Pentoxi Mepha 400 Ret Tabl 400 Mg 100 Stk

Pentoxi Mepha 400 Ret Tabl 400 Mg 100 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Retardtabletten

Wirkstoff: Pentoxifyllinum.

Hilfsstoffe: Keine Deklarationspflicht.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Retardtablette Pentoxi-Mepha 400 enthält:

Pentoxifyllinum 400 mg (mit verzögerter Freigabe des Wirkstoffes).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Periphere arterielle Verschlusskrankheiten (PAVK) arteriosklerotischen oder diabetischen Ursprungs (z.B. mit Claudicatio intermittens und Ruheschmerz).

Trophische Läsionen (z.B. Ulcus cruris und Gangrän).

Zerebrale ischämische Erkrankungen.

Durchblutungsstörungen im Augen- und Gehörbereich in Verbindung mit degenerativen Gefässprozessen und vermindertem Seh- oder Hörvermögen.

Dosierung/Anwendung

Je nach Schweregrad des Krankheitsbildes kann eine ausschliesslich orale Medikation durchgeführt werden.

Orale Applikation

Als Inital-Dosis wird im allgemeinen täglich 3× 1 Retardtablette Pentoxi-Mepha 400 (à 400 mg) empfohlen. Nach Eintritt der Besserung kann die Dosis auf täglich 2× 1 Retardtablette Pentoxi-Mepha 400 reduziert werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Bei hypotonen oder kreislauflabilen Patienten sowie bei Patienten, bei denen eine Blutdrucksenkung ein besonderes Risiko bedeuten würde (z.B. Patienten mit schwerer koronarer Herzkrankheit oder klinisch relevanten cerebrovaskulären Stenosen), muss die Behandlung niedriger dosiert eingeleitet werden; die Dosis darf in diesen Fällen nur schrittweise gesteigert werden.

Bei Patienten mit verminderter Nierenfunktion (Kreatininclearance <30 ml/Min.) wird empfohlen die Dosis auf 1 Retardtablette pro Tag zu senken. Die Dosis kann anschliessend gemäss der individuellen Verträglichkeit titriert werden.

Bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen ist eine an der individuellen Verträglichkeit orientierte Dosisreduzierung erforderlich.

Bei Vorliegen einer Herzinsuffizienz ist diese zuerst zu behandeln. Zum Einsatz von Pentoxi-Mepha bei Kindern und Jugendlichen liegen keine Erfahrungen vor.

Korrekte Art der Einnahme

Die Retardtabletten sind unzerkaut während oder kurz nach dem Essen mit reichlich Flüssigkeit einzunehmen.

Kontraindikationen

Pentoxifyllin darf bei Massenblutungen und frischen Zerebral- und Netzhautblutungen (Gefahr der Zunahme der Blutungen), frischem Herzinfarkt (Erhöhung eines bereits bestehenden Risikos von Herzrhytmusstörungen und Blutdruckabfall) und Überempfindlichkeit gegen Pentoxifyllin, Methylxanthine oder einen der Hilfsstoffe nicht angewandt werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Eine besonders sorgfältige Überwachung ist erforderlich

bei Patienten mit schweren Herzrhytmusstörungen (Gefahr der Verschlechterung der Rhytmusstörungen);

Patienten mit erniedrigtem Blutdruck (Gefahr einer weiteren Blutdrucksenkung; siehe auch unter «Dosierung/Anwendung»);

Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen (Kumulationsgefahr);

Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatininclearance <30 mg/Min. pro 1,73 m² Körperoberfläche) (Kumulationsgefahr);

Patienten mit medikamentös behandeltem Diabetes mellitus (Gefahr einer Verschlechterung der Stoffwechsellage; siehe auch unter «Interaktionen»);

Patienten mit verstärkter Blutungsbereitschaft aufgrund von z.B. gerinnungshemmenden Medikamenten oder Gerinnungsstörungen (verstärkte Gefahr von Blutungen). Zu Blutungen siehe auch unter «Kontraindikationen» und «Interaktionen».

Interaktionen

Antihypertensiva (z.B. ACE-Hemmer) und andere Medikamente mit blutdrucksenkendem Potential (z.B. Nitropräparate) können unter der Behandlung mit Pentoxifyllin eine verstärkte Wirkung zeigen und sind daher vorsichtig zu dosieren.

Bei Patienten, die gleichzeitig mit gerinnungshemmenden Substanzen behandelt werden, ist eine sorgfältige Überwachung erforderlich.

Die blutzuckersenkende Wirkung von Insulin oder oralen Antidiabetika kann verstärkt werden (erhöhtes Hypoglykämierisiko).

Die gleichzeitige Einnahme von Pentoxifyllin und Theophyllin kann bei einigen Patienten zu erhöhten Plasmaspiegeln von Theophyllin führen. Dadurch kann es verstärkt zu Nebenwirkungen von Theophyllin kommen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es bestehen keine kontrollierten Studien an schwangeren Frauen. Tierversuche haben keine Teratogenität gezeigt, doch ist mit hohen Dosen bei Ratten eine gewisse Embryotoxizität festgestellt worden. Pentoxi-Mepha sollte deshalb während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn es ist absolut notwendig.

Pentoxifyllin und seine Metaboliten treten in die Muttermilch über. Pentoxi-Mepha soll deshalb in der Stillzeit nicht angewendet werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Durch eine mögliche Senkung des Blutdrucks oder aufgrund von Schwindel kann die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Strassenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt werden.

Unerwünschte Wirkungen

Nebenwirkungen manifestieren sich vor allem bei Gabe höherer Dosen.

Blut und Lymphsystem

Sehr selten wurde unter Pentoxifyllin-Behandlungen über das Auftreten von Blutungen (z.B. Haut, Schleimhäute, Magen-Darm) berichtet. In Einzelfällen kam es zu Thrombozytopenie.

Immunsystem

Gelegentlich kommt es zu Überempfindlichkeitsreaktionen wie Juckreiz, Hautrötung und Urtikaria. In Einzelfällen können anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen mit angioneurotischem Oedem, Bronchospasmus und manchmal sogar Schock auftreten. Bei den ersten Anzeichen einer anaphylaktisch/anaphylaktoiden Reaktion ist Pentoxi-Mepha sofort abzubrechen.

Nervensystem

Gelegentlich können Schwindel, Kopfschmerzen, Unruhe und Schlafstörungen auftreten, in Einzelfällen aseptische Meningitis.

Herz

Selten kann es zu Angina pectoris und gelegentlich zu Herzrhytmusstörungen (z.B. Tachykardie) kommen.

Gefässe

Gelegentlich Flush.

Selten kann es zu einem Blutdruckabfall kommen.

Gastrointestinale Störungen

Häufig Magendruck, Völlegefühl, Dyspepsie, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall.

Leber und Galle

Einzelfälle von intrahepatischer Cholestase und Transaminaseanstieg.

Überdosierung

Bei Vergiftungen mit Pentoxifyllin können Flush, Bewusstlosigkeit, Fieber, Agitation, kaffeesatzartiges Erbrechen, Areflexie sowie tonisch-klonische Krämpfe auftreten. Erste Symptome einer Überdosierung können Brechreiz, Schwindel, Tachykardie oder Blutdruckabfall sein.

Die Behandlung der akuten Überdosierung sowie die Vorbeugung von Komplikationen können allgemeine und spezifische intensivmedizinische Überwachungs- und Therapiemassnahmen erforderlich machen. Der Überwachung der Blutdruckwerte muss besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Bei starkem Absinken des Blutdruckes ist ein Plasmaexpander zu infundieren (auf Ödemzeichen achten!). Freihalten der Atemwege. Diazepam bei Krämpfen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: C04AD03

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Vor allem im Bereich der Mikrozirkulation, Verbesserung der rheologischen Eigenschaften des Blutes sowie Effekte wie

Senkung der erhöhten Blutviskosität;

Normalisierung der verminderten Erythrozytenverformbarkeit;

Hemmung der Erythrozytenaggregation;

Stimulierung der Freisetzung von Prostazyklin in vitro;

Hemmung der Thrombozytenaggregation;

Hemmung der Freisetzung plättcheneigener Mediatoren;

Senkung erhöhter Finbrinogenspiegel;

Verminderung der Adhäsivität der Leukozyten am Endothel und Verminderung der Leukozytenaktivierung und dadurch bedingte Endothelschäden.

Die hämodynamischen Wirkungen sind weniger ausgeprägt; der periphere Widerstand wird geringfügig gesenkt, am Herzen wirkt Pentoxifyllin leicht positiv inotrop. Die Wirksamkeit bei peripheren arteriellen Durchblutungsstörungen zeigt sich z.B. als Verlängerung der Gehstrecke, Befreiung von nächtlichen Wadenkrämpfen, nachlassendem Ruheschmerz, Rückgang von Parästhesien sowie Abheilen von Unterschenkelulcera und trophischen Defekten.

Günstige therapeutische Resultate wurden auch bei Durchblutungsstörungen im Augen- und Innenohrbereich sowie bei Symptomen zerebrovaskulärer Insuffizienz beschrieben.

Pharmakokinetik

Absorption

Pentoxifyllin wird aus dem gastrointestinalen Trakt rasch und nahezu vollständig resorbiert. Maximale Serumspiegel werden ca. 2 Stunden nach Einnahme von Pentoxifyllin 400 mg Retardtabletten erreicht.

Distribution

In dem Bereich 25–100 mg, verabreicht als Bolus-Injektion, erreicht das Verteilungsvolumen mittlere Werte von 280–465 l. Ein niedriges Verteilungsvolumen – 115 l – wurde an Patienten mit peripherer Vaskulopathie nach intravenöser Infusion von 400 mg in 1 Stunde festgestellt.

Ein direkter Zusammenhang zwischen vermindertem Verteilungsvolumen und dem pathologischen Zustand kann nicht ausgeschlossen werden.

Eine Proteinbindung von Pentoxifyllin an Humanalbumin wurde nicht gefunden.

Metabolismus

Pentoxifyllin wird sowohl nach oraler als auch nach intravenöser Verabreichung stark metabolisiert.

Dieser Prozess setzt früh nach Gabe ein und korrespondiert mit den Merkmalen eines sättigbaren «first pass»Metabolismus. Die chemischen Strukturen von 7 Biotransformations-produkten (MI–MVII) des Pentoxifyllins sind bis jetzt aufgeklärt worden. Die Hauptmetaboliten – MV, MI, MIV, erscheinen im Blut kurz nach Verabreichung. MV weist die höchsten Spiegel auf. Die Eliminationshalbwertszeiten für die Muttersubstanz und die drei Metaboliten liegen zwischen 0,5 und 1,5 Stunden. Rheologische Untersuchungen zeigten, dass den Metaboliten I, IV und V etwa die gleiche pharmakologische Bedeutung wie der Muttersubstanz zugemessen werden kann.

Die Pharmakokinetik von Pentoxifyllin steht in Beziehung zur applizierten Dosis, sie ist aber nicht Dosis-linear. Trotzdem findet nach multipler Verabreichung keine nennenswerte Kumulation der Substanz statt.

Elimination

Die Substanz wird zu ca. 90–95% als Metaboliten über die Nieren und zu ca. 5% über die Faeces eliminiert.

Es wurden keine Glukuronid- bzw. Schwefelsäure-Konjugate im Urin beobachtet. Der Q0-Wert beträgt 1,0.

Die ermittelten Plasma- bzw. Blutclearancewerte (3000–6000 ml/Min.) liegen deutlich höher als die Leberdurchblutung und deuten somit auf eine extrahepatische Beteiligung (Blut oder Lunge) in der Biotransformation des Pentoxifyllins hin.

Kinetik spezieller Patientengruppen

In Pilot-Untersuchungen wiesen alte Probanden grössere Flächen unter den Kurven auf als junge Probanden. Die Wiederfindung vom Metaboliten V im Urin war trotzdem für beide Gruppen vergleichbar. Als Erklärung dafür könnte das kleinere Verteilungsvolumen der alten Probanden bzw. eine eventuelle Erhöhung der Bioverfügbarkeit in Frage kommen.

Patienten mit starker Niereninsuffizienz (Kreatininclearance <10 ml/Min.) wiesen nach einer oralen Dosis von 98 mg 14C-Pentoxifyllin eine deutliche Verlängerung der Eliminationshalbwertszeit von der Gesamtradioaktivität auf. Aus diesem Grund soll bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz die tägliche Dosis von Pentoxifyllin der Eliminationsverminderung angepasst werden.

Pentoxifyllin ruft keine Enzyminduktion hervor.

Präklinische Daten

Karzinogenese/Mutagenese

Langzeituntersuchungen auf ein kanzerogenes Potential wurde an Mäusen und Ratten durchgeführt mit Dosierungen bis 570 mg/kg KG täglich über einen Zeitraum bis zu 18 Monaten. Bei den Ratten folgte eine sechs monatige Nachbeobachtungszeit. Bei den Mäusen wurde kein tumorerzeugendes Potential beobachtet. Bei den Rattenweibchen wurde eine marginal erhöhte Anzahl von gutartigen Milchdrüsen-Fibroadenomen beobachtet. Die Bedeutung dieses Befundes für den Menschen ist noch unsicher, da es sich um eine bei älteren Ratten häufig spontan auftretende Geschwulst handelt.

In den Mutagenitätstests (Ames-Test, Mikronukleus-Test, UDS-Test) ergab sich kein Anhaltspunkt für eine mutagene Wirkung.

Reproduktionstoxikologie

In reproduktionstoxikologischen Studien an Ratten, Mäusen, Kaninchen und Hunden ergaben sich keine Anhaltspunkte auf eine teratogene Wirkung.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Pentoxi-Mepha Retardtabletten sind trocken, in der Originalpackung bei Raumtemperatur (15–25 °C) zu lagern.

Zulassungsnummer

49324 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Mepha Pharma AG, Aesch/BL.

Stand der Information

Dezember 2003.

Verwendung dieser Informationen

Die Informationen auf dieser Seite sind für Fachpersonal gedacht. Bei Fragen lassen Sie sich von einer Fachperson (z.B. Arzt oder Apotheker) beraten und lesen Sie die Packungsbeilage auf unserer Produktseite.