Miflonide Inh Kaps 200 Mcg Mit Aerolizer 60 Stk

Miflonide Inh Kaps 200 Mcg Mit Aerolizer 60 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Budesonidum.

Hilfsstoffe:

Hartkapseln zu 200 µg: Lactosum q.s., Excip. pro caps.

Hartkapseln zu 400 µg: Lactosum q.s., Color.: E124, Excip. pro caps.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Darreichungsform

Hartkapseln mit Pulver zur Inhalation

Hartkapsel zu 200 µg: Durchsichtige, farblose Hartkapsel mit dem Aufdruck «BUDE 200» und mit undurchsichtiger, hellpinker Kapsel-Kappe.

Hartkapsel zu 400 µg: Durchsichtige, farblose Hartkapsel mit dem Aufdruck «BUDE 400» und mit undurchsichtiger, pinker Kapsel-Kappe.

Wirkstoffmenge

Hartkapseln zu 200 µg resp. 400 µg. Budesonid.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Obstruktive Atemwegserkrankungen wie Asthma bronchiale, chronisch obstruktive Bronchitis, bei denen eine Kortikosteroid-Therapie indiziert ist.

Dosierung/Anwendung

Die Dosis muss individuell angepasst werden. Miflonide Breezhaler sollte regelmässig inhaliert werden, um die Asthmakontrolle aufrecht zu erhalten. Dazu sind zwei Inhalationen täglich (morgens und abends) in der Regel genügend. Wenn der Patient von einem anderen Inhalations-Gerät auf den Miflonide Breezhaler-Inhalator wechselt, sollte die Dosis individuell neu eingestellt werden. Um das Risiko einer möglichen Candidainfektion zu reduzieren, wird empfohlen nach jeder Anwendung den Mund gut mit Wasser zu spülen und anschliessend das Wasser auszuspucken (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahem» und «Unerwünschte Wirkungen»). Den Mund zu spülen, kann auch helfen Irritationen des Rachens vorzubeugen und möglicherweise das Risiko systemischer Effekte zu reduzieren.

Jugendliche sollten Miflonide Breezhaler nur unter Aufsicht von Erwachsenen benutzen. Der Gebrauch des Miflonide Breezhaler-Inhalators sollte davon abhängig gemacht werden, ob der Jugendliche in der Lage ist, diesen korrekt zu benutzen.

Patienten, die keine Verbesserung der Atmung wahrnehmen, sollten gefragt werden, ob sie das Medikament schlucken, anstatt es zu inhalieren (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahem»).

Allgemeine Patientengruppen

Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahre:

Initialdosierung

Die Behandlung von Erwachsenen und Jugendlichen über 12 Jahren mit mildem Asthma kann mit der minimalen Dosis von 200 µg, 1× täglich, begonnen werden. Generell wird 2× täglich je 200 µg bis 400 µg (= 400 µg bis 800 µg/d) inhaliert. Bei Bedarf kann die tägliche Dosis auf 1'600 µg erhöht werden, verabreicht in 2 bis 4 Dosierungen, insbesondere wenn der Patient von der oralen Kortikosteroid-Therapie auf Budesonid-Inhalationstherapie umgestellt wird oder während die Dosis der oralen Kortikosteroid-Therapie reduziert wird. Es ist nicht möglich Einzeldosierungen von weniger als 200 µg zu verabreichen.

Erhaltungsdosierung

Die Erhaltungsdosierung muss individuell eingestellt werden. Nach Erreichen der gewünschten klinischen Wirkung sollte die Dosis schrittweise bis zur kleinsten noch wirksamen Dosis vermindert werden.

Korrekte Art der Anwendung

Der Inhalt der Kapseln sollte nur mit dem speziell zu diesem Zweck entwickelten Miflonide Breezhaler-Inhalator inhaliert werden, welcher sich in jeder Packung befindet.

Um sicherzustellen, dass das Medikament die gewünschte Region in den Lungen erreicht, sollte der Patient vom Arzt oder einer anderen Medizinalperson in der Bedienung des Miflonide Breezhaler-Inhalators unterwiesen werden. Eine detaillierte Gebrauchsanweisung befindet sich in der Packungsbeilage.

Spezielle Patientengruppen

Patienten, die nicht unter oraler Kortikosteroid-Therapie stehen

Bei sehr starker Verschleimung der Bronchien kann das Eindringen von Miflonide Breezhaler in die Bronchialschleimhaut erheblich vermindert sein. In diesen Fällen empfiehlt sich eine kurzfristige (ca. 2 Wochen) systemische Kortikosteroid-Therapie, um einen besseren Zutritt des Wirkstoffes in die Bronchialschleimhaut zu gewährleisten. Nach Beginn der inhalativen Miflonide Breezhaler-Behandlung wird dann die orale bzw. parenterale Kortikosteroid-Therapie schrittweise abgesetzt.

Bei gleichzeitigem bakteriellem Infekt der Atemwege ist zusätzlich eine adäquate Antibiotikatherapie durchzuführen.

Patienten, die unter oraler Kortikosteroid-Therapie stehen

Eine Reduktion der oralen bzw. parenteralen Steroidmedikation bei gleichzeitiger Behandlung mit Miflonide Breezhaler sollte erfolgen, sobald sich der Patient in einer stabilen Phase befindet.

Die Reduktion der oralen Kortikosteroid-Dosis darf nur schrittweise erfolgen. Im Allgemeinen wird man Miflonide Breezhaler eine Woche lang zusätzlich verabreichen. Die orale bzw. parenterale Kortikosteroid-Tagesdosis sollte, entsprechend dem Wohlbefinden des Patienten, im Abstand von einer Woche um 5 mg Prednisolon (bzw. Äquivalent), bei schweren Fällen schrittweise um die Hälfte (d.h. 2.5 mg) gesenkt werden. Im Einzelfall (z.B. bei längerer systemischer Vorbehandlung) muss die Reduktion der oralen Dosen wesentlich langsamer erfolgen.

In vielen Fällen ist es möglich, durch die Inhalation mit Miflonide Breezhaler auf die orale Kortikosteroidgabe ganz zu verzichten bzw. bei schweren Fällen unter Miflonide Breezhaler mit einer niedrigeren systemischen Kortikosteroid-Dosis auszukommen.

Während der Reduktionsphase von systemischen Glucokortikosteroiden können Symptome wie z.B. Gelenk- und/oder Muskelschmerzen, Mattheit oder depressive Verstimmungen trotz Aufrechterhaltung der Asthmakontrolle oder sogar einer verbesserten pulmonalen Funktion auftreten.

Diese Patienten sollen Miflonide Breezhaler weiterhin verwenden, während sie durch den Arzt auf Anzeichen einer adrenalen Insuffizienz überwacht werden sollen. Wird eine adrenale Insuffizienz festgestellt, muss die Dosierung der systemischen Glucokortikosteroide kurzfristig erhöht werden. Anschliessend muss die Dosisreduktion der systemischen Glucokortikosteroide langsam weitergeführt werden.

Es sollte beachtet werden, dass bei Patienten, die von oralen oder anderen inhalativen Kortikosteroiden auf eine Inhalationstherapie mit Budesonid umgestellt werden, die Beeinträchtigung der adrenalen Reservekapazität noch geraume Zeit weiterbestehen kann.

Tritt innerhalb der ersten Monate nach Umstellung auf Miflonide Breezhaler eine starke Belastung auf, z.B. eine schwere Infektion, Verletzung und/oder ein chirurgischer Eingriff oder eine akute Exazerbation mit verstärkter Verschleimung der Bronchien, sollte der Dosisbereich von Miflonide Breezhaler deshalb voll ausgeschöpft werden; wenn erforderlich, kann kurzfristig eine zusätzliche orale Kortikosteroid-Medikation indiziert sein.

Kinder (6 Jahre und älter)

Da die Wirksamkeit und Sicherheit von Miflonide Breezhaler in Kindern unter 12 Jahre bisher nicht untersucht wurde, sollte das Arzneimittel nicht in dieser Altersgruppe angewendet werden.

Kontraindikationen

  • Bei bekannter Überempfindlichkeit auf den Wirkstoff Budesonid oder andere Inhaltsstoffe des Medikamentes.
  • Aktive pulmonale Tuberkulose.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Wegen der erst mit einer Verzögerung von einigen Stunden nach der Inhalation einsetzenden Wirkung ist Budesonid nicht zur Behandlung akuter Anfälle oder Exazerbationen von Bronchialasthma geeignet.

Patienten sollten als Notmedikation immer einen kurzwirksamen inhalativen Bronchodilatator zur Verfügung haben um akute Asthma-Symptome zu lindern.

Erweist sich die Therapie mit einem kurzwirksamen Bronchodilatator als zu wenig wirksam oder sind mehr Inhalationen als gewöhnlich notwendig, muss eine ärztliche Betreuung in Betracht gezogen werden. Eventuell ist in dieser Situation eine verstärkte entzündungshemmende Therapie notwendig, zum Beispiel höhere Dosen von inhaliertem Budesonid oder eine Behandlungsperiode mit oralen Kortikosteroiden.

Bronchospasmen

In seltenen Fällen kann die Inhalations-Behandlung Bronchospasmen verursachen. Im Falle von paradoxen Bronchospasmen muss die Inhalations-Behandlung mit Miflonide Breezhaler sofort unterbrochen werden und falls notwendig durch eine alternative Behandlung ersetzt werden. Bei paradoxen Bronchospasmen sind raschwirksame inhalative Bronchodilatatoren wirksam.

Verschlechterung von Asthma

Patienten sollten angewiesen werden, ihren Arzt zu kontaktieren, falls sich ihr Asthma verschlechtert (erhöhte Frequenz bei Behandlung mit kurzwirksamen inhalativen Bronchodilatatoren oder anhaltende respiratorische Symptome). Der Patient sollte erneut beurteilt werden, und die Notwendigkeit einer erhöhten antiinflammatorischen Therapie, eine Erhöhung der Dosis inhalierter oder oraler Kortikosteroide sollte in Betracht gezogen werden.

Exazerbationsphasen chronisch obstruktiver Atemwegserkrankungen sollten mit einer zusätzlichen Therapie nach Ermessen des verantwortlichen Arztes behandelt werden.

Begleiterscheinungen

Spezielle Vorsicht ist bei Patienten mit latenter pulmonaler Tuberkulose, Lungenmykosen oder viralen Infektionen geboten. In diesen Fällen sollte Miflonide Breezhaler nur verwendet werden, wenn gleichzeitig eine tuberkulostatische oder antimykotische Therapie durchgeführt wird.

Kinder, die mit Immunsuppressiva behandelt werden, sind anfälliger auf Infektionen als gesunde Kinder. Windpocken oder Masern z.B. können bei Kindern unter Kortikosteroiden einen schweren oder sogar fatalen Verlauf zeigen. Besteht eine Exposition zu erkrankten Personen, sollte eine Therapie mit Varizella-Zoster-Immunglobulin oder einer intravenösen Behandlung mit gepooltem Immunglobulin in Erwägung gezogen werden. Bei Anzeichen einer Windpockeninfektion sollte eine antivirale Medikation in Betracht gezogen werden.

Bei einer Virusinfektion der oberen Atemwege sollte die reguläre Asthmamedikation beibehalten werden. Bei Patienten, bei denen bekannt ist, dass bei einer Virusinfektion der Atemwege eine schnelle Verschlechterung des Asthmas eintritt, sollte eine kurze orale Kortikoid-Behandlung in Erwägung gezogen werden.

Klinische Studien mit Budesonid haben gezeigt, dass Virusinfektionen der oberen Atemwege bei Patienten, welche mit einer regulären topischen Glukokortikoid-Therapie behandelt wurden, signifikant weniger Probleme verursachen.

Systemische Effekte

In seltenen Fällen kann eine inhalative Kortikosteroid-Therapie eine zugrundeliegende, mit Eosinophilie einhergehende Erkrankung (z.B. Churg-Strauss-Syndrom) zutage treten lassen. Diese Fälle wurden gewöhnlich mit dem Absetzen oder der Dosisreduktion einer systemischen Kortikosteroid-Therapie in Verbindung gebracht. Ein direkter kausaler Zusammenhang konnte nicht nachgewiesen werden.

Mit inhalativ verabreichten Kortikosteroiden können systemische Wirkungen auftreten, vor allem wenn sie in hohen Dosen während längeren Perioden verschrieben werden. Die Wahrscheinlichkeit des Auftretens solcher Wirkungen ist jedoch geringer als bei oralen Steroiden. Mögliche systemische Effekte sind eine Hemmung der NNR-Funktion mit hypoglykämischen Episoden, Hyper-adreno-kortisonismus/Cushing-Syndrom, Wachstumsverzögerung bei Kindern und Jugendlichen, Abnahme der Knochendichte, Katarakt und Glaukom, Überempfindlichkeitsreaktionen. Seltene systemische Wirkungen sind psychologische Auswirkungen oder Verhaltensveränderungen wie psychomotorische Hyperaktivität, Schlafstörungen, Angstzustände, Depressionen oder Aggressionen (vor allem in Kindern). Deshalb ist es wichtig, dass die Dosis des inhalativen Steroids auf die niedrigstwirksame Dosis eingestellt wird, bei welcher eine effektive Kontrolle beibehalten werden kann (s. «Unerwünschte Wirkungen»).

Wachstumsentwicklung bei Kindern

Die Langzeitwirkung inhalativ oder intranasal verabreichter Kortikosteroide bei Kindern ist bisher nicht vollständig geklärt. Allgemein gilt, dass der Arzt die Wachstumsentwicklung der Kinder, die über längere Zeit mit Glukokortikosteroiden behandelt werden, sorgfältig beobachten muss. Falls das Wachstum verlangsamt ist, sollte die Therapie überprüft werden, mit dem Ziel die Dosis der inhalativen Kortikosteroide zu reduzieren, falls möglich auf die niedrigstwirksame Dosis, bei welcher eine effektive Kontrolle beibehalten werden kann. Zusätzlich sollte in Betracht gezogen werden, den Patienten zu einem pädiatrisch spezialisierten Pneumologen zu überweisen. Der Langzeiteffekt dieser mit inhalativen Kortikosteroiden assozierten Reduktion der Wachstumsgeschwindigkeit, inklusive der Einfluss auf die endgültige Grösse als Erwachsener, ist unbekannt. Die Möglichkeit das Wachstum nach Beendigung der Behandlung mit oral inhalierten Kortikosteroiden wieder aufzuholen, wurde nicht ausreichend untersucht.

Gleichzeitige Verabreichung anderer Medikamente

Vorsicht ist geboten bei gleichzeitiger Verabreichung von Budesonid und potenten CYP3A4-Inhibitoren (z.B. Itraconazol, Atazanavir, Ketoconazol, Ritonavir, Nelfinavir, Amiodaron, Clarithromycin) über längere Zeit (s. «Interaktionen»).

Ein Risiko besteht auch bei Patienten, die notfallmässig hohe Dosen an Kortikosteroiden benötigen oder eine längere Behandlung mit höchsten empfohlenen inhalativen Dosen an Kortikosteroiden brauchten. Diese Patienten können während Stressphasen Anzeichen und Symptome einer adrenalen Insuffizienz aufweisen. Eine zusätzliche systemische Kortikoidgabe sollte deshalb bei bestimmten Operationen bzw. in Stress-Situationen in Betracht gezogen werden.

Steroidabhängige Patienten

Während der Phase der Umstellung und Reduktion der oralen Steroiddosis können sich die Patienten unwohl fühlen, wobei Symptome wie Muskel- und Gelenkschmerzen auftreten können. Eine allgemeine ungenügende Glucokortikoidwirkung sollte in Betracht gezogen werden, falls jedoch Symptome wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen auftreten, ist eine vorübergehende Dosiserhöhung eines systemischen Glucokortikoids notwendig. Bei der Umstellung einer systemischen Steroidtherapie auf eine inhalative Therapie können Allergien, wie zum Beispiel Rhinitis oder Ekzeme wieder auftreten, die vorher durch die hohe systemische Wirkung maskiert wurden. Diese Allergien sollten symptomatisch mit Antihistaminika und/oder topischen Präparaten therapiert werden.

Candidiasis

Um orale Candidiasis zu verhindern, wird empfohlen den Patienten anzuweisen den Mund nach jeder Anwendung mit Wasser zu spülen. In den meisten Fällen hilft eine topische antifungizide Therapie ohne Unterbrechung der Miflonide Breezhaler-Behandlung (s. «Dosierung/Anwendung» und «Unerwünschte Wirkungen»).

Dysphonie

Dysphonie kann auftreten, ist aber reversibel und verschwindet nach Unterbrechung der Behandlung oder Reduktion der Dosis und/oder Schonen der Stimme.

Laktose

Die Kapseln enthalten Laktose, welche nicht empfohlen ist für Patienten mit den seltenen hereditären Problemen Galaktose-Intoleranz, schwerer Laktase-Mangel oder Glukose-Galaktose-Malabsorption.

Miflonide Breezhaler 400 µg: Die Kapselhülle dieses Präparates ist mit dem Azofarbstoff E 124 gefärbt. Da sie nur als Behältnis des Inhalationspulvers dient und nicht verabreicht wird, ist das Auftreten von Überempfindlichkeitsreaktionen bei vorschriftsmässiger Anwendung des Präparates unwahrscheinlich.

Inkorrekter Verabreichungsweg

Es gibt Berichte über Patienten, die irrtümlicherweise Miflonide Breezhaler-Kapseln geschluckt haben, anstatt die Kapseln im Miflonide Breezhaler-Inhalator zu platzieren. Die Mehrheit dieser Patienten hat keine Nebenwirkung erfahren. Die zuständige Fachperson soll die Patienten anleiten, wie Miflonide Breezhaler korrekt zu gebrauchen ist (s. «Dosierung/Anwendung»). Wenn ein Patient, dem Miflonide Breezhaler verordnet wurde, keine Verbesserung der Atmung erfährt, sollte sich der zuständige Arzt beim Patienten erkundigen, wie er Miflonide Breezhaler benützt.

Interaktionen

Der Hauptmetabolisierungsweg von Budesonid ist via Cytochrom P450 (CYP) Iso-Enzym 3A4 (CYP3A4). Die gleichzeitige Verabreichung von bekannten CYP3A4-Inhibitoren (z.B. Itraconazol, Atazanavir, Ketoconazol, Ritonavir, Nelfinvir, Amiodaron, Clarithromycin) hemmen den Metabolismus und führen zur Erhöhung der systemischen Exposition von Budesonid. Falls diese Präparate gleichzeitig verabreicht werden, sollte die NNR-Funktion überwacht werden und die Budesonid-Dosis dem Ansprechen angepasst werden (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Eigenschaften/Wirkungen»).

Die gleichzeitige Verabreichung von starken CYP3A4-Induktoren (z.B. Rifampicin) kann zur Erhöhung des Metabolismus und zur Senkung der systemischen Exposition von Budesonid führen (s. «Eigenschaften/Wirkungen»).

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Tierexperimentelle Studien mit Budesonid haben wie andere Glucokortikoide eine Reproduktionstoxizität gezeigt (s. «Präklinische Daten»). Es gibt keine Hinweise, dass Budesonid eine teratogene und reproduktionstoxische Wirkung auf den Menschen hat (s. «Präklinische Daten»). Unter diesen Umständen sollte Miflonide Breezhaler während der Schwangerschaft nicht verabreicht werden, es sei denn, es ist klar notwendig. Ist während einer Schwangerschaft eine Kortikosteroid-Therapie notwendig, sind inhalative Kortikosteroide zu bevorzugen. Diese weisen, verglichen mit äquipotenten Dosen oral verabreichter Kortikosteroide, eine geringere systemische Wirkung auf.

Stillzeit

Budesonid wird in die Muttermilch ausgeschieden. Die Plasmakonzentration von Budesonid in Kindern soll 1/600 der Konzentration betragen, welche im Plasma der Mutter gemessen wurde (s. «Pharmakokinetik»). Diese geringe Konzentration lässt vermuten, dass Budesonid während der Stillzeit verwendet werden darf. Trotzdem liegen keine klinischen Langzeitdaten vor, welche zeigen, ob diese geringen Konzentrationen in der Muttermilch eine Auswirkung auf Babies haben, welche gestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Untersuchungen zur Auswirkungen dieser Arzneimittel auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen durchgeführt. Eine derartige Wirkung ist kaum zu erwarten.

Unerwünschte Wirkungen

Die unerwünschten Reaktionen sind nach MedDRA-Systemorganklasse aufgeführt.

Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: «Sehr häufig» (≥1/10), «häufig» (<1/10, ≥1/100), «gelegentlich» (<1/100, ≥1/1'000, «selten» (<1/1'000, >1/10'000), «sehr selten» (<1/10'000).

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe sind die unerwünschten Reaktionen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.

Endokrine Störungen

Selten: Hemmung der NNR-Funktion, Cushing-Syndrom, Hyper-adreno-kortisolismus, Wachstumsverzögerung bei Kindern und Jugendlichen.

Augenleiden

Selten: Katarakt, Glaukom.

Immunsystem

Selten: Überempfindlichkeitsreaktionen, Rash, Urtikaria, Angioödem, Pruritus.

Muskelskelettsystem

Selten: Abnahme der Knochenmineraldichte.

Atmungsorgane

Häufig: Husten.

Selten: Paradoxer Bronchospasmus, oropharyngale Candidiasis, Dysphonie, Halsentzündungen.

Auflistung von unerwünschten Wirkungen aus Spontanmeldungen nach Marktzulassung

Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden anhand von Spontanmeldungen nach Marktzulassung identifiziert. Da es sich bei diesen Reaktionen um freiwillige Meldungen einer Population unsicherer Grösse handelt, ist es nicht immer möglich, verlässliche Aussage zu deren Häufigkeit zu machen.

Psychiatrische Störungen

Psychomotorische Hyperaktivität, Schlafstörungen, Angstzustände, Depressionen, Aggressionen, Verhaltensveränderungen (besonders in Kindern).

Immunsystem

Kontaktekzem vom Typ IV durch hypersensitive Reaktion.

Bei Umstellung von oraler bzw. parenteraler Kortikoidtherapie auf inhalative Kortikoide können frühere Symptome, die nicht mit dem Asthma im Zusammenhang stehen, wie Rhinitis, Ekzeme, Gelenk- und Muskelschmerzen, die vorher durch die systemische Wirkung dieser Wirkstoffe unterdrückt wurden, wieder auftreten. In diesen Fällen ist manchmal eine Erhöhung der oralen Steroiddosierung empfehlenswert.

Mit inhalativ verabreichten Kortikosteroiden können systemische Wirkungen auftreten, vor allem wenn sie in hohen Dosen während längeren Perioden verschrieben werden. Mögliche systemische Effekte sind eine Hemmung der NNR-Funktion, Hyperkortisonismus/Cushing-Syndrom, Wachstumsverzögerung bei Kindern und Jugendlichen, Abnahme Knochenmineraldichte, Katarakt und Glaukom, Überempfindlichkeitsreaktionen (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Überdosierung

Die akute Toxizität von Budesonid ist gering. Nach Inhalation von grossen Mengen Budesonid innerhalb eines kurzen Zeitraumes ist mit einer Hemmung der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achsen-Funktion zu rechnen. Gegebenenfalls sind symptomatische Massnahmen angezeigt. Die Behandlung mit Miflonide Breezhaler sollte weiter mit der empfohlenen Dosierung erfolgen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code R03BA02

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Budesonid ist ein nicht halogeniertes Glukokortikoid. Bei inhalativer Verabreichung wirkt es lokal entzündungshemmend und antiallergisch. Wie andere zu inhalierenden Glukokortikoide wirkt Budesonid durch die Interaktion mit intrazellulären Glukokortikoid-Rezeptoren. Dadurch wird die Bildung von Cytokinen, Chemokinen, Enzymen und anderen Zelladhäsionsmolekülen inhibiert.

Durch die inhalative Anwendung bleibt die Wirkung, im Gegensatz zu einer oralen Steroidmedikation, weitgehend auf das Zielorgan begrenzt, so dass schon geringe Dosen zu guten therapeutischen Ergebnissen führen, wodurch auch unerwünschte systemische Kortikosteroidwirkungen im Vergleich zu oral verabreichten Kortikosteroiden zu einem grossen Teil vermieden werden können.

Der bei einer Inhalation verschluckte Wirkstoffanteil wird sehr rasch metabolisch inaktiviert.

Klinische Wirksamkeit

Wenn Miflonide Breezhaler als Inhalationstherapeutikum bei Patienten eingesetzt wird, bei denen ein Kortikosteroid indiziert ist, kann nach einer einmaligen Inhalation mit einer gewissen Verbesserung der Lungenfunktion innerhalb weniger Stunden gerechnet werden. Die volle Wirkung auf die asthmatischen Beschwerden wird jedoch in der Regel innerhalb von 10 d bis einigen Wochen nach Beginn der Behandlung erreicht.

Pharmakokinetik

Absorption

Bei der Inhalation mit dem Inhalator werden etwa 25 bis 30% der verabreichten Dosis in den Lungen deponiert. Das in der Lunge deponierte Budesonid wird rasch und vollständig resorbiert. Nach Inhalation von 1 mg Budesonid beträgt seine maximale Plasmakonzentration, die nach etwa 20 min erreicht wird, etwa 2 nmol/l. Nur 10 bis 13% des geschluckten Anteils einer inhalierten Dosis ist aufgrund eines signifikanten präsystemischen Metabolismus in der Leber bioverfügbar.

Es ist damit zu rechnen, dass die systemische Exposition von Budenoside im empfohlenen Dosierbereich von Miflonide Breezhaler proportional zur Dosis ist, wie schon mit anderen Budenoside-Trockenpulverinhalatoren beobachtet.

Distribution

Die Plasmaproteinbindung von Budesonid über den Konzentrationsbereich von 1 bis 100 nmol ist 85 bis 90%. Budesonid wird weitgehend im Gewebe verteilt, das Verteilungsvolumen von Budesonid bei steady state ist ca. 183 bis 301 l. In Tierversuchen wurden hohe Konzentrationen in der Milz, den Lymphknoten, dem Thymus, der Nebennierenrinde, den Geschlechtsorganen und den Bronchien festgestellt. Budesonid passiert die Plazenta bei Mäusen und wird in die Muttermilch ausgeschieden.

Metabolismus

Budesonid wird in der Leber in eine Vielzahl von praktisch inaktiven Metaboliten umgewandelt, u.a. 6-Beta-Hydroxybudesonid und 16-Alpha-Hydroxyprednisolon. Budesonid wird in der Lunge nicht metabolisiert.

Der Hauptmetabolisierungsweg von Budesonid ist via CYP3A4 und kann durch bekannte Inhibitoren oder Induktoren dieses Enzyms beeinflusst werden (s. «Interaktionen»).

Elimination

Nach Inhalation von radioaktiv markiertem Budesonid (über ein inhalatives Dosieraerosol) wurden bei menschlichen Freiwilligen 32% der abgegebenen Dosis im Urin gemessen und 15% in den Faeces. Nach Inhalation wurde Budesonid selbst nicht im Urin gemessen, wogegen 16-alpha-Hydroxyprednisolon detektiert wurde. Nach i.v. Gabe beträgt die Eliminationshalbwertszeit 2.8 bis 5 h und die High Plasma Clearance 84 l/h=1'400 ml/min.

Niereninsuffizienz

Es existieren bis anhin keine pharmakokinetischen Daten nach Verabreichung von Miflonide Breezhaler in Patienten mit Niereninsuffizienz. Die Metaboliten von Budesonid werden über den Urin ausgeschieden. Deshalb kann das Risiko von unerwünschten Wirkungen aufgrund einer Akkumulation der Metaboliten bei schwerer Niereninsuffizienz nicht ausgeschlossen werden.

Leberinsuffizienz

Es existieren bis anhin keine pharmakokinetischen Daten nach Verabreichung von Miflonide Breezhaler in Patienten mit Leberinsuffizienz. Es wurde aber berichtet, dass die systemische Verfügbarkeit von Budesonid in Patienten mit einer Zirrhose nach oraler Verabreichung 2.5× höher war, als in gesunden Personen. Milde Leberinsuffizienz hat einen geringen Einfluss auf die systemische Wirkung.

Präklinische Daten

Die akute Toxizität von Budesonid wird als tief eingeschätzt. Präklinische Daten aus Toxizitätsstudien mit Mehrfach-Dosierung, aus Haut-Sensibilisierungs-Tests, sowie aus in vitro und in vivo Mutagenitäts (Ref. 20) Studien mit Budesonid zeigten keine besondere Gefahr für den Menschen bei Anwendung im therapeutischen Bereich.

In Karzinogenitätsstudien erhöhte oral verabreichtes Budesonid die Häufigkeit von Lebertumoren in männlichen Ratten ab einer Dosis von 25 µg/kg/d entsprechend der 17-fachen klinischen Inhalationsdosis basierend auf der Körperoberfläche (µg/m2). Diese Effekte wurden auch in einer Folgestudie beobachtet, welche auch andere Steroide, wie Prednisolon und Triamcinolone Acetonid miteinschloss. Diese Effekte wurden ausserdem als Klasseneffekte von Glucokortikosteroiden interpretiert.

Die Wirkung auf die Entwicklungsfähigkeit und maternale Toxizität von subkutant verabreichten Budesonid bei Ratten sowie das teratogene Potential, die wachstumsverzögernde Wirkung und die Todesfälle der Foeten bei Kaninchen entsprach dem teratogenen Potential der Glucokortikoide bei Tieren. Es gibt keine Hinweise, dass Budesonid eine teratogene und reproduktionstoxische Wirkung auf den Menschen hat. Die subkutane Verabreichung von Budesonid zeigte keine unerwünschten Effekte auf die Fruchtbarkeit in Ratten.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Arzneimittel sind für Kinder unerreichbar aufzubewahren.

In der Originalpackung, vor Feuchtigkeit geschützt und nicht über 25 °C lagern.

Die Kapseln dürfen erst unmittelbar vor Gebrauch aus dem Blister entnommen werden.

Hinweise für die Handhabung

Der Patient sollte sich bewusst sein, dass die Gelatine-Kapsel zerbrechen kann, wodurch kleine Stückchen Gelatine in den Mund oder den Rachen gelangen können. Gelatine ist allerdings harmlos, wird im Mund weich und kann dann leicht geschluckt werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Kapsel aufbricht, ist gering gehalten, wenn die Kapsel nicht mehr als 1mal durchstossen wird.

Mit jeder neuen Packung Miflonide Breezhaler ist der darin enthaltene Miflonide Breezhaler-Inhalator zu verwenden.

Jeder Inhalator ist nach Aufbrauchen der Kapseln zu entsorgen.

Eine detaillierte Bedienungsanleitung ist in der Patienteninformation vorhanden.

Zulassungsnummer

55130 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Novartis Pharma Schweiz AG, Risch; Domizil: 6343 Rotkreuz.

Stand der Information

November 2013.

Verwendung dieser Informationen

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