendig.

Stillzeit

Es konnte gezeigt werden, dass die Konzentrationen von Nimodipin und dessen Metaboliten in der Muttermilch in der gleichen Grössenordnung liegen wie im entsprechenden mütterlichen Plasma. Stillende Mütter sollten daher auf das Stillen ihres Säuglings verzichten, wenn sie Nimodipin einnehmen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt. Im Zusammenhang mit dem möglichen Auftreten von Schwindel kann die Fähigkeit, ein Fahrzeug zu lenken oder eine Maschine zu bedienen, beeinträchtigt werden.

Unerwünschte Wirkungen

Meldungen aus klinischen Versuchen

Folgende unerwünschte Arzneimittelwirkungen wurden in klinischen Studien mit Nimodipin (Placebo-kontrollierte Studien: Nimodipin N= 703; Placebo N= 692; unkontrollierte Studien: Nimodipin N= 2496; Status: 31. Aug. 2005) beobachtet (geordnet gemäss MEDDRA-Systematik):

Störungen von Blut und Lymphsystem

Gelegentlich (0,1–1%): Thrombozytopenie.

Störungen des Immunsystems

Gelegentlich (0,1–1%): milde bis mässige allergische Reaktionen, assoziierte klinische Hautsymptome, Rash).

Störungen des Nervensystems

Gelegentlich (0,1–1%): Kopfschmerzen.

Herzstörungen

Gelegentlich (0,1–1%): Tachykardie.

Selten (0,01–0,1%): Bradykardie.

Störungen der Gefässe

Gelegentlich (0,1–1%): Hypotonie; Vasodilatation.

Gastrointestinale Störungen

Gelegentlich (0,1–1%): Übelkeit.

Selten (0,01–0,1%): Ileus.

Störungen der Leber und Galle

Selten (0,01–0,1%): Anstieg der Leberenzyme (einschliesslich Transaminasen, alkalische Phosphatasen und γ-GT)

Allgemeine Störungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Selten (0,01–0,1%): Reaktionen an der Infusionsstelle, Thrombophlebitis.

Überdosierung

Symptome

Bei einer akuten Überdosierung muss mit einer stärkeren Blutdrucksenkung, Tachykardie, Bradykardie, Gesichtsrötung (Flush) und Kopfschmerzen gerechnet werden.

Massnahmen

Bei starkem Blutdruckabfall sollten Dopamin, Noradrenalin oder Sympathomimetika wie Phenylephrin verabreicht werden. Da kein spezifisches Antidot bekannt ist, sollte sich die Therapie anderer Begleitwirkungen nach den im Vordergrund stehenden Symptomen richten.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: C08CA06

Wirkungsmechanismus

Nimodipin – ein Calciumantagonist – hat eine bevorzugt zerebral antivasokonstriktorische und antiischämische Wirkung. Durch verschiedene gefässwirksame Stoffe (z.B. Serotonin, Prostaglandine, Thrombin, Histamin) oder durch Blut oder Blutabbauprodukte ausgelöste Vasokonstriktionen können durch Nimodipin verhindert oder beseitigt werden.

Die Substanz hemmt den für die Gefässmuskelkontraktion erforderlichen transmembranären Calciumionen-Einstrom. In zahlreichen Versuchen zeigten sich hierbei Hirngefässe bedeutend sensitiver für Nimodipin als periphere Gefässe.

Pharmakodynamik

Untersuchungen bei Patienten mit akuten zerebralen Durchblutungsstörungen erbrachten, dass Nimodipin die Hirngefässe erweitert und die Hirndurchblutung erhöht, wobei die Mehrperfusion in vorgeschädigten oder minderdurchbluteten Hirnbezirken in der Regel signifikant ausgeprägt war als in gesunden Hirnarealen. Besonders deutlich zeigte sich das bei zerebralen Gefässspasmen nach Subarachnoidalblutung. Die infolge der Vasospasmen auftretenden ischämischen neurologischen Schäden und die Letalität durch Nimodipin waren signifikant vermindert.

Pharmakokinetik

Nimodipin, der Wirkstoff von Nimotop, wird zu etwa 99% an Plasmaeiweiss gebunden. Nach intravenöser Bolusinjektion von 2 mg Nimodipin fielen die Plasmakonzentrationen biphasisch mit Halbwertszeiten von etwa 6 Minuten und 55 Minuten ab. Eine terminale längere Halbwertszeit liess sich aufgrund der niedrigen Dosis nicht erkennen. Das durchschnittliche Verteilungsvolumen (Vss) betrug 121,0 ± 26,0 l, die totale Clearance (Cltot) 124,3 ± 28,7 l/Std. Bei 15 Patienten mit einer Subarachnoidalblutung wurden Plasma- und Liquorkonzentrationen während einer 7- bis 14tägigen Nimodipin-Infusion (48 mg/Tag) mit anschliessender oraler Nachbehandlung verfolgt. Während der Infusionsphase lagen die gemittelten Plasmakonzentrationen der unveränderten Substanz zwischen 36 und 72 µg/l. In einer weiteren Studie erhielten Patienten mit Subarachnoidalblutung für mindestens 7 Tage eine Nimodipin-Dauerinfusion (Dosis 2 mg/Std.). Während der Nimodipin-Infusion ergab sich ein mittlerer Wert für die Plasmakonzentration von 26,6 ± 1,8 ng/ml.

Nimodipin passiert die Blut-Hirn-Schranke. Die Konzentration der Substanz im Hirngewebe entspricht der Konzentration an nicht proteingebundener Substanz im Plasma.

In der Leber wird die Substanz weitgehend abgebaut, so dass bei Patienten bzw. Patientinnen mit schweren Leberfunktionsstörungen, speziell Leberzirrhose, mit einer Erhöhung der Plasmakonzentration von Nimodipin zu rechnen ist. Nach oraler Applikation von 20 mg C-Nimodipin wurden innerhalb von 4 Tagen ca. 50% der Dosis mit dem Urin in Form von Metaboliten und 35% mit den Fäzes ausgeschieden.

Wie tierexperimentelle Studien zur Organverteilung zeigen, findet keine Kumulation in bestimmten Organen statt.

Präklinische Daten

Chronische Toxizität

Ratten wurden während zwei Jahren mit Nimodipin im Futter behandelt. Die täglichen Dosen betrugen hierbei ungefähr bis zu 90 mg/kg/Tag. Dosen von bis zu 15 mg/kg/Tag wurden sowohl von männlichen als auch von weiblichen Ratten ohne erkennbare Schäden vertragen. Es gab keine Anzeichen von onkogenen Substanzwirkungen. Die erwähnten Nimodipin Dosen wurden als Beimischung zum Futter während 21 Monaten an Mäuse verabreicht. Auch diese Studie liess keine Anzeichen von Tumoraktivität erkennen.

In einer einjährigen Studie mit Hunden wurde die systemische Toleranz von Dosen bis zu 6,25 mg Nimodipin/kg/Tag untersucht. Dosen von bis zu 2,5 mg/kg zeigten keine Effekte, während die Dosen von 6,25 mg/kg aufgrund von Störungen im myokardialen Blutfluss zu elektrophysiologischen Veränderungen führten. Jedoch wurden bei dieser Dosis keine histopathologischen Veränderungen im Herz gefunden.

Reproduktionstoxizität

Die Fertilität von männlichen und weiblichen Ratten einschliesslich der folgenden Generationen waren bei Dosen von bis zu 30 mg/kg/Tag nicht beeinträchtigt.

Die Verabreichung von 10 mg/kg/Tag an trächtige Ratten während der Embryogenese zeigte keine schädlichen Auswirkungen. Dosen von 30 mg/kg/Tag und mehr behinderten das Wachstum und verursachten eine Reduktion des Fötusgewichts. Dosen von 100 mg/kg/Tag verursachten vermehrtes embryonales Absterben im Uterus. Teratogene Auswirkungen wurden nicht beobachtet.

Embryotoxizitätsstudien bei Kaninchen mit Dosen bis zu 10 mg/kg/Tag p.o. ergaben keine Anzeichen für teratogene oder andere embryotoxische Auswirkungen.

Um die peri- und postnatale Entwicklung zu untersuchen, wurden Studien mit Ratten mit Dosen bis zu 30 mg/kg/Tag durchgeführt. In einer Studie wurde bei Dosen von 10 mg/kg/Tag und mehr eine Erhöhung der peri- und postnatalen Mortalität sowie eine Verzögerung der physischen Entwicklung beobachtet.

Karzinogenität

In einer Studie auf Lebenszeit wurden Ratten während 2 Jahren mit Nimodipin im Futter mit Dosen bis zu 1800 ppm (ungefähr 90 mg/kg/Tag) behandelt. Dabei gab es keine Anzeichen eines onkogenen Potentials.

In ähnlicher Weise wurde in einer Langzeitstudie, in welcher Mäuse während 21 Monaten mit 500 mg/kg/Tag p.o. behandelt wurden, keine Anzeichen eines onkogenen Potentials für Nimodipin festgestellt.

Mutagenität

Nimodipin wurde extensiv auf genotoxische Effekte untersucht. Alle Tests zur Abklärung der Induktion von mutagenen und chromosomalen Mutationen fielen negativ aus.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Vor Licht schützen!

Nicht über 25 °C lagern!

Zulassungsnummer

48153 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Bayer (Schweiz) AG, 8045 Zürich.

Stand der Information

April 2012.

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