Accupro 20mg 100 Filmtabletten

Accupro 20mg 100 Filmtabletten

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff

Quinaprilum ut Quinaprili hydrochloridum.

Hilfsstoffe

Kern: Magnesii subcarbonas ponderosus, Lactosum monohydricum, Gelatina, Polyvinylpolypyrrolidonum, Magnesii stearas; Film: Opadry (Ferrum oxydatum [E172], Titanii dioxidum [E171], Methylhydroxypropylcellulosum, Hydroxypropylcellulosum, Polyaethylenglycolum), Cera candelilla.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten (mit Bruchrille) mit Quinaprilhydrochlorid, entsprechend 5 mg bzw. 10 mg bzw. 20 mg Quinapril Base.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Hypertonie: Accupro kann entweder allein oder in Kombination mit einem Diuretikum angewendet werden.

Herzinsuffizienz: Als Zusatzmedikation bei Patienten mit Herzinsuffizienz, die nicht ausreichend auf Herzglykoside und/oder Diuretika ansprechen.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung

Hypertonie

Monotherapie: Die empfohlene Anfangsdosis beträgt bei Patienten, die nicht mit Diuretika behandelt werden, einmal täglich 10 mg. Anschliessend sollte die Dosis je nach Ansprechen des Patienten (jeweils durch Verdoppeln der Dosis) bis zu 40 mg/d titriert werden. Die Erhaltungsdosis liegt gewöhnlich bei 20 mg/d; sie kann als Einzeldosis oder verteilt auf zwei Dosen pro Tag gegeben werden. Bei den meisten Patienten war in der Langzeitbehandlung der Hypertonie eine einmal tägliche Verabreichung ausreichend.

Kombinationstherapie mit Diuretika: Bei Patienten, die gleichzeitig mit Diuretika behandelt werden, wird eine Anfangsdosis von 5 mg Quinapril empfohlen, um festzustellen, ob eine symptomatische Hypotonie auftritt. Anschliessend sollte die Dosis je nach Ansprechen des Blutdrucks des Patienten titriert werden (vgl. Monotherapie). Für eine Kombinationstherapie kommen Diuretika vom Thiazid-Typ oder Furosemid in Frage (siehe auch «Interaktionen»).

Herzinsuffizienz

Bei Herzinsuffizienz beträgt die Anfangsdosis 5 mg Quinapril als Einzeldosis. Nach der ersten Dosis soll der Patient engmaschig auf Anzeichen eines symptomatischen Blutdruckabfalls beobachtet werden (Wirkungsmaximum nach ca. 2-4 h).

Danach wird (bei gleichzeitiger Behandlung mit Diuretika und/oder Herzglykosiden) die Dosis bis zu maximal 40 mg/d (zweimal täglich 20 mg) schrittweise unter Kontrolle der klinischen Symptomatik, des Blutdrucks und der Nierenfunktion den Bedürfnissen des Patienten angepasst. Bei Dauertherapie genügen zur Behandlung der Patienten Dosierungen von 10-20 mg/d als Begleittherapie, aufgeteilt in ein oder zwei Dosen.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen: Wie aus den pharmakokinetischen Daten hervorgeht, hängt die Elimination von Quinapril von der Funktionsfähigkeit der Niere ab. Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance zwischen 30 und 60 ml/Min. wird eine Anfangsdosierung von 5 mg Quinapril empfohlen, bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance <30 ml/Min eine Anfangsdosierung von 2.5 mg Quinapril. Wird die Anfangsdosierung gut vertragen, so kann die Dosis entsprechend dem klinischen und hämodynamischen Ansprechen langsam erhöht werden, ausser es tritt ein übermässiger Blutdruckabfall oder eine signifikante Verschlechterung der Nierenfunktion auf.

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz sollte die Behandlung in Abhängigkeit vom Ausmass der Niereninsuffizienz gemäss der folgenden Tabelle begonnen werden:

Kreatinin-ClearanceHöchste empfohlene Anfangsdosierung
>60 ml/Min.10 mg
30-60 ml/Min.5 mg
10-30 ml/Min.2.5 mg
<10 ml/Min.Für eine Dosierungsempfehlung liegen hier keine ausreichenden klinischen Erfahrungen vor

Ältere Patienten (älter als 65 Jahre): Ein höheres Lebensalter allein scheint die Sicherheit und Wirksamkeit von Accupro nicht zu beeinflussen. Da sich die Nierenfunktion mit zunehmendem Alter jedoch verschlechtern kann, wird bei älteren Patienten eine Anfangsdosis von 1× täglich 5 mg Quinapril empfohlen. Anschliessend sollte auch hier die Dosis je nach Ansprechen des Blutdrucks titriert werden (vgl. «Spezielle Dosierungsanweisungen»/«Patienten mit Nierenfunktionsstörungen»).

Kinder und Jugendliche: Zur Anwendung von Accupro bei Kindern und Jugendlichen liegen bisher keine klinischen Erfahrungen vor.

Art der Anwendung

Accupro kann ohne Berücksichtigung von Mahlzeiten mit etwas Flüssigkeit eingenommen werden.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.

Anamnestisch bekanntes angioneurotisches Ödem infolge einer früheren ACE-Hemmer-Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten-Therapie oder hereditären Ur­sprungs.

Quinapril ist kontraindiziert bei Frauen die schwanger sind, eine Schwangerschaft planen oder im gebärfähigen Alter sind und keine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden. Quinapril darf nur verabreicht werden, wenn eine Schwangerschaft unwahrscheinlich ist und die Frauen über die möglichen Schädigungen des Fötus informiert wurden (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Kombination von Accupro mit Aliskiren bei Patienten mit Diabetes mellitus (Typ 1 und Typ 2), mässig oder schwerwiegend eingeschränkter Nierenfunktion (GFR <60 ml/min/1.73 m2), Hyperkaliämie (>5 mmol/l) oder bei hypotonen Patienten mit kongestiver Herzinsuffizienz.

Kombination von Accupro mit Angiotensin Rezeptor Blockern oder anderen ACE Inhibitoren bei Patienten mit Diabetes mellitus (Typ 1 und Typ 2) und Endorganschäden, mässig oder schwerwiegend eingeschränkter Nierenfunktion (GFR <60 ml/min/1.73 m2), Hyperkaliämie (>5 mmol/l) oder bei hypotonen Patienten mit kongestiver Herzinsuffizienz.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Angioödeme im Kopf-/Halsbereich

Über das Auftreten von angioneurotischen Ödemen bei Patienten, die mit ACE-Inhibitoren einschliesslich Accupro behandelt worden sind, wurde berichtet (siehe auch «Unerwünschte Wirkungen»). Falls es zum Auftreten von Kehlkopfstridor oder Angioödemen im Gesichtsbereich, der Zunge oder des Kehlkopfes kommt, sollte Accupro sofort abgesetzt und eine angemessene Behandlung eingeleitet werden. Der Patient sollte bis zum Abklingen der Schwellung sorgfältig überwacht werden. Wenn die Schwellung auf Gesicht und Lippen begrenzt ist, verschwindet sie gewöhnlich auch ohne Behandlung; zur symptomatischen Therapie kann der Einsatz von Antihistaminika nützlich sein. Angioödeme mit Beteiligung des Kehlkopfes können dagegen lebensbedrohlich sein. Bei Beteiligung der Zunge oder des Kehlkopfes, die eine Obstruktion der Atemwege vermuten lässt, sollte unverzüglich eine angemessene Therapie (z.B. Gabe von Adrenalin) eingeleitet werden.

Bei Patienten, die gleichzeitig eine Therapie mit einem Hemmer des mammalian target of rapamycin (mTOR) (z.B. Temsirolimus) oder der Dipeptidylpeptidase 4(DPP-4) (z.B. Vildagliptin) erhalten, kann ein erhöhtes Risiko von Angioödemen bestehen. Bei Patienten, die bereits einen ACE-Hemmer anwenden, ist daher bei Beginn einer Behandlung mit einem mTOR-Hemmer oder einem DPP-4-Hemmer Vorsicht geboten.

Intestinales Angioödem

Bei Patienten, die mit ACE-Hemmern therapiert wurden, wurde über das Auftreten von intestinalem Angioödem berichtet. Symptome waren abdominale Schmerzen (mit oder ohne Übelkeit oder Erbrechen). Bei einigen Fällen lag keine frühere Anamnese eines Angioödems im Gesichtsbereich vor und die C-1 Esterase-Werte lagen im Normalbereich. Das Angioödem wurde u.a. durch abdominale CT- oder Ultraschalluntersuchung oder während einer Operation diagnostiziert. Die Symptome verschwanden nach Beendigung der Therapie mit dem ACE-Hemmer. Intestinales Angioödem sollte in die Differentialdiagnose von mit ACE-Hemmern behandelten Patienten aufgenommen werden, die unter abdominalen Schmerzen leiden.

Patienten, welche ein Angioödem ohne Zusammenhang mit einer ACE-Hemmer-Therapie in ihrer Anamnese aufweisen, könnten einem höheren Risiko ausgesetzt sein, dass durch die Therapie mit einem ACE-Hemmer ein Angioödem ausgelöst wird.

Anaphylaktoide Reaktionen

Hämodialyse/Low-density lipoprotein (LDL)-Apherese: Bei gleichzeitiger Anwendung von ACE-Hemmern und Polyacrylnitril-metallylsulfonat-high-flux-Membranen oder LDL-Apherese mit Dextransulfat im Rahmen einer Dialysebehandlung besteht die Gefahr, dass anaphylaktoide Reaktionen (Überempfindlichkeitsreaktionen bis hin zum Schock) auftreten. Diese Kombination muss daher vermieden werden, entweder durch den Gebrauch anderer Arzneimittel gegen den hohen Blutdruck oder durch die Anwendung anderer Membranen bei der Dialyse.

Desensibilisierung/Insektenstiche: Zu anaphylaktoiden Reaktionen kann es bei Patienten kommen, die während der Behandlung mit einem ACE-Hemmer eine Therapie zur Desensibilisierung mit Wespen- und Bienengift erhalten. Accupro muss daher abgesetzt werden, bevor mit der Desensibilisierungstherapie begonnen wird. In solchen Fällen darf Accupro nicht durch einen Betablocker ersetzt werden. Selten kann es nach Insektenstichen zu anaphylaktoiden Reaktionen kommen.

Hypotonie

Eine symptomatische Hypotonie wurde bei Hypertonikern unter Accupro-Medikation nur gelegentlich beobachtet. Sie kann jedoch bei Patienten mit Salz- oder Volumenverlust (z.B. bei Vorbehandlung mit Diuretika, nach Durchfällen und Erbrechen, bei Diät mit eingeschränkter Kochsalzzufuhr) unter einer Therapie mit ACE-Hemmern auftreten, wobei diese Verluste vor Therapiebeginn ausgeglichen werden sollten.

Ebenso können Patienten, die bei Beginn einer Accupro- Therapie bereits mit einem Diuretikum behandelt wurden, eine symptomatische Hypotonie entwickeln. Bei diesen Patienten sollte, wenn möglich, die Diuretika- Therapie 2 bis 3 Tage vor der Accupro- Therapie gestoppt resp. unterbrochen werden. Falls der Blutdruck mit Accupro allein nicht unter Kontrolle gebracht werden kann, sollte die Diuretika- Therapie wieder aufgenommen werden. Wenn es nicht möglich ist, das Diuretikum abzusetzen, sollte Quinapril einschleichend dosiert werden (siehe auch «Dosierung/Anwendung», «Interaktionen»).

Bei Patienten mit Herzinsuffizienz und Neigung zur Hypotonie sollte die Therapie mit Accupro in der empfohlenen Dosis unter enger ärztlicher Überwachung begonnen werden. Innerhalb der ersten zwei Wochen nach Behandlungsbeginn sowie nach eventueller Dosiserhöhung sollten diese Patienten engmaschig überwacht werden. Analoge Überlegungen gelten auch für Patienten mit ischämischer Herzkrankheit oder zerebrovaskulären Erkrankungen, bei denen ein übermässiger Blutdruckabfall zu einem Myokardinfarkt oder zu einem zerebrovaskulären Insult führen kann.

Beim Auftreten einer symptomatischen Hypotonie sollte der Patient flach gelagert werden. Nötigenfalls ist eine Infusion von physiologischer Kochsalzlösung angezeigt. Eine vorübergehende symptomatische Hypotonie ist keine Gegenanzeige für eine weitere Behandlung mit Accupro. In solchen Fällen ist jedoch eine Dosisverringerung von Accupro oder dem evtl. gleichzeitig verabreichten Diuretikum zu erwägen.

Blutbild

Unter der Behandlung mit ACE-Hemmern ist in sehr seltenen Fällen bei Patienten mit unkomplizierter Hypertonie, häufiger jedoch bei Patienten mit Niereninsuffizienz, insbesondere bei gleichzeitigen Kollagenkrankheiten eine Agranulozytose oder Knochenmarksdepression aufgetreten. Innerhalb der klinischen Prüfung mit Accupro sind gelegentlich Fälle von Neutropenie, selten von Thrombozytopenie bzw. Panzytopenie aufgetreten. Die Kausalität dieser Veränderungen ist nicht gesichert, das Blutbild normalisierte sich ausserdem im weiteren Verlauf der Behandlung.

Dennoch sollte, wie unter Behandlung mit anderen ACE-Inhibitoren, bei Patienten mit Kollagenkrankheiten und/oder Nierenfunktionsstörungen das weisse Blutbild überwacht werden.

Ältere Patienten

In diesen Fällen ist eine Dosisanpassung erforderlich (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Niereninsuffizienz

Aufgrund der inhibitorischen Wirkung auf das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System können bei prädisponierten Patienten Störungen der Nierenfunktion auftreten. Bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz, deren Nierenfunktion von der Aktivität des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems abhängt, kann die Behandlung mit einem ACE-Hemmer wie Quinapril mit Oligurie und/oder progressiver Azotämie, selten akutem Nierenversagen und/oder Tod einhergehen.

Die Halbwertszeit von Quinaprilat ist proportional zum Absinken der Kreatinin-Clearance verlängert. Patienten mit einer Kreatinin-Clearance von <60 ml/Min. benötigen eine niedrigere Anfangsdosierung mit Quinapril (siehe «Dosierung/Anwendung»). Die Dosierung sollte entsprechend dem therapeutischen Ansprechen gesteigert und die Nierenfunktion eng überwacht werden, obwohl Studien darauf hinweisen, dass Quinapril keine Verschlechterung der Nierenfunktion herbeiführt.

Bei einigen Patienten mit Hypertonie oder Herzinsuffizienz ohne bestehende vaskuläre Nierenerkrankung wurde ein Anstieg von Blutharnstoff-Stickstoff und Serumkreatinin beobachtet, der gewöhnlich geringfügig ausgeprägt und von vorübergehender Natur war, und insbesondere dann auftrat, wenn Quinapril zusammen mit einem Diuretikum verabreicht wurde. Die Wahrscheinlichkeit für ein Ansteigen dieser Laborwerte ist bei Patienten mit bestehender Nierenfunktionsstörung erhöht. Eine Dosisverminderung und/oder Beendigung der Behandlung mit dem Diuretikum und/oder Quinapril kann in diesen Fällen angezeigt sein.

Leberinsuffizienz

Die Kombination von Quinapril mit einem Diuretikum sollte bei Patienten mit verminderter Leberfunktion oder progressiver Lebererkrankung nur mit Vorsicht angewendet werden, da geringfügige Änderungen des Flüssigkeits- oder Elektrolytgleichgewichts zu einem hepatischen Koma führen können. Der Metabolismus von Quinapril zu Quinaprilat ist normalerweise abhängig von der hepatischen Esterase. Bei Patienten mit alkoholischer Zirrhose sind die Quinaprilat-Konzentrationen aufgrund verminderter Deesterifikation von Quinapril erniedrigt.

Kaliumstoffwechsel

Unter Monotherapie mit Accupro kann die Serumkaliumkonzentration ansteigen. Wegen der Möglichkeit einer weiteren Erhöhung des Kaliumspiegels sollte eine Begleittherapie mit kaliumsparenden Diuretika oder anderen Arzneimitteln, die den Serumkaliumspiegel erhöhen, vorsichtig begonnen und der Kaliumspiegel engmaschig überwacht werden (siehe auch «Interaktionen»). Bei gleichzeitiger Anwendung kann Accupro mithelfen, die durch Thiaziddiuretika hervorgerufene Hypokaliämie zu vermindern.

Chirurgie/Anästhesie

Obwohl eine Hypotonie, ausgelöst durch die gleichzeitige Verabreichung von Quinapril und Anästhetika, bisher nicht beobachtet wurde, ist bei grosschirurgischen Eingriffen oder Anästhesien Vorsicht geboten. Es ist bekannt, dass Inhibitoren des Angiotensin-konvertierenden Enzyms (ACE) die Angiotensin-II-Bildung hemmen. Kompensatorische Renin-Freisetzungen können somit während der Narkose zu keiner Blutdrucksteigerung führen.

Eine eventuell auftretende Hypotonie kann durch Volumenexpansion korrigiert werden.

Aortenstenose

Bei Patienten mit Aortenstenose oder anderen Abflussbehinderungen soll Accupro nur mit grösster Vorsicht angewendet werden.

Renovaskuläre Hypertonie

Vorsicht ist bei Hypertonikern mit uni- oder bilateraler Nierenarterienstenose geboten. Bei solchen Patienten ist die Nierenfunktion vor allem in den ersten Wochen der Behandlung eng zu überwachen.

Therapieumstellung von Patienten unter Betablocker-Behandlung

Die Behandlung mit Betablockern sollte nicht abrupt unterbrochen werden. Ihre Dosierung soll nach Beginn der Behandlung mit Accupro ausschleichend beendet werden (siehe Fachinformation des Betablockers).

Hypoglykämie bei Diabetikern

Bei der Therapie von insulinpflichtigen oder mit oralen Antidiabetika behandelten diabetischen Patienten können bei Einnahme von ACE-Hemmern Hypoglykämien auftreten. Eine engere Überwachung von Diabetikern könnte daher notwendig sein (siehe auch «Interaktionen»).

Patienten in Behandlung mit Lithium

Siehe «Interaktionen».

Duale Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS)

Es gibt Belege dafür, dass die gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren das Risiko für Hypotonie, Hyperkaliämie und eine Abnahme der Nierenfunktion (einschliesslich eines akuten Nierenversagens) erhöht.

Eine duale Blockade des RAAS durch die gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren wird deshalb nicht empfohlen.

Wenn die Therapie mit einer dualen Blockade als absolut notwendig erachtet wird, sollte dies nur unter Aufsicht eines Spezialisten und unter Durchführung engmaschiger Kontrollen von Nierenfunktion, Elektrolytwerten und Blutdruck erfolgen.

ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten sollten bei Patienten mit diabetischer Nephropathie nicht gleichzeitig angewendet werden.

Gleichzeitige Verabreichung von NSARs

Siehe «Interaktionen».

Husten

Über Husten bei der Anwendung von ACE-Inhibitoren einschliesslich Quinapril, wurde berichtet. Charakteristisch ist ein unproduktiver, resistenter Husten, der nach Absetzen der Therapie reversibel ist. Bei der Differentialdiagnose des Hustens sollte die ACE-Hemmer-Therapie berücksichtigt werden.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Bei Kindern und Jugendlichen wurde Accupro nicht untersucht.

Interaktionen

Diuretika

Wie bei Behandlung mit anderen ACE-Hemmern kann bei Patienten, die mit Diuretika vorbehandelt sind (insbesondere, wenn diese Therapie erst vor kurzer Zeit begonnen wurde), nach Beginn der Therapie mit Accupro ein überschiessender Blutdruckabfall auftreten.

Die Wahrscheinlichkeit dieses hypotensiven Effekts nach der ersten Dosis von Quinapril kann dadurch verringert werden, indem entweder das Diuretikum abgesetzt oder die Anfangsdosis auf 5 mg Accupro reduziert wird (siehe «Dosierung/Anwendung»). Wenn es nicht möglich ist, das Diuretikum abzusetzen, sollte der Patient bis zu zwei Stunden nach Einnahme der ersten Dosis ärztlich überwacht werden.

Arzneimittel, welche die Serumkaliumkonzentration erhöhen

Durch die von Quinapril herbeigeführte Senkung des Aldosteron Spiegels, kann eine Kaliumretention resultieren. Deshalb sollte die gleichzeitige Verabreichung von Accupro und kaliumsparenden Diuretika (z.B. Spironolacton, Triamteren oder Amilorid) und/oder Kaliumpräparaten bzw. kaliumhaltigen Diätsalzsubstituten oder anderen Arzneimitteln welche den Serumkaliumspiegel erhöhen nur mit Vorsicht und entsprechender Kontrolle der Serumkaliumspiegel erfolgen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

In älteren Patienten oder Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion wurde die gleichzeitige Gabe eines ACE-Inhibitors mit Sulfamethoxazol/Trimethoprim mit schwerwiegender Hyperkaliämie in Verbindung gebracht, von welcher man annimmt, dass sie auf Trimethoprim zurückzuführen ist. Quinapril und Trimethoprim-haltige Produkte sollten deshalb nur mit Vorsicht, und unter angemessener Beobachtung der Serumkaliumkonzentration gleichzeitig verabreicht werden.

Lithium/Natrium

Wie bei anderen Arzneimitteln, die Natrium ausschwemmen, kann sich die Ausscheidung von Lithium reduzieren. Es kann folglich zu einer Erhöhung der Serum-Lithium-Konzentration kommen. Der Lithiumspiegel soll daher sorgfältig überwacht werden.

Nicht steroidale Antirheumatika einschliesslich selektive Cycklooxygenase-2-Hemmer

Bei älteren Patienten, bei Hypovolämie (einschliesslich bei Patienten unter Diuretika Behandlung) oder bei Patienten mit Niereninsuffizienz, kann sich die Nierenfunktion bei gleichzeitiger Verabreichung von nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR), einschliesslich selektiven Cyclooxygenase-2 (COX-2)- und ACE-Hemmern, einschliesslich Quinapril verschlechtern, ev. bis zum akuten Nierenversagen. Diese Wirkungen sind im Allgemeinen reversibel. Die Nierenfunktion muss bei gleichzeitiger Verabreichung von Quinapril und NSAR regelmässig überwacht werden.

Die antihypertensive Wirkung von ACE-Hemmern (z.B. Quinapril) kann durch NSAR vermindert werden.

Mammalian target of rapamycin (mTOR)- oder dipeptidyl peptidase-IV (DPP-4) -Hemmer

Bei gleichzeitiger Anwendung mit einem mTOR-Hemmer (z.B. Temsirolimus) oder einem DPP-4-Hemmer (z.B. Vildagliptin) kann ein erhöhtes Risiko von Angioödemen bestehen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Tetracycline und andere Wirkstoffe, die mit Magnesium interferieren

Bei gleichzeitiger Applikation von Tetracyclin und Accupro wird die Resorption von Tetracyclin um ca. 28-37% verringert. Diese Resorptionsverminderung ist durch den in der Tablettenformulierung enthaltenen Hilfsstoff Magnesiumcarbonat bedingt. Bei gleichzeitiger Anwendung von Accupro und tetracyclinhaltigen Medikamenten sollte diese Interaktion beachtet werden.

Antidiabetika

Bei gleichzeitiger Anwendung von ACE-Hemmern und Insulin oder oralen Antidiabetika besteht aufgrund einer möglichen Erhöhung der Insulinsensitivität die Möglichkeit einer verstärkten Blutzuckersenkung. Diabetiker sollten daher auf das Auftreten hypoglykämischer Reaktionen hingewiesen und entsprechend überwacht werden.

Duale Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron Systems (RAAS) mit ACE-Inhibitor (ACE-I), Angiotensin-II-Rezeptor-Inhibitor oder Aliskiren

Siehe «Kontraindikationen» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

Andere Arzneimittel

Keine klinisch relevanten pharmakokinetischen Wechselwirkungen traten auf, wenn Accupro gleichzeitig mit Propranolol, Hydrochlorothiazid, Digoxin oder Cimetidin angewendet wurde. Die antikoagulatorische Wirkung (gemessen an der Prothrombinzeit) einer Einzeldosis Warfarin wurde durch die gleichzeitige Gabe von Quinapril zweimal täglich nicht signifikant verändert. Die gleichzeitige Verabreichung von Atorvastatin (multiple 10 mg Dosis) mit Quinapril (80 mg) führte zu keiner signifikanten Änderung der Steady-state Pharmakokinetik-Parameter von Atorvastatin.

Hinweis

Mögliche anaphylaktoide Reaktionen bei Patienten unter Hämodialyse/LDL-Apherese und gleichzeitiger Einnahme eines ACE-Hemmers (Details siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Accupro soll in der Schwangerschaft grundsätzlich nicht angewendet werden (siehe «Kontraindikationen»). Sollte eine Schwangerschaft eintreten, muss eine Therapie mit Quinapril abgebrochen werden. Frauen im gebärfähigen Alter sollen während der Behandlung mit Accupro eine verlässliche Methode der Kontrazeption anwenden. ACE-Hemmer können nach Verabreichung an schwangeren Frauen fötale und neonatale Erkrankungen und Tod bewirken. Kinder, die während der Schwangerschaft ACE-Hemmern ausgesetzt waren, können ein Risiko für Missbildungen des Herz-Kreislauf-Systems und des ZNS aufweisen. In Zusammenhang mit der Anwendung von ACE-Hemmern während der Schwangerschaft sind Berichte über Frühgeburten, Hypotonie, Nierenschäden (einschliesslich Nierenversagen), Unterentwicklung des Schädels und der Lunge, Oligohydramnie, Kontraktur der Gliedmassen, Fehlbildungen im Gesicht, intrauterine Wachstumsverzögerung, Ductus arteriosus apertus und Tod des Fötus oder des Neugeborenen bekannt. Es gilt zu beachten, dass eine Oligohydramnie möglicherweise erst in Erscheinung treten kann, wenn der Fötus bereits eine irreversible Verletzung erlitten hat.

Alle Neugeborenen sollen nach Exposition in utero sorgfältig auf genügende Harnausscheidung, Hyperkaliämie und Blutdruck untersucht werden. Nötigenfalls müssen angebrachte medizinische Massnahmen ergriffen werden, wie z.B. Rehydrierung, Unterstützung des Blutdrucks und der renalen Durchblutung.

Stillzeit

ACE-Inhibitoren, einschliesslich Quinapril, werden in limitierter Menge in die Muttermilch sezerniert. Während der Anwendung von Quinapril soll nicht gestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Wie jedes andere blutdrucksenkende Arzneimittel kann auch Accupro die Aufmerksamkeit und Konzentration herabsetzen. Daher ist Vorsicht im Strassenverkehr und beim Bedienen von Maschinen geboten, speziell zu Behandlungsbeginn.

Unerwünschte Wirkungen

Allgemeine Hinweise

In seltenen Fällen (<0.1%) können, wie bei allen ACE-Hemmern, cholestatischer Ikterus sowie Leberfunktionsstörungen mit erhöhter Transaminasen-Konzentration auftreten. In solchen Fällen ist die Therapie mit Accupro abzubrechen.

Nachstehend sind die beschriebenen unerwünschten Wirkungen geordnet nach Systemorganklassen und gemäss den folgenden Häufigkeitsangaben dargestellt: Sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1'000, <1/100), selten (≥1/10'000, <1/1'000), sehr selten (<1/10'000).

Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden häufig unter Accupro bei Patienten in kontrollierten klinischen Studien beobachtet:

Psychiatrische Störungen

Häufig: Schlaflosigkeit (1.3%).

Nervensystem

Häufig: Parästhesien (1.1%), Benommenheit (5.5%), Kopfschmerzen (7.2% vs. 16.9% Placebo).

Gefässe

Häufig: Hypotonie (1.1%).

Atmungsorgane

Häufig: Husten (3.9%), Brustschmerzen (2%), Dyspnoe (2.3%), Pharyngitis (1.3% vs. 1.9% Placebo), Rhinitis (3.2% vs. 4.5% Placebo).

Gastrointestinale Störungen

Häufig: Übelkeit und/oder Erbrechen (2.8%), Diarrhö (2%), Dyspepsie (1.6%), Abdominalschmerzen (1.9% vs. 2.2% Placebo).

Muskelskelettsystem

Häufig: Rückenschmerzen (1.4%), Myalgie (2.2% vs. 3.3% Placebo).

Allgemeine Störungen

Häufig: Müdigkeit (3.5%).

Untersuchungen

Häufig: Anstieg1) von Serumkreatinin und Serumharnstoff-Stickstoff (> als das 1.25-Fache des oberen Grenzwertes) (2%).

1) Mit Accupro als Monotherapie. Bei Patienten, die gleichzeitig mit Diuretika behandelt werden, treten diese Anstiege mit höherer Wahrscheinlichkeit auf. Die erhöhten Werte waren jedoch häufig im weiteren Verlauf der Behandlung reversibel.

Weniger häufig beobachtete unerwünschte Wirkungen in (un)kontrollierten Studien mit wahrscheinlichem, möglichem, definitivem oder unsicherem Kausalzusammenhang:

Blut- und Lymphsystem

Gelegentlich: Neutropenie1).

Selten: Agranulozytose1), Thrombozytopenie bzw. Panzytopenie1) 2), Hyperkaliämie2) 3).

1) Kausalzusammenhang ungesichert.

2) siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

3) siehe «Kontraindikationen».

Immunsystem

Gelegentlich: Überempfindlichkeitsreaktionen.

Psychiatrische Störungen

Gelegentlich: Depression, Nervosität.

Nervensystem

Gelegentlich: Somnolenz, Schwindel.

Augen

Gelegentlich: Amblyopie.

Herz

Gelegentlich: Palpitationen, Tachykardie, Herzinsuffizienz, Angina pectoris, Myokardinfarkt.

Gefässe

Gelegentlich: Vasodilatation.

Gastrointestinale Störungen

Gelegentlich: Mund- und Rachentrockenheit, Flatulenz, Gastritis.

Leber und Galle

Selten: Erhöhung der Bilirubin- und Leberenzymkonzentration (inkl. Transaminasen)1), cholestatischer Ikterus1) und Leberfunktionsstörungen1), Hepatitis.

1) Siehe «Allgemeine Hinweise».

Haut

Gelegentlich: vermehrtes Schwitzen, Pruritus, Hautausschläge (u.U. mit schwerem Verlauf).

Selten: Dermatopolymyositis.

Muskelskelettsystem

Gelegentlich: Arthralgie.

Nieren und Harnwege

Gelegentlich: Infektionen des Harntraktes.

Selten: Verschlechterung der Nierenfunktion, akutes Nierenversagen.

Reproduktionssystem

Gelegentlich: Impotenz.

Allgemeine Störungen

Gelegentlich: Ödeme (periphere und generalisierte), Fieber.

Unerwünschte Wirkungen aus der Post-Marketing* Erfahrung:

* Die Daten aus der Post-Marketing Erfahrung beschreiben die weltweit spontan gemeldeten, in der Literatur beschriebenen und von den Behörden gemeldeten unerwünschten Wirkungen. Die Post-Marketing Erfahrung umfasst unerwünschte und unerwartete Ereignisse, die unabhängig von ihrer Kausalität nach der Einnahme von Accupro aufgetreten sind.

Blut- und Lymphsystem: Hämolytische Anämie.

Immunsystem: anaphylaktoide Reaktionen, Photosensibilisierung, Angioödem1), intestinales Angioödem.

1) Siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

Herz: Synkope.

Gefässe: orthostatische Hypotonie.

Atmungsorgane: eosinophile Pneumonie.

Gastrointestinale Störungen: Pankreatitis.

Haut: Alopezie, exfoliative Dermatitis, Pemphigus.

Überdosierung

Am wahrscheinlichsten wird sich eine Überdosierung in Form einer ausgeprägten Hypotonie äussern, die durch intravenöse Volumenexpansion behandelt werden sollte.

Quinapril und seine Metaboliten können durch Hämodialyse oder Peritoneal­dialyse nicht in nennenswertem Umfang aus dem Kreislauf entfernt werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: C09AA06

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Quinapril, der Wirkstoff von Accupro Filmtabletten, wird im Organismus rasch zu dem eigentlich wirksamen Metaboliten Quinaprilat umgesetzt. Quinaprilat ist ein potenter Hemmer des Angiotensin-Converting-Enzyms (ACE), welches die Umwandlung von Angiotensin I zum vasokonstriktorisch wirkenden Angiotensin II katalysiert. Angiotensin II ist durch verschiedene Mechanismen, wie z.B. die Stimulation der Aldosteronsekretion, an der Funktion und der Regulierung der Gefässe beteiligt.

Die Wirkungsweise von Quinapril besteht in der Hemmung der Aktivität von Gewebs- und Plasma-ACE. Dadurch werden die Vasokonstriktion und die Aldosteronsekretion vermindert. Der periphere Gefässwiderstand nimmt ab. Der Blutdruck sinkt ohne eine deutliche Änderung der Herzfrequenz. Der Wegfall der negativen Rückkoppelung von Angiotensin II auf die Renin-Sekretion resultiert in einer erhöhten Plasma-Renin-Aktivität.

Obwohl angenommen wird, dass der Blutdruck hauptsächlich durch das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System gesenkt wird, hat Quinapril auch eine blutdrucksenkende Wirkung bei Hypertonikern mit tiefen Renin-Werten. ACE ist identisch mit der Kininase II, dem Enzym, das Bradykinin abbaut. Bradykinin ist ein potenter Peptidvasodilatator. Es ist möglich, dass dieser Mechanismus an der blutdrucksenkenden Wirkung der ACE-Hemmer beteiligt ist.

Andere mögliche Mechanismen, die zur Wirksamkeit von Quinapril beitragen, umfassen eine Dämpfung der Aktivität des sympathischen Nervensystems und eine Hemmung des Gewebe-ACE.

Es konnte in einer tierexperimentellen Studie gezeigt werden, dass die blutdrucksenkende Wirkung von Quinapril länger andauert als die hemmende Wirkung auf das Plasma-ACE. Mit der hemmenden Wirkung auf das Gewebs-ACE hingegen korreliert sie besser.

Die blutdrucksenkende Wirkung beginnt innerhalb einer Stunde, das Maximum wird 2-4 Stunden nach der Einnahme erreicht. Bei den empfohlenen Dosierungen hält die blutdrucksenkende Wirkung im Allgemeinen während 24 Stunden an. Bei gewissen Patienten muss bis zu zwei Wochen therapiert werden, um den maximalen therapeutischen Effekt zu erreichen.

Bei Patienten mit Herzinsuffizienz bewirkt Quinapril eine Erniedrigung des pulmonalen Kapillardrucks. Vor- und Nachlast des Herzens werden gesenkt. Das Herzminutenvolumen steigt an, ohne dass gleichzeitig die Herzfrequenz erhöht wird. Die physische Belastbarkeit der Patienten wird gesteigert.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Diuretika und/oder anderen blutdrucksenkenden Arzneimitteln wird der blutdrucksenkende Effekt von Accupro verstärkt.

Pharmakokinetik

Absorption

Nach oraler Gabe von Quinapril werden maximale Quinapril-Konzentrationen innerhalb von 1 Stunde beobachtet. Basierend auf Wiederfindungsstudien im Urin beträgt das Ausmass der oralen Resorption ca. 60%. Die Nahrungsaufnahme hat keinen Einfluss auf die Resorption von Quinapril. Nach der Resorption wird Quinapril zu einem grossen Teil zum eigentlich aktiven Hauptmetaboliten Quinaprilat metabolisiert.

Maximale Plasmaspiegel von Quinaprilat, dem wirksamen Metaboliten, werden ca. 2 h nach oraler Gabe von Quinapril beobachtet. Bei einer enteralen Resorptionsrate von 60% für oral verabreichtes Quinapril beträgt die absolute Bioverfügbarkeit von Quinaprilat 38%.

Distribution

Die Proteinbindung von Quinaprilat beträgt ca. 97%, die ungebundene Fraktion ca. 3%. Quinaprilat hat ein Verteilungsvolumen von ca. 11 L. Studien an Ratten zeigen, dass Quinapril nicht die Blut-Hirn-Schranke überschreitet.

Metabolismus

Quinapril wird fast vollständig zu Quinaprilat metabolisiert. Daneben entstehen einige weitere, mengenmässig weniger bedeutende und pharmakologisch inaktive Metaboliten.

Elimination

Die Ausscheidung erfolgt zu 70-89% über die Nieren. Quinapril zeigt eine apparente Halbwertszeit der Elimination von ca. 1 h. Quinaprilat wird zu einem wesentlichen Anteil über die Nieren ausgeschieden; die effektive Kumulationshalbwertszeit beträgt ca. 3 h (ein Steady-state wird nach 1-2 Tagen erreicht). Die Dissoziationshalbwertszeit vom ACE beträgt ca. 26 h. Die Plasmaclearance von Quinaprilat beträgt 60-80 ml/Min. Die Eliminationshalbwertszeit aus dem Plasma beträgt ca. 2 h und ist dosisunabhängig.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Niereninsuffizienz, Herzinsuffizienz, ältere Patienten

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz wurden bis zu einer Kreatinin-Clearance von 60 ml/Min. normale Quinaprilat-Plasmaspiegelverläufe gemessen. Bei einer Kreatinin-Clearance von weniger als 60 ml/Min. steigen die Quinaprilat-Spiegel an, die Eliminationshalbwertszeit ist verlängert.

Pharmakokinetische Studien an Patienten mit terminalen Nierenerkrankungen, die chronisch hämodialysiert waren oder ambulant mit peritonealer Dialyse behandelt wurden, zeigten, dass Dialyse nur einen geringen Einfluss auf die Elimination von Quinaprilat hat.

Die Elimination von Quinaprilat ist ausserdem bei älteren Patienten (älter als 65 Jahre) und bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz verlangsamt. Die Verlangsamung korreliert mit der eingeschränkten Nierenfunktion, die oft bei diesen Patienten vorliegt. Bei Patienten mit mässig eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 30-60 ml/Min.) und älteren Patienten kann es erforderlich sein, die Dosis zu reduzieren.

Leberinsuffizienz

Bei Patienten mit Leberzirrhose wurden erniedrigte Plasmaspiegel von Quinaprilat gemessen, was auf eine verminderte Metabolisierung von Quinapril bei der Leberpassage zurückzuführen ist.

Präklinische Daten

Karzinogenität, Mutagenität, Fertilität

In Studien an Mäusen und Ratten wurden unter Dosierungen von 75-100 mg/kg/d (bzw. der 50- bis 60-fachen maximalen, humanen, täglichen Dosierung) keine karzinogenen Wirkungen beobachtet. Quinapril wurde ausreichend auf Mutagenität untersucht. Es ergaben sich keine relevanten Hinweise auf ein mutagenes Potential. Im Ames-Test mit oder ohne metabolische Aktivierung zeigte auch Quinaprilat keine mutagenen Eigenschaften. Quinapril wirkte bei einer ausreichenden Prüfung in Gen-und Chromosomenmutationstests in vitro und in vivo nicht mutagen.

Untersuchungen an Ratten und Kaninchen haben bis zu Dosen von 300 bzw. 1.5 mg/kg/d keine Hinweise für ein teratogenes Potential ergeben. Während bei der Ratte keine embryotoxischen Wirkungen beobachtet wurden, traten beim Kaninchen maternaltoxische und embryotoxische Effekte ab einer Dosis von 1 mg/kg/d auf. Bei der Verabreichung während der Fetalentwicklung und der Laktation kam es ab einer Dosis von 25 mg/kg/d bei der Ratte zu Wachstumsretardierungen der Nachkommen. Beeinträchtigungen der Fertilität wurden weder bei den Elterntieren noch bei den Nachkommen beobachtet.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) und ausser Reichweite von Kindern in der Originalverpackung aufbewahren.

Zulassungsnummer

50141 (Swissmedic)

Zulassungsinhaberin

Pfizer AG, Zürich.

Stand der Information

November 2015.

LLD V007

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