Nicorette Spray 150 Dosen

Nicorette Spray 150 Dosen

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Nicotinum.

Hilfsstoffe: Propylenglycolum, Ethanolum anhydricum, Aromatica (mint), excipiens ad solutionem.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Spray zur Anwendung in der Mundhöhle.

1 Sprühstoss (0.07 ml) enthält 1 mg Nikotin.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Unterstützung der Raucherentwöhnung bei nikotinabhängigen Raucherinnen und Rauchern zur Reduzierung des Suchtverhaltens durch die Verminderung der Entzugssymptome.

Dosierung/Anwendung

Unter der Behandlung mit Nicorette Spray muss der Patient den Tabakkonsum völlig einstellen. Eine starke Motivation, das Rauchen aufzugeben, ist daher wichtig.

Hinweise für die Anwendung: Den Spray gebrauchsbereit machen und anschliessend die Spraydüse so nah wie möglich an den offenen Mund halten. Oben auf den Dispenser drücken und einen Sprühstoss in den Mund freisetzen. Dabei eine Benetzung der Lippen vermeiden. Während des Sprühvorgangs darf nicht eingeatmet werden, damit kein Sprühnebel und lungengängige Partikel in den Respirationstrakt gelangen. Die besten Ergebnisse werden erzielt, wenn nach dem Sprühen für einige Sekunden nicht geschluckt wird. Bei Kontakt des Sprühnebels mit den Augen, diese gründlich mit Wasser ausspülen. Die Nikotinverabreichung muss zeitweise ausgesetzt werden, wenn Symptome einer Nikotinüberdosierung auftreten. Die Einnahme von Nikotin muss verringert werden, indem die Dosierungshäufigkeit reduziert wird, falls die Symptome der Nikotinüberdosierung anhalten.

Dosierung und Behandlungsdauer

Erwachsene

Der Nicorette Spray sollte immer dann zum Einsatz kommen, wenn der Nutzer normalerweise eine Zigarette rauchen würde bzw. wenn sich das Verlangen nach einer Zigarette einstellt.

Die Dosierung ist individuell und richtet sich nach dem zur Reduktion der Entzugssymptome erforderlichen Nikotinbedarf des Patienten.

Die folgende Übersicht zeigt das empfohlene Anwendungsschema für den Spray während der vollen Dosierung (Schritt I) und während des Ausschleichens der Dosierung (Schritt II und Schritt III). Es können bis zu 4 Sprühstösse pro Stunde angewendet werden. Pro Anwendung sollten 2 Sprühstösse nicht überschritten und innerhalb von 24 Stunden nicht mehr als 64 Sprühstösse (4 Sprühstösse pro Stunde über 16 Stunden) angewendet werden.

Schritt I (Wochen 1-6)

1 oder 2 Sprühstösse anwenden wenn normalerweise Zigaretten geraucht würden oder beim Auftreten von Rauchverlangen. Wenn nach einem Sprühstoss das Rauchverlangen nicht innerhalb weniger Minuten nachlässt, sollte ein zweiter Sprühstoss angewendet werden. Falls 2 Sprühstösse erforderlich sind, sollten bei den nachfolgenden Anwendungen 2 aufeinanderfolgende Sprühstösse angewendet werden. Die meisten Raucher benötigen 1 bis 2 Sprühstösse alle 30 bis 60 Minuten.

Schritt II (Wochen 7-9)

Es sollte begonnen werden, die Anzahl Sprühstösse pro Tag zu verringern. Am Ende von Woche 9 sollten nur noch HALB so viele Sprühstösse angewendet werden wie durchschnittlich in Schritt I pro Tag benötigt wurden.

Schritt III (Wochen 10-12)

Die Anzahl der Sprühstösse pro Tag weiter reduzieren, so dass in Woche 12 nicht mehr als 4 Sprühstösse pro Tag angewendet werden. Sobald auf 2 bis 4 Sprühstösse pro Tag reduziert wurde, sollte die Anwendung des Sprays beendet werden.

Beispiel: Wenn üblicherweise durchschnittlich 15 Zigaretten pro Tag geraucht werden, sollten im Verlauf des Tages mindestens 15-mal 1 bis 2 Sprühstösse angewendet werden.

Um nach Schritt III rauchfrei zu bleiben, kann der Spray in Situationen mit starkem Rauchverlangen weiter angewendet werden. In diesen Situationen kann zunächst ein Sprühstoss angewendet werden und ein zweiter Sprühstoss, falls ein Sprühstoss nicht innerhalb weniger Minuten hilft. In dieser Phase sollten nicht mehr als 4 Sprühstösse pro Tag angewendet werden.

Eine mehr als 3 Monate dauernde regelmässige Anwendung des Sprays wird nicht empfohlen. Bei einigen ehemaligen Rauchern kann eine längere Behandlung notwendig sein, um einen Rückfall in ihre Rauchgewohnheiten zu verhindern. Nicht verbrauchter Spray sollte für die Anwendung beim Auftreten eines plötzlichen Rauchverlangens aufbewahrt werden.

Kinder und Jugendliche

Nicorette Spray sollte bei Personen unter 18 Jahren ohne ärztliche Empfehlung nicht angewendet werden. Es liegen keine Daten aus kontrollierten Studien vor, welche die Behandlung von Jugendlichen unter 18 Jahren mit dem Spray unterstützen (siehe Rubrik «Kontraindikationen»).

Kontraindikationen

Das Präparat ist kontraindiziert bei Nichtrauchern und Kindern unter 12 Jahren sowie bei Jugendlichen bis 18 Jahren ohne ärztliche Verordnung. Überempfindlichkeit gegen Nikotin oder einen der Hilfsstoffe, die im Spray enthalten sind.

Schwangerschaft/Stillzeit.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Bei Patienten mit den folgenden Erkrankungen müssen Nutzen und Risiken von einem Arzt abgewogen werden:

Abhängige Raucher unmittelbar (<4 Wochen) nach einem Myokardinfarkt, mit instabiler oder sich verschlechternder Angina pectoris, einschliesslich Prinzmetal-Angina, mit schweren Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck oder vor kurzem aufgetretenem Schlaganfall sollten dazu angehalten werden, das Rauchen ohne medikamentöse Unterstützung zu beenden (z.B. mit Hilfe einer Beratung). Falls dies nicht gelingt, kann die Anwendung von Nicorette Spray erwogen werden. Da die Daten zur Sicherheit bei dieser Patientengruppe limitiert sind, darf die Anwendung nur unter strenger ärztlicher Überwachung erfolgen.

Patienten mit stabilen kardiovaskulären Erkrankungen (wie z.B. stabiler Angina pectoris, länger zurückliegendem Myokardinfarkt, koronarem Bypass oder Angioplastie, zerebrovaskulärer Insuffizienz, Herzinsuffizienz, Hypertonie, arterieller Verschlusskrankheit) dürfen Nicorette nur nach Absprache mit einem Arzt oder einer Ärztin anwenden.

Nieren- und Lebererkrankungen: Bei Patienten mit schwerer bis mässiger Leberinsuffizienz oder schwerer Niereninsuffizienz, ist das Nutzen-Risikoverhältnis einer Therapie mit Nicorette Spray sorgfältig abzuwägen, da die Clearance von Nikotin oder dessen Metaboliten gesenkt und damit das Potenzial für Nebenwirkungen erhöht werden kann.

Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts: Nikotin kann die Symptome bei Patienten mit Ösophagitis, Magengeschwür und peptischem Ulkus und chronischen Erkrankungen des Rachenraumes verschlechtern. Nicorette Spray sollte bei diesen Erkrankungen mit Vorsicht eingesetzt werden.

Phäochromozytom und unbehandelter Hyperthyroidismus: Nikotin bewirkt die Freisetzung von Katecholaminen und sollte daher mit Vorsicht bei Patienten mit unkontrolliertem Hyperthyreodismus und Phäochromozytom eingesetzt werden.

Diabetes mellitus: Patienten mit Diabetes mellitus sollten ihren Blutzuckerspiegel engmaschiger als üblich kontrollieren, wenn sie vom Nikotin entwöhnt werden und mit einer Nikotinersatztherapie beginnen, da eine Verringerung der durch Nikotin freigesetzten Katecholamine Auswirkungen auf den Kohlenhydratstoffwechsel haben kann. Es ist wichtig, dass der Patient während der Behandlung durch andere Aktivitäten unterstützt wird, um die Entwöhnung vom Rauchen zu erleichtern.

Der Patient sollte zu Beginn der Behandlung dazu angehalten werden, das Rauchen vollständig einzustellen. Wenn der Patient während der Behandlung mit Nicorette Spray unvermindert weiterraucht, ist er der Gefahr von Nebenwirkungen aufgrund höherer Nikotinspiegel als beim gewöhnlichen Rauchen ausgesetzt.

Hilfsstoffe: Der Spray enthält kleine Mengen Ethanol (Alkohol), weniger als 100 mg pro Sprühstoss.

Es ist darauf zu achten, den Spray nicht in die Augen zu sprühen und nicht in die Atemwege gelangen zu lassen, also einzuatmen, denn die darin enthaltenen Partikel könnten lungengängig sein.

Abhängigkeitspotential: Eine Abhängigkeit von Nikotinprodukten kann auftreten, ist jedoch selten und sowohl weniger gesundheitsschädlich als auch leichter zu entwöhnen als eine Nikotinabhängigkeit von Rauchen.

Interaktionen

Es sind keine klinisch relevanten Wechselwirkungen zwischen der Nikotinersatztherapie und anderen Arzneimitteln bekannt. Nikotin kann jedoch die hämodynamische Wirkung von Adenosin verstärken, d.h. Blutdruck und Herzfrequenz erhöhen und die durch die Adenosinverabreichung hervorgerufene Schmerzreaktion (Angina-Pectoris-Brustschmerz) steigern.

Weitere Informationen zur veränderten Verstoffwechslung von bestimmten Arzneimitteln nach Nikotinentwöhnung finden Sie unter «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

Raucherentwöhnung: Eine Raucherentwöhnung, ob mit oder ohne partielle Nikotinsubstitution, kann die Reaktion auf gleichzeitig verabreichte Arzneimittel verändern. Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe in Tabakrauch leiten die Verstoffwechslung von Arzneimitteln ein, die mittels CYP 1A2 metabolisiert werden. Bei Verzicht auf Zigaretten kann es zu einer Verlangsamung des Stoffwechsels und folglich zu einem erhöhten Spiegel dieser Arzneimittel im Blut kommen.

Dies ist unter Umständen bei Arzneimitteln mit einer engen therapeutischen Breite von klinischer Bedeutung, z.B. bei Theophyllin, Tacrin, Clozapin und Ropirinol.

Auch der Plasmaspiegel von Koffein kann erhöht sein.

Die Plasmakonzentrationen anderer Arzneimittel, welche teilweise durch CYP1A2 metabolisiert werden, z.B. Imipramin, Olanzapin, Clomipramin und Fluvoxamin können ebenfalls bei der Raucherentwöhnung ansteigen, obwohl Hintergrunddaten fehlen und die klinische Relevanz dieses Effektes für die genannten Substanzen nicht bekannt ist.

Spärliche Daten weisen darauf hin, dass auch der Metabolismus von Flecainid und Pentazocin durch Rauchen induziert werden kann.

Schwangerschaft/Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter/Konzeption bei Männern und Frauen

Im Gegensatz zu den bekannten Nebenwirkungen von Tabakrauch auf die Konzeption und Schwangerschaft sind die Auswirkungen einer therapeutischen Nikotinbehandlung unbekannt. Für Frauen mit Kinderwunsch besteht die grösste Sicherheit darin, weder zu rauchen noch sich einer Nikotinersatztherapie zu unterziehen.

Fertilität

Bei Frauen führt der Tabakkonsum zu einer verzögerten Konzeption, verringert die Erfolgsraten einer In-vitro-Fertilisierung und erhöht signifikant das Risiko einer Infertilität. Bei Männern führt der Tabakkonsum zu einer verringerten Spermaproduktion, erhöhtem oxidativem Stress und Schädigung der DNA. Die Spermatozoen von Rauchern weisen eine geringere Fertilisierungskapazität auf.

In tierexperimentellen Studien beeinträchtigte Nikotin die Fertilität (siehe «Präklinische Daten»). Es ist nicht bekannt, inwiefern Nikotin an dieser Wirkung auf den Menschen beteiligt ist.

Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft sollte keine Form von Nikotin zugeführt werden, weder durch Zigaretten noch in Form einer Entwöhnungstherapie mit Nicorette Spray.

Die spezielle Wirkung von Nicorette Spray auf die Fötalentwicklung ist nicht bekannt.

Nikotin gelangt bis zum Fötus und beeinflusst die Atmungsbewegungen und den Kreislauf. Der Effekt auf den Kreislauf ist dosisabhängig. Nikotin, auch unter Substitutionsbehandlung, kann ein vermindertes Geburtsgewicht, ein erhöhtes Abortrisiko und eine erhöhte perinatale Mortalität verursachen. In tierexperimentellen Studien fand sich eine Reproduktionstoxizität von Nikotin (siehe «Präklinische Daten»).

Die frühzeitige Nikotinentwöhnung ist eine wirksame Einzelmassnahme zur Verbesserung der Gesundheit der schwangeren Raucherin und des Babys.

Schwangere Raucherinnen sollten sich einer Entwöhnungskur möglichst ohne pharmakologischen Nikotinersatz unterziehen. Die Anwendung von Nicorette Spray während der Schwangerschaft kann lediglich dann vom Arzt oder der Ärztin erwogen werden, wenn die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Entwöhnungskur das Risiko einer Nikotinexposition rechtfertigt, und die Patientin andernfalls rauchen würde.

Stillzeit

Während der Stillzeit sollte keine Form von Nikotin zugeführt werden, weder durch Zigaretten noch in Form einer Entwöhnungstherapie mit Nicorette Spray.

Die Anwendung von Nicorette Spray während der Stillzeit wurde nicht untersucht. Nikotin geht in kleinen Mengen, die dem Säugling selbst bei einer therapeutischen Dosierung des Sprays schaden können, in die Muttermilch über. Während der Stillzeit sollte daher die Anwendung von Nicorette vermieden werden. Sollte eine Nikotinsubstitution während der Stillzeit erforderlich sein, ist der Säugling auf Flaschennahrung umzustellen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Da Nicorette Spray unerwünschte Wirkungen wie Kopfschmerzen und Übelkeit verursachen kann, kann dieses Arzneimittel einen Einfluss auf die Reaktionsfähigkeit, die Fähigkeit, Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen und auf die Fahrtüchtigkeit haben.

Unerwünschte Wirkungen

Wirkungen der Nikotinentwöhnung

Bei Anwendern, die den gewohnheitsmässigen Gebrauch von Tabakerzeugnissen auf welche Weise auch immer einstellen, ist ein damit verbundenes Nikotinentzugssyndrom zu erwarten. Dazu gehören emotionale oder kognitive Wirkungen wie Dysphorie oder depressive Stimmung, Schlaflosigkeit, Reizbarkeit, Frustration oder Zorn, Angst, Konzentrationsschwierigkeiten, Ruhelosigkeit oder Ungeduld. Es können auch körperlich Wirkungen auftreten wie, verminderte Herzfrequenz sowie gesteigerter Appetit oder Gewichtszunahme, Schwindel, präsynkopale Symptome, Husten, Obstipation, Mundgeschwüre, Zahnfleischbluten und Nasopharyngitis. Nikotinverlangen mit Drang zu Rauchen ist ebenfalls als klinisch relevantes Symptom anerkannt und ein wichtiges zusätzliches Element des Nikotinentzugs nach Einstellen des Rauchens.

Nebenwirkungen von Nicorette Spray

Nicorette Spray kann prinzipiell die gleichen Nebenwirkungen wie andere Applikationsformen von Nikotin hervorrufen und sind überwiegend dosisabhängig. Lokale Nebenwirkungen der Anwendung sind jenen ähnlich, die bei anderen oralen Darreichungsformen beobachtet wurden. Während den ersten Behandlungstagen kann es zu Reizungen im Mund oder Rachen und besonders häufig zu Schluckauf kommen. Es können vermehrt Aphten auftreten. Bei Daueranwendung ist eine Toleranzentwicklung üblich.

Die tägliche Erfassung der Daten von Studienteilnehmern hat gezeigt, dass häufig auftretende unerwünschte Ereignisse während der ersten 2-3 Wochen nach Behandlungsbeginn beobachtet wurden und anschliessend abnahmen. Allergische Reaktionen (einschliesslich der Symptome einer Anaphylaxie) treten selten während der Anwendung des Nicorette Spray auf.

Die Häufigkeit unerwünschter Reaktionen wurde aufgrund einer Metaanalyse klinischer Studien ermittelt sowie aufgrund von Arzneimittelreaktionen, die nach Markteinführung aufgetreten sind. Die Häufigkeit der unerwünschten Reaktionen wurde gemäss der folgenden Konvention definiert:

«Sehr häufig» (≥1/10), «häufig» (<1/10, ≥1/100), «gelegentlich» (<1/100, ≥1/1000), «selten» (<1/1000, ≥1/10'000), «sehr selten» (<1/10'000); Einzelfälle (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Folgende Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Nicorette Spray auftreten:

Erkrankungen des Immunsystems

Häufig: Überempfindlichkeit*.

Einzelfälle: Anaphylaktische Reaktionen*.

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich: Abnormer Traum*.

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig: Kopfschmerzen*,α (23.2%), Dysgeusie (12.2%).

Häufig: Parästhesie*.

Augenerkrankungen

Gelegentlich: vermehrte Tränensekretion.

Einzelfälle: Verschwommensehen.

Herzerkrankungen

Gelegentlich: Palpitationen*, Tachykardie*.

Gefässerkrankungen

Gelegentlich: Erröten* Hypertonie*.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Sehr häufig: Schluckauf (49.4%), Husten (10.5%), Irritationen im Rachen (13.5%).

Häufig: Enggefühl im Hals.

Gelegentlich: Dysphonie, Dyspnoe*, Rhinorrhoe, Bronchospasmus, Niesen, Nasenverstopfung, Schmerzen im Oropharynx.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig: Übelkeit* (29.8%), Dyspepsie (26.0%), Schmerzen und Parästhesien des oralen Weichteilgewebes (37.3%), Stomatitis (25.4%), vermehrter Speichelfluss (22.3%), trockener Mund und/oder Hals (12.7%).

Häufig: Erbrechen*, Flatulenz, abdominale Schmerzen, Diarrhoe.

Gelegentlich: Glossitis, Aufstossen, Exfoliation der Mundschleimhaut (Blasenbildung und Exfoliation).

Selten: Dysphagie, Brechreiz, Hypoaesthesie oral.

Einzelfälle: Trockener Hals, Gastrointestinalbeschwerden*, Lippenschmerzen.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Hyperhydrose*, Pruritus*, Hautausschlag*, Urtikaria*.

Einzelfälle: Angioödem*, Erythem*.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr häufig: brennende Lippen (13.2%).

Häufig: Müdigkeit*, Schmerzen und Unbehagen im Thoraxraum*.

Gelegentlich: Asthenie*, Unwohlsein*.

* Systemische Wirkungen.

Berichtete Häufigkeit wie bei Placebo oder darunter.

α Obwohl die Häufigkeit in der aktiven Gruppe niedriger als die in der Placebogruppe ist, war die Häufigkeit in der spezifischen Rezeptur, in der die PT als systemische ADR identifiziert wurde, in der aktiven Gruppe höher als in der Placebogruppe.

Überdosierung

Zu einer Überdosierung kann es kommen, wenn der Patient vor der Behandlung eine sehr geringe Nikotintoleranz hat oder gleichzeitig andere Darreichungsformen von Nikotin anwendet (z.B. bei fortgesetztem Zigarettenkonsum). Die akute oder chronische Toxizität von Nikotin beim Menschen ist vor allem von Art und Weg der Verabreichung abhängig. Die Gewöhnung an Nikotin (z.B. beim Raucher) führt bekanntermassen zu einer höheren Verträglichkeit im Vergleich zu Nichtrauchern. Die akute Letaldosis Nikotin beträgt bei Kindern (bei oraler Aufnahme des Tabaks aus Zigaretten) 40-60 mg bzw. 0,8 bis 1,0 mg/kg bei erwachsenen Nichtrauchern. Im Falle einer Überdosierung entsprechen die Symptome denjenigen einer akuten Nikotinvergiftung. Es treten auf: Übelkeit, Erbrechen, Speichelfluss, Bauchschmerz, Durchfall, Schweissausbrüche, Kopfschmerzen, Schwindel, Hörstörungen und ausgeprägte Schwäche. Im äussersten Fall können folgen: Blutdruckabfall, schwacher, unregelmässiger Puls, Dyspnoe, Ohnmacht, Kreislaufkollaps und Terminalkrämpfe.

Nikotindosen, welche von Erwachsenen Rauchern gut vertragen werden, können bei Kleinkindern schwere Symptome einer Nikotinvergiftung hervorrufen, welche sich als fatal erweisen können. Der Verdacht auf Nikotinvergiftung bei Kindern stellt einen Notfall dar und muss umgehend behandelt werden.

Massnahmen bei Überdosierung:

Bei schweren Intoxikationen werden die folgenden Massnahmen empfohlen: sofortige Unterbrechung jeglicher Nikotinzufuhr und gezielte Behandlung der auftretenden Symptome (Aufrechterhalten einer normalen Körpertemperatur, künstliche Beatmung im Falle respiratorischer Insuffizienz und der Standardbehandlung bei Hypotension bzw. bei kardiovaskulärem Kollaps, falls erforderlich). Bei Verschlucken einer übermässigen Menge an Nikotin reduziert Aktivkohle die gastrointestinale Absorption von Nikotin.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N07BA01

Wirkungsmechanismus

Reduktion der Entzugssymptome bei nikotinabhängigen Rauchern.

Pharmakodynamik

Nikotin fungiert als Agonist an den Nikotinrezeptoren im peripheren und zentralen Nervensystem und weist Wirkungen auf das ZNS sowie Herz und Gefässe auf.

Ein plötzliches Einstellen des regelmässigen Konsums von tabakhaltigen Produkten führt zum charakteristischen Syndrom mit Entzugssymptomen, wie z.B. Verlangen (dringendes Verlangen zu rauchen), wie sie unter «Unerwünschte Wirkungen» beschrieben sind. Klinischen Studien zufolge können Nikotinersatzprodukte Rauchern helfen, auf das Rauchen zu verzichten oder ihren Tabakkonsum zu verringern, da sie diese Entzugssymptome lindern.

Im Vergleich zu Nikotin-Kaudepots oder Nikotin-Sublingualtabletten wird Nikotin aus dem Spray rascher resorbiert (siehe «Pharmakokinetik»). Basierend auf früherer Erfahrung mit Nikotin-Ersatzpräparaten führt dies zu einem schnelleren Beginn der Linderung von Rauchverlangen und anderen Symptomen. Die Erfahrung aus Studien bestätigt dies.

Eine Einzeldosis-Studie bei 200 gesunden Rauchern zeigte, dass 2 Sprühstösse à 1 mg das Rauchverlangen 1 Minute nach Verabreichung reduzierten und in einem signifikant grösseren Ausmass als die 4 mg Sublingualtabletten während den ersten 1, 3, 5 und 10 Minuten. Die beobachteten geschätzten Zeiten (Median) bis zu einer Reduktion des gespürten Rauchverlangens um 25% und 50% im Verhältnis zu Baseline waren für 2 Sprühstösse des 1 mg Sprays etwa 3-mal kürzer als für die Nikotin-Sublingualtablette à 4 mg (25% Reduktion: 1.19 vs. 3.40 Minuten; 50% Reduktion: 3.49 vs. 9.20 Minuten).

Klinische Wirksamkeit

Insgesamt 479 für einen Rauchstopp motivierte Raucher wurden in eine 52-wöchige, randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte, Multicenter-Studie eingeschlossen. Die Probanden erhielten während den ersten 6 Wochen eine Behandlung mit der vollen Dosierung, anschliessend wurde die Dosis über die nächsten 6 Wochen reduziert. Eine gelegentliche Anwendung des Produktes wurde bis Woche 24 erlaubt. Das Hauptziel der Studie war die Wirksamkeit von Nicorette Spray für das Erreichen einer andauernden Abstinenz von Woche 2 bis und mit Woche 6, Woche 24 und Woche 52 versus Placebo zu untersuchen.

In Woche 52 betrug die Erfolgsrate in der Gruppe der Studienteilnehmer, die mit der Unterstützung von Nicorette Spray rauchfrei werden wollten, 13.8% versus 5.6% in der Gruppe, die Placebo erhielten. Die Risk Ratio, dass Raucher nach einer 52-wöchigen Behandlung mit Rauchen aufgehört haben, betrug bei Nicorette Spray 2.48 gegenüber Placebo (p=0.007). Somit war die Chance, dass die Studienteilnehmer mit der Unterstützung von Nicorette Spray nach 12 Monaten rauchfrei wurden 2,5-mal höher als in der Placebo-gruppe. Eine Behandlung über 3 Monate hinaus wird allerdings nicht empfohlen.

CO-geprüfte, von Woche 2 andauernde Abstinenzraten. Daten aus einer Phase-III-Studie mit 479 Probanden

ZeitpunktNikotin-Spray(n=318)Placebo-Spray(n=161)p-WertOdds Ratio[95% CI]Risk Ratio[95% CI]
Woche 626.1% (n=83)16.1% (n=26)0.0141.83 [1.12, 3.00]1.62 [1.09, 2.41]
Woche 2415.7% (n=50)6.8% (n=11)0.0062.54 [1.28, 5.04]2.30 [1.23, 4.30]
Woche 5213.8% (n=44)5.6% (n=9)0.0072.71 [1.29, 5.71]2.48 [1.24, 4.94]

Pharmakokinetik

Nikotin ist dibasisch und weist einen pKa1-Wert von ca. 3 und einen pKa2-Wert von ca. 8 auf. Nikotin ist schwach basisch und seine Wanderung durch die Zellmembran ist vom pH-Wert abhängig. Nikotin ist in Abhängigkeit vom Ionisierungsgrad leicht löslich in Wasser und Lipiden. Nikotin weist zwei Stereoisomere auf: (S)- und (R)-Form. Doch nur das (S)-Nikotin ist biologisch aktiv.

Die pharmakokinetischen Studien zu Nicorette Spray-Produkten wurden mit erwachsenen Rauchern durchgeführt.

Absorption

Eine Verabreichung via Spray setzt die Nikotindosis unverzüglich frei, was eine schnelle Absorption des Nikotins aus dem Spray zur Folge hat. In Studien, welche die Nikotinaufnahme untersuchten, zeigte sich beim Nicorette Spray bereits nach 2 Minuten eine Nikotinaufnahme, was dem ersten Messpunkt entspricht.

Eine maximale Konzentration von 5.3 ng/ml wird innerhalb von 13 Minuten nach der Anwendung einer 2 mg Dosis erreicht. Beim Vergleich der Nikotin-AUC während der ersten 10 Minuten nach Verabreichung liegen die Berechnungen für den Spray in einer Dosis von 1 mg und 2 mg über jenen für das Nikotin Kaudepot und die Nikotin Sublingualtabletten in einer Dosierung von jeweils 4 mg (0.48 und 0.64 h × ng/ml vs. 0.33 und 0.33 h × ng/ml).

Die Berechnungen der AUC zeigen, dass die Bioverfügbarkeit des mit dem Spray verabreichten Nikotins jener des Nikotin Kaudepots und der Nikotin Sublingualtablette ähnlich ist resp. leicht höher. Die AUC nach 2 mg Spray wurde mit 14.0 h × ng/ml berechnet, verglichen mit 23.0 h × ng/ml und 26.7 h × ng/ml nach 4 mg Nikotin Kaudepot und 4 mg Nikotin Sublingualtablette.

Die durchschnittliche Nikotin-Plasmakonzentration im Steady State nach Anwendung der Maximaldosis (d.h. 2 Sprühstösse à 1 mg des Sprays alle 30 Minuten) liegt in der Grössenordnung von etwa 28.8 ng/ml im Vergleich zu 23.3 ng/ml bei der Anwendung des 4 mg Nikotin Kaudepots (1 Kaudepot pro Stunde) und 25.5 ng/ml nach Anwendung der 4 mg Nikotin Sublingualtablette (1 Sublingualtablette pro Stunde).

Distribution

Das Verteilungsvolumen nach intravenöser Gabe von Nikotin beträgt 2-3 l/kg. Die Plasmaproteinbindung von Nikotin liegt bei weniger als 5%. Es ist daher nicht zu erwarten, dass Veränderungen der Nikotinbindung durch Gebrauch von Begleitmedikation oder durch eine krankheitsbedingte Alteration der Plasmaproteine einen signifikanten Einfluss auf die Nikotinkinetik haben.

Nikotin passiert die Blut-Hirn- und die Plazentaschranke und tritt in die Muttermilch über.

Metabolismus

Ergebnisse pharmakokinetischer Studien legen den Schluss nahe, dass Verstoffwechslung und Ausscheidung von Nikotin unabhängig von der Nikotinrezeptur sind und daher Ergebnisse aus Studien zur intravenösen Verabreichung von Nikotin zur Beschreibung von Verteilung, Metabolismus, Verstoffwechslung und Ausscheidung herangezogen werden können.

Nikotin wird vor allem in der Leber metabolisiert. Auch in Lunge und Gehirn findet Nikotinmetabolisierung in kleinem Umfang statt. Bei der Metabolismus von Nikotin ist vor allem das Enzym CYP2 A6 beteiligt. Es wurden 17 verschiedene Abbauprodukte des Nikotins identifiziert, die wahrscheinlich alle weniger wirksam sind als die Ausgangssubstanz. Der Hauptmetabolit im Plasma, Kotinin, wird mit einer Halbwertszeit von 14 bis 20 Stunden eliminiert und erreicht zehnmal höhere Konzentrationen als Nikotin.

Elimination

Die Halbwertszeit beträgt 2-3 Stunden. Die durchschnittliche Gesamt Plasmaclearance von Nicotin beträgt 66.6-90.0 l/h.

Normalerweise werden etwa 10-15% des Nikotins unverändert renal ausgeschieden. Jedoch können bei hohen Urinflussraten und einer Ansäuerung des Harns auf einen pH-Wert unter 5 bis zu 23% ausgeschieden werden. Die wichtigsten, über den Urin ausgeschiedenen Metaboliten von Nikotin sind Kotinin und Trans-3-Hydroxy-Kotinin. Nur ein kleiner Teil des Kotinins (10-12% der Dosis) wird unverändert renal ausgeschieden. Kotinin wird zu polaren wasserlöslichen Substanzen weiter metabolisiert und ist besonders in hydroxilierter Form (Trans-3-Hydroxy-Kotinin) im Urin zu finden (28-37% der Dosis).

Zwischen Männern und Frauen besteht hinsichtlich der Pharmakokinetik kein Unterschied.

Linearität/Nicht-Linearität

Es wurde nur eine geringe Abweichung der Dosis-Linearität der AUC und Cmax beobachtet, wenn Einzeldosen von 1, 2, 3 und 4 Sprühstössen des 1 mg-Sprays verabreicht wurden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Niereninsuffizienz

Bei schwerer Niereninsuffizienz ist mit einer Beeinträchtigung der Clearance von Nikotin und seinen Metaboliten zu rechnen. Bei Studienteilnehmern mit schwerer Nierenerkrankung war die Clearance von Nikotin um durchschnittlich 50% herabgesetzt. Bei Hämodialyse-Patienten, die rauchen wurden erhöhte Nikotinspiegel beobachtet.

Leberinsuffizienz

Die Nikotinclearance ist bei Rauchern mit Leberzirrhose und leichter Leberinsuffizienz (Child-Pugh-Score 5) unbeeinträchtigt, während sie bei mässiger Leberinsuffizienz (Child-Pugh-Score 7) herabgesetzt ist, (die Gesamtclearance wurde durchschnittlich um 40-50% herabgesetzt). Es liegen keine Daten zur Pharmakokinetik von Nikotin bei Rauchern mit einem Child-Pugh-Score von über 7 vor.

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten wurde eine geringfügig reduzierte Gesamtclearance für Nikotin nachgewiesen, jedoch sind die Abweichungen unterschiedlich und rechtfertigen keine allgemeine altersabhängige Dosisanpassung.

Präklinische Daten

Es liegen keine präklinischen Daten zur Sicherheit von Nicorette Spray vor. Die Toxizität von Nikotin als Tabakbestandteil ist jedoch gut dokumentiert. Typische Symptome einer akuten Vergiftung sind schwacher und unregelmässiger Puls, Atemnot und generalisierte Krämpfe.

Mutagenität/Kanzerogenität

In-vitro- und In-vivo-Tests zur Genotoxizität von Nikotin haben widersprüchliche Ergebnisse hervorgebracht. Die Datenlage zum karzinogenen Potential von Nikotin ist ebenfalls unklar. Während Analysen der Ergebnisse aus Langzeitkarzinogenitätstests mit Nikotin oder Kotinin, dem wichtigsten Metaboliten von Nikotin, ergeben haben, dass Nikotin keine signifikante oder relevante karzinogene Aktivität zeigt, deuten neuere Untersuchungen auf gewisse tumorfördernde Eigenschaften von Nikotin hin. Die gesicherte Karzinogenität von Tabakrauch beruht hauptsächlich auf Substanzen, die bei der Verbrennung des Tabaks entstehen. Keine dieser Substanzen kommt in Nicorette Spray vor.

Reproduktionstoxizität

Reproduktionstoxikologische Studien mit Nikotin an verschiedenen Tierspezies zeigten eine unspezifische Wachstumsretardierung der Föten. Bei Ratten gab es Hinweise auf fertilitätsbeeinträchtigende Effekte, Verlängerung der Trächtigkeitsphase und auf Verhaltensstörungen bei den Jungtieren. Bei Mäusen wurden in sehr hohen Dosierungen Skelettdefekte an den Extremitäten der Nachkommen festgestellt. Nikotin passiert die Plazenta und geht in die Muttermilch über.

Sonstige Hinweise

Besonderer Kinderwarnhinweis: Nikotin ist eine hochwirksame Substanz. Auch in einer Dosierung, die für Erwachsene während der Behandlung mit Nicorette Spray verträglich ist, kann Nikotin bei kleinen Kindern zu lebensbedrohlichen Vergiftungserscheinungen führen. Daher muss Nicorette Spray zu jedem Zeitpunkt für Kinder unzugänglich aufbewahrt und entsorgt werden. Siehe Rubrik: «Überdosierung».

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Lagerungshinweis

Bei Raumtemperatur (15–25 °C) und für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Zulassungsnummer

62566 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Janssen-Cilag AG, Zug ZG.

Stand der Information

Februar 2015.

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